Olympia intim

Sprinter Usain Bolt öffnet für seine Fans die Tür seines Zimmers im olympischen Dorf (Foto: Screenshot)
Früher sprachen Sportler nur in die Mikrofone der Reporter, wenn sie etwas mitzuteilen hatten. Heute übernehmen viele Athleten die Kommunikation mit der Öffentlichkeit via Internet einfach selbst. Von den Spielen gibt es natürlich viel zu berichten – doch bei wem lohnt es sich, zuzuhören?
“Mittendrin statt nur dabei”, so warb der Sportsender DSF ab dem Jahr 2000 um Zuschauer und nahm damit eigentlich das Motto eines ganz anderen “Sportsenders” vorweg: Die sozialen Medien im Netz, allen voran Twitter und Facebook. Hier ist der Leser bzw. Zuschauer tatsächlich mittendrin, zumindest entsteht eine gefühlte Nähe.
Unterhaltsames von US-Schwimm-Star
Dem Wettkampfplan folgend, sind es in den ersten Tagen der Spiele vor allem die Schwimmer, die im Netz von sich reden machen. Für eine unterhaltsame Timeline sorgt dabei Ryan Lochte. Der neue US-Schwimm-Superstar lässt seine Follower mit Tweets wie
Ready to take it on today. Let’s get it. #TeamUSA !
oder:
an Selbstmotivation und Sinnsprüchen teilhaben. Auch Michael Phelps beherrscht die Disziplin Twittern und lieferte gleich ein erstes Foto von seiner Silbermedaille über 4 x 100 Meter Freistil. Und die britische Schwimmerin Rebecca Adlington twittert fast so schnell wie sie schwimmt. Sie steht in regem Austausch mit Fans und Mannschaftskollegen und nutzt Twitter ebenso aktiv wie die Schwimmerin Missy Franklin aus den USA, die sich über einen neuen Fan namens Justin Bieber freut:
Amerikaner und Briten geben einen lebhaften Einblick in ihr Athletenleben und das Geschehen während der Spiele. Deutschlands bester Schwimmer Paul Biedermann meidet Twitter und Facebook dagegen eher, als dass er dort aktiv mit seinen Fans kommuniziert. Seine Freundin Britta Steffen hält es ähnlich: “Heute geht es nach London
” ist ihr letzter Eintrag auf der Facebook-Fanseite. Fast überflüssig zu erwähnen, dass es von den Wunderschwimmern wie Ye Shiwen aus chinesischen Mannschaft im Netz nichts zu lesen gibt.
Erste Twitter-Entgleisungen
Das es manchmal auch sinnvoll sein kann, vor Nutzung von Twitter eine Sekunde länger nachzudenken, zeigt der Fall des Fußballers Michel Morganella. Die Schweizer Delegation schloss den Spieler gestern aus, nachdem der Profi von US Palermo über den Kurznachrichtendienst Spieler aus Südkorea auf das Übelste beleidigt hatte. Swiss Olympic kam damit einer Sanktion durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) zuvor.
Morganella (23) twitterte nach dem 1:2 gegen Südkorea am Sonntag
sinngemäß: “Ich könnte alle Südkoreaner verprügeln. Geht euch alle
abfackeln, ihr Bande von Mongos!” Geschrieben war der Eintrag in der
französischen Jugendsprache Verlan (etwa: verdreht), bei der einige
Buchstaben vertauscht werden. Morganella entschuldigte sich, sein Account bei Twitter wurde geschlossen. Zuvor war die griechische Dreispringerin Voula Papachristou nach Hause geschickt worden, weil sie via Twitter rassistische Beleidigungen verbreitet hatte. Die deutsche Fahnenträgerin Natascha Keller fand sich unverschuldet inmitten eines Skandals wieder, als
über einen gefälschten Twitter-Account mit ihrem Namen griechische
Sportler beleidigt wurden.
Deutsche Teilnehmer geben sich international
Wer aber mehr von den deutschen Teilnehmern erfahren möchte, sollte bei Tennisspielerin Sabine Lisicki vorbeischauen, sie ist sehr aktiv auf Twitter und zeigt im Netz sogar ihre schwarz-rot-gold lackierten Fingernägel. Der Wettkampf von Triathlet Jan Frodeno findet erst am kommenden Dienstag statt und so hat er noch ausreichend Zeit, um sich bei anderen Sportarten umzuschauen und davon zu berichten. Wie auch der deutsche Rad-Sprinter Andre Greipel oder Dirk Nowitzki twittert Frodeno allerdings auf Englisch:
Nowitzki immerhin bekennt, dass er trotz seines Englisch zur deutschen Mannschaft hält.
Sorry to all my English speakin followers. Gotta support Germany in Olympics in my native tongue.
Der deutsche Basketballer von den Dallas Mavericks stößt mit seinen 584.000 Followern und 1,8 Millionen Facebook-Fans als einer der wenigen aus der deutschen Oympiamannschaft in die internationale Spitzenklasse vor, was die Anhängerschaft im Netz angeht.
Hier sind es US-Profis wie der LeBron James, ebenfalls Basketballer, die ganz oben auf dem Podium stehen. Er pflegt mit seinen 11 Millionen Fans einen lockern Umgang, so postet er beispielsweise ein Foto, das ihn mit einer Gruppe Fotografen in London zeigt und bringt den passenden Spruch dazu: “I called the paparazzi on myself. Swag.”
Das unaufgeräumte Sprinter-Zimmer
Bleibt nur noch die Frage, wie Leichtathletik-Showman Usain Bolt das Netz nutzt. Der Sprinter ist jedenfalls mächtig stolz, dass er als Flaggenträger der jamaikanische Mannschaft ins Olympiastadion einmarschieren durfte. Da gab er sich noch ungewohnt bescheiden. Ganz anders der Auftritt in seinem neusten Video, dass einen privaten Einblick in die unaufgeräumten Zimmer des Team Jamaika im olympischen Dorf liefert. Hier ist er wieder der bekannte und bekennende Selbstdarsteller. Die Leichtathletik-Wettbewerbe beginnen am Freitag und die Olympia-Fans dürfen gespannt sein, was noch Aufsehenerregendes von ihm kommt.
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5 Kommentare | 31. Juli 2012 | 16:09 Uhr |
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Gähn …
Die eigene Kommunikation betreiben aber auch nur sehr wenige Sportler. Sportler die mehr in den Medien stehen, vertrauen sich meist einer eigenen Agentur an und das merkt man dann auch. Wenn man sich zb die Profile der Fussballer auf Facebook ansieht, wird man kaum Infos, sondern hauptsächlich Werbung erhalten.
Genau so sieht es aus, stimme dem voll zu.
und der nöächste gähnwettbewerb im schwimmen.. ioch fuind die meldung drollig hingegen…dass irgendnen trainer warten will…bevor er annimmt… klol.. schwimmmannschaft liegt am boden….. blubb blubb wech sind se…….. worauf wartet nen neuer trainer mit seinen ideen also nioch? vieleicht darauf, dass der vekrüstetete verein sagt..jaaaaaaa…. wie bei fußball. gehen wir in ein trainingslagerb und ich schau dann, wer was drauf hat..oder gehts weiter mkit dem örtlichen trainerklien-klein….
schwimmen.. abschlatobption im fernsehen
Wer kommt auf die beschissene Idee das zu senden was ihr sendet. Was ist mit dem Turnen der Frauen? Trampolin springen der Männer. Warum muss man ewig langweilige Spiele von Deutschen anschauen wie z.b. die Tischtennisspiele.
Am meisten nervt die pessimistische Einstellung eurer Moderatoren beim Schwimmen. Hauptsache aus ner Maus einen Elefanten machen. Das nervt! Kein Sportler ist euch was schuldig!
Wird mal wieder Zeit für einen Hack. Achtet mal auf eure Mediathek