Sexismus im Silicon Valley
Ein Gerichtsfall wirft ein schlechtes Licht auf Männer der US-Tech-Branche. Eine Klage wegen Diskriminierung und sexueller Belästigung hat in den USA eine Debatte über Sexismus in der Technologiebranche ausgelöst. Der Fall dreht sich um die Mitarbeiterin einer der wichtigsten Hightech-Investmentfirmen der Welt: Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB). Die Mitarbeiterin, Ellen Pao, wirft einem ihrer Kollegen vor, sie sexuell belästigt zu haben, und der Führung des Unternehmens, sie diskriminiert zu haben (die komplette Anklageschrift PDF).
Das Unternehmen hat sich noch nicht detailliert zu den Vorwürfen geäußert, das muss gerichtlich geschehen – und zwar bis heute. Danach könnte es zu einer Einigung oder zu einer Gerichtsschlacht kommen. Beide Parteien haben Staranwälte engagiert. Die Firma bestreitet die Vorwürfe und hat angekündigt, ihren Ruf “energisch” zu verteidigen.
Was auch immer geschieht in diesem Fall, einer alten Debatte hat er bereits neuen Schwung gegeben. Denn die Erlebnisse, von denen Ellen Pao erzählt, kennen viele Frauen in der Technologie-Branche nur allzu gut. “Ha! Natürlich ist das jetzt das Thema Nummer eins”, sagte kürzlich eine Jungunternehmerin am Rande eines Start-up-Treffens in New York, “schließlich bin ich eine Frau in der Tech-Branche. Fast jede Frau in unserer Branche hat schon ähnliche Sachen erlebt.” Und fast jede hat auch etwas zum Thema zu erzählen. Die Chefin des New York Start-up-Treffens: “Frauen müssen damit rechnen, dass sie mitten in der Präsentation ihrer Geschäftsidee von einem Investor um ein Date gebeten werden. Das würde einem Mann niemals passieren!” Eine Investorin einer globalen Investmentfirma sagt, sie sei die einzige Frau in Nordamerika und Europa, und bei Meetings “fast immer alleine unter Männern” – und sie wolle lieber anonym bleiben, da sie ihre Firma nicht in ein schlechtes Licht rücken wolle.
Wenig Frauen in Führungspositionen
Eine Studie der Universität Davis zum Thema Frauen in Führungspositionen bei Unternehmen mit Sitz in Kalifornien macht noch ein anderes Problem deutlich: Bei Technologiefirmen gibt es kaum Frauen in den Top-Jobs. Landesweit sind gerade mal gut neun Prozent der Positionen im Top-Management bei Tech-Firmen von Frauen besetzt – der Prozentsatz in allen Branchen ist fast doppelt so hoch. Bei den Tech-Start-ups ist es noch klarer: Nur knapp drei Prozent werden von Frauen geführt.
Das Problem ist bekannt, deswegen hat sich vor allem die nun angeklagte Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers oft als ein Unternehmen gerühmt, in dem Gleichberechtigung groß geschrieben wird. KPCB ist nicht irgendeine Investmentfirma im Silicon Valley. Google, Amazon, das Urgestein Netscape, alle haben ihren Erfolg auch KPCB zu verdanken – und alle werden von Männern geführt. In die Deals der ersten Stunde war keine Frau involviert.
Frage nach den Ursachen
Dass Frauen in der Tech-Branche untervertreten sind, und dass das Problem akuter ist als in anderen Bereichen, ist so gut wie unbestritten. Die Ursachen und die Wege aus dem Dilemma schon eher. “Für Regeln zur Gleichberechtigung haben solche Firmen einfach noch keine entsprechenden Prozesse einrichten können”, sagt Marylin Nagel, die Chefin des Frauenförderungsunternehmens Watermark im Silicon Valley. Es gibt eine Menge anderer Theorien. Von schwachen Frauen, die sich nicht durchsetzen können, bis zu frauenfeindlichen Investoren, die Frauen aus den Verhandlungen raushalten wollen. Sheryl Sandberg von Facebook sieht die Gründe in der Erziehung und rät: “Lasst eure Töchter Videogames spielen. Ermutigt sie Videogames zu spielen!”
Eine Sofortmaßnahme, so glaubt Marylin Nagel, könnten nur die mächtigen Männer des Silicon Valley treffen. “Studien zeigen, dass wenn drei Frauen im Verwaltungsrat sitzen, in diesen Firmen automatisch Gleichberechtigung einkehrt. Frauen müssen in diese Verwaltungsräte. Das ist jetzt das wichtigste.”
Einige der weltweit größten Technologiekonzerne haben also nun einen neuen Punkt auf der To-Do-Liste: zum Beispiel Facebook (0 Frauen im Verwaltungsrat), Google (0), Apple (1), Microsoft (2), Amazon (2).
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1 Kommentar | 13. Juni 2012 | 14:32 Uhr |
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Ich liebe es, wenn auf Grundlage EINES Falls, von dem nicht einmal bekannt ist, wie wahr er denn ist, denn es gibt die Behauptung einer Seite ohne dass die Gegenseite gehört worden wäre, auf die Situation in einer ganzen Branche geschlossen wird und auf Grundlage der eigenen (feuchten) Phantasien darüber, wie die Situation in der Branche ist, dann eine Heilslehre darüber verbreitet wird, wie die entsprechende Situation gelöst werden kann.
Warum die Heilslehre dabei immer im monotonen Nachkauen von “mehr Frauen in den Vorstand/Aufsichtsrat/die Unternehmensleitung” besteht, darüber muss man vermutlich nicht sonderlich spekulieren.
Ebenso wenig muss man darüber spekulieren, was mit einer Gesellschaft los ist, in der wie besessen über die Tatsache geredet wird, dass EINE Frau behauptet, sie sei sexuell belästigt worden .. Gibt es nur die EINE Frau bzw. was ist mit all den anderen, die nicht von sich behaupten, sie seien sexuell belästigt worden? Ah ich weiß, die trauen sich nur nicht. Mal ganz nebenbei bemerkt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann, in der heutigen Situation, in der die Staatsfeministen wie die Geier auf dem Ast sitzen und darauf warten, dass einer so blöd ist, sexuell zu belästigen, wirklich sexuell belästigt? Der arme Typ kann sich auch gleich am nächsten Baum aufhängen, also wie wahrscheinlich ist das?
Dieser ganze politisch-korrekte Unsinn geht mir dermaßen auf die Nerven, dass ich mir eigentlich geschworen habe, nicht mehr darüber zu schreiben, aber es hilft nichts, Mythen sind offensichtlich interessanter als die Wirklichkeit und deshalb an dieser Stelle noch einmal ein paar Fakten zur Wohltat der Frauenquote in Boards:
Ein quasi natürliches Experiment in Norwegen, durchgeführt von Ahern (m) und Dittmar (w= Geschlechtsproporz ist gewahrt) hat gezeigt, dass Unternehmen, die eine Frauenquote einführen MUSSTEN (weil börsennotiert) im Vergleich zu Unternehmen in der selben Branche, die das nicht wussten und im Vergleich zur Zeit, bevor ihr Board mit mindestens 40% Frauen besetzt war, in nahezu allen ökonomischen Bereichen SCHLECHTER abgeschnitten haben: Marktwert ging in den Keller, Buchwert gleich mit, Schulden stiegen, Einnahmen gingen zurück, Investitionsentscheidungen haben sich in der Mehrzahl als falsch erwiesen. Effekte der wirtschaftlichen Situation wurden herausgerechnet:
http://sciencefiles.org/2012/04/01/die-gesellschaftlichen-kosten-einer-gesetzlichen-frauenquote/
Eine Studie, die bei der Deutschen Bundesbank veröffentlich wurde, vertieft die Problematik einer Verschlechterung der Investitionsentscheidungen, die im Board getroffen wurden durch einen höheren Frauenanteil und zeigt, dass die riskanten Entscheidungen, die sich im nachhinein als Fehler herausstellen mit dem Frauenanteil steigen.
http://sciencefiles.org/2012/03/28/fuhrt-die-frauenquote-im-vorstand-zu-einer-neuen-finanzkrise/
Es wäre erheblich sinnvoller, über die Realität zu diskutieren, anstatt sich ständig unterhab der Gürtellinie zu verlieren.