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“Hacker töten keine Menschen”

Das Raumschiff "Fairy Dust" ist das Erkennungszeichen vieler CCC-Veranstaltungen - Raketensprengköpfe sind jedoch verpönt. Foto: Kleinz
Hacker waren schon immer im Fokus von Militär und Geheimdiensten, die sich mit deren Hilfe für den Cyber-Krieg rüsten wollen. Deutsche Hacker wollen dem entgegentreten mit friedlichen Hackerspaces.
Auf der Kölner Konferenz SIGINT platzt Stephan Urbach der Kragen. “Wenn jemand sagt, dass es geil ist Raketensprengköpfe zu bauen, dann ist er keiner von uns”, ruft er in den Saal. “Hacker töten keine Menschen.” Urbach hatte mit der Gruppe Telecomix dafür gekämpft, der Bevölkerung in den arabischen Staaten neue Kommunikationswege zu öffnen – bis zum persönlichen Zusammenbruch. Auf der Veranstaltung des Chaos Computer Clubs (CCC) nimmt er die Hacker ins Gebet, weil diese zu oft die Grundlage für Überwachung legten – ob aus purem Forschungsdrang oder als Auftragnehmer der Überwachungsindustrie. Für Urbach führt das in einen Zwiespalt: “Da geht man abends ein Bier trinken und möchte den anderen eigentlich in die Fresse hauen.”
Hacker-Headhunting
Grund zur Diskussion gibt es genug. Das Gespenst des Cyberwars geht seit Jahren um, immer mehr Staaten rüsten ihre Armeen und Sicherheitsdienste um entsprechende Abteilungen auf – offiziell meist defensiv, inoffiziell werden jedoch Methoden zum Angriff auf fremde Infrastrukturen entwickelt und erprobt. Die Personalgier der Staaten geht so weit, dass Neugründungen im IT-Sicherheitsbereich systematisch von Geheimdiensten erfasst werden um begabte Hacker zu rekrutieren, wie CCC-Sprecher Frank Rieger berichtet. Aktueller Konfliktfall: Die Forschungsagentur des US-Militärs DARPA hat gerade eine halbe Million Dollar für amerikanische so genannte “Hackerspaces” bereitgestellt. Die Streitfrage ist: Dürfen sich Hacker so mit dem Militär verbinden?
Räume für Kreativität
Hackerspaces sind Räume, an denen sich Hacker treffen und kreativ betätigen können. Das können zum Beispiel die Clubräume des Chaos Computer Clubs sein, wo sich die Mitglieder zum Programmieren treffen, an ihren Projekten arbeiten oder Vorträge halten. Andere Hackerspaces sehen aus wie Werkstätten, in denen mit Kreissägen und computergesteuerten Fräsen an der Umprogrammierung der stofflichen Welt gearbeitet wird. Wichtiger als Werkzeuge und Platz ist noch das soziale Miteinander, die Offenheit für neue Ideen und die Bereitschaft anderen dabei zu helfen. Ein Hackerspace ist nicht nur ein Raum, sondern eine Community.
Lars Weiler gehörte zu denen, die sozusagen das Rezeptbuch zur Errichtung eines Hackerspaces geschrieben haben. Er und andere Aktivisten schrieben ihre Erfahrungen beim Aufbau von CCC-Ortsvereinen auf und stellten sie online – und überall auf der Welt fanden sich Nachahmer. Mehrere Hundert Hackerspaces sind entstanden, die meisten in den USA.
Im vergangenen Jahr gründete Weiler zusammen mit anderen Aktivisten die “Dingfabrik” in Köln. Hier lernen Hacker und andere Interessierte stricken oder Origami zu falten. Nachbarn können vorbeikommen, um ihren defekten Toaster zu reparieren. “Es ist ein Raum, um auch einmal dreckig arbeiten zu können“, beschreibt Weiler das Konzept. Gleichzeitig gibt es aber auch genug Elektronik-Spielereien.
Keimzelle für Kleinindustrie
Mittlerweile verfügen die Mitglieder über eine stattliche Anzahl von Werkzeugen: Bohrmaschinen, Sägen, gleich mehrere 3D-Drucker. Eine besondere Spende wartet noch auf ihren Einsatz: ein Industrieroboter – ganze 1,2 Tonnen schwer – würde die Tragfähigkeit der Räume der Dingfabrik überschreiten. Bis die Dingfabrik selbst Verwendung für den Roboter findet, lernen Studenten an dem Gerät, neue Steuerungssoftware zu schreiben.
Geht es nach Weilers Vorstellungen sind die Räume nur die erste Keimzelle einer neuen Bewegung. “Die bisherige Zielgruppe sind vor allem Techies, Heimwerker, Bastler, Designer und Künstler“, sagt Weiler. In Zukunft soll die Dingfabrik neue Kreise anziehen: Von Schülergruppen, die hier lernen sollen, mit Werkzeugen umzugehen bis hin zu Produktdesignern, die die Freiheit und die Möglichkeiten der Gemeinschaft nutzen, neue Ideen zu verwirklichen.
Schon im ersten Jahr haben sich die ersten Mitglieder der Dingfabrik selbständig gemacht. Weiler hofft, dass das Beispiel Schule macht. “Nordrhein-Westfalen hat das Problem, dass die große Industrie wegfällt”, erklärt Weiler. So ist es kein Wunder, dass die Dingfabrik derzeit in einem ehemaligen Bürogebäude einer Motorenfabrik in Köln angesiedelt ist. Mögen die Gebäude auch verlassen sein, die Menschen sind noch da. “Wir haben hier noch die Leute, wir haben noch das Wissen”, sagt Weiler. In der Dingfabrik+ sollen sie lernen, sich ohne Großindustrie zu verwirklichen, eigene Produkte zu verwirklichen – die Dingfabrik als Keimzelle einer florierenden Kleinindustrie. Und Raketensprengköpfe müsste auch niemand programmieren.
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3 Kommentare | 23. Mai 2012 | 16:03 Uhr |
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Hi Torsten Kleinz,
diesem ersten Satz “Auf der Kölner Konferenz SIGINT platzt Stephan Urbach der Kragen. “Wenn jemand sagt, dass es geil ist Raketensprengköpfe zu bauen, dann ist er keiner von uns”, ruft er in den Saal. “Hacker töten keine Menschen.”
kann ich nur vollstens zustimmen!!! Die Hacker (die man hier schon eigentlich Cracker nennen müsste, weil sie Datendiebe sind!!) müssen sich wirklich mal überlegen, was sie hier tun und mit wem sie hier anbandeln!! Die USA und diese ganzen Militäries werden hier langsam aber sicher zu gefährlich mit ihren Kriegsspielereien!! Und hier muss auch die Politik endlich einschreiten!!! Unsere eigene Regierung muss unserer Armee hier endlich klare Vorschriften geben, dass so etwas verboten ist!!! Und auch auf europäischer Ebene muss reagiert werden!! Auch den anderen Armeen der EU muss es verboten werden, mit diesen kriminellen Crackern anzubandeln!!! Solche Cracker gehören eigentlich hinter Schloss und Riegel!!!
Aber nicht nur sowas (also dieses Anbandeln zwischen Militäries und diesen Crackern) ist einfach eine Frechheit und eigentlich eine Straftat, sondern auch das mutwillige Sabotieren von Atomanlagen irgendwo auf der Welt durch Hackerangriffe!! Dadurch werden nämlich auch unschuldige Menschen bewusst in Gefahr gebracht!! Hier ist eine Grenze erreicht, wo es wirklich ins illegale und ins Kriminelle geht!! So zum Beispiel mit diesem Stuxnet im Iran!!
Was wäre passiert, wenn dieser Wurm z.B. wirklich in die Softwre-Steuerung für den Reaktor eingedrungen wäre und es hier zu einem Supergau gekommen wäre??? Hier hätte der ganze Nahe und Mittlere Osten atomar verseucht werden können!!! Nur gut, dass die Iraner dieses gemeine Ding entdeckt haben!! Aber auch bei uns in Deutschland müssen wir – um solchen Sachen den Saft abzudrehen – sämtliche AKWs endlich beschleunigt vom Netz nehmen, bevor auch bei uns am Ende so ein Angriff kommt!!!
Die Urheber solcher Würmer, Viren und Trojaner, die hier Atomkraftwerke mutwillig in Gefahr bringen oder durch die Militärwissen zum Raktenbau weitergegeben wird, sind einfach nur kriminell und gemeingefährlich!! Die gehören für sowas vor Gericht und dann ins Gefängnis und auch diejenigen Militäries, die auch noch mit diesen Crackern anbandeln!!!
Daher kann ich alle Hacker nur auffordern: hört auf damit, mit den Militäries dieser Welt anzubandeln und hört auf damit, AKWs anzugreifen!! Fukushima sollte auch euch eine Lehre sein genauso wie Nagasaki und Hiroshima!! Wacht endlich auf, bevor es zu spät ist!!!
Diese Warnung von Stephan Urbach muss mehr als ernst genommen werden und hier muss Einhalt geboten werden!!
Dass bedeutet: in der Hackerszene muss endlich klar Schiff gemacht und aufgeräumt werden. Die sogenannten “Blackhats” müssen endlich von den “Whitehats” und den echten “Hackern” getrennt werden. Es muss endlich legale Aufgaben für die jungen Whitehats gefunden werden, damit die nicht auf die schiefe Bahn geraten wie dieser Daniel Domscheid-Berg, der sich in meinen Augen ebenfalls vom anfänglichen Hacker und Whitehat inzwischen zu einem gemeingefährlichen Blackhat gewandelt hat!! Auch der müsste eigentlich eingebuchtet werden, für dass was er Assange angetan hat!! Openleaks ist eine gefährliche Plattform und sollte dichtgemacht werden!!!
Aber ich hätte schon eine Idee, wo man diese Whitehats und echten Hacker einsetzen könnte: wie wäre es, wenn die mal bei den Mint-Entwicklern anklopfen?? Dort werden immer Leute gebraucht und gerade im Bug-Supporting und im Ausmerzen von Bugs und auch bei anderen Distributionen werden hier Leute gebraucht!!!
Also: sucht euch hier lieber legale Aufträge bei solchen Sachen und lasst mir die Finger von diesen gefährlichen Leuten, die euer Leben ruinieren!!! Macht mit denen bitte keine krummen Geschäfte!!
Gruß
Linuxhelfer
Und hier noch eine wirklich gute Aufgabe für Hacker, die legal ist und außerdem noch hilfreich ist: bei LinuxMint wird derzeit beim Entwicklerteam Hilfe gebraucht. Dort hat sich im Installer (also in der Installationsroutine) ein Bug eingeschlichen, der irgendwo tief im System stecken muss!! Er äußert sich in der Form, dass bei der aktuellen Version 13 sich die Installationsmedien nicht booten lassen bei vielen Anwendern oder aber die Installationsroutine beim Punkt der Installation der Sprachpakete einfach abstürzt und den User mit einem nicht nutzbaren System zurücklässt. Bei weiteren Usern friert auch beim Live-System nach wenigen Minuten (ein bis zwei Minuten) der PC regelrecht ein und wird unbenutzbar. Und hier wäre es gut, wenn wir von euch Whitehats Hilfe bekommen würden dabei, diesem Bug auf die Spur zu kommen und ihn zu beheben!!
Hier könntet ihr was sinnvolles tun und wirklich hilfreich sein anstatt dass ihr euch von kriminellen Leuten auf die schiefe Bahn führen lasst!!
Danke und Gruß
Linuxhelfer
Hacker auf beiden Seiten des politischen Systems hat es immer gegeben. Damals war es der kalte Krieg, in dem dem Gegner zu helfen, letztlich auch ein Statement war. Und genauso wird es heute genug Anreize geben, ob es nun um Geld oder Patriotismus geht. Der Grat zwischen Grundlagen„forschung“/-arbeit und politisch motivierter Lobbyarbeit ist genauso schmal wie in anderen Fachbereichen (Psychologie, Chemie, Biowissenschaften, Kerntechnik). Der Staat kann da überhaupt nichts tun, wenn ich mir ansehe, wieviele Jahrzehnte Millitär, Staat, internationale Gremien und Rüstungsindustrie „friedlich“ koexistieren, braucht man darin keine Hoffnung setzen. Viel mehr muss die Hackerbewegung zu neuer Öffentlichkeit, zu einer gelebten Moral und Ethik und zur eigenen Entmystifizierung streben. Die Anfänge sehe ich gemacht, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit des CCC wie Schulprojekte, Beteiligung als Experten oder Sachverständige, durch kluge Pressearbeit (Frank Rieger der Held) und Öffnen der Hackerkultur für Interessantes und Interessierte.