Polen veröffentlicht Schulbücher unter Creative Commons Lizenz

 

Creative Commons hält Einzug in den Unterricht (Foto: Papajak; Quelle: Flickr CC BY SA 2.0)

Creative Commons hält Einzug in den Unterricht (Foto: Papajak; Quelle: Flickr CC BY SA 2.0)

Polen wird digital, zumindest, wenn es um die Schulen geht. Im Rahmen des Programms “Digitale Schule” sollen dort erstmalig unter anderem Schulbücher für die Klassen vier bis sechs unter der Creative Commons-Lizenz vceröffentlicht werden. Diese Lizenz bedeutet: Werke beziehungsweise Inhalte dürfen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein Projekt, das Schule machen könnte.

Beim medialen ACTA-Overkill der letzten Wochen gerät häufig die Tatsache in Vergessenheit, dass die Proteste gegen das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen in Polen ihren Anfang nahmen (Hyperland berichtete). Damit überraschte die polnische Zivilgesellschaft nicht nur das Ausland,  sondern auch die polnische Regierung. Vor allem der zuständige Minister für Verwaltung und Digitalisierung musste damals völlige Ahnungslosigkeit eingestehen. Nun versucht das Ministerium mit einer Charme-Offensive das Vertrauen der Netzgemeinde zurückzuerobern.

Netzaktivisten initiieren Schulbuch-Projekt

Im Rahmen des Programms “Digitale Schule” sollen unter anderem Schulbücher für die Klassen 4 bis 6 erstmals unter der Creative Commons-Lizenz (genauer: cc-by) veröffentlicht werden. Das heißt laut Creative Commons Lizenbestimmung: Jeder kann unter Nennung des Autors, “das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen. Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen [und] das Werk kommerziell nutzen.”

Initiatoren des Projekts waren polnische Netzaktivisten, Nichtregierungsorganisationen und Bildungseinrichtungen. Darunter Alek Tarkowski von Creative Commons Polen, Jarosław Lipszyc von der Stiftung Modernes Polen und Alicja Pacewicz vom Zentrum für Bürgerbildung.

 

“Bücher werden ein Eigenleben entwickeln”

Das gesamte Projekt teilt sich in vier Bereiche: “E-school (u.a. Mittel für neue Computer)”, “E-student (z.B. Tablets für den Heimgebrauch)”, “E-teacher (Extra-Personal für Nachhilfe in Fragen der Netzkompetenz)” und eben “E-textbook”.

Insbesondere die Konsequenz, mit der der Bereich E-textbook umgesetzt werden soll, bringt der Regierung dabei Respekt ein. “Wenn Lehrer, Eltern und Schüler sehen, was mit frei lizenziertem Bildungsmaterial gemacht werden kann, wird die Nachfrage nach dieser Art von Material weiter steigen. Die Bücher werden ein Eigenleben entwickeln”, schwärmt Alek Tarkowski im Gespräch mit Hyperland.

Volle Unterstützung für das Projekt signalisiert auch Artur Koziołek, der Sprecher des Minsteriums für Verwaltung und Digitalisierung im Gespräch mit Hyperland: “Wir haben keinerlei Befürchtungen, was den Erfolg des Projekts oder dessen Implementierung betrifft.”

Sollbruchstelle: Lehrer

So optimistisch sehen das nicht mal Mitinitiatoren wie Tarkoswski. Denn natürlich gibt es Hürden zu überwinden. Die größte Herausforderung wird es sein “die Lehrer auch vom Einsatz des Lehrmaterials zu überzeugen,” meint Tarkowski. Dass diese teilweise noch in vordigitalen Zeiten leben wird durch die restriktive Internetnutzungspolitik an vielen Schulen deutlich. Einige Lehrer sind der Ansicht, dass das Internet die Kinder vom Unterricht ablenke. Ganz ohne Internetanschluss geht das Konzept aber nicht auf, denn einige Lernabschnitte sind für den Online-Einsatz konzipiert.

Aber wahrscheinlich haben die Lehrer ohnehin noch eine Schonfrist, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Denn obwohl das Programm bald starten soll – Bewerbungsschluss für teilnehmende Schulen war am 18. April  – bezweifeln selbst die beteiligten Verleger, dass eine Umsetzung wie geplant in den nächsten Monaten möglich ist.

In einem Statement Anfang April  warnten sie, dass für die Textproduktion und vor allem für Testläufe der Technologie mindestens drei Jahre nötig sind. “Die Zeit, die das Bildungsministerium für die Bereitstellung der Lernmaterialien hat ist nicht nur ambitioniert, sie ist völlig unrealistisch”, lautet ihr Urteil. Die “Digitale Schule” wird also vermutlich ohne digitale Schulbücher auskommen müssen.

Zeitfenster für digitale Abenteuer nutzen

Auch Tarkowski gibt zu, dass zum Programmstart keine fertigen Bücher vorliegen werden. “Aber das ist nicht schlimm, denn Teile des geplanten Gesamtpakets können durchaus schon genutzt werden.” Außerdem gilt es,  das Zeitfenster für digitale Abenteuer zu nutzen, bevor das Ministerium für Digitalisierung versteht, was es da eigentlich in die Wege geleitet hat.

In Deutschland jedenfalls hatte jedenfalls bisher kein Politiker den Mut, sich gegen die mächtige Schulbuch-Lobby zu stemmen (Hyperland berichtete).

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich; der Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder)

Text: Urszula Papajak
Übersetzung: Frederik Fischer

30 Kommentare | 21. April 2012 | 14:56 Uhr | Twittern | Facebook

30 Kommentare

  1. das klappt nicht wegen der GEMA und GEZ !
    keine Schule,Kindergarten oder Kommune kann sich die Abgaben auf heute allgemein verwendete Medien ( bis zu Kinderliedern !! ) leisten
    Was die Damen und Herren der nächsten Generation antun und zum Stiellstand jeglicher Kultur betragen, ist noch gar nicht abzusehen !

    KFR | 21. April 2012 | 15:44
    • Unter der cc-Lizenz hat GEMA nichts zu melden. (Die GEZ sowieso nicht.) Daher liegt es nicht an den Kosten für die Lehrmaterialien (die gibt es dann umsonst zur freien Nutzung) sondern eher daran, daß die Lobby der Schulbuchverlage ihre Felle davonschwimmen sieht und daher Druck auf unsere Politiker macht.
      Da unsere Politiker aber keine Volksvertreter mehr sind, sondern Lobby-Hörige, ist das Projekt in D zum scheitern verurteilt.

      Guybrush | 21. April 2012 | 16:37
  2. Find´ich gut !! Bei unseren fünf Kids sieht man unter anderem, wie überholungsbedürftig/optimierbar vieles an Stoff ist. Wie obsolet, unpädagogisch, obsolet…..naja, und unmotivierend leider sowieso.

    In unserer Gegend haben die Piraten ein Liederbuch mit GEMAfreien Kinderlieder für die Kindergärten aufgelegt und werden diese verteilen. Richtig so: Bin ziemlich ausgeflippt, als ich hörte, dass die GEMA Kitas wg. Laternenliedern abzog.

    Schulz | 21. April 2012 | 17:16
  3. Wäre gerade in Deutschland für die sozial schlechter gestellten Familien ein Segen, wenn Schulbücher frei zugänglich wären.
    Damit wären die Bildungschancen für alle Schichten zumindest annähernd gleich.
    Man kann nur hoffen, dass dieses Beispiel keine Ausnahme bleibt.

    Stefan | 21. April 2012 | 17:18
  4. Es gibt doch schon CC Publikationen. Das Problem ist in Deutschland viel schlimmer. Für den Bau und die Ausstattung von Schulen (solange es keine Länderschulen sind), ist die Kommune zuständig. Und gerade die Bürgermeister oder Landräte müßten doch ein GROSSES INTERESSE habne, diesen Irrsinn der Bücherpreise (wegen der Buchpreisbindung in Deutschland) zu Unterminieren. Aber DIESE Damen und Herren haben nicht die Traute. Leider!

    meier | 21. April 2012 | 17:50
  5. Ich finde es unnötig das bewährte Buch zu ersetzen. Was bringt das für eine Lernerleichterung?

    Dazu kommen die Kosten für die Hardware, die – gerade in Kinderhänden – nicht ewig hält. Wenn ich da mal bedenke, wie lange ein Schulbuch genutzt werden kann, bis es zerfleddert. Jaja, auch wenn der Stoff nach ein paar Jahren veraltet ist, sind neue Bücher immer noch um ein Vielfaches günstiger.

    Davon abgesehen, sollte man einmal beachten, woher die ganze Hardware kommen muss, die dann jedes Kind bekommen soll: Aus Entwicklungsländern, in denen den Kindern die Schulbücher fehlen. Mal wieder super nur an sich selbst gedacht, die Herren und Damen auf der Technikwelle. Sie sollten mal erleben müssen was es heißt, wenn deren Kinder nicht zur Schule gehen können und stattdessen für den Lebensunterhalt der Familie schuften müssen.

    Sie sollten lieber, statt 300 € für einen Tablet-PC auszugeben, 30 € für ein Buch ausgeben und 270 € dafür, dass Kinder woanders auf der Welt nicht hungern müssen und lernen können oder wenigstens die bildungsferne Schicht im eigenen Land zu fördern.

    Verwöhnte Wohlstands- und Konsumgesellschaft!

    Ich freue mich auf konstruktive andere Meinungen.

    H. Arnold | 21. April 2012 | 18:30
    • 30 € für ein Buch.
      Hat sich in den letzten Jahren so viel verändert, dass die Schüler für alle Fächer nur noch 1 Buch benötigen und das für zum Teil 12 Schuljahre?
      Mit Sicherheit nicht und einen gebrauchten PC bekommt man schon gegen Abholung.
      Gerade für die ärmeren Schichten wäre das die Chance.

      Stefan | 21. April 2012 | 19:53
      • Ich bin 24 Jahre alt und meine Mutter musste pro Schuljahr ein Buch bezahlen; der Rest wurde gestellt. Das belief sich auf 30 bis 40 Euro. Ist das nicht zumutbar? Die Bücher durften wir sogar behalten.

        Übrigens: Hier geht es nicht um gebrauchte PCs, sondern neue Tablets, die die Kinder, statt der Bücher, überall hin mitnehmen können. Wenn das die Eltern selbst bezahlen dürfen, dann haben sie ihre „Chance“ für die ärmeren Schichten.

        H. Arnold | 21. April 2012 | 20:19
        • Tablets können wegen der derzeitigen geringen Mobiltätsleistung nicht die Lösung sein.
          Man müsste in allen Schulen für jeden Tisch eine Stromversorgung zu Verfügung stellen, um eine Versorgung der Geräte sicherzustellen, was aus Sicherheitsgründen gerade in alten Schulgebäuden oft gar nicht möglich ist.
          Selbst Tablets die eine Kapazität von 10 und mehr Stunden haben, sind nicht für einen Einsatz in Schulen geeignet, da es immer Schüler (auch Erwachsene) geben wird, die vergessen, ihr Gerät aufzuladen.

          Stefan | 22. April 2012 | 13:29
  6. Das sollten wir in Deutschland auch endlich machen, das spart langfristig viel Geld das wir dringend für bessere Bildung brauchen.

    CC Lizenzen für Werke die mit Steuergeldern bezahlt worden sind sollte eigentlich schon lange der Normalfall, genau so sollten aber auch die Werke die von ARD und ZDF produziert worden sind auch unter einer CC Lizenz (oder vergleichbarem) stehen. Die Werke wurde schließlich mit GEZ Gebühren bezahlt und somit auch für jeden GEZ Zahler (also alle) frei zur Verfügung stehen.

    Philipp | 21. April 2012 | 19:30
    • Ich weise noch einmal auf die Hardware-Kosten der Tablet-PCs für die Kinder hin. Die fressen doch das gesparte Geld für die proprietären Schulbuchinhalte komplett auf, oder irre ich mich da?

      Im Übrigen: Gute Idee mit der cc-Lizenz für öffentlich-rechtliche Inhalte.

      H. Arnold | 21. April 2012 | 19:42
      • Auch die Inhalte für Bücher kann man unter CC Lizenz veröffentlichen. Es geht nicht um PC oder Buch sondern unter welcher Lizenz der Inhalt veröffentlicht wird, unter einer CC Lizenz ist der Schritt zum Computer natürlich kleiner weil nicht bei jeder Kopie neue Lizenzgebühren anfallen.

        Die Kopierabgaben die, die Länder jedes Jahr an die Verlage zahlen müssen um dann doch nichts kopieren zu dürfen entfallen bei CC Lizenzen dann auch.

        Philipp | 21. April 2012 | 20:59
        • In diesem Blog-Beitrag geht es schon um digitale Werke, die eben teure Hardware benötigen, um gelesen zu werden.

          Zitat: »Das gesamte Projekt teilt sich in vier Bereiche: “E-school (u.a. Mittel für neue Computer)”, “E-student (z.B. Tablets für den Heimgebrauch)”, “E-teacher (Extra-Personal für Nachhilfe in Fragen der Netzkompetenz)” und eben “E-textbook”.«

          H. Arnold | 21. April 2012 | 21:11
  7. Hi Leute,

    also dass finde ich ja jetzt echt mal eine gute Idee, Schulbücher unter Creative Commons-Lizenz als opensouce-Software zu vertreiben!! Warum zum Teufel soll dass bitte in Deutschland nicht funktionieren?? Denn: andere Programme unter opensource-Lizenzen funktionieren doch auch schon!!

    Und ein weiterer Vorteil wäre, dass man damit Bildung endlich für alle ermöglichen könnte und nicht nur in Europa sondern weltweit!!

    Daher sollten wir uns mit denen zusammentun und dieser Idee nacheifern!! Closed-source war gestern!! Die Zukunft heißt opensource!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 19:45
  8. @ H. Arnold,

    hier möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Tablets zum richtigen Arbeiten in der Schule nicht ausreichen. Denn diese Tablets haben keine sehr starken Prozessoren und können daher keine arbeitsintensiven Aufgaben durchführen.

    Ich würde für sowas besser richtige Laptops empfehlen. OK, die sind etwas teuerer, sind aber mit deutlich besseren Prozessoren, mit deutlich mehr RAM (Arbeitsspeicher) und mit usb-ports zur externen Sicherung von Daten ausgestattet sowie mit einem CDROM-/Brennlaufwerk.

    Und außerdem haben Laptops auch bessere Grafikchips oder Graphikkarten verarbeitet, sodass man die Laptops viel höher auslasten kann, ohne dass die Geräte zu heiß werden (mit den richtigen Treibern).

    Daher meine Empfehlung: statt Tablets besser richtige Laptops nehmen.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 19:49
    • Falls Sie es nicht bemerkt haben: Ich habe nicht den Kauf von Tablet-PCs propagiert, sondern wegen der hohen Kosten kritisiert. Bei Notebooks für jedermann ist die Kritik ja noch angebrachter.

      H. Arnold | 21. April 2012 | 20:25
  9. hi H.Anold,

    du schreibst folgendes:

    “Ich finde es unnötig das bewährte Buch zu ersetzen. Was bringt das für eine Lernerleichterung?”

    Das Buch wird ja gedruckt, wie du weisst. Aber: wass ist, wenn in dieser Zeit bereits wieder neue aktuellere Erkenntnisse aus der Wissenschaft kommen, die Änderungen erforderlich machen??

    Dann muss das Buch neu gedruckt und aufgelegt werden. Aber: das ist im Vergleich deutlich teurer und dauert länger.

    Vorteil daher bei einem Software-Update:
    1. es geht deutlich schneller

    2. es ist deutlich billiger, als einen satz neuer Bücher nur wegen einer Aktualisierung zu beschaffen!!!

    3. eine neue Software-Version unter Creative-Commons-Lizenz kostet nichts, wohingegen neue Bücher was kosten.

    Ergo: wir haben hier gleich mal drei Vorteile dessen: keine Kosten, die Aktualisierung steht schneller zur Verfügung und drittens kostet die Akualisierung keine Gebühren für das Drucken und den Verlag!! Folge daraus: wir haben erneut dick Geld gespart und die Schüler und Schülerinnen sind mit aktuellen Kenntnissen up-to-date!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 19:53
    • Denken Sie mal bitte an Ihre Schulzeit zurück und sagen Sie mir wie aktuell die Informationen in Ihren Büchern waren oder wie alt die Bücher selbst waren, mit denen Sie gelernt haben. Gewiss wird da so manches altes Buch dabei gewesen sein, aber die Inhalte sind meistens sowieso zeitlos, da nur Grundlegendes vermittelt wird.

      Schüler brauchen nicht die neuesten Erkenntnisse der Mathematik oder Physik zu lernen. Sie sind auch mit den Grundlagen vorerst bestens bedient.

      Die Weltliteratur bietet auch nicht jedes Jahr den neuesten Knüller, den die Deutschbücher sofort aufnehmen müssten.

      Die Geschichte ändert sich zwar auch stetig, aber Vergangenes bleibt unverändert. Über aktuelle Themen kann man im Politikunterricht auf Basis der Pressemitteilungen arbeiten.

      Die Informatik ist sehr dynamisch, aber es bleibt in der Schule sowieso nicht viel Zeit, um mehr als die Grundlagen mit „Nicki, dem Roboter“ und Pascal zu erlernen. Vielleicht wagt sich ein Leistungskurs ja an Anspruchsvolleres, aber gewiss nicht an den neuesten Schrei der Programmiersoftware.

      Wenn Sie in der Schule bereits Raketenwissenschaft betreiben wollen, brauchen Sie vielleicht öfter mal ein aktuelles Buch, aber nicht einmal an der Uni hat man immer die neueste Auflage des Wissenschaftlers XY.

      Die Hardware ist um einiges teurer, als Bücher und sie muss auch – gerade wenn Kinder sie benutzen – öfter gewartet oder ersetzt werden. Es handelt sich um dreistellige Beträge, höchstwahrscheinlich jährlich pro Kind.

      Auch mit kostenloser Software, bzw. Lerninhalten ist das nicht aufzuwiegen.

      Wie weiter oben in meiner Antwort zu Stefans Kommentar geschrieben, hat meine Mutter pro Schuljahr gerade mal 30 bis 40 Euro für bloß ein Buch ausgeben müssen, weil der Rest gestellt wurde. Wie viel kostet ein Tablet-PC, der was hergibt oder ein Notebook? Und es ist ja nicht so, dass man direkt alle Bücher ersetzen könnte. In der Übergangszeit wäre es also höchstwahrscheinlich sogar eine doppelte finanzielle Belastung der Eltern.

      Also ich kann Ihre Argumente nicht nachvollziehen.

      H. Arnold | 21. April 2012 | 20:45
  10. Und wer schreibt qualifizierte Schul-/Fachbücher unter CC-Lizenz? Diese Autoren wollen/müssen doch auch was verdienen. Von wem werden sie bezahlt und wie viel kriegen sie?

    Bertram | 21. April 2012 | 22:17
    • @Bertram (den Anderen)

      Da mache ich mir keine Sorgen. Freiwillige haben mit Linux und anderer Software etwas geschaffen, dass sogar Microsoft Konkurrenz macht. Freiwillige haben ein großes Lexikon geschrieben, nämlich Wikipedia. Mit Sicherheit gibt es ganz schnell Schulbücher, wenn man die Plattform für interessierte Schreiber schafft.

      Nur Wenige werden ohne Gewinn ihre Arbeitszeit opfern wollen. Aber offenbar gibt es genügend davon. Würde ich etwas schreiben oder Fotos veröffentlichen, hätte ich keine Lust, mich mit Verlagen rumzuärgern. Ich würde meine Produkte gerne unter CC-Lizenz stellen.

      Bertram in Mainz | 21. April 2012 | 22:32
  11. Man muss gar keinen Tablet-PC haben. Wenn der Inhalt unter CC-Lizenz steht, kann man den Inhalt auch ganz normal ausdrucken und dann durch den Fotokopierer jagen. Oder einen Druckauftrag an eine Druckerei geben.

    Bitte nicht die CC-Lizenz kritisieren mit dem Verweis auf teure Reader-Hardware. Das ist ein ganz anderes Thema. Wenn man Inhalte bezahlen muss, vielleicht gar noch DRM benutzt wird, dann wird es richtig ärgerlich und richtig teuer! Wenn die Bücher “kostenlos” gestellt werden, zahlt der Steuerzahler!

    CC-Lizenz für normale Schulbücher mit Allgemeinwissen, da sage ich nur: endlich!

    Und zusätzlich sollte es Experimentierkästen unter CC-Lizenz geben! Hergestellt würden die dann zum Selbstkostenpreis plus ein Wenig Gewinn wie bei den Linux-Distributionen. Wer das nicht zahlen will, könnte sich die Pläne kostenlos Downloaden und kann die nötigen Teile aus der Bastelkiste holen.

    Hinweis: “Bertram in Mainz” ist nicht “Bertram”

    Bertram in Mainz | 21. April 2012 | 22:23
  12. hi H. Arnold,

    also ich hatte in meiner Schule damals wirklich alte Bücher und bei mir fing es dann schon an mit dem Einsatz des Internets. Da gab es in den Fachräumen dafür einen PC für alle.

    Aber die Bücher selbst stammten wirklich noch aus den 80ger oder bestenfalls aus den 90ger Jahren. Von daher waren da viele Sachen echt schon total veraltet und gehörten eigentlich wirklich total überarbeitet.

    Die ältesten Bücher, die mir so in die Hand gekommen sind, stammten vom Ende der 70ger Jahre!!

    Und von wegen, Erkenntnisse wären zeitlos! Die ändern sich nämlich fortlaufend mit dem Lauf der Zeit. Das fängt bei Geografie (in den Atlanten war noch die Berliner Mauer drin, es gab noch das alte Jugoslavien dass es heute so nicht mehr gibt, dann gibt es Grenzverschiebungen in Afrika, etc) an, geht weiter bei Physik, Biologie und Chemie, weiter über die Geschichtsbücher bis hin zu den Sprachkursen.

    Da gibt es fast jedes Jahr irgendwelche Neuerungen. Haben Sie z.B. mal in die Dokumentationen über die Titanic hier auf dem ZDF reingeguckt?? Da stimmen nämlich in den Büchern, die es bisher gab, etliche Fakten nicht mehr und da muss einiges neu geschrieben werden. Auch in Sachen Geschichte gibt es fortlaufend neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die alte Theorien und Erkenntnisse überholt haben.

    Aber auch im Bereich Biologie (ganz besonders im Unterbereich Zoologie und anderen Unterbereichen der Biologie) gibt es neue Erkenntnisse. Auch dort muss vieles überholt werden!!

    Von daher: die Schulbücher in Deutschland sind zum Großteil wirklich hoffnungslos veraltet!! Da gehört runderneuert. Und bevor man Geld für sowas ausgibt, sollte man lieber die elektronischen Werke unter der Creativ-Commons-Lizenz nutzen anstatt der geschriebenen Bücher!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 23:19
    • Gut, dann kaufen Sie Ihren Kindern teure Tablets oder Notebooks oder lassen ganze Bücher im Copyshop ausdrucken, damit die Kinder damit im Unterricht arbeiten können. Ich bin gespannt wie sparend das auf Dauer wird (vor allem für die Familien).

      Ich würde übrigens gerne wissen, wann der erste CC-Satellit für CC-Atlanten Bilder der Erde macht.

      Und für die neuesten Titanic-Erkenntnisse bedarf es dann neuer Geschichtsbücher? Ich wüsste nicht, dass das überhaupt ein Thema in Geschichte wäre, weil es auch völlig unwichtig für das Weltgeschehen ist.

      Sorry, dass ich ein bisschen herumzicke, aber … das ist so lächerlich.

      H. Arnold | 22. April 2012 | 00:21
      • Das verstehe ich nun gar nicht. Über das sinnvollste Medium (E-Book, Fotokopie, gedrucktes Buch) mag man diskutieren. Aber ich verstehe nicht, weshalb die CC-Lizenz schlecht sein soll. Und was daran lächerlich sein soll. CC-Lizenz bedeutet ja nicht, dass der Inhalt minderwertig ist!

        Bertram in Mainz | 22. April 2012 | 01:00
  13. @ Bertram 22:17 Uhr,

    Sie stellen die Frage, von wem solche Autoren solcher Plattformen wie etwa Wikipedia bezahlt werden.

    Dahinter stehen zum Beispiel Stiftungen wie etwa die Mozilla-Stiftung, dann auch Google (ja Google teilt Einnahmen auch mit der Mozilla-Stiftung), dann jede Menge an Spenden die gesammelt werden von diversen Linux-Distributionen.

    Von diesen Spenden werden dann nicht nur die Entwickler dieser Distributionen bezahlt, sondern eben auch die Entwickler von solchen online-Lexika. Linux macht hier nämlich so einiges möglich.

    Übrigens: auch Microsoft unterstützt mit Stiftungen seit einiger Zeit wohltätige Sachen in diesem Bereich und fängt an, mit den opensource-Herstellern zu kooperieren. Das war früher ganz anders.

    Dann ist es zusätzlich auch so, dass natürlich noch viele weitere Suchmaschinen wie etwa DuckDuckGo und viele andere ebenfalls ihre Einnahmen mit den Linux-Distributionen teilen. Und diese wiederum teilen diese dann mit solchen Entwicklern die ihre Sachen unter CC-Lizenz oder aber unter GPL-Lizenz ins Internet einstellen.

    Dann ist es weiterhin so, dass zum Beispiel auch viele Filehoster wie Rapidshare oder Dropbox oder andere auch ihre Einnahmen mit den Entwicklern teilen.

    Das funktioniert so: diese Filehoster nehmen von ihren Usern einen monatlichen Betrag mittels sogenannter Premium-Accounts. Dieses Geld wird dann aufgeteilt und auch an mehrere Nehmer verteilt: darunter die Linux-Entwickler, die Artwork-Entwickler, die Entwickler solcher Sachen wir Wikipedia, an diverse Search-engines, und auch an diverse Forenhoster und Bloghoster.

    Und um noch einen Punkt dazu zu ergänzen: so war es ursprünglich auch gewesen mit Megaupload, das dicht gemacht wurde.

    Ich zum Beispiel bin mit einem Forum und einem Blog aktiv (der Betreiber der Forenplattform stellt die Software ebenfalls unter GPL-Lizenz zur Vefügung). Genauso bei meinem Blog. Dann gibt es bei dem Bloghoster die Möglichkeit, sich für eingestellte Blogs bezahlen zu lassen (also Blogs zu schreiben gegen Cash).

    Sie sehen also, es gibt inzwischen so viele verschiedene Wege, wie diese opensource-Entwickler und auch diejenigen die ihre Sachen unter der CC-Lizenz einstellen, bezahlt werden.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 23:30
  14. @ H.Arnold 21:11

    “In diesem Blog-Beitrag geht es schon um digitale Werke, die eben teure Hardware benötigen, um gelesen zu werden.

    Zitat: »Das gesamte Projekt teilt sich in vier Bereiche: “E-school (u.a. Mittel für neue Computer)”, “E-student (z.B. Tablets für den Heimgebrauch)”, “E-teacher (Extra-Personal für Nachhilfe in Fragen der Netzkompetenz)” und eben “E-textbook”.«”

    Dazu muss ich sagen: nein eben nicht. Man braucht für alles eben nur ein Laptop und Linux!! Linux bringt von Haus aus bereits Programme mit, mit denen man ebooks lesen kann. Dafür braucht es keinen extra E-Bookreader als Hardware!! No, dieses Geld kann man sich sparen!! Diese Ausgabe von Geld für sowas ist überflüssig!!

    Gruß
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 21. April 2012 | 23:52
  15. Ich wollte sowas schon vor Jahren machen. Die Lehrer blockieren gerne mit guten (“Ich hab noch nie gute Software gesehen. Die stürzt doch ständig ab.”) und schlechten (“Nur Papier zählt”) Argumenten wie auch “Die surfen sonst woanders rum und chatten”. Es ist aber egal wo man mit Lernmodulen ansetzt: Nachhilfe, Berufs-Fortbildung, Studiums-Vertiefung, VHS-Alternativen, (erlaubte!) Kleinreparaturen am Auto selber durchführen,… sind genau so etablierend und wenn die Lehrer oder Uni-Dozenten zum ersten Mal sehen wie man die Preis-Elastizität oder das Beer-Game deutlich vertiefter in die (oft unmotivierten und zwangsweise Lernenden) Köpfe hineinkriegen kann, werden alle Grundvorlesungen ein gigantisches Domino wo ein Thema nach dem anderen E-Modularisiert würde.

    OLPC versteht nicht, das nicht nur die Technik sondern auch die Software relevant ist. Alle Module müssten i18n sein und (wo es geht) mit keinen Worten auskommen oder templatebasiert (Umsatz-Steuer-Sätze, Beispiele). Semantische Verknüpfungen für Fragen wie “Berechne und benenne die Steuern für 1 Flasche Bier für 1,50 , 1 Schokoriegel für 89 Cent, 1 Stunde Arbeit für 10 Euro, eine Festplatte für 119 Euro, … und dann in allen Ländern weltweit anhand des Semantic-Webs (sowas wie WikiData aber viel mehr) für alle Länder ohne relevanten Aufwand übersetzbar sein. Jahreszahlen und Ereignisse beispielsweise sind kein Problem. Eine Landkarte und Bild von der Santa Maria (oder welches Schiff auch immer) wie Kolumbus Amerika entdeckt und eine Jahreszahl versteht jeder weltweit der Zahlen lesen kann und alle Geschichtsbücher werden RDF(?) bzw. daraus dann Comic-Fiziert und der Lernerfolg wäre besser als bisher. Wer nicht dran glaubt kann weiter Papierbücher kaufen und frontalistisch lernen (lassen). Die Freedoms hingegen lernen selber und organisieren sich ohne Minister für den breitflächigen Lernerfolg. Wenn Mr. Bean Ikea-Möbel ohne Worte als Video (oder Kette von Standbildern mit reingemalten Pfeilen) aufbaut, versteht das auch jeder obwohl man 105 Teile zusammenbauen muss (5 Holzbretter und 100 Schrauben… ) und dazu 106 Teile (105 Teile + Inbus-Schlüssel) besser als viele Rettungspläne und Regierungspläne (aktuell Solar-Firmen) koordiniert synchronisieren muss…

    Man könnte auch Schulbuchverlagen die das möchten die Lizenzen zum Buchwert abkaufen und die Bücher dann kostenlos veröffentlichen und in der Crowd ergänzen und verbessern. Basiswissen wird somit allgemein kostenlos weltweit in allen Sprachen verfügbar ohne Steuern und ohne das sich jemand ein Bein ausreissen muss. Massig Menschen machens motiviert möglich.

    Wer gut genug ist, darf zu Hause lernen. Die Prüfungen muss man ja immer noch machen. Die sind aber quasi ständig. Man sieht (wie bei Formel1 oder auf der Autobahn) in einer Punktwolke (oder die Eltern am Kühlschrank oder die Großeltern am SmarTV) wo man selber steht, wo der durchschnittliche Chinese steht und wo die Konkurrenten am Arbeitsmarkt (Inder, Chinesen, Amerikaner, NRW, Bayern, Hamburg,…) und deren gleichaltrige oder gleich-qualifizierte (Ausbildungen, Abschlüsse, Schul-Jahre,…) stehen. Kein Minister wird gezwungen an der Statistik mitzumachen. Schüler und Eltern können allerdings freiwillig ihre Leistungswerte (Anzahl der Fehler und Geschwindigkeit bzw. Zeitdauer) bei google-Skill-Server (oder wer es macht, hier in Deutschland eher keiner wie ich das vermute) hochladen und dann kann sich jeder gegen jeden vergleichen. Die anderen sind alle anonym aber man sieht trotzdem wo man steht.
    Für Bewerbungen wird mit dem Betriebsrat abgesprochen wie viele 1×1-Aufgaben in welcher Zeit korrekt zu lösen sind und welche anderen Fragen relevant sind (weil man die Tests mit den vorhandenen Mitarbeitern macht und sieht was mit guter und schlechter Arbeit korrelliert) und das wissen die Bewerber dann und werden (anonymisiert) gezielt eingeladen. Sowas ist trivial zu Programmieren und wäre auch ein Tür-Öffner für E-Bildungs-Systeme ohne das man einem einzigen Minister eine Erlaubnis oder einen einzigen Steuercent bräuchte. Denn die Handwerker brauchen Bewerber und wären froh um so etwas. Wenn man anständig programmieren kann, kriegt man sowas steuerfrei sehr schnell hin.

    Als Schwarzeneggers Kalifornien wenig Geld hatte, wurde beschlossen das Schulbücher auch elektronisch zu haben sein sollen. Jetzt sind 90% der US-Schulbücher elektronifiziert. Ohne Milliarden-Subventionen durch Regierung. Innerhalb 2-3 Jahren. Und Deutsche und Europäische IT-Projekte laufen bekannterweise oft noch viel preis-leistungs-verbesserter…

    Es gibt Studien das Bling-Bling bzw. elektronischer Schnick-Schnack den Lernerfolg nicht erhöht. Die Zielfunktion (weniger Fehler, Schnellere korrekte Ergebnisse) müssen definiert sein und die Lernmodule darauf ausgerichtet und ständig optimiert werden wie ein Formel-1-Auto und unnötiger und zu teurer Multimedia-Schnickschnack weggelassen werden. 1×1 oder Geschichts-Ereignisse für Schule sind dafür trivial. Kontenrahmen sind eine winzige Stufe schwerer. Andere Dinge wie Reihenfolge bei Erster Hilfe oder komplexeren (Krankenschwester, Arzthelferin, EU-Import eines Autos, Anerkennung einer Hochzeit in Las Vegas, Anmeldung bzw. Verkauf eines Gebrauchtwagens,… ) Aktionen geht auch recht einfach wenn man anständig programmieren kann und nicht nur Updates und Dienstleistungen verkaufen will. Bei Diktaten und Übersetzungen weiss der Computer, Ipad, Kindle, Smartphone, Symbian-Phone, OLPC, SmarTV, BluRay-Player,… (die alle sind Programmierbar, auch der Kindle und viel EReader) welche Worte man nicht drauf hat und fügt sie öfter ins Diktat ein. “Marie Curie kaufte viel Desoxiribonukleinsäure und Desoxiribonukleinsäuren-Waschmittel. Sie brauchte die Desoxiribonukleinsäure um ihr Krokodil zu füttern. Auch eignet sich Desoxiribonukleinsäure für Pyrolyrisierung von Desoxiribonukleinsäure zu verstärkter Desoxiribonukleinsäure.”. Anstelle von “Desoxiribonukleinsäure” kann man dann natürlich noch andere Worte nehmen die auf der Low-Score-Liste ganz oben stehen und besonders schwer beherrscht werden. Automatisierte Algorithmen erkennen anhand Texten wann und wo “Desoxiribonukleinsäure” und “Krokodil” austauschbar sind. Das Ziel ist, normale deutsche Texte schreiben zu können (Bericht aus dem Zoo) und das Wort “Desoxiribonukleinsäure” zu lernen weil man sich bei Beiersdorf bewerben will. Also kombiniert man beides zu vermeintlichen angeblichen “Unfugtexten” die vom Computer vorgelesen und bewertet werden und deren Lernerfolg besser sein könnten als ein steuerfinanziertes Diktat jede Woche und familienfinanzierter Nachhilfe-Unterricht. Die Eltern sehen auf Webseiten dann den Erfolg und Fehlerquoten und können sich weltweit mit Kindern von Schalke-Fans oder Bayern-Fans oder Hamburgern oder aus Plattenbau-Siedlungen oder Franzosen oder Indern und Chinesen vergleichen.

    Offline sollte praktisch alles auch möglich sein. Dann muss man nicht ständig kilometerweit zur Schule laufen oder aufs Internat gehen müssen wie wohl in vielen Südamerikanischen Ländern. Der Hauptgrund ist wohl, das Eltern keine wirklich gute Software gewöhnt sind die einem das Leben erleichtert und funktioniert. Die Frau vom Diktator in der Diktatur muss ja auch etwas zu tun haben und gilt als erfolgreiche Bildungspolitikerin. Wäre doch blöd, wenn großteile der steuerfinanzierten Schulen und Pöstchen durch selbstorganisierte Eltern und Arbeitgeber erledigt würden.

    Dann wäre es auch egal ob man sich am goldenen Ipod oder am billigen OLPC in der Plattenbausiedlung mit 5 Geschwistern bei der Sparkasse anonymisiert um die Lehrstelle oder an der Uni um den Studienplatz bewirbt. Damit keine guten Bekannten die Fragen ausfüllen muss man bei Bewerbungen am Ipad auch immer wieder mal vor Ort in der Firma irgendwelche Tests machen und das wird von der Firma “signiert” im Skill-Server hinterlegt. Wer also zu Hause viel schneller rechnet oder viel viel weniger Fehler bei der Englisch-Übersetzung von Finanzmeldungen macht, fällt durch starke Fluktuationen in der Punktwolke negativ als möglicher Helfers-Helfers-In-Hilfe-Nehmer auf und soll erst mal konstantere Leistungen in den Ipad-Skilltests abliefern lernen. Prüfungen von anderen schreiben lassen macht somit also keinen Nutzen weil jede Prüfung zur Überprüfung kostenlos vom Arbeitgeber am Ipad durchgeführt werden kann und die Gewerkschaft und Betriebsrat bei Einstellungen und Beförderungen hoffentlich darauf bestehen.

    Lernen wird wie Formel1: Jeder weiss wo er hin muss und jeder weiss wo er steht und wo die anderen (anonymisiert) stehen. Sowas wird durch Clouds, günstige Dienstleister und insbesondere immer billigere PADs und Smartphones problemlos realisierbarer. Es macht nur leider keiner. Viel zu viele glauben immer noch an Frontalismus wie im Schulbus oder Eisenbahn wo alle zusammen im Boot hängen. Wer gut genug ist, darf am Computer selber lernen (PKW fahren) und die anderen sollen halt frontalistisch lernen wenn sie wollen. Keiner wird zur neuen Ordnung gezwungen und es kostet keine Steuergelder weil die Freedoms sich selber kostenlos organisieren wo es nicht von der Diktatur und Establishment verhindert wird. Die gesparte Schulzeit wird in sinnvolle Gruppenarbeit o.ä. gesteckt und die Lehrer gucken in älteren Gruppen nur das kein Unfug stattfindet aber wenn man ständig Zwischenfragen beantworten muss kann man auch nicht schwänzen ohne das Automatisierte Emails bei den Eltern landen. Man kommt mit viel weniger Lehrern aus und hätte trotzdem deutlich besseres individualisiertes Lernen. Grundvorlesungen werden aufgezeichnet und für alle Studenten abrufbar gemacht. Öffentliche Rückfragen und evtl Diskussionstermine mit Zwischenfragen als Checktests ersetzen klassische Vorlesungstermine wo teilweise 30 Jahre alte Manuskripte heruntergelesen werden. Die Idee war mindestens 10 Jahre alt. Ich glaube MIT hat es letztes Jahr mit virtuellen Vorlesungen für einige hundert oder tausende Studenten bewiesen. Der Dozent baut grade wohl seine eigene virtuelle verteilte Uni auf weil er auch die Zukunft des Lernens gesehen hat. Wie ein Ameisenbau könnten die Grundvorlesungen sich dort stetig verbessern und (wie Wikipedia oder OpenStreetMap) zur dominanten Norm werden.
    Wenn man etwas wissen will muss bei Wikipedia nachschauen. Dasselbe ginge auch für Lernthemen. Nur das man erlaubt das es nicht nur eine Weg gibt, um Micro-Ökonomie oder Kopfrechen-Hilfen oder andere Lernhilfen beizubringen. Multi-Wahrheits-Wikis mit mehr als einer Wahrheit bzw. mehr als einem Weg gibt es halt noch nicht.

    Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe. (IT-Freelancer-Forums-Zitat) Man sollte also schauen nicht von Steuergeldern und Ministern und deren Abhängigkeiten abhängig zu sein. Das verstehen die Proponenten nicht oder es sind Firmen die gerne Geld mit Steuergeldern (statt am Markt mit Nachhilfe oder Berufsbildung oder Studententutoria) verdienen wollen. Wenn die Nachhilfe kostenlos am Ipad stattfindet und ständig die Eltern den Erfolg überprüfen können, werden die Eltern von sich aus fordern den Unterricht zu elektronifizieren.

    Schule könnte schon seit 1999 und rot-grün sehr viel besser und durchgängiger elektronifizierter sein und Arbeitgeber und Dax30-Firmen und neue Markt-Firmen hätten es finanziert und den Leuten geholfen, wie Ameisen das Wissen der Welt zusammenzutragen und es immer optimierter dort jedem Interessenten kostenlos in vielen/allen Sprachen zu verklickern. Allein nur um brauchbare Bewerber zu haben und von den gesparten Einstellungs-Tests die dann kostenlos am Ipad und per Internet in den ersten Stufen laufen. Ohne Steuergelder dafür auszugeben. Ohne um Erlaubnisse betteln zu müssen. Einfach so. Indem man (oft trivialste) Software abliefert, die einfach überlegen ist (ähnlich Wikipedia oder OpenStreetMap aber ohne die Nachteile) und Bildung beschleunigend boostet. Nicht nur Schule sondern auch Berufsbildung oder VHS-Themen oder Studium oder Freizeit oder Ratgeber-Themen. In allen Ländern wo man frei und ohne Abmahnungen oder ständige Klagen bis zum Verfassungsgericht oder Zillionenforderungen wegen Trivialpatenten programmieren darf…

    @Bertram: Es gibt genug Leute die Wissen teilen wollen oder (z.b. im Ausland) kostenlos weitergeben wollen/können/müssen. Professoren kriegen für Beiträge in Fachbüchern oft auch nur Ruhm und Ehre und 2-5 Belegexemplare. Jeder Lehrer der ein Diktat korrigieren muss wäre um eine Software zufrieden welche ihm das erspart. Und nichts ist einfacher als Diktate zu überprüfen weil man ja weiss welche Schreibweisen und Worte in welcher Reihenfolge kommen müssen. Man kann die Diktate (von Siri oder sonstwem) vorlesen lassen und automatisiert überprüfen. Die gesparte Zeit refinanziert andere einfache Dinge weil der Lehrer mehr werthaltigere Bildung vermitteln kann statt nur “doofe Diktate” überprüfen zu müssen was jeder Computer schneller kann.
    Man muss immer nur jemanden finden der es kostenlos (oder werbefinanziert) organisiert oder machen will oder dafür bezahlt (Handwerker, Kunden, DAX-Firmen,…) . Die Texte sind dann oft noch das harmloseste weil es nicht um Romane sondern Wissen geht und das sind oft nur RDF(?)izierbare Semantik-Ketten. Es geht viel mehr um die Lerneffekte und Überprüfungen also Quasi-Software. Jeder kann eine Excel-Tabelle ausfüllen und Teilen. Speziell bei Google. Dasselbe ginge aber auch für Lern-Inhalte. Wenn ich bei mündlichen Gesellen-Prüfungen mitschreiben (oder Siri macht das) könnte, hätte man einen gigantischen Fragenkatalog schnell beisammen. Wenn die Studenten ihre Lernzettel oder Karteikarten im Internet sharen, collecten und bevoten würden, wären viele Basisvorlesungen schnell auf 2-5 Seiten oder 100-200 Karteikarten umfassend erklärt. Und wer eine noch bessere Idee hat, die Preiselastizität oder das Kolgomoroff-Theorem zu erklären, kann das ja einbuchen und bewerten und optimieren lassen. Die Studenten (oder Schüler) gewinnen weil sie ja die vorhandenen Lernkarten downloaden können und jeder wie eine Ameise nur kleine Teile beitragen oder korrigieren oder verbessern muss wenn er kann und darf. So könnte man auch alle Klassen von Rheinland-Pfalz sukzessive alle Schulbücher deren Verlage das gerne möchten eintippen lassen (man sieht wie weit schon eingetippt wurde und ein zufälliger Schüler oder wer will (wie in der Warteschlange) muss dann den nächsten Absatz eintippen und kann dann wie beim Staffellauf an den nächsten weitergeben) ohne relevante Steuergelder und ohne das irgendwer sich ein Bein ausreissen muss. Dank mobilem Internet geht das auch im Schulbus. Früher haben Lehrer am Fotokopierer gestanden. Derselbe Zeitaufwand am Ipad schafft gigantisches wiederholt überall nutzbares Weltwissen. Z.b. für Prüfungsfragen. Wenn ich 200 Bewerbungen lesen soll oder am Computer ein paar Fragen designen kann (wie in Excel oder ein wenig einfacher) um z.B. bei anonymen Internet-Bewerbern Prozentrechnung zu testen mache ich doch das was mich am wenigsten kostet. Das Arbeitsamt (oder IHK oder Gewerkschaft oder eine Technik-Interessierte Dienstleistungs-Partei) stellen den Server kostenlos und das wird dann innerhalb 1-3 Jahren der defacto-Bewerbungs-Server weltweit weil man sich die schriftlichen Bewerbungen vom Hals schaffen und bei vielen Firmen anonym parallel präsentieren kann. Steuerlich absetzbar sind dann z.B. nur noch 10 Bewerbungs-Einladungen pro Stelle pro Jahr. Sowas ist dann werbefinanziert oder Crowd-Funded (jeder der der die Probezeit übersteht zahlt 5 Euro freiwillig o.ä.) problemlos schnell (weil trivial) realisierbar und man kann als einzelner Programmierer sehr gut davon leben. Ob man allerdings davon Trivialpatente, Abmahnungen und Klagen bis zum Verfassungsgericht bezahlen kann weiss ich nicht. Also gibt es das leider nicht. Und Personaler oder der Chef selber müssen weiter hunderte Bewerbungsmappen lesen und das Arbeitsamt die Bewerbungen bezahlen und Papier wächst ja auch auf Bäumen, also ist das vielleicht besser so fürs Volk (je nachdem welche Zielfunktionen man hat).
    Openstreetmap und Wikipedia und (ansatzweise) Bürgerdialog – und natürlich Github/Sourceforge u.ä. aber damit können die meisten nichts anfangen – zeigen ganz ansatzweise wie es laufen kann.

    Wenn keiner für die Wissenszusammentragung bezahlt braucht es auch keiner. Der BUND und Greenpeace sammeln dann CC-Fotos aller geschützten Tiere und jeder Schüler und Bürger lernt welche Tiere in der Umgebung geschützt sind. Die Handwerker sehen und Messen ob man Prozentrechnung oder Dreisatz oder was auch immer für bestimmte Berufe braucht und dementsprechend finanziert man das Wissen. Evtl. als Vorstufe die Nachhilfe bzw. Berufsbildung und danach Anpassung an die normale Schulen durch Lehrer die sich Zeit und Arbeit sparen wollen und dafür ein wenig Arbeit investieren. Schulbücher für geistig oder körperlich Behinderte gibt es auch eher wenig oder gar nicht weil der Markt zu klein ist. Weltweit zigtausende von Lehrern “bauen” diese Schulbücher täglich selber. Jede Schultafel ist ein Schulbuch mit nur einem Exemplar Auflage und kann mit einer Digikam weiterkopiert und weiterentwickelt werden. Damit ist die Bezahlung längst erledigt lieber @Bertram. Elektronische Tafeln hingegen erinnern an IT-Groß-Projekte oder das 720-Auflösung bei den GEZ-HD-Sendern obwohl 1080 heute normal und fair bezahlbar wären: Eine Entscheidung die man besser anders getroffen hätte.
    Zilliarden Bodenbakterien und Zillionen Würmer versorgen den Boden mit Nährstoffen und nicht eine Zentralmaschine in Zentral-Berlin wo man seinen Ackerboden einschicken und bearbeiten muss. In repressionsfreien Ländern könnte man das ratz-fatz selbstorganisiert selbstfinanziert aufsetzen und massivste Volksverbesserung erreichen. Ohne Minister. Ohne Steuergelder. Weil man frei ist und keinen Diktator als Mäzen braucht wie damals unterm Adel.
    Die Ideen sind also alle ganz nett, aber die Umsetzungen sind deutlich verbesserbar weil man den Gegner konvertieren will statt einfach daneben sein System kostenlos aufzubauen und die Leute steuerfrei zu überzeugen. z:b. über Nachhilfe oder Lernergänzungs-Materialien für Vorlesungen oder Prüfungen zur Altenpflegerin oder Kosmetikerin oder wie oben beschrieben über die geshareten Lern-Kartei-Karten die man in jedem Gerät (Kindle, Ipad, Smartphone, Blackberry, Symbian-Nokia, SmarTV, Laptop, Linux, MacOS, AppleTV, 40-Euro-India-Pad, 30-Euro-Rasberry-Pi,…). zum Lernen nutzen kann. Dafür brauche ich gar keine Steuern oder gar Finanzierung und eine Person kann es von zu Hause programmieren und betreiben. Weil die Community die Leistung liefert und z.B. Unfug negativ bewertet. Wenn das läuft werden freiwillige Lehrer überlaufen und sich anschliessen um Zeit und Arbeit zu sparen. Der Rest bleibt wo er ist. Bis er den Wind of Change mitbekommt und auch konvertiert. Fortentwicklungen kann man Crowd-Finanzieren oder aus den Werbeeinnahmen finanzieren.
    Und es geht nicht um die 100 Seiten von Schulbüchern sondern um alles was taugt, um das relevante Wissen in die Köpfe zu bringen. Virtuelle Schulbücher für alle Zielgeräte bis auch zur Linux-Armband-Uhr und digitalem Bilderrahmen vermeintlich “nur” aus Lern-Karteikarten die auf eine Kindle-Bildschirm-Seite passen und Überprüfungen und Testfragen und Übungen als weitere Seiten enthalten sind nichts böses sondern vielleicht viel besser wenn man die richtigen Ziele verfolgt.

    Bildung könnte besser sein | 22. April 2012 | 13:00
  16. Gedruckte Bücher sind eh bald überflüssig. Dann macht es mehr Sinn, wenn sich die Schüler ihren Lernstoff direkt aufs Pad laden.

    Ich erinnere mich an die versifften Bücher meiner Schulzeit, die schon von zig anderen benutzt und bekritzelt wurden und obendrein auch noch nach Fisch stanken.

    Reime Freund | 22. April 2012 | 15:03
  17. …, wenn meine Arbeitsmaterialien, die ich gegenwärtig als Freiberuflerin für Schulbücher im Geschichtsunterricht erarbeite, also demnächst nicht mehr honoriert werden (können) von den Schulbuchverlagen, dann kann ich meine Dienstleistungen besser gleich einstellen & mir eine produktivere Erwerbstätigkeit suchen, um meine Miete zu zahlen, die Kinder zu ernähren etc.!

    Magdalena | 23. April 2012 | 01:17
  18. Herrmann erläutert das alles aus Lehrersicht http://stubbesaerbeck.wordpress.com/2012/04/19/oer-professionalisieren/ es hat also wenig mit der Luxusausstattung von Schülern mit Tablets zu tun, sondern die schwierigkeiten fangen beim einfachen Kopieren von Unterrichtsmaterialien an. Unter CC-Lizenz gestellt würde man diese nicht doppelt und dreifach bezahlen (Schulbuchpreis + Kopierpauschale + VG-Wort-Abgabe auf Drucker + Abmahnungen bei versehentlichen UrhG-Verletzungen). Dass das ganze dann auf einem Tablet lesbar ist, ist ein nettes Extra. Allein schon die CC-Inhalte ausdrucken oder auch nur den Schülern am Beamer zeigen zu dürfen ist ein immenser Fortschritt.

    Anja | 23. April 2012 | 09:46