Pilgerstätte für Tech-Gläubige
Bis zum kommenden Dienstag wird der Hashtag #SXSW die Tech-Welt beherrschen. Rund 20.000 Tech-Begeisterte aus der ganzen Welt sind nach Austin (Texas) gekommen, um sich auf der Konferenz “South by Southwest” einen persönlichen Update in Sachen Internet-Trends und Technologie zu holen.
Unter den Begeisterten sind unzählige Investoren, Early Adopter und Journalisten zu finden, die nach dem nächsten großen Ding im Netz suchen – aber auch Start-up-Gründer, die versuchen, ihre Idee an die Nutzer zu bringen. Denn was in Liza Minellis berühmter Songzeile für New York galt, gilt in der Tech-Szene für die “South by Southwest” für: “If you make it there, you can make it anywhere.“
So hatte 2007 Twitter seinen Durchbruch auf der “South by Southwest”. 2009 begannen die Geo-Location-Dienste Foursquare und Gowalla ihren Kampf um die Aufmerksamkeit und im vergangenen Jahr feierte das intime Netzwerk Path seine Premiere, welches heute neben Pinterest zu den angesagten Apps im Netz zählt. Aber was kommt als nächstes? Das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
People Discovery: Ein Albtraum für Datenschützer
Die besten Chancen werden in diesem Jahr den Apps eingeräumt, die dem neuen Genre “People Discovery” angehören. Nach Plazes oder aka-aki ist es die zweite Welle der kleinen Taschenradargeräte. Das Prinzip ist simpel: Eine App verrät dir nicht nur, ob deine Freunde im Umkreis sind, sondern auch, welche fremden Personen in deinem Umkreis die gleichen Interessen mit dir teilen. Was technisch faszinierend klingt, dürfte für deutsche Datenschützer zum Albtraum werden.
Bevor die etwas von diesen Apps mitbekommen, müssen die erst von der Tech-Szene angenommen werden. Ganz hoch im Kurs steht die iPhone-App Highlight, die Mitmenschen in der Umgebung eben “highlightet”. Ein lustiger Weg, um mehr über die Leute in der Umgebung zu erfahren, heißt es in der Selbstbeschreibung. Der Nutzer verbindet sich beim ersten Mal mit seinem Facebook-Account und bekommt künftig angezeigt, wenn Facebook-Freunde im nächsten Umkreis sind. Dazu werden Leute mit ähnlichen Interessen vorgeschlagen. So haben sich im Selbsttest gleich zwei Start-up-Gründer bei mir gemeldet, ob ich nicht über sie berichten möchte.
Ähnliche Erfolgschancen werden der App Glancee eingeräumt. Der Unterschied: Glancee ist etwas hübscher, zeigt die Personen nicht auf einer Landkarte und ist zudem auch auf dem Android verfügbar. Schon im Vorfeld der “South by Southwest” haben Tech-Kommentatoren diese Apps besonders gelobt.
Überlebenshilfe für Start-ups
Die Variante aus Deutschland dürfte es schwerer haben, auch wenn “Gauss – Magnet für Menschen” extra zu dieser Konferenz gestartet ist und die Macher von diesem Kölner Start-up die Gelegenheit haben, sich auf einer der zahlreichen Start-up-Präsentationen zu zeigen. Sie sind aber nicht die einzigen Deutschen auf der SXSW.
Das Medienboard Berlin-Brandenburg schickt 17 Start-ups aus der Hauptstadt nach Texas, um Werbung für die eigenen Produkte aber auch für den Standort Berlin zu machen. Auch die Stadt Hamburg präsentiert sich und seine interaktiven Unternehmen im Umfeld der “South by Southwest”.
Wenn einzelne deutsche Regionen in Austin für sich und ihre Rahmenbedingungen werben, zeigt dies, welchen Stellenwert die Start-up-Szene mittlerweile hat. Unzählige Veranstaltungen richten sich auch speziell an Start-up-Angestellte und Gründer. Entsprechend liest sich das Programm: Wie führe ich den perfekten Betatest durch? Wie kriege ich genug Aufmerksamkeit für meine Plattform und wie bleibe ich cool, wenn auf einmal viele Millionen Euro in mein Unternehmen investiert werden? Für jeden ist etwas dabei.
Zu viel des Guten
Für einige ist inzwischen aber auch zu viel dabei. “Nach den Erfolgen wie Twitter oder Foursquare bei der ‘South by Southwest’ versuchen jedes Jahr Hunderte Apps hier durchzustarten”, sagt US-Techjournalist Leo Laporte im Gespräch mit ZDF Hyperland. “Das führt dazu, dass es eine so große Geräuschkulisse gibt, dass sich einzelne Apps inzwischen nicht mehr abheben können. Selbst die App Highlight wird es da schwer haben.” Laporte hat deswegen für sich die Konsequenz gezogen, die inzwischen auch andere angesehene Persönlichkeiten der Tech-Szene getroffen haben und fährt nicht mehr persönlich nach Austin. Er beobachtet das Treiben lieber aus sicherem Abstand. Dazu muss er in den kommenden Tagen lediglich die Buchstabenkombination SXSW in die Suchmaschine seiner sozialen Netzwerke eingeben.
Linktipp:
Regelmäßige Updates von der SXSW gibt es auch im privaten Blog des Autors.
3 Kommentare | 09. März 2012 | 14:22 Uhr |
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Getgauss.com
Danke für die Erwähnung! Ich bin der Mitgründer von Gauss – The People Magnet. Für Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung!
Hi Sandra! Es war der Hammer! SXSW hat sich wirklich gelohnt!
Wir haben einige Ergebnisse auf unserer Blog gepostet.