Kony 2012 oder die erste Online-Treibjagd auf einen Verbrecher

Kony 2012 wird in die Geschichte der erfolgreichsten Viralkampagnen und in die Lehrbücher für Propaganda eingehen, soviel steht fest. Die von der Non-Profit-Organisation Invisible Children initiierte Kampagne zur Jagd auf Joseph Kony, dem international gesuchten Massenmörder und Chef der Lord’s Resistance Army (LRA) in Uganda, ist perfekt, fast schon beängstigend perfekt. Denn sie zeigt, wie wirkungsvoll sich mit einem spärlichem Maß an Informationen über das Netz in kurzer Zeit Massen mobilisieren oder manipulieren lassen.

Vielleicht muss man den Bericht über Kony 2012 mit einem Tweet von Steffen Seibert beginnen:

„#Kony – DEU hat das Thema in den UN-Sicherheitsrat eingebracht. Wir unterstützen Afr. Union im Kampf gegen die Gruppe und ihre Verbrechen“

verbreitete der Regierungssprecher am Donnerstag gegen Mittag über Twitter. In einer Art sich selbst verstärkender Aufmerksamkeitswelle ist das Thema aus der Politik über den Verstärker Internet wieder in der Politik gelandet. Denn Joseph Kony ist in politischen Kreisen schon lange kein Unbekannter mehr. 2005 wurde ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof (ICC) gegen ihn erlassen. Seit über zwei Jahrzehnten führt Kony Krieg gegen die Regierung Ugandas. Er sieht sich als Befreier mit christlich-fundamentalistischer Ideologie. Er will in Uganda eine Regierung basierend auf den Zehn Geboten einführen. Er lässt morden und er soll bis zu 60.000 Kinder verschleppt und viele davon als Kindersoldaten eingesetzt haben.

Die perfekte Kampagne

An diesem Punkt setzt “Invisible Children” an. Unter der Überschrift Kony 2012 starten die Gründer der Organisation, Jason Russell und Laren Poole, ihre Kampagne, die das Beste aus den Disziplinen der Hollywood-Filmproduktion, angewandter Netzwerktheorie und Kommunikationswissenschaft zu einem Gesamtkunstwerk vereint.

Zentrales Element der Kampagne ist ein knapp halbstündiger Film, der seit seiner Veröffentlichung am Montag allein auf Youtube bald 40 Millionen Abrufe eingesammelt hat. Der Film macht alles richtig. Aufgebaut ist er nach einem nahezu klassischen Drehbuch in Hollywood-Manier. Fast schon holzhammermäßig beginnt er mit einer Geburt. Über den kleinen Sohn des Autors auf der einen und den als Kindersoldat missbrauchten Jacob auf der anderen Seite werden sehr schnell emotionale Bindungen zum Zuschauer geknüpft, die in starkes Mitgefühl münden, wenn das grausame Schicksal des Jungen aus Uganda klar wird.

Diese Gefühle richten sich dann gegen den Verursacher des Bösen, Joseph Kony. Sie steigern sich bis zum Ende und werden mit einer Handlungsaufforderung (Spenden oder das Video empfehlen) aufgefangen. Der Zuschauer bekommt also die Gelegenheit, seine über fast 30 Minuten aufgebauten Emotionen über eine Handlung abzuleiten.

Prominente Unterstützer

Und damit beginnen der netztheoretische und kommunikationstechnische Teil. Sehr sorgsam ist der Film eingebettet in eine Fülle von Maßnahmen, die einen Erfolg fast garantieren: “Invisible Children” hat es verstanden, dass für die optimale Verbreitung einer Botschaft im Netz wichtige Netzwerknoten besetzt werden müssen, von denen aus sie sich weiterverbreitet und aufschaukelt. Worüber diese Personen im Netz sprechen, verbreitet sich in kürzester Zeit.

Die Nutzer werden aufgefordert, 20 Prominente und zwölf Politiker (2012!) aus der ersten Liga zu kontaktieren, damit sie Ihren Namen geben, um die Aktion zu unterstützen: Von Angelina Jolie über Lady Gaga bis Mark Zuckerberg, von Bush über Clinton bis Romney ist für jeden Zuschauer eine Figur dabei, mit der er sympathisieren kann und die für ihn gleichzeitig eine Legitimationsbasis für das eigene Handeln anbietet.

Die Kontaktaufnahme geht ganz einfach über Twitter und die Botschaft ist schon vorbereitet, der berühmte eine Klick genügt zur Weiterverbreitung der Nachricht:

“Help us end #LRA violence. Visitkony2012.com to find out why and how. #AngelinaJolie join us for #KONY2012″

Und hier wird es manipulativ: Denn unklar ist, wer von den Promis sich schon zu Kony2012 bekannt hat und wer nicht. In einem Interviewschnipsel unklarer Herkunft, sieht es so aus, als gehöre George Clooney bereits zu den Unterstützern. Und sogar Barack Obama wird frech vereinnahmt: Die Entsendung von 100 Militärberatern nach Uganda wird als größter Erfolg der Kampagne dargestellt. Doch die Rechnung geht auf: Mittlerweile schalten sich viele Prominente tatsächlich aktiv mit ein.

Kamgagnentechnisch alles richtig gemacht

Auch die Kampagne ist genial konstruiert: Es gibt zunächst eine klare, abgestufte Handlungsanleitung bei geringer Einstiegshürde (Du willst nicht spenden? Ok! Weiterverbreiten kostet dich nichts!). Außerdem hat sie ein deutliches Ziel und mit dem 20. April ein festes Ende. Sie funktioniert wie eine Wahlkampagne und nutzt sogar die Wahlkampfzeit in den USA, in der die Politiker sich natürlich gerne moralisch zeigen.

Am 20. April soll die ganze Welt wissen, wer Joseph Kony ist. Kony 2012 schafft ein künstliches Wir-Gefühl: Es ist die erste organisierte Online-Treibjagd auf einen Menschenschlächter. Neben Steffen Seibert hoffen seit dem 5. März Millionen Menschen im Netz, dass er endlich zur Strecke gebracht wird (wieviele kannten ihn eigentlich vorher?). Daran gibt es doch nichts zu kritisieren?

Wirklich?

Nach der ersten Welle der Zustimmung finden sich auch mehr und mehr kritische Berichte über die Organisation, ihr Vorgehen und die Ziele der Kampagne.

Deren eigentlicher Kunstgriff ist es aber, die wirkliche Absicht zu verschleiern und an vielen Stellen den Nutzer/Zuschauer geschickt zu manipulieren. Der Protagonist Kony, der quasi das Böse an sich verkörpert und für den es keine Sympathien geben darf, wird als Medium für die Verbreitung der eigenen Sache genutzt, obwohl er gar nicht mehr “aktiv” ist. Er ist vielmehr untergetaucht könnte aber zurückkehren, wenn “wir” in unseren Bemühungen nachlassen.

Kony 2012 funktioniert wie eine kleine Gehirnwäsche, nach der man sich aber erfrischt fühlt! Die Macher bauen dabei auf eine weitere emotionale Übertragung: Wenn es an Kony keine Kritik geben darf, wird es sie dann an “Invisible Children” geben? Im Schatten des wahrhaft Bösen, strahlt das Gute umso heller.

Wenn man genau hinschaut, gibt der Film sogar selbst über seine eigentlichen Ziele Auskunft: Es sollen (monatliche) Spenden gesammelt werden und die Marke “Invisible Children” soll bekannt gemacht werden. Eingebettet ist auch das in eine Botschaft, die dem Empfänger ein gutes Gefühl geben soll: Auf DICH kommt es an! Kauf dir ein Action-Kit, kauf dir ein Armband, spende!

Verpackt wird am Ende alles in eine Utopie. Im Film heißt es: “Wir bestimmen die Nachrichten der Welt, indem wir die Propaganda, die wir jeden Tag den ganzen Tag lang sehen und die uns diktiert, wem und worauf wir unser Aufmerksamkeit richten sollen, neu definieren.” Auch das eine Illusion, denn in dieser Kampagne einigt sich die Community ja gerade nicht selbst auf ein Ziel, sondern wird von wenigen Personen für die eigenen Ziele eingespannt.

Den Initiatoren von Kony 2012 ist es aber tatsächlich gelungen, die Nachrichtenlage zu bestimmen (wenigstens zeitweilig, wie auch dieser Beitrag beweist). Russell und Poole wollen im Sinne einer kritischen Öffentlichkeit die Pyramide der Meinungshierachie auf den Kopf stellen. Und auch das hat funktioniert, wie die vielen Berichte zeigen, die sich mittlerweile auch kritisch mit der Kampagne auseinandersetzen. Wer also, bevor er auf Like oder Weiterleiten klickt, sich ein eigenen Bild machen möchte, hat dazu die Gelegenheit und das ist durchweg positiv.

Weitere Links:

# Stellungnahme Invisible Children an der Kritik aus dem Netz

# Guardian: Kony 2012: what’s the real story

# Foreigen Policy: Joseph Kony is not in Uganda (and other complicated things)

# Huffington Post: The Problem With Invisible Children’s “Kony 2012″

# Unpacking Kony 2012

Mitarbeit: George P. Schnyder

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich; der Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder)

Autor: Julius Endert

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Julius Endert ist freier Journalist und Autor und koordiniert das Hyperlandblog im Auftrag von heute.de. Er ist Inhaber der Journalisten-Agentur Netz-Lloyd GmbH und aktiver Gesellschafter der European Web Video Academy.
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33 Kommentare

  • Mirco Radtke
    09.03.2012, 00:36 Uhr.

    Fakt ist doch – und das ist meiner Meinung nach der Kernpunkt dieser Aktion – dass Kony nun in der (vernetzten) Welt ein großes Thema ist. Ohne diesen Film wäre dies wohl nie passiert. Er ist bewegend, aber nicht manipulierend. Wäre er nicht bewegend, und dazu gehören (leider auch) traurige Kinder, wäre er nicht so erfolgreich wie er jetzt ist. Urinstinkte des Menschen werden halt angesprochen. Ob man nun Geld an Invisible Children, eine andere Hilfsorganisation oder gar nicht spendet, mag man selbst entscheiden.

    • flo
      09.03.2012, 02:44 Uhr.

      genau so ist es. kritische stimmen mal hin oder her, diese kampagne hat sehr viel mehr erreicht als die gesteckten ziele. deutsche nörgelnation, die alles kritisiert mir egal. kony wird weltweit diskutiert. und das wird nicht die letzte kampagne in solcher form gewesen sein. ob das jetzt kony ist oder die treibjagt auf etwas anderes abziehlt. das internet ist mächtig, zu mächtig, deswegen wollen unsere herrscher auch ACTA und sonstige zensurgesetze einführen, um es zu zügeln, falls nötig. KONY ist ein paradebeispiel für demokratische diskussion und konsens jenseits aller regeln die wir bislang kannten. und das ist verdammt gut so.

    • Milena Schmiegel
      09.03.2012, 13:19 Uhr.

      Bitte kläre mich auf, was ist an traurigen Kindern NICHT manitpulativ? Oder an dem süßen kleinen Kind dessen Geburt wir miterleben konnten? Ich glaube man kann sich über viele Dinge bei diesem Filmchen streiten, aber nicht darüber, ob er manipulativ ist oder nicht!

      • Denise
        09.03.2012, 14:25 Uhr.

        Ja , aber die Frage ist doch wofür wird “manipuliert” bzw. wenn jetzt darauf aufmerksam gemacht wird ,dass man darauf Acht geben sollte sich nicht einwickeln zulassen ist das ja gut.
        Nur ich möchte bei der Gelgenheit Flo und Mirco Recht geben ,dass es gut ist eine Plattform wir das INternet zu derartigen Zwecken zu nutzen ,denn auch wenn die Organisation (Was nicht meine Meinung ist) Schindluder damit treiben sollte dient das ganze ,doch einem guten Zweck und zwar ,dass viele Menschen auf Joseph Kony aufmerksam werden und auch derartige Dinge in Afrika die auch ohne diesen Mann dort auf der Tagesordnung stehen.

        • Judy O.
          09.03.2012, 15:32 Uhr.

          Also ist Manipulation ok, solange es einem “guten Zweck” dient?

      • Lisa
        09.03.2012, 17:35 Uhr.

        Naja…aber dreh doch mal einen Film über Kindersoladaten in Uganda, der nicht “manipulativ” ist…!Also ohne weinende Kinder und verletzte Menschen. Viel Erfolg bei der neutralen Darstellung beider Seiten.

    • Lucas Michel
      11.03.2012, 02:08 Uhr.

      Der Film ist nicht manipulativ? Wie auch immer Sie darauf kommen, sei es ihr Alter, mangelnde Bildung oder Wahrnehmung, Kony 2012 ist ein absolutes Propaganda-Machwerk. Emotionalisierung ist übrigens das Hauptinstrument zur Manipulation des Menschen.

  • Rüdiger von Gizycki
    09.03.2012, 07:40 Uhr.

    Ja, die Aktion ist gut und die Chance, diesen Mann zu fangen ist größer. Aber: wer irgendwo im Busch hat Internetanschluss? Wer hat die größte Chance und kann diesen Mann mit weitgehend kalkulierbarem Risiko festnehmen? Das kann auch zum Tod des Mannes führen, durch Mord. Ist das richtig? Trotzdem sollte die Weeltgemeinschaft dieses Mannes habhaft werden – unbedingt und das gilt auch viele viele andere! Da laufen auf der Welt genug davon herum.
    Man muss nicht als Deutscher immer nörgelig sein. Die andere Seite, die sich mich mir dabei offenbart ist jedoch die Vorstellung, wie leicht sich Massen über die Emotionen bewegen lassen. Durch eine Falschmeldung kann das verheerend sein. Kann die dann auch so wieder zurückgenommen werden, ohne Schaden angerichtet zu haben? Ich will jetzt glauben, dass es in der weltweiten Internetgemeinschaft KEINE Menschen gibt, die mit niederen Motiven solche Möglichkeiten zu ihrem eigenen Vorteil oder eben aus Rache ausnutzen.

    • sysout
      09.03.2012, 07:49 Uhr.

      Da sind sie mir wohl zuvorgekommen. Genau meine Meinung.

  • sysout
    09.03.2012, 07:47 Uhr.

    “das internet ist mächtig[...]. KONY ist ein paradebeispiel für demokratische diskussion und konsens jenseits aller regeln die wir bislang kannten. und das ist verdammt gut so.”

    Wenn es dann zu einer Diskussion führt, oder wenigstens dazu, dass sich die Menschen ihre eigenen Gedanken machen, dann ist das durchaus eine gute Sache. Meiner Erfahrung nach ist das allerdings bei weitem nicht immer der Fall. Viele Menschen wollen sich nicht kritisch mit Themen auseinandersetzen, zumindest nicht wenn das eigene Rechercheanstrengungen bedeutet. Es ist bequemer sich mit vorgekauten und reißerisch aufbereiteten Meldungen berieseln zu lassen. In den Nachrichten sind diese, zumindest in Europa, im Normalfall geprüft und halten sich im Wesentlichen an moralische und gesetzliche Standards.

    “[...]. und das ist verdammt gut so.”

    Im Internet hingegen ist vieles ungefiltert (und das heiße ich gut). Allerdings besteht dadurch auch immer die Gefahr, dass falsche moralische Werte vermittelt werden. Und je professioneller diese Meldungen aufbereitet sind, desto mehr Nährboden finden sie.

    Nicht, dass mich jemand falsch versteht, dies ist keine Kritik an KONY 2012. Allerdings muss man sich immer dessen bewusst sein, dass es sehr viele Menschen auf der Welt gibt, die alles was sie sehen/lesen für bare Münze nehmen.

    Achja, guter Beitrag Herr Endert. Und danke für die Links.

  • Michifant
    09.03.2012, 09:01 Uhr.

    Zunächst muss ich sagen, ich bin ein Unterstützer dieser Aktion.
    Ich verstehe auch das jetzt so viel Kritik laut wird, da man sich fragt “wohin fliest das Geld?” “Was wollen die erreichen?” “Ist es vllt nur Werbung für ihre eigene Organisation?”
    Klar wird auf die emotionale Schiene angesprochen in dem Video… wie oft sehe ich (seit vielen Monaten) Völkermörder im Fernsehn? Ich lese jeden Tag von Massenmorden in Syrien. (Ein Thema das sie auch jemand schnell annehmen sollte) Jedoch sind diese Beiträge meistens nach dem Prinzip “wieder 100 Tote Zivilisten in Syrien und nun zum Wetter”… wie es in einem Film über Völkermord (Hotel Ruanda) gesagt wurde “Die Menschen sehen diesen Beitrag beim Abendessen und denken sich nur -Oh Gott, wie schrecklich- und essen gemütlich weiter”. Die Zeit des “auf etwas aufmerksam machen, dann wirds gelöst” ist schon lange vorbei… Wenn man heutzutage nicht jemanden mit dem sprichwörtlichen Vorschlaghammer oder dauerbeschuss von Nachrichten konfrontiert, vergisst man das ganze innerhalb von wenigen Stunden.
    Klar ist Joseph Kony nicht der einzige und vermutlich auch nicht der schlimmste… Aber irgendwo muss man anfangen.
    Das große Problem an der Sache war und ist ganz einfach “was kümmert die westliche Welt, die Probleme der Afrikaner(oder Asiaten, wo dieses Thema genauso groß ist)?” Solange wir hier unseren Fernseher, Computer, unsere Genussmittel oder anderen kram haben, wird sich kaum jemand drum scheren was in Afrika oder sonst wo auf der Welt passiert. Wenn wir es tun würden, wüssten wir von Kony schon länger, immerhin tut er das schon seit über 20 Jahren.
    Ich glaube, bzw. hoffe dass das erst der Anfang des ganzen ist. Ich hoffe, dass nach Kony einfach andere Völkermörder gefasst werden.

    Zu dem Thema “wohin die Gelder fliesen”:
    Man kann nicht erwarten, das jeder Cent der gespendet wird, direkt nach Uganda fliest. Das ist utopisch… KEINE Hilfsorganisation dieser Welt kann so arbeiten. Denn die Leute, die es puplizieren und unterstützen, wollen auch essen, sie wollen auch irgendwo leben, Kampagnen müssen gestartet werden etc. etc. Klar, berechtigte Kritik muss man dann äußern, wenn man sehen würde, dass die Macher plötzlich in dicken Villen leben, teuere Autos fahren etc. jedoch habe ich davon hier noch nichts gesehen.

    Zum anderen, dieses Video zeigt uns “westlichen” auch noch etwas ganz anderes. Und zwar wieviel “Macht” das Internet hat. Ein Medium das wir als selbstverständlich ansehen und teilwesie als ungefährlich. Es geht hiervon eine Gefahr aus und ein Segen zu gleich. Man kann schnell viele Menschen über grausame/schöne Dinge informieren, man kann aber ebenso schnell Menschen zu Fall bringen. Aber mann kann vorallem eines nicht tun… es stoppen. Mögen alle Gesetze dieser Welt in Kraft treten (ACTA oder was auch immer) – es wird immer ein Land geben, dass die Gesetze nicht unterzeichnet – es wird immer Leute geben, die sich dagegen wehren – es ist einfach nicht mehr veränderbar.

  • Jörg Ipsen
    09.03.2012, 09:16 Uhr.

    Die Aktion zeigt ganz eindeutig eine Verschiebung der Manchtverhältnisse in der Welt.
    Es gibt meiner Ansicht nach nichts zu kritisieren an der Methode wie der Film aufgebaut ist und wie er die Menschen erreichen will, denn er rückt einen Brennpunkt ins Licht, den nicht nur niemend gesehen hat, sondern viel schlimmer, der eigentlich niemanden interessiert hat!
    Menschen in solchen Massen zu manipulieren und zu mobilisieren ist immer unheimlich und kann zum Guten wie zum Bösen eingesetzt werden. Jeder die diese oder eine andere Aktion unterstützt sollte also wachsam sein!
    Die Aktion Kony 2012 zeigt aber auch sehr deutlich was für wirkliche Macht die Menschen haben.
    Meiner Ansicht nach steht der Bericht in einer Linie mit Mahatma Gabndhi, den antikommunistischen Revolutionen in Osteuropa, von Polen bis zur DDR und dem Fall der Mauer, sowie den noch immer anhaltenden Revolutionen in der arabischen Welt!
    Natürlich haben Mächtige und Medienmacher Angst vor solchen Massenbewegungen, denn eine untereinander informierte Öffentlichkeit ist nichtmehr so leicht zu täuschen und setzt Regierungen und Mächtige wieder auf genau den Platz, der ihnen zusteht, nämlich den der Diener für das Volk! Um ein Schlagwort aus den USA zu benutzen, Regierungen sind gewählt durch das Volk, für das Volk und sie sollte ihre Macht für den Willen des Volkes einsetzten! Wir sind das Volk und zwar das Volk der Welt!
    Also rettet die Kinder! Nicht nur in Afrika, sondern überall in der Welt, denn es sind nicht irgendwelche Kinder, sondern unsere Kinder!
    Kony 2012 ist hoffentlich nur ein Anfang!!!

  • Michifant
    09.03.2012, 10:46 Uhr.

    Ich finde eigentlich, das jegliche Kritik von Massenmedien, Zeitschriften, Fernsehsendern etc. unter aller Kanone…
    Ich finde nicht das auf die Titelseite gehört “DSDS” “GNTM” oder so etwas in dieser Richtung. Machen die das etwa weil in der Welt nichts interessantes vor sich geht? Oder aus reiner Profitgier?
    Klar kann man Zeitungen nicht ausschließlich mit dem Leid der Welt füttern, dass würde uns auf dauer psychisch entweder zerstören oder abstumpfen. Aber Schund vor echten Nachrichten zu stellen geht nicht. Und sich dann beschweren wenn es jemand anderes tut?

    Zu meinem Bedauern muss ich außerdem feststellen, dass es gestern genau eine Sendung interessiert hat, die ich gesehen habe. Es lief ein 100Sekunden Beitrag in Galileo… (was nicht gerade für seine professionalität steht). Keine Tageszeitung hat das Thema aufgegriffen, keine Nachrichten im Fernsehn… Wie kommts? Gewolltes verschweigen? Die Medien nehmen nicht mal vernünftig Stellung dazu, kein dafür, kein dagegen. Weshalb?

  • Kony2012 und ich
    09.03.2012, 12:25 Uhr.

    [...] Mehr zu Kony2012 im “Hyperland”-Blog [...]

  • Alex
    09.03.2012, 12:34 Uhr.

    Sehr interessanter Artikel!
    Wie wahrscheinlich die meisten anderen Leute auch bin ich durch die zahlreichen KONY 2012 -Video-Posts meiner Freunde auf Facebook auf dieses Thema aufmerksam geworden – das war gestern morgen. Einige Anhaltspunkte in dem Video – auch das hier beschriebene Action-Kit – haben mich dann aber doch stutzig gemacht und mich davon abgehalten diese Video – das ja in der Tat Emotionen beim Betrachter hervorruft – ohne Hintergrundinformationen dazu zu teilen. Dabei bin ich dann auf einen Blogaritkel der Zeit gestoßen – der als einer der wenigen, deutschsprachigen (kritischen) Blogartikel zu diesem Zeitpunkt zu lesen war und wurde in meinen Befürchtungen bestätigt. Da das Anliegen des Videos – Kony bekannt zu machen – mir aber trotzdem am Herzen lag, habe ich eben diesen Artikel geteilt, der auch die kritischen Aspekte beleuchtet. Ich denke durch die rationale Auseinandersetzung mit dem Thema Kony über die Grenzen der Emotionen hinaus und eine Diskussion über die Organisation dürfte dem Ziel der Kampagne kein großer Schaden hinzugefügt werden – im Gegenteil.

  • Hanna Dittmer
    09.03.2012, 13:00 Uhr.

    Gut ist: Diese Kampagne kann und wird den Weg für weitere Aktionen dieser Art und die Verbreitung von unangenehmen Themen und anderweitig verschwiegenen Angelegenheiten im Netz ebnen. Die Leute merken jetzt: Es ist möglich etwas zu bewegen, auch im Kleinen!

    Gut ist: Tatsächlich setzen sich mehr Leute im Netz kritisch mit dem Thema auseinander, als ich gedacht hätte und das auch über das Internet hinaus. In meinem Bekanntenkreis wird seit dem Erscheinen des Videos mindestens 1x am Tag über Pros und Contras diskutiert!

    Zu bedenken ist: Mit der Aktion wird das Militär in Uganda aktiv unterstützt und auch hier ist das Einstiegsalter von Soldaten nur 13 Jahre! Kann das das Ziel sein?

    Zu bedenken ist: Welche Regierung greift völlig uneigennützig unter dem Druck der Öffentlichkeit in die delikaten Angelegenheiten eines anderen Landes ein – wenn sie nicht selbst etwas für sich rausholen will…?

    Meine Gedanken zu dem Thema.

  • Alissa
    09.03.2012, 13:20 Uhr.

    War ja wieder klar dass ihr lieben Menschen vom ZDF eine merkwürdige Verschwörungstheorie daraus machen müsst (wäre ja meiner Meinung nach eher ein Fall für Galileo Mistery)

    Die Tatsache dass ein Video es schafft junge Menschen dazu zu bewegen über den eigenen Tellerrand zu gucken und sich für etwas einzusetzen was wirklich wichtig ist und vielleicht nur ganz vielleicht etwas ändert, wird hier offensichtlich ignoriert!!

    Und wenn durch diese “Gehirnwäsche”, wie ihr sie ja bezeichnet, tatsächlich Joseph Kony gefasst und vor Gericht gebracht werden kann,sodass Kinder in Afrika nicht mehr angst davor haben müssen Nachts entführt zu werden etc., war es das auf jeden Fall Wert!!!

    Ich persönlich habe schon wesentlich schlechter Zeit und Geld investiert (wie zum Beispiel für die GEZ!!!!ja das ist eindeutig ein Wink in eure Richtung).

    Mit freunlichen Grüßen

    Jemand der auch von der bitterbösen Gehirnwäsche manipuliert wurde, weil sie ja eindeutig zu doof zum Denken ist und das ZDF braucht um ihr zu erklären dass das ja alles zu perfekt ist.

    Ja ne ist klar?! Mit dem zweiten sieht man dann wohl besser was?

    • Joseph Kony
      10.03.2012, 04:53 Uhr.

      Super Beitrag. Von GEZ Gebühren werden sowieso nur nutzlose Fernsehformate wie Weltspiegel und Auslandsjournal finanziert.
      Wer braucht schon objektive Berichterstattung? Ist doch wirklich rausgeschmissenes Geld.

  • Hans
    09.03.2012, 15:00 Uhr.

    Hey Propaganda-Fanboys:
    Wir sprechen uns wieder, wenn die Kriegstreiber mit ihrer geschickten Manipulation und dank Eurer naiven Unterstützung durchgekommen sind, ein paar 10.000 Menschen in Uganda nicht mehr am Leben sind, sich im Land nichts verbessert hat, ausser, dass die USA die neu entdeckten Ölvorkommen ausbeuten.
    http://kurier.at/nachrichten/4487876-kony-nicht-auf-ngo-ebene-loesen.php

    P.S. Bei der Produktionsweise des Films bekomme ich schon das Kotzen. “Wichtige” Sätze werden z.B. mit Delay und Hall wiederholt. Das kenne ich von zwei Fernsehsendungen: DSDS und Frauentausch.

  • Felix D
    09.03.2012, 15:22 Uhr.

    “Die Tatsache dass ein Video es schafft junge Menschen dazu zu bewegen über den eigenen Tellerrand zu gucken und sich für etwas einzusetzen was wirklich wichtig ist und vielleicht nur ganz vielleicht etwas ändert, wird hier offensichtlich ignoriert!!”

    Das Video schafft es keinesfalls junge Menschen über den Tellerrand blicken zu lassen es schafft es lediglich sie etwas im Video gepredigtes weiterzuverbreiten. Kritisch darüber nachdenken? Fehlanzeige. Selber googlen, recherchieren? Fehlanzeige. Stattdessen wird von allen eine Meinung übernommen der es jeglicher Quellen und Nachweise mangelt.
    Wenn die im Video gefilmten Menschen in Wahrheit von der Regierung festgehalten werden würden und Kony ein Freiheitskämpfer wäre hätten sicherlich 90% das Video trotzdem weiterverbreitet und warum? Weil sie sich nicht informiert haben bevor sie eine klare politische Meinung vertreten. Mit der Botschaft “Teile es und helfe Kony zu stürzen” wird den Zuschauern das Gefühl gegeben etwas für Gerechtigkeit tuen zu können, also schnell teilen klicken und eine gute Tat vollbringen, jetzt aber wieder schnell weiter den Facebook stream rauf und runterscrollen und Bilder von der Party gestern Abend reinziehen. Dass das Video langfristiges Engagement und Interesse bei jungen Leuten hervorrufen wird ist eine Illusion. Und genau das ist das Problem im Internet. Menschen gehen zu leichtfertig mit ihrer Stimme im Netz um, bei Einzelpersonen mag das kein Problem sein, aber wenn es alle tuen … Das Kernthema von Kony ist für mich nicht Gerechtigkeit in Afrika, das Kernthema lautet Medienkompetenz

  • Michifant
    09.03.2012, 15:24 Uhr.

    Ich verstehe die Bedenken, die man hat, wenn man sagt “Militär unterstützen”. Jedoch muss man auch bedenken:
    Kein anderes Land wird dort einmarschieren und Kony fassen. Blöd gesagt, muss man den Amerikanern dankbar sein das sie sich aktiv einmischen.
    Klar klingt es schrecklich wenn man sagt, um Kony zu fassen, muss man seine (Kinder-)Soldaten töten, aber diese Soldaten zögern auch nicht, die ugandische Armee und Zivilbevölkerung abzuschlachten. Man wird Kony nicht dazu bewegen können sich zu ergeben, er weiß vermutlich sehr gut, dass er (sollte er die Verhaftung überleben) für immer in einem Gefängnis sitzen oder gar hingerichtet wird.
    Natürlich ist es Unfug dort einfach nur Waffen hin zu schiffen, das hilft im Endeffekt niemanden, dann man wird einen Warlord durch den anderen ersetzen. Es muss kontrolliert und überwacht werden. Was die USA (und vermutlich bald auch andere Staaten) ja wohl hoffentlich tun.

    Die Bedenken zum nutzen der USA (oder anderen Ländern) in der Sache liegt, leider, auf der Hand… günstige Rohstoffe. Aber, durch internationale Gesetze (die langsam aufkommen) können die dort auch von Leben, von dem was sie uns verkaufen. Die Ausbeuterzeiten sind, gott sei dank, langsam vorbei… wenn auch nur sehr langsam.
    Uganda wird den USA nachdem Kony gefasst ist, nicht all zu viele Handel abschlagen… weshalb auch? “Ein Freund der uns in der Not geholfen hat” Was im Endeffekt dann bei den Großkonzernen läuft ist ne andere Geschichte.

    Aber alles hat seine Schattenseiten und ich denke es ist besser, wenn dieses Projekt erfolgreich zu ende geführt wird, als das ein Warlord nach dem anderen dort sein unwesen treibt.

  • Michifant
    09.03.2012, 15:28 Uhr.

    @Felix

    Im Groben gebe ich dir Recht. Mich hat es allerdings zum nachdenken angeregt. Ich wusste vorher schon das es so etwas gibt und das so etwas geschieht. Von Kony selbst hatte ich noch nicht gehört. Aber mich hat es dazu bewegt zu sagen “hey vllt kann ich wenigstens eine Kleinigkeit tun um zu helfen”

  • Peter Pan
    09.03.2012, 15:31 Uhr.

    Es geht hier offensichtlich mehr darum, Geld einzusammeln, als Herrn Kony berühmt zu machen und dadurch seine Festnahme wahrscheinlicher werden zu lassen. Überall nur Links zum Shop und zum 30$-Action-Kit.
    Wo sind die Poster in hoher Auflösung zum Selbstausdrucken?

  • Lilly
    09.03.2012, 18:19 Uhr.

    http://amandasfocus.blogspot.com/2012/03/kony-2012-ablasshandel.html
    Da ist ein ganz interessanter Artikel zum Thema

  • johanna
    09.03.2012, 21:43 Uhr.

    Ja! Es ist wichtig den Kindern der Welt zu helfen. und Ja wir müssen etwas tun! Aber…. Kony befindet sich nicht mehr in Uganda und wo steht geschrieben was mit dem Geld passiert? Im video befinden sich nur einige vage Andeutungen..
    Im guardian.co.uk ist ein sehr interessanter Artikel über die Konten von invisible children zu lesen.. der großteil des Geldes wird noch in den USA ausgegeben. Nicht sehr transparent das Ganze.
    Ich war selber im Noveber in Uganda und ich bin auch der Meinung, sie brauchen dringend Unterstützung aber die schicke ich lieber ans Rote kreuz oder an die hiesigen SOS Kinderdörfer und nicht an eine Organisation, die vorschlägt Museveni, den Diktator, dessen Truppen regelmäßig zur Einschüchterung der Bevölkerung Leute abschießen, zu unterstützen(wenn auch nicht mit Geld sondern nur mit amerikanischen Soldaten)…

  • Markus
    09.03.2012, 21:55 Uhr.

    Was hier in meinen Augen gemacht wird, ist eine Lifestyle Marke aufzubauen, auf Kosten von Missverhältnissen anderer Länder. “Ich will zeigen, dass ich mich für das Geschehen in dieser Welt interessiere, deswegen kaufe ich mir ein stylisches Kony 2012 Shirt in Verbindung mit einem Armband”.

    Ich wage zu bezweifeln, dass sich mehr als 1% der Kony2012 Shirt Träger politisch mit solchen Themen auseinandersetzt. Ebenso geht es bei den Missständen in diesen Ländern nicht um spenden und Schulen aufbauen. Hat das bis jetzt funktioniert? Nein. Solange der Kapitalismus regiert, wird das auch nicht funktionieren. Mein Vorschlag: 50% der Menscheit aus den westlichen Ländern in 3 Welt Länder übersiedeln und vice versa, und zwar für immer. Nach ca. 50-100 Jahren sollte dann wahrscheinlich ein Gleichgewicht auf der ganzen Welt herschen.

    • Mathew
      09.03.2012, 22:31 Uhr.

      Dann fangen Sie an und lassen Sich als Erste umsiedeln. Ich würde auch direkt meinen Nachbarn mitschicken und einen Nigerianer dort einziehen lassen… Ich möchte nicht anmassend erscheinen aber solche Vorschläge sind geprägt von Ignoranz und Dummheit. Es tut mir leid!

  • Vanessa
    10.03.2012, 16:22 Uhr.

    Ich stimme vielen kritischen meinungen zu.
    Jedoch ist es genauso ignorant zu verallgemeinern, dass die Jugend einfach der Masse folgt und nicht selbst nachdenkt.
    Klar es gibt sehr viele die das video blind teilen und danach wieder dutzende videos von rihanna, justin und co. posten.
    Jedoch sehe ich, auch in meinem Umfeld die positive auswirkung dieser aktion. Es wird viel diskutiert, auch ich selbst habe beschlossen das projekt zu unterstützen, jedoch befasse ich mich auch ausgiebig mit den schattenseiten des ganzen.
    Ich stimme vollkommen zu, dass das projekt nicht nur das ziel verfolgt, ungerechtigkeiten auf der welt zu schaffen. Es zeigt auch deutlich, wie blind menschen sein können und dass viele ohne interesse und einfach naiv das video teilen, es zeigt die enorme und auch beängstigende macht des internets und die macht, die eine masse und immer weiter auftürmende welle der macht haben kann!
    Positiv sehe ich es trotzdem, denn es lässt mich und viele meiner freunde nachdenken! Nicht nur für einen kurzen augenblick und blind mit dem strom schwimmend.
    Nein, auch hinterfragend, kritisch und mit vorsicht. Genau der punkt ist doch schonmal ein positiver erfolg.

    Mit dem stoppen konnys ist zwar ein böser mensch weniger unter uns, was gut so ist. Nur darf es hier nicht zuende sein! Das problem ist, dass viele menschen denken, ich poste das video, dann hab ich etwas gutes getan, das reicht. Oder denken, ich unterstütze das projekt um kony zu stoppen, ist dieses problem gelöst, reicht das!
    Aber genau hier müssen wir ansetzen, ich finde, anstatt immer weiter zu diskutieren ob die aktion gut oder schlecht ist sollten wir darüber hinaus handeln, jetzt, da man viele hörer und interessenten für das thema hat, muss man aufzeigen, dass das stoppen konys nicht alles ist! Man muss den menschen in afrika darüber hinaus helfen! Aber passiv!!!
    Man muss ihnen soweit helfen, damit man ihnen einen anstoß gibt, SELBST etwas zu verbessern. Sie dürfen nicht als hilfloses volk dargestellt werden. Uns nicht selbst oder die usa als die retter afrikas darstellen, sie selbst sind es die das bewegen können! Nur muss man das bewusstsein schaffen, dass wir passiv unterstützend zur seite stehen müssen! Nicht nur jetzt, da das thema aktuelle ist sondern langfristig, ohne eigenen nutzen daraus zu ziehen.

    Wenn man darauf aufbaut denke ich kann man langfristig in die richtige richtung gehen, wenn auch nicht alle, sich darüber gedanken machen und der masse folgen, hat das video doch für manche einen denkanstoß bewirkt, nicht nur kurzfristig, sondern darüber hinaus, auch wenn die posting-flut vorbei ist. Das finde ist schonmal etwas positives und deswegen sollte man die aktion trotz allem negativen und kritischem positiv sehen, indem man das positive für sich selbst herauspickt. Ob das nun ist, zu spenden, zu helfen, nur zu posten oder eben sich wirklich gedanken zu machen und auch wenn man das ganze negativ sieht, hat das doch einen positiven effekt, denn so weiß man, wie man es anders machen soll, was noch kritikpunkte sind, um darauf aufzubauen und gefahren zu sehen.
    Ich finde in den medien sollte vielmehr die diskussion aufkommen, wie man den menschen nun wiiirklich helfen kann, und inwiefern wir unsere hilfe optimieren können um politische stabilität in solche länder zu bringen. Komy 2012 sollte als anstoß dazu dienen, sich politisch gedanken zu machen, nicht um verschwörunstheorien zu diskutieren und den blick nur auf die medienwirksamkeit und internetmacht zu richten, sondern das bewusstsein für eine wirkliche verbesserung, mehr gerechtigkeit und politische stabilität in solchen ländern und allen teilen der welt in denen menschen unterdrückt werden zu schaffen.

  • Sandra
    11.03.2012, 00:16 Uhr.

    Ich wurde – natürlich – durch Facebook auf das Video aufmerksam. Ich habe es mir nicht angeschaut und werde es momentan auch nicht tun. Es hat vorerst erreicht, was es erreichen sollte, ich habe mich weiter informiert.
    Bei all jenen, die das Video geteilt haben, frage ich mich nur, wer steht wirklich auf und tut etwas? Vor Ort. Ein Link ist schnell geteilt und genauso schnell vergessen.

    Wir können alle etwas tun! Hat eine Facebookfreundin über dem Link gepostet und ich habe mich unwillkürlich gefragt: Was? Was hast du denn getan, ausser Copy/Paste?!

    Im Moment bin ich noch unsicher, was ich von der ganzen Sache halten soll. Eins weiss ich allerdings: wenn ich einen solchen Link teile, dann sollte ich auch bereit sein noch mehr zu tun.

    Es gibt immer wieder Videos/Nachrichten aus allen Bereichen, die sich tage- oder monatelang im Netz halten. Hoch frequentiert, hoch diskutiert. Dann kommt etwas Neues und die paar wenigen, die wirklich aktiv wurden, die mehr bewegen wollten, stehen wieder alleine da, während die breite Masse fleissig neue Links postet und sich dabei fühlt als habe sie die Welt gerettet!

  • “Kony2012 – verarscht ihr mich?”
    12.03.2012, 13:57 Uhr.

    [...] Zur Erinnerung: Kony2012 ist ein Video im Rahmen der gleichlautenden Kampagne, mit dem Ziel, den ugandischen Rebellenführer Joseph Kony aus dem Verkehr zu ziehen und vor Gericht zu stellen. Das Video erreichte vom 5. März bis heute mehr als 73 Millionen Abrufe (Hyperland berichtete). [...]

  • Kritisch2012
    12.03.2012, 18:01 Uhr.

    Meiner meinung nach dient der film nicht dazu die regierungen in der wir leben dazu zu bringen was gegen kony zu unternehmen. Vielmehr zielt der film drauf ab eine legitimation und befürwortung in der welt für den einmarsch von ustruppen in uganda zu finden. Immerhin verfuegt uganda ueber coltan und erdoel. Noch dazu stehen die chinesen schon mit einem bein auf dem afrikanischen kontinent. Wie immer geht es hier nur um die sicherung von rohstoffen.

    Das ganze kommt einfach nur inszeniert rueber…wer den film ‘wag the the dog’ kennt, weiss was ich meine!

  • Emil
    20.03.2012, 16:31 Uhr.

    Ich finde die Kritik völlig gerechtfertig. Nicht nur ist die Finanzierungsfrage äußert komisch. Auch spielt die Rolle der Darstellung der Opfer eine Frage. In dem Video werden Afrikaner nur als Opfer dargestellt, denen ausgerechnet das US Militär hilfe leisten muss. Sonst kommt der Dschungelschlächter! Hier wird ein derartiges Schwarz-Weiß denken betrieben, dass an man nicht von ungefähr an gewisse koloniale Zivilisationsattitüden denkt.
    Besser machen es andere Hilfskampagnen wie childsoldiers.net. Mittlerweile finden sich sogar in lokalen Zeitungen Artikel über dere Hilfe: http://www.nord-berliner.de/10580-fuer-kindersoldaten-gehoert-das-toeten-zum-alltag.html. Das ist mir doch um einiges sympathischer.

  • Das Web als soziale Maschine
    23.03.2012, 10:04 Uhr.

    [...] des Netzes und dem Verhalten der Menschen darin. Um zu begreifen, warum zum Beispiel die Kampagne um den Kriegsverbrecher Kony so erfolgreich war, brauchen die Wissenschaftler noch Jahre. Immerhin können sie anhand [...]

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