TWiST Berlin – Berliner Gründer in amerikanischer Show
Es ist zum Allgemeinplatz geworden: Berlin zählt zu den weltweit beliebtesten Städten für Startup-Gründer und Gründungsinteressierte. Niedrige Mieten, ein riesiger Pool an günstigen Arbeitskräften aus der Kreativ-Branche und jede Menge Netzwerkmöglichkeiten. Fast täglich finden Veranstaltungen von der Szene für die Szene statt. Wer da noch auffallen möchte, muss sich etwas Besonderes einfallen lassen. Den Veranstaltern von TWiST Berlin ist dies an diesem Wochenende gelungen.
TWiST steht für This Week in Startups und ist der Name einer amerikanischen Web-Show, die wöchentlich über die neuesten Entwicklungen der globalen Szene berichtet. Für viele angehende Gründer, ist der Podcast das Klassenzimmer für Startup-Kunde. Auch der Kanadier Radek Rybicki gehört zu den Fans der Show und lernte durch sie das Gründer-Einmaleins.
Nach seinem Umzug nach Berlin überzeugten er Jason Calacalis, den Gründer und Moderator von TWiST, ein Meetup mit Europas Startup-Hauptstadt zu organisieren. Nach Übertragungen aus Paris, London, Santiago, Cape Town und Seoul wurde es auch höchste Zeit, dass Berlin sich einklinkt. Gestern war es endlich soweit.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ibLRmy-oA6o
Die Idee der Twist-Meetups ist einfach: Gründer haben 60 Sekunden, um ihre Geschäftsidee vor der Webcam vorzustellen. Danach wird diese nach bester Casting-Show-Manier von den Moderatoren zerpflückt und bewertet. Im internationalen Vergleich schnitten die Berliner Gründer dabei gut ab, findet Radek: “Andere Städte bräuchten mindestens fünf Durchläufe um so eine Qualität zu erreichen.”
Technisch lief die Veranstaltung leider weniger rund. Eigentlich war geplant, die komplette Sendung in einem der ältesten Kinos Berlins zu übertragen. Aber das Netz machte nicht mit und verwandelte die Veranstaltung in eine Diashow. Nach dem spontanen Umzug in das Dachgeschoss von Ahoy, einem neuen Co-Working Space, gab es jedoch keine Probleme mehr.
Copycat-Bashing
Erfreulicherweise war unter den vorgestellten Geschäftsideen keine nach dem Copycat-Prinzip. Die Samwer-Brüder, die mit MyVideo, StudiVZ und CityDeal immer wieder konsequent Ideen aus den USA kopierten und damit ein Vermögen verdienten, haben den internationalen Ruf von Deutschlands Gründer-Szene nicht unbedingt positiv geprägt. Jason findet deutliche Worte: “Menschen weltweit glauben, dass Deutschland keine eigenen Ideen hat und das stimmt nicht. Ihr solltet jeden ausbuhen, der für die Samwers arbeitet. Wer bei diesen Ideendieben unterschreibt, verkauft seine Seele an den Teufel.”
Damit war aber auch schon der Gipfel der Ausfälligkeit erreicht. Insgesamt verlief der Abend harmonisch – wie fast alle Treffen der Szene. Selbst Verlierer wie Shermin Voshmgir, die Gründerin von Cinovu, einer Filmplattform für die selbstproduzierten Werke von Independent-Regisseuren war zufrieden: “Wir brauchen diese Netzwerkveranstaltungen. Grundsätzlich sind die Deutschen ja eher verschlossen aber die Startupszene hier in Berlin tickt mittlerweile eher amerikanisch und ist extrem hilfsbereit und offen.”
Den Preis in Form von Tickets für das Launch-Festival in San Francisco nahmen Jan Mechtel von KeyRocket und Florian Spathelf von MeineSpielzeugkiste nach Hause. KeyRocket ist eine Art Lernsoftware für Tastatur-Shortcuts. Das Programm lädt sich der Nutzer auf den Rechner und kann damit die vielen nützlichen Shortcuts von Programmen wie Microsoft Word, Excel and PowerPoint lernen und damit seine Produktivität enrom erhöhen, das versprechen jedenfalls die Gründer. Das Programm passt sich dabei den Arbeitsroutinen der jeweiligen Nutzer an.
MeineSpielzeugkiste dagegen funktionert wie der DVD-Versand Netflix nur für Kinder-Spielzeug. Für einen monatlichen Beitrag von 19 Euro erhalten die Nutzer alle zwei Monate eine neue Spielzeugkiste. Dieses Abomodell ermöglicht somit das Mitwachsen des Spielzeuges mit dem Kind – das Versteigern nicht mehr genutzter Bauklötze auf ebay kann man sich fortan sparen.
Fazit des Abends: Wenn die Szene so weitermacht, werden in Amerika vielleicht bald schon deutsche Unternehmen als Vergleiche herangezogen. An Selbstvertrauen und Potenzial mangelt es hier jedenfalls nicht.
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2 Kommentare | 18. Februar 2012 | 22:53 Uhr |
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Es ist schon interessant, wenn man als 3. platzierter von 19 Starups unter den 5 Besten ins Finale kommt, und dann als Verlierer dargestellt wird… btw, alle Finalisten sind zur Start-up Konferenz in San Francisco eingeladen!
what ever. gewinner oder nicht, im gegensatz zu einer castinshow erhalten die start-ups ihre lebensberechtigung ja nicht von der jury sonder von ihren nutzern. ich habe mich null als verlierer gefühlt und war nicht mal unter den letzten 5. hey, es war chaotisch und der verlauf des abends undurchsichtig aber das war am ende das sympathische an der sache. das war berlinwürdig. viel qualität und wenig aufgesetzte Attitüde. cool, dass ihr es ins final geschafft habt. und viel glück in usa! see U on http://www.KluuU.com