Kenia: Social-Media-Marketing einer mysteriösen Prostituierten
“A Kenyan Prostitute Building a Brand”: Unter nairobinights.info schreibt eine Frau seit einem Jahr regelmäßig über ihren Arbeitsalltag im Rotlichtbezirk. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Tausende Leser, nationale und internationale Blog-Awards und ein Fernsehauftritt bei Al Jazeera. Für einige klingt die Geschichte zu fantastisch um wahr zu sein. Ist das alles am Ende vielleicht nur ein raffinierter Online-Schwindel?
Eine kenianische Prostituierte mit Universitätsabschluss, die ihre Freier beim Thema Eurokrise an die Wand diskutiert und selbst bei unappetitlichen Themen noch Worte findet, die nicht zum Weiterklicken, sondern Weiterlesen animieren. Stellenweise haben die Blogposts von Sue Maisha fast schon Romanqualität. Klingt zu sehr nach Pretty Woman um wahr zu sein. So jedenfalls sehen das viele ihrer Leser. Sie vermuten, dass sich hinter Sue eine Journalistin oder gar eine ganze Redaktion verbirgt und fordern daher in Online-Foren, dass sie endlich ihre Identität preisgibt. Sue denkt aber nicht dran. Trotz ihrem Blog, einem selbstvertriebenen E-Book, einer Kolumne im Stadtmagazin “Upnairobi” und ihren Medienauftritten bei Global Voices und Al Jazeera, weiß immer noch niemand wer hinter dem Marketing-Genie steckt.
Keine digitalen Spuren hinterlassen
Wie ihr das gelingt? Sie ist verdammt vorsichtig. Als sie von Al Jazeera für die Web-TV-Show “The Stream” interviewt wurde, nutzte sie Skype und forderte von der Redaktion, ihre Stimme zu verfälschen. Und obwohl sie auf Twitter (ca. 2000 Follower) und Facebook (rund 1400 Fans) präsent ist, finden sich dort keine Hinweise auf ihre Identität. Weder von Fans noch von “Kunden”. Für ihren Blog nutzt sie Googles Dienst blogger.com. Die Domain ist daher mit einem sogenannten WhoIs-Guard ausgestattet, sodass Anfragen nach der Registrierung ins Leere laufen. Auch mit Uploads hält sich Sue zurück. Es finden sich nur wenige kopierte oder stümperhaft angefertigte Grafiken auf ihrem Blog, aber nichts, was auf eine professionelle Handschrift schließen lässt.
Im Hinblick auf die geschilderten Erlebnisse gibt es kaum Zweifel. Die Leser sind sich einig: Die Episoden aus Sues Prostitutiertenleben klingen authentisch. Die Schreiberin muss daher zumindest einen guten Einblick in die Szene der im Blog beschriebenen Koinange Street bekommen. Und auch Sues Eloquenz ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Arbeitsmarkt in Kenia auch für Uni-Absolventinnen alles andere als rosig aussieht. Und selbst in vielen europäischen Ländern gibt es studierte Prostituierte, wie einst die britische Bloggerin “Belle de Jour” bewies, bemerkt ein User namens Kojovi in einem Kommentar auf der Seite.
Bei vielen Lesern wich die anfängliche Skepsis daher mit der Zeit. Auch die kenianische Journalistin Judy Wanderi aus Nairobi änderte ihre Meinung nach dem Lesen einiger Posts: “Am Anfang habe ich ihre Echtheit angezweifelt. Ich war von ihrer Eloquenz beeindruckt…was nicht gängig ist für die Prostituierten hier. Andererseits gibt es nicht ‘die Prostituierten’. Denn entscheiden sich nicht wenige Studentinnen in Nairobi ganz bewusst für die Prostitution.”
Laptop gegen Sex
Aber egal ob Zweifler oder Fans: Alle wollen wissen, wer hinter Sue wirklich ist. Immer wieder versuchen Leser, Sue mit Geschenken zur Aufgaben des Versteckspiels zu bewegen. In einem ihrer Posts schrieb Sue beispielsweise, dass sie einen Laptop brauche. Ein User bot ihr ein Modell im Wert von 729 US-Dollar an – für “ein wenig Spaß” als Gegenleistung. Auf dieses und ähnliche Angebote ging Sue jedoch nicht ein – sehr zum Ärger des Mannes, der sich dafür in den Kommentaren ausließ.
Sue hat sich nicht nur eine Marke im Netz geschaffen, sondern zeigt auch, wie man glaubhaft sein kann, ohne seine Anonymität aufzugeben. Bis sie sich eines Tages doch outet oder enttarnt wird, bleibt der Netzgemeinde jedenfalls ein rätselhafter und unterhaltsamer Blog erhalten.
Autor: Torsten Müller
Ko-Autor: Frederik Fischer
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
6 Kommentare | 26. Januar 2012 | 13:31 Uhr |
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So einfach ist das nicht.
Die meisten Schicksale die sich hinter der Prostitution verbergen sind ehr tragisch oder noch schimmer.
In Deutschland wurde Prostitution legalisiert um den Frauen einen bessere Position zu verschaffen. Ob das Richtig oder Falsch war, darüber kann man streiten. Das aber auch einen Boom bei organisierten Kriminalität geführt. Die gewalt wurde nur mehr verdeckt ausgeübt.
Es hätte auch so wie in Schweden gemacht werden können. Die Freier werden Betraft, nicht die Frauen. In den Schulen wird versucht, eine andere Ethik in dem Bezug zu lehren.
In Deutschland war Prostitution schon vorher so etabliert, dass es wenig hoffnugsvoll gewesen wäre, diese weiter zu bekämpfen. Somit hat rot/grün möglicherweise einen richtigen ersten Schritt getan.
Man hat sich aber ehr an dem High-End-Bereich orientiert.
Die zahllosen Prostituierten, die nach dem fall des roten Vorhangs mit Visa aus der Ukrainischen Botschaft nach Deutschland gekommen sind, ging es anders.
Die Steuereinnahmen, die man aus dem Prsotitutionsgewerbe bezogen hatte, nahm man gerne. Um die Menschen hat man sich nicht gekümmert.
Um den Menschen helfen zu können muß der Bereich organisiert werden.
Jeder Mensch, der in Deutschland im Bereich Prostituton arbeiten möchte, muss eine Karte besitzen, auf der die Gesundheitlichen Untersuchungen und sozialpsychologischen Beratung dokumentiert sind.
Die Freier müssen die die karte zeigen lassen. Sollte ein Freier dies nicht tun, müsste es Strafrechtlich relevant werden.
Bordelle dürfen nur Prostituierte beschäftigen, die eine solche Karte haben. Sonst wird der Laden geschlossen.
Wichtiger als die Gesundheitskontrollen, bei dem um die Unversehrtheit der Kunden geht, sind die Probleme der psychischen Verfassung.
Hier sollte es Vorschrift sein, an einer regelmäßigen entsprechen fremdsprachlichen Beratung teilzunehmen.
Auch wäre eine Anfangsberatung mit eine Aufklärung möglicher Gefahrensituationen und Abwehrmaßnahmen wichtig, bevor diese Menschen in dem Bereich anfangen dürfen zu arbeiten.
Dann wäre eine Weiterbildung, wie Sprache, Rechte, Anlaufstellen, etc notwendig. Sinnvoll wären auch Gruppensitzungen mit eine therapeutischen Anleitung.
Dies alles würde den Prostutuierten vielleicht 3-4 Stunden in der Woche kosten. Das würde aber für viele eine effektive Hilfe sein.
Organisiert werden könnte das von Protituiertenvereienen, die vielleicht am besten wissen,
was notwenig ist. Die Kosten könnten aus den Steuereinnahmen gedeckt werden.
Zur Taxierung der Einnahmen müssten in den Bordellen Online-Kassen stehen, die mit der Karte bedient werden können. Das Finanzamt würde dann die Steuern genauer erheben können. Bei Verdacht müssen Beörden das Recht haben, die Einkommenssituation/Konten auf Zuhälterei zu überprüfen.
So komisch es klingen Mag, aber in Groß und Hafenstädten ist es wichtig dass es ein Bordell gibt. Sehr wichtig ist aber auch das die Frauen die dort angestellt sind freiwillig arbeiten und nicht gezwungen wurden. Regelmäßige Gesundheitskontrolle ist genau so wichtig wie eine Vertrauends Person die veranwortlich ist das die oft noch junge Frauen auch psyches betreut werden,denn ich könnte mir gut vorstellen wenn man seinen eigenen Körper einen Wildfremden zur verfügund stellt,dass es schon eine große Überwindung kostet. Steuer und Vesicherung sollte schon bezahlt werden, denn Prostution ist ja Arbeit mit dem eigenen Körper und so steht ihnen auch je nach Verdienst eine Rente zu. Das ist meine eigene Meinug, die nicht unbedingt richtig sein muss.
Die meisten haben erhebliche Probleme.
Das wird später zu Erkrankungen oder psychischen Verhärtungen führen.
Die menschliche Sexualität unterliegt anderen Gesetzen. Frauen sind weitreichenderen Gefahren ausgesetzt.
Prostitution ist sicherlich kein Beruf wie jeder andere.
Man kann nicht durch die Legalisierung die Leistungsfähigkeit diese Bereiches für den Kunden optimiern und für die Mesnchen nichts tun.
Weiterhin muss verhindert werden, dass die organisierte Kriminalität weiter Geld anhäuft und dieses für weitere Verbrechen nutzt.
Die obigen Kommentare sind leider Themenverfehlungen. Es geht nicht um Prostitution, sondern darum ob Blogs, hinter denen anonymisierte Autoren stehen, echt sind. Ich habe da meine Zweifel, es hat sich schon oft herausgestellt, dass Blogautoren sich eine falsche Identität zulegten und das meiste, was sie schrieben, Fiktion war. Das Internet hat eine eigene Gesetzmäßigkeit, aber im Leben würde ich keinem Menschen vertrauen, der mir etwas erzählt, aber aus seiner ganzen Person bis hin zum Namen ein Geheimnis macht. Man sollte sich deshalb doch ein bisschen mehr auf die Lebenserfahrung verlassen und auch im Internet nicht alles für bare Münze nehmen. Denn gerade die Anonymität erlaubt viele Lügen und Betrug.
“leider Themenverfehlungen”
Der Herr hat natürlich Recht.
Das war nicht “Internetanonymität”.
Nur:
Soll man einfach das Schicksl der Menschen in diesen Bereich einfach ignorieren und gemütlich zum Thema Internetanonymität plaudern.
So kaltschnäutzing sind die wenigsten.
Hier stellt sich auch die Frage nach der Relevanz
und des guten Geschacks.
Das Leben dieser Menschen erscheint wichtiger als ein paar Buchstaben in einem im virtuellen CMS.
Oder einfacher:
In Auschwitz ist ein Sack Reis umgefallen.
Was können wir jetzt tun.
Das Internet ist ein großer Haufen an sinnlosem Zeitvertrieb, Illusion, Nepp und Abzocke. Daneben existiert noch ein kleiner Haufen an Information, Bildung und Wissen.
Das genannte Blog würde ich dem ersten Haufen zuordnen.