Israel: Meinungsmache als Studentenjob?

(Foto: Kenneth Allen, CC BY-SA 2.0)

(Foto: Kenneth Allen, CC BY-SA 2.0)

2.000 Euro pro Jahr: Die Studentenorganisation National Union of Israeli Students sucht Stipendiaten. Als Gegenleistung werden pro-israelische Kommentare im Netz erwartet.

Am Dienstag legten israelische Hacker die Börse in Riad lahm – ein Vergeltungsschlag für einen Cyberangriff saudischer Gegenspieler vom Vortag. Der digitale Kampf im Netz tobt und Israel sieht sich im Netz zunehmend in die Enge gedrängt. Da wirkt der Bericht des palästinensischen Bloggers Ali Abunmah irgendwie stimmig: Er veröffentlichte Anfang des Monats ein Dokument einer israelischen Studentenorganisation, das angeblich ein Stipendium für pro-israelische Online-Propaganda ausschreibt. Werden Studenten etwa bezahlt, um Israels Standpunkt im Netz zu verteidigen?

Ein normaler Studentenjob?

Ins Leben gerufen hat dieses neue Programm The National Union of Israeli Students (NUIS). Das Angebot: für 2.000 Dollar jährlich fünf Stunden in der Woche “komfortabel von zu Hause arbeiten”. Für die Studenten sei dies eine Möglichkeit, mittels Facebook und Twitter “im Kampf gegen die Delegitimation von Israel und den weltweiten Antisemitismus vorzugehen.”

Die Studentenvereinigung weist in einem Arbeitsplan darauf hin, dass sie in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen die Studenten als das “schöne Gesicht Israels” nutzen will, um ihren Standpunkt in die Welt zu tragen.

Was genau die Aufgabe der Studenten ist, bleibt jedoch Interpretationssache. Um das hier enthaltene Wort “Hasbara” herrscht ein weltweiter Deutungsstreit. Ursprünglich steht Hasbara für “Erklärung”, gegenwärtig jedoch wird das Wort eher mit “Befürwortung” oder “pro-israelischer Propaganda” übersetzt. Da Ali Abunmah auf “Electronic Intifada” bloggt, ist offensichtlich, welche Bedeutung er dem Wort zuschreibt. Wie die NUIS den Begriff verstanden sehen möchte, bleibt offen. Die Organisation hat trotz wiederholter Anfragen keine Stellung bezogen.

Finanziert wird die Aktion laut Ali Abunmah durch das israelische Außenministerium und dessen Abteilung für Hasbara sowie durch die Organisation Jewish Agency for Israel. Diese Informationen gehen zurück auf einen Bericht der NUIS-Homepage, in dem auch wiederholt auf die enge Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren hingewiesen wird.

Beispiele aus der Vergangenheit

Das Internet spielt schon einige Zeit eine immer größer werdende Rolle in der Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern. Auch jenseits schlagzeilenträchtiger Hacks, sorgen Behörden und Aktivistengruppen beider Seiten dafür, dass keine Ruhe in den Konflikt kommt.

Schon im Jahr 2009 kommentierte der Guardian, dass Israels Außenministerium mit einem Heer von Freiwilligen “Propaganda 2.0″ betreibe. Mitte letzten Jahres gab es dann die Is.Real2011-Kampagne des israelischen Außenministeriums, der Organisation StandWithUs, sowie der NUIS. Auch hier wurde bewusst eine junge Zielgruppe auf verschiedenen sozialen Netzwerken angesprochen. Wirklich absurde Formen nimmt dies in der Comicfigur Captain Israel an, der sich für eine ähnliche Politik stark macht.

Aber es gibt auch Gegenbeispiele: So zum Beispiel die Initiative Nilin – gegründet von einigen jungen Menschen aus einem palästinensischen Dorf, um gegen die israelische Sperranlage zu protestieren. Etwas bekannter ist Breaking the Silence, eine Organisation israelischer Veteranen, die ihre zum Teil erschreckenden Erlebnisse schildern. Als Gegenstück dazu gibt es wiederum Soldiers speak out loud – finanziert durch die israelische Lobbygruppe StandWithUs.

Propaganda oder Aufklärung?

Ohne Statement der NUIS oder der Stipendiaten lässt sich nicht beurteilen, ob das angebliche Propaganda-Stipendium tatsächlich dem Meinungskrieg im Netz eine neue Qualität verleiht. Angesichts der extrem angespannten Lage und vergleichbarer Vorstöße in der Vergangenheit bleibt es jedoch fraglich, ob ein konstruktiver Austausch zwischen Israelis und Palästinensern das primäre Ziel dieser Initiative ist.

Autor: Felix Gaedtke

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

35 Kommentare | 19. Januar 2012 | 11:12 Uhr | Twittern | Facebook

35 Kommentare

  1. Unfassbar, das ZDF beteiligt sich an antisemitischen Spekulationen über ein “Propaganda-Stipendium”.

    David Kugelmann | 19. Januar 2012 | 15:00
    • Hallo,

      das hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

      Es ist gut, dass das ZDF Courage zeigt und Missstände überall auf der Welt zum Thema macht.

      Es spielt schließlich keine Rolle ob es sich in Israel, Irak, Amerika, Iran, Deutschland etc. abspielt.

      Ein Missstand ist und bleibt immer ein Missstand und gute Freunde sind nicht heuchlerisch, sondern sprechen problematische Dinge an.

      Darius | 19. Januar 2012 | 15:18
    • - tut mir leid, habe Israel immer die Stange gehalten, mittlerweile aber muß man die Maßnahmen verurteilen wie auf kaltem Wege palästinensisches Gebiet geschluckt wird. Irgendwann, wenn die Mehrheit in diesen “zwangsbesiedelten” Gebieten israelisch ist kann man dann für diese Gebiete eine “demokratische” Befragung erwarten, ob sich die Bevölkerung für Palästina oder Israel entscheidet.
      Eine Farce und die Welt schaut zu…

      Ramses | 19. Januar 2012 | 23:31
  2. Schade, dass Israel sich mit Geld eine gute Propaganda erkaufen will, anstatt die Spirale der Ablehnung aufzubrechen, indem es den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau auf Palästinensergebiet stoppt und die schleichende Vertreibung und Entrechtung der einheimischen Bevölkerung beendet.

    Dieses Vorgehen erklärt einige Leserkommentare, die israelische Verbrechen an der palästinensischen Zivilbevölkerung ohne jede Reflektion rechtfertigen.

    Die Weltöffentlichkeit wird sich davon aber nicht verblenden lassen, die Menschen haben ja selbst Augen und Ohren, nur ist ein Großteil nicht informiert über das Ausmaß des Unrechts, das dort unten jeden Tag aufs Neue umgesetzt wird. Da sagen viele “Ich kann es nicht mehr hören”, und das Unrecht kann weiter gedeihen.
    Mit dem Arabischen Frühling wird sich das aber allmählich ändern. Die Menschen, vor allem in der Region, werden auch in Zukunft eher bereit sein, nicht mehr wegzuschauen und gegen Unrecht jeder Art auf die Straßen zu gehen. Dann werden Israel auch die gekauften Blogger nichts mehr nützen.

    Buerger C | 19. Januar 2012 | 15:29
  3. Obama hat auch einsehen müssen daß Israel in Palestina

    können machen was Sie wollen

    nowka | 19. Januar 2012 | 15:44
  4. es passiert nicht oft, aber es tut gut wenn das Gewissen manchmal seinen Weg in die Öffentlichkeit findet und versucht Wahrheiten , die unter Drohnungen und Tatsachenverdrehungen, verschütet sind, ans Tageslicht zu bringen.
    Es ist bezeichnend dass Israel Stimmen kauft für die Propagierung seiner Legitimation. Die Delegitimation von Israel wird solange dauern,bis es erkennt dass das eigene Überleben nicht durch Zerstörung und Vertreibung eines anderes Volkes und die Ignorierung seiner historischen und legitimen Rechte erreicht werden kann .Diese Tatsachen werden immer deutlicher gesehen in Europa , und hoffentlich auch in Israel, wo es langsam auch hoffnungsvolle Initiativen gibt , die aber die Politik noch nicht erreicht haben, leider.

    M. Rawashdeh | 19. Januar 2012 | 15:50
  5. Ich habe schon seit Jahren beobachtet, dass bestimmte pro-israelische Blogger Ihre Argumente aus einer einzigen Quelle hernehmen. Krass sieht man es, wenn identische Textbausteine mit identischen Rechtschreibfehlern in scheinbar unterschiedlichen Beiträgen vorkommen. Oder wenn sachliche Fehler (Fehler ohne jede politische Wertung) trotz Fehlerhinweis immer wieder unverändert gepostet werden.

    karwandler | 19. Januar 2012 | 17:59
    • Entweder sind Sie ein Anhänger der derzeitigen rechtskonservativen israelischen Regierung oder Sie verschließen aus einem anderen Grund die Augen vor der Wirklichkeit:

      1. Die Kritik richtet sich nicht an das israelische Volk oder den Staat, sondern im Wesentlichen gegen die Folgen der Politik der israelischen Regierung. Einer Regierung, die in Wirklichkeit gar keinen Frieden mit den Palästinensern sucht. Anders ist ja auch der unverhohlene Weiterbau von Siedlungen auf palästinensischem Gebiet nicht zu erklären.
      2. Das Verbreiten eines guten Image für ein Land ist nur dann legitim, wenn es politsch neutral verfasst wird. Die Beispiele, die Sie angeben, verbreiten daher nicht ein positives Image der jeweiligen Regierung und ihrer Politik, sondern preisen die allgemeinen Vorzüge des Landes für touristische oder wirtschaftliche Zwecke an. Und es wäre hier und in der Schweiz auch unvorstellbar, irgendwelche Ghostwriter auf Kosten der Steuerzahler anzuheuern mit dem Ziel, Werbung für die Politik der derzeitigen Regierung zu verbreiten. Das wäre bei uns nicht nur ein handfester Skandal – zum Glück haben wir und die Schweiz so etwas auch nicht nötig!
      3. Warum fragen Sie sich eigentlich nicht, warum Israel momentan so einen schlechten politischen Ruf hat? Oder gehören Sie zu den Verschwörungstheoretikern, die sich ständig und überall von Antisemiten verfolgt fühlen? Der Grund für das momentan schlechte Standing Israels ist die schlechte Politik der Rechtskonservativen, die keinen Frieden sucht und sich nur nach den Interessen Ihrer Anhängerrschaft richtet, z. B. der radikalen Siedler und der Orthodoxen.
      4. Wie die „arabische Welt“ leider immer noch tickt, weiß wohl fast jeder. Es gibt bis dato kein arabisches Land, welches komplett die Werte der westlichen Demokratien übernommen hat. Nur sollte man tunlichst gegen politische Attacken aus dieser Ecke nicht mit gleicher Münze zurückschlagen. Sonst verlässt man unter Umständen selber den „Club“ der westlichen Demokratien mit ihren hohen Wertmaßstäben.

      Fazit: Nicht wir Kritiker der israelischen Politik sind die Bösen, es ist die rechtskonservative Regierung in Israel, die das Land mit ihrer unverantwortlichen Politik immer mehr ins Abseits treibt.

      Larry Honest | 19. Januar 2012 | 21:13
      • - leider wahr

        Ramses | 19. Januar 2012 | 23:32
  6. Ich bin negativ berührt darüber, dass einmal mehr eine Gelegenheit gesucht, gefunden und genutzt wird, Israel ein legitimes Intresse abzusprechen: sich auch in der elektronischen Welt gegen die Versuche von Delegitimation und Ausgrenzung zu wehren. Wenn in anderen Staaten – ich zähle auch die Schweiz und Deutschland dazu – PR-Agenturen beauftragt werden, ein einseitg gutes Image des jeweiligen Landes zu verbreiten, ist das “courrant normal”. Wenn politische Parteien im jüdische Staat offen dazu stehen, dass sie Freunde Israels unterstützen und motivieren, ihre Meinung kund zu tun, wird es fragwürdig beleuchtet.
    Vielleicht sollten sowohl der palästinensische Blogger als auch die europäischen Medien vermehrt einen Blick in die arabische Welt werfen, wo “politische Organisationen” nicht nur Geld für anti-israelische Kommentare im Netz anbieten, sondern die Studenten zugleich auch zu Gewalt und Zerstörung gegen Israel anleiten.

    M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 18:31
  7. Jetzt mal Hand aufs Herz, überrascht diese Schlagzeile wirklich noch Jemanden?

    Was erwartet man von einem Staat der im letzten Gaza-Krieg unter Anderem (lt. Amnesty Int.) 300 Kinder ermordet hat. Und das mit international geächteten oder verbotenen Waffen?

    Sorry, aber da sehe ich einen ganz anderen Handlungsbedarf als mich darüber aufzuregen was ein paar Stundenten so posten.

    Merowinger | 19. Januar 2012 | 18:43
    • …und genau so funktioniert Delegitimation! Der Kommentierende vergisst zu erwähnen, dass die Kinder von der terroristischen Hamas bewusst geopfert wurden. Die Hamas haben in, unter und neben Kindergärten und Schulen Abschussrampen für Raketen aufgebaut und damit israelische Zivilisten angegriffen. Vielleicht wäre eine Reise ins israelische Sderot zum empfehlen, wo Busstationen, Kindergärten, Schulen usw. als Bunker ausgestaltet werden müssen, um sich vor den Raketen zu schützen. Ich war dort, habe es gesehen und mit Einheimischen gesprochen.

      M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 19:05
      • Und das erklärt natürlich warum die “einzige Demokratie” im nahen Osten Phosphorbomben auf das dichtbesiedelste Gebiet der Weltabwirft… Deine Argumentation weist große Lücken auf M. Hostettler.

        Bist Du zufällig israelischer Student? Das würde zumindest Deinen kläglichen Versuch erklären, das schreckliche Handeln Israels zu verteitigen.

        Merowinger | 19. Januar 2012 | 19:23
        • Nein, Herr/Frau Merowinger, ich bin kein israelischer Student – aber ein Mensch der sich seit Jahren mit Israel und der Zweistaaten-Frage beschäftigte. Und ja, ich stehe trotzem oder gerade deshalb zu Israel.
          Nun zu den gerne zitierten Phosphorbomben: “Dichtbesiedeltes Gebiet” ist alleine stehend eine wunderbare Definition – vergisst aber den Hintergrund der Verantwortung der kriegführenden Parteien. Die Hamas hat die zivien Gebäude/Quartiere bewusst zu militärischen Zielen gemacht – und damit nur ein Ziel verfolgt: jegliche Massnahmen gegen seine Kämpfer als Angriff auf Zivilisten propagandistisch aus zu schlachten. Ich wehre mich gegen diese Argumentation, weil sie einem Staats das Recht auf Selbstverteidigung absprechen würde.
          Wichtig ist mir noch klar zu stellen, dass Israel – wie die Schweiz, Deutschland und wohl alle anderen Staaten auch – niemals perfekt ist. Kritik ist also ebenso erlaubt und angebracht wie es in zivilisierten Staaten geziemt. Wenn es jedoch nur noch darum geht, einen Staat und seine Menschen zu delegitimieren, fehlt mir jedes Verständnis.

          M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 20:31
          • Zitat: “ich bin … ein Mensch der sich seit Jahren mit Israel und der Zweistaaten-Frage beschäftigte.”

            Das ist ein Widerspruch in Sich. Kein Mensch mit einem Restfunken Herz kann zu so einem terroristischen Gebilde wie dem Staat Israel stehen.

            Machen wir weiter, die Argumente die mich bei meiner These unterstützen sind schier endlos.

            Hör Dir das Interview eines israelischen Rabbis an und bedenke was dieser Staat mit palästinensern macht wenn er mit “eigenen leuten” derart verfährt:

            http://www.youtube.com/watch?v=CgyDO6wxZrg

            So einen Staat mit Deutschland oder der Schweiz zu vergleichen deutet auf ein verzerrtes Wahrnehmungsvermögen. So einen Vergleich verbitte ich mir!

            Merowinger | 19. Januar 2012 | 20:50
          • Schade, dass Ihnen nur die extremistische Position lieb ist – in jeder Hinsicht. Ich bin mir sicher, dass am Schluss die Kräfte obsiegen werden, die für den friedlichen Weg stehen. Solange Israel jedoch angegriffen wird, verteidigt es sich zu Recht. Wer nicht wahrhaben will, dass Israel ein demokratischer Staat ist – mit allen seinen Stärken und Schwächen -, der sich mit der Schweiz und Deutschland messen darf, sollte in das Land reisen und sich überzeugen lassen.

            M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 21:04
          • Die Tatsache, dass Sie nicht in der Lage sind auf Inhalte einzugehen zeigt, dass Ihnen jegliche Grundlage für eine rationale Sympathie für Israel fehlt!

            Merowinger | 19. Januar 2012 | 21:07
          • Ich reise in diesem Jahr erneut nach Israel und werde mein Bild vor Ort auf den neusten Stand bringen. Vielleicht treffen wir uns unbekannter Weise – und tauschen unsere Meinungen am Ort des Geschehens aus. Ich stelle mir das sehr spannend vor.

            M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 21:15
          • Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Reise. Auf das Sie die Erleuchtung in diesem heiligen Land erreicht und Ihnen der Schleier des bedingunlosen Zionismus entweicht um einen klaren Blick auf die Tatsachen zu ermöglichen.

            Merowinger | 19. Januar 2012 | 21:23
          • “terroristischen Gebilde”?
            Warum nicht gleich “Krebsgeschwür”, wie es Adolfdhimmischnatterepeng so schön formulierte?
            Ordinärer Judenhass unter der Maske des pseudoempörten Gutmichels, eine widerliche Mischung. Ekelhaft!

            A.Bundy | 3. Februar 2012 | 22:18
  8. Die Kommentare zeigen wie schwierig das Thema ist und wie leicht man es gewollt oder ungewollt, einseitig betrachtet…

    Kann mir jemand mit Ortserfahrung mal einen Tipp geben? Ich werde im Februar für eine Woche in Tel Aviv sein und dabei vor allem mit Einheimischen zw. 20 und 40, die ich bisher kaum kenne zu tun haben – und bin auf eine positive Grundstimmung angewiesen.

    Wie ist allgemein die Stimmung unter den jungen Leuten in Tel Aviv, wie geht man als außenstehender Deutscher am Besten mit dem Thema Israel/Palästina um? Zeigt man sich neutral? Oder unwissend? Oder darf man sagen, dass man beide Seiten versteht und Frieden Priorität hat, man aber trotz Versuchen, die Lage zu verstehen, nicht genug verstanden hat (dies entspräche meiner tatsächlichen Meinung, bzw. der Wahrheit) oder wird eine zumindest tendenzielle Position erwartet – wenn man niemanden vor den Kopf stoßen möchte?

    Gruß,
    Herr distant

    distant | 19. Januar 2012 | 20:19
    • Ich denke, das wichtigste ist, dass es den typischen Israeli nur in den Vorurteilen gibt… Tel Aviv ist die säkularste Stadt Israel, wenn man vom Stadtteil “Jaffa” absieht. Sie werden auf sehr offene, interessierte und kommunikative Frauen und Männer treffen. Ihre “tatsächliche Meinung” wird aber weit über Tel Aviv hinaus geschätzt werden. Israeli sind sich – leider – gewöhnt, dass viele Besucher alles zu wissen glauben. Und sie werden sehen, dass sich in Tel Aviv jüdische und arabische Israeli viel besser verstehen, als es der “Medienteppich” in Europa vermuten lässt. Die positive Grundstimmung haben Sie bereits, weil Sie vor Ort sind – und sich direkt informieren.

      M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 20:44
  9. Ich verstehe nicht, warum das so schlimm sein soll?

    Komischeweise Berichtet kein deutsches bzw. ein anderes Medium darüber, dass ganze Magazine in der arabischen Welt verteilt werden, wo Hitler verehrt wird, weil er so viele Juden töten konnte.
    Darunter kommen auch Zeitschriften für Kinder.

    Jetzt dreht Israel den Spieß um und schon wird das negativ angesehen.
    Israel greift niemanden damit an.
    Wie aus dem Post zu entnehmen, war zu erst ein Cyber-Angriff der saudischen Seite…
    Im Internet passiert das selbe wie in der Realität.
    1.Zuerst wird Israel angegriffen.
    2.Israel wehrt sich.
    3.Israel wird dafür verurteilt

    Lausebon | 19. Januar 2012 | 20:42
    • Die letzen drei Punkte fassen die Situation perfekt zusammen!

      M. Hostettler | 19. Januar 2012 | 20:46
      • Das ist die typische einseitige Sichtweise aller Apologeten Israels. Der Konflikt begann keineswegs mit den — sinnlosen, wie ich finde — Raketenangriffen der Hamas, sondern mit der Vertreibung der Palästinenser, und er wird genährt durch ihre voranschreitende Entrechtung (Siedlungsbau, Mauerbau auf palästinensischem Gebiet etc.) Der “Terror” der Palästinenser wird relativiert durch die Tatsache, dass er eine ohnmächtige Reaktion auf Handlungen Israels ist.
        Grössten Respekt habe ich vor den Israelis, die ihren Staat aus diesen Gründen scharf kritisieren.

        Wolfgang Krug | 19. Januar 2012 | 21:30
        • - Israel nimmt sich Sonderrechte heraus. Es besetzt fortlaufend palästinensisches Gebiet und vertreibt deren Bewohner. Diese haben dort zig-Jahrhunderte gelebt bevor, ohne einen Konsens zu suchen, die Landnahme durch den modernen Staat Israel radikal und kompromißlos durchgesetzt wurde.
          Wäre so als ob Deutschland heute seine ehemaligen Ostgebiete wieder beanspruchen und besiedeln würde. Vollkommen ausgeschlossen; natürlich haben die dort lebenden Menschen mittlerweile ihr Heimatrecht. Alles andere wäre revisionistisch ! Für Israel jedoch gelten Sonderrechte…
          - Und dann kommt diese merkwürdige Feststellung
          “zuerst wird Israel angegriffen”…
          Ja wie sollte denn das Volk der Palästinenser reagieren, nach dem ihm sein Land so ohne weiteres streitig gemacht wurde ?
          Als damals die Briten in ihrem Mandat sich um einigermaßen geordnete Verhältnisse bemühten, wurde das Hotel “King David” einfach unter Führung des späteren Ministerpräsidenten und Nobelpreisträgers (!) Menachem Begin in die Luft gejagt. War nicht der einzige Terror-Akt. Terroristen gibt es also auf beiden Seiten.
          Israel stellt sich außerhalb des Völkerrechts und das beweist es leider immer wieder aufs Neue wie die unzähligen UN-Resolutionen beweisen…

          Ramses | 20. Januar 2012 | 00:33
          • Na, wer bezahlt Sie denn? Sie versuchen den Lesern weis zu machen, ihr Angben seien geschichtlich fundiert. Sie operieren jedoch mit Halbwahrheiten und großzügigen Weglassungen. Wer Terrorimus rechtfertigt, verlässt den demokratischen Boden. Schlimmer ist jedoch, der Vergleich mit den “früheren Ostgebieten” – wer hat den 2. Weltkrieg begonnen? Auch die arabischen Staaten und mit ihnen die Palästinienser haben einen Krieg angezettelt – und gegen Israel verloren.

            M. Hostettler | 20. Januar 2012 | 06:44
    • @Lausebon
      Also bitte, ihre Auflistung der Gewaltspirale ist unseriös und spielt keine Rolle.
      Es genügt für sich alleine stehend die Tatsache dass Israel palästinensische Gebiete besetzt und nicht umgekehrt.
      Gerne wird aber immer wieder das Argument gebracht, der Israelische Staatsapparat würde sein Volk schützen und Territorium verteidigen.
      Israel ist nicht das einzige Land im Nahem oder Mittleren Osten, dessen Bewohner ein menschenwürdiges Leben verdienen und ein Recht auf Menschenrechte haben.
      Israel ist kein Staat der ethnologisch bedingt einen Namen erhalten hat, sondern eine Vereinigung von Menschen einer Bestimmten religiösen Gesinnung die an legendäre, Sagen ähnliche Dinge Glauben und aus diesem Grund diese Ländereien als die ihre von einem Schöpfer zugesprochene sehen.
      Sicherlich gibt es auch in Israel demokratische Aufgeklärte Kräfte die an diesem Wahnsinn gerne Einhalt bieten würden.
      Schlussendlich ist aber eine traditionelle, expansionistische und militante Staats Agenda zu beobachten.
      Jedoch ändern sich die Parameter nicht unbedingt Positiv für die Innen und Außenpolitik des, doch sehr jungen und nicht sehr verwurzelten Staates Israel.
      Eine Lösung muss also bald erfolgen, denn aus der Position der Stärke heraus wird Israel nicht mehr lange handeln können.

      Ali | 20. Januar 2012 | 02:10
  10. “Der Begriff Empathie bezeichnet zum Einen die Fähigkeit, Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale eines anderen Menschen oder eines Tieres zu erkennen und zum Anderen die eigene Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls.”
    Scheinen viele Menschen verlernt zu haben, passt aber nahezu in jedes Thema.

    jaja | 19. Januar 2012 | 22:01
  11. Was bitte ist daran schlimm, wenn Israel im Internet sein Image pflegt – und studentische PR-Helfer sich ein paar Schekel dazuverdienen? “Meinungsmache”? Was soll dieses Wort? Ist dieser Blog auch “Meinungsmache”? Gehört er daher verboten? Wie sieht es mit “meinungsmachenden” Artikeln zu den Wulff-Affären aus?

    Diese Kritik an Israel hat weder Hand noch Fuß – andere kognitivere Körperteile lassen wir mal lieber ganz weg.

    Mir jedenfalls ist Israel sehr sympathisch. Ich bin selbst kein Jude. Was die Juden allerdings aus Israel gemacht haben, seit sie ihre alte Heimat wieder bevölkern, ist aller Ehren wert. Den einzigen Fahler, den sie gemacht haben, war, nicht ganz Israel zurückzunehmen, sondern den Palästinensern einen bzw. zwei Teile zu überlassen. Damit war ein Dauerkonflikt vorprogrammiert. Statt Ägypten den Sinai zurückzugeben hätten dort die Palästinenser angesiedelt werden können. Dann wäre der Konflikt längst vorbei – ebenso wie Israels schlechtes Image, welches vom politischen Islam genährt wird…

    Emil Castro | 20. Januar 2012 | 03:31
    • vielleicht nicht unbedingt schlimm, aber undemokratisch ist es, sich patrioten zu kaufen. jeder kann freiwillig pro-israel, pro-palestina oder pro-mecklenburg-vorpommern sein. aber wenn er indirekt dazu gezwungen wird, weil er
      sich anders kein studium leisten kann, dann ist seine freiheit in diesem land doch schon leicht eingeschränkt.
      andersrum ja genauso: wenn du den kriegsdienst in israel verweigerst, bekommst du schwierigkeiten mit uni- oder sonstwelcher karriere. zumal ja der großteil des israelischen arbeitsmarkts des forschungsgeschehens und der gelder sowieso im militär stecken.
      insofern ist es müßig und fehlgeleitet sich bei diesem konflikt über irgendwelche rechtmäßigeiten zu streiten.
      solange die wirtschaft vom krieg abhängt, wird es krieg geben. solange es einfacher ist zu kämpfen, als sich zu vertragen, wird gekämpft.
      man sollte sich lieber damit beschäftigen, welche vorraussetzungen geschaffen werden müssen, um eine friedensschließung zu ermöglichen.
      welche grundbedüfnisse haben beide länder?
      welche erfolgsaussichten bestehen, diese zu befriedigen?
      erst wenn aussicht auf erfolg besteht, kann motivation auch in handlung umgesetzt werden. kinners. lest doch mal ein bisschen psychologie.

      neinnein | 20. Januar 2012 | 10:22
  12. q.e.d. würde ich mal sagen, wenn ich die Beiträge hier sehe. Übrigens ist es auf tagesschau.de dasselbe. Immer wieder dieselben Leute mit denselben “Argumenten”.

    Und meine Israel-kritischen Beiträge werden zu etwa 50% zensiert (nicht hier, auf tagesschau – beim ZDF erwarte ich eher 75-90%).

    Ich kann echt nur noch den Kopf schütteln. Staatsräson hin oder her, Israel tritt schon viel zu lange die Menscherechte mit Füssen.
    Nur ein Boykott hilft da. Iran wird ja auch boykottiert vom Westen. Also gleiches Recht für alle.

    zensurgegner | 22. Januar 2012 | 00:03
    • Ich kann mich den Israel Kritikern nur anschliessen. gerade das Volk das es besser wissen müsste, benutzt die gleichen diskriminierenden Methoden und Propagandatricks wie sie einst in der Geschichte schon mal gegen sich selbst angewendet worden ist. Ironischerweise beziehen sie sich immer wieder auf genau das, wenn man Isreal kritisiert.Ist die israelische Poltik so verblendet und uneinsichtig das es nicht merk das der ganze Konflikt in einen dritten Weltkireg ausarten könnte?.Oder spielen andere Interressen zum Beispiel de des besten Freundes USA dahinter ?

      lornik | 21. März 2012 | 23:40
    • Gehen Sie konsequent im Geschäft zur Gemüseabteilung und streicheln Obst aus dem besetzten Palästina mit dem Autoschlüssel oder ähnlichem, stellen leere Kartons drauf oder entfernen Schilder. Tuen Sie jeder Ladenkette die Meinung zum Einkaufsboykott kund auch bei Frühkartoffeln und Wassersprudlern.

      germanyfirst | 28. Juni 2012 | 13:52
  13. Zum Verständnis wie Israel manipuliert hier ein Lesetipp für ALLE

    Herr oder Knecht

    James Petras scheut keine Tabus. Keine Verschwörungstheorien, sondern überraschende Tatsachen. Zwischen Israel und USA existiert eine Beziehung sui generis.Im Kongress und im Senat sitzen mehr Zionisten als in der Knesset. Pro-israelische Lobbys kontrollieren Medien, die öffentliche Meinung und die Wahlen in den USA. Die US-Außenpolitik im Nahen Osten wird von Israel und den pro-israelischen Lobbys in den Vereinigten Staaten gesteuert. Die USA führen Krieg im Nahen Osten, obwohl das nicht einmal ihren imperialen Zielen nützt. Israel dämonisiert den Iran und die USA beten es nach. Israels Agenten spionieren die USA aus und bleiben unbestraft. Schüler und Lehrer tauschen die Plätze. Die USA lernen von israelischen Folterknechten. Die Israelis kennen die arabische Mentalität. Gelehrige Schüler arbeiten in Abu Ghraib und Guantßnamo. Israel will eine”Endlösung”in Palästina. Folter und Bomben vertreiben die Palästinenser. Die Israelis rauben das Land. Europa und die USA klatschen Beifall. Petras demaskiert den israelischen Kolonialismus. Petras entlarvt die Opferrolle Israels. Er lässt die tatsächlichen Opfer sprechen. Er klagt die ethnische Säuberung an. Er kritisiert die pro-israelische Einstellung der US-amerikanischen Intellektuellen und ihre Verbeugung vor der Keule des”Antisemitismus”. Der Vorwurf des”Antisemitismus”wird immer gerade von denen gemacht, die selbst die Semiten foltern und mit modernsten Waffen massakrieren. Petras zerstört die Legenden über die israelische Demokratie.

    Das öffnet Euch die Augen!

    germanyfirst | 28. Juni 2012 | 13:48