ACTA: Der Kampf um das Netz hat begonnen

(Foto: Unia Polityki Realnej, Quelle: Flickr, CC BY 2.0)

(Foto: Unia Polityki Realnej, Quelle: Flickr, CC BY 2.0)

Der globale Kampf um das freie Netz geht in die nächste Runde. Nachdem die amerikanischen Gesetzesinitiativen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) durch konzertierte Protestaktionen von Google, Wikipedia und anderen Internetriesen zunächst vom Kongress-Tisch gefegt wurden, verlagert sich der Fokus der Netzöffentlichkeit nun auf Europa. Genauer: Nach Polen. Das Land gehört zu den ersten, die das umstrittene Anti-Produktpiraterieabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) unterzeichneten. Die Internetnutzer liefen Sturm und bedrängten die Regierung mit einer nie dagewesenen Welle von DOS-Attacken, Hacks und Protestkundgebungen.

Die Botschaft ist klar: FUCK ACTA

Es begann am letzten Samstag als DoS-Attacken der polnischen Anonymous-Gruppe die Regierungswebsite in die Knie zwang. Kurz darauf wurde die Website von Außenminister Radek Sikorski gehackt und enthielt in den Links auf der Seite plötzlich die Botschaft FUCK ACTA. Und auch Facebook blieb nicht verschont. Die Fanpage der Parlamentsvorsitzenden Ewa Kopacz zeigte zeitweilig ein Foto von ihr, auf dem sie die symbolträchtige Gay-Fawkes-Maske trug. Dazu die Nachricht “Erzähl deinem Vater, dass er uns niemals von ACTA überzeugen wird.”

Polnische Politiker führen sich derweil selbst vor. So hat der Minister für Verwaltung und Digitalisierung im Zuge der DoS-Attacken eingestehen müssen, dass er keine Ahnung habe, wer denn für die Verwaltung der eigenen Seiten zuständig sei und sie deshalb wohl noch einige Zeit offline blieben. Der Regierungssprecher Tusks schien sogar fast stolz auf die DoS-Attacken. Für ihn zeigte der Ausfall der Website das “stark gestiegene Interesse” an dem Gesetzesvorhaben.

Worum geht es eigentlich?

SOPA, PIPA und ACTA (ein plurilaterales Abkommen zwischen 39 Ländern) gehen auf klassische Lobby-Initiativen zurück. Sie sollen verhindern, dass Inhalte (zum Beispiel Filme, Musik) und Produkte (unter anderem Medikamente – ein Kapitel für sich, auf das hier nicht eingegangen werden kann) ohne Beteiligung der Urheberrechte- beziehungsweise der Patentinhaber verbreitet werden. In erster Linie richten sich die Gesetze also gegen Dienste wie die Tauschplattform Pirate Bay oder den kürzlich hochgenommenen File-Hoster-Service Megaupload. Aber auch Blogs, die auf illegale Inhalte verlinken, sollen nun ohne Anhörung vom Netz genommen werden können.

Das eigentlich Perfide an ACTA und Co. ist jedoch die Haftbarmachung der Internetdienstanbieter. Bislang konnten diese nicht für illegale Inhalte belangt werden, die über ihre Infrastruktur vertrieben wurden. Als Vergleich wird in diesem Kontext gerne die Post genannt, die auch nicht für die Zustellung von Briefbomben verantwortlich gemacht werden kann. Nun jedoch sollen Internetdienstanbieter zur Online-Polizei mutieren und illegale Inhalte selbständig aufspüren und blockieren. Das bedeutet in letzter Konsequenz die Verwandlung politischer in korporative Zensur. Das Schreckensszenario der ACTA-Gegner geht jedoch noch weiter: Spätestens seit Geheimdienste bewiesenermaßen im großen Stil soziale Netzwerke als Informationsquelle anzapfen, ist die Befürchtung begründet, dass die entstandene Zensur-Infrastruktur auch von staatlichen Akteuren genutzt werden könnte.

Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Obwohl ACTA seit zwei Jahren faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwischen Politikern und Lobby-Gruppen verhandelt wird, sind in den letzten Monaten immer mehr Informationen und geleakte Entwürfe bekannt geworden. Initiativen wie Stop Acta, Vereine wie die Digitale Gesellschaft und die European Digital Rights Initiative aber auch die verschiedenen europäischen Piratenparteien haben viel dazu beigetragen, die Netzgemeinschaft umfassend über ACTA und seine Konsequenzen aufzuklären. Fast scheint es sogar, als wären die Netznutzer besser informiert als die Politiker.

Polen ist nur der Anfang

So brüstete sich die polnische Regierung auf ihrer Website noch letzte Woche mit “ACTA – der Triumph der polnischen EU-Ratspräsidentschaft”. Nun steht an selber Stelle kleinlaut: “ACTA und die polnische Ratspräsidentschaft.”

Europäische Politiker sollten sich mit ihrer Häme jedoch zurückhalten. Sehr wahrscheinlich werden sie bald schon Polens Schicksal teilen. Netzaktivisten aller europäischen Länder warten nur noch auf den Startschuss. In Deutschland kann dieser schon bald ertönen. Die Sprecherin des Justizministeriums kündigte eine “zeitnahe” Unterzeichnung an.

Mitarbeit: Urszula Papajak

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

28 Kommentare | 27. Januar 2012 | 11:53 Uhr | Twittern | Facebook

28 Kommentare

  1. hi Leute,

    der kampf rollt gerade richtig in der heißen Phase und jeder kann etwas dagegen tun!!

    Schaut mal hier:

    http://www.avaaz.org/en/eu_save_the_internet/?fp

    https://www.accessnow.org/page/s/just-say-no-to-acta

    Das ist die Möglichkeit, um es diesen Schlapphüten mal richtig zu zeigen!! Außerdem: 3 Millionen User haben erst letztes Wochenende die Gesetze PIPA und SOPA in den USA zumindest erst mal in die ferne Zukunft aufgeschoben!!!

    Und das gleiche wird auch mit diesem Gesetz passieren!! Denn wir Internet-User sind die stärkeren. Und wir wissen Anonymous auf unserer Seite. Und daher wird es nicht mehr lange dauern, bis auch dieses hochgenommene Portal Megaupload wieder frei sein wird.

    Guckt mal hier:

    http://anonops.blogspot.com/2012/01/internet-strikes-back-opmegaupload.html

    Macht mit und zeigt unseren Schlapphüten die rote Karte. Übrigens: es gibt auch einen irc-Chatkontakt!!!

    Von daher: lasst uns diesen Kampf aufnehmen und zu Ende kämpfen!! Nieder mit ACTA, SOPA und PIPA. Und die ganze Welt beteiligt sich bereits fleißig an dieser Aktion von Avaaz.org. Bisher sind aktuell 430.012 Unterschriften dort eingegangen!!!

    Daher: es lohnt sich, dagegen aufzustehen und seine Stimme zu erheben!! Also ihr User: lasst uns laut werden und Krach machen gegen diese Gesetze!! Lasst uns diese Gesetze zu Fall bringen!!! Zusammen können wir diese Schwachsinnsgesetze noch stoppen, bevor es zu spät ist:

    @ Frau Leutheuser-Schnarrenberger:

    Bitte sehen Sie es endlich ein, dass diese Vorratsdaten-Speicherung ohne jeden Anlass sowohl gegen das Grundgesetz verstößt als auch völlig unnötig ist!! Denn: was hat diese Datenspeicherung bitte im Anti-Terror-Kampf bislang gebracht?? Gar nichts, um ehrlich zu sein.

    Dagegen wurde diese Vorratsdaten-Speicherung fleißig von der Musik- und Filmindustrie ausgenutzt, um kleine Filesharer szu schnappen und abzuzocken zusammen mit der GEMA!!

    Aber: diese GEMA sagt doch selbst nicht die Wahrheit!! Warum sperrt sie sonst völlig anlasslos in Deutschland tausende Musik-Videos mit der vorgeschobenen Begründung: “es tut uns leid, aber die Rechte wurden der GEMA nicht eingeräumt”.

    Diese Ausrede ist schlichtweg Unsinn. Denn: diese Sperre kann man umgehen. Und über die ausländischen Server sind die Videos sehr wohl abrufbar!! Was soll also bitte diese Sperre in Deutschland mit dieser unfairen Lüge, liebe GEMA??? Bekennt euch endlich zur Wahrheit!! Denn ihr wart es auch, die uns in Deutschland Grooveshark weggenommen haben!!! Das heißt: wir europäischen User werden immer mehr von den weltweit verfügbaren Musik- und Filmportalen ausgesperrt!! Was soll dass???

    Daher liebe User: lasst uns diesen Schlapphüten und der GEMA zeigen, dass wir die Nase gestrichen voll haben und wir nicht mehr mitmachen!! Es reicht!!! Wir müssen gegen diese Organisationen kämpfen und sie zwingen, uns europäische User endlich nicht mehr vom weltweiten Musik- und Filmmarkt auszuschließen und wir müssen diese unsägliche Internetzensur (die bei Facebook bereits ihren Anfang nahm) und die noch dazu gegen das Grundgesetz verstößt, stoppen!!!

    ACTION NOW!!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 12:45 | Antworten
  2. ACTA in dieser Form ist sicherlich kein wünschenswertes Abkommen.

    Andererseits müssen sich die Vertreter eines “freien Netzes” auch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie das Internet zu idealistisch sehen. Fakt ist, dass sich im Netz eine Vielzahl krimineller Kräfte tummelt und Kriminalität in einer rechtsstaatlichen Gesellschaft nicht stillschweigend geduldet werden kann.

    Und unter Kriminalität verstehe ich auch Vergehen im Hinblick auf geistiges Eigentum! Dabei möchte ich nicht der ausufernden Patent-Praxis o.ä. das Wort reden, aber de facto werden z.B. Künstler und andere Kulturschaffende teilweise schwerstens durch Online-Piraterie beschädigt.

    Für dieses Problem muss die Gemeinde der “Internet-Liberalen” endlich eine umfassende, zufriedenstellende Lösung finden!

    RickChair | 27. Januar 2012 | 13:00 | Antworten
    • Wie tragisch, überall lauert das Verbrechen.
      Da sind mir die “kriminellen Kräfte im Netz” ca. 10000000000000000000000000000000000000000000^10 Mal lieber als die Verbrecher, die ACTA und weitere Angriffe auf die mühsam errungenen demokratischen Rechte inszenieren.
      Wer ACTA nicht verstanden hat: Es handelt sich im Prinzip um das Ermächtigungsgesetz, das Wolfgang Schäuble schon in Deutschland gern gehabt hätte, nun unter der Ägide der US Lobbyregierung. Schon damals haben viele Beobachter davor gewarnt, daß diese Saat der Antidemokratie erst auf den Feldern der Lobby EU, der Nachfolgerin der Montan Union mit einem pseudodemokratischen Anstrich, wirklich aufgehen kann. ACTA kann jeden Informationsfluß z.B. über alternative politische Parteien, Menscherechtsverletzungen, Polit- und Wirtschaftsverbrechen im Internet unterbinden.
      Das macht doch keiner? Doch:
      <>
      (Zitat Atze Schröder, allerdings in anderem Zusammenhang)

      Info:
      http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/?tta

      tjc | 27. Januar 2012 | 15:49 | Antworten
      • Das Zitat lautete: “Die machen das einfach.”
        (War der HTML-Teufel mit den spitzen Klammern ;-)

        tjc | 27. Januar 2012 | 15:50 | Antworten
  3. hi RickChair,

    also dass mit diesen angeblich so riesigen Schäden für die Künstler kann einfach so nicht sein. Denn: warum können die sich – wenn die Künstler angeblich so große Schäden erleiden – dann immer noch ihre dicken Autos, ihre privaten Villen am Meer und protzige Privatyachten leisten??

    Wie geht dass bitte zusammen?? Wo sind bitte die wirklichen Zahlen über die wirklich entstandenen Schäden und wann werden diese endlich offen gelegt??

    Und dann noch ein Gegenargument, warum die Beschreibung “Raubkopie” überhaupt nicht zieht:

    Alle diese CDS, DVDs, Bücher und so weiter, die wir kaufen, sind doch alle keine Originale, sondern lediglich Kopien der Originale, die bei den Autoren bleiben.

    Das bedeutet: die Firmen, die diese Waren für die Läden herstellen, erhalten von den Autoren die Originale. Davon fertigen sie tausende von Kopien an und beschicken mit diesen Kopien die Läden. Und mit dem Kauf bezahlen wir ja diese Waren. Und an diesen Einnahmen werden die Künstler sehr wohl beteiligt.

    Ergo können diese Waren in den Läden keine Originale mehr sein, sondern sind ebenfalls lediglich Kopien.

    Und nun sind einige User hergegangen und haben auf Tauschbörsen wiederum Kopien von diesen Kopien hochgeladen. So war es zum Beispiel bei Megaupload. Was aber dann auch noch für Megaupload spricht, war die Funktion sogenannter “Premium-Accounts”. Dort haben die User die Waren gegen Geld gekauft. Und das millionenfach. Und an diesen Einnahmen wurden die Künsterl wiederum ebenfalls beteiligt, auch wenn sich der Inhaber vielleicht ebenfalls eine goldene Nase damit verdient hat. Aber: die Künstler sind hier nicht leer ausgegangen, im Gegenteil.

    Und dadurch, dass hier so hohe Einnahmen und Umsätze für die Künster entstanden, wurde es möglich, sogar freie Downloads anzubieten.

    Und damit hat sich diese Plattform Millionen von Usern weltweit gesichert. Und das gleiche Modell nutzte auch Kino.to damals. Auch hier wurden die Künstler beteiligt!!!

    Daher kann hier gar kein Raub stattfinden, da es sich bei den offerierten Waren lediglich um Kopien von Kopien handelt, die legal erstanden (also gekauft) wurden, egal ob nun im Ladengeschäft oder eben im Internet.

    Außerdem wurde kino.to damals hochgenommen, weil die liebe GVU dieses Portal zu groß wurde und sie es als gefahr für ihre eigenen illegalen Warez-Portale ansahen.

    Dazu mal ein gutes Zitat von einer Website:

    ——————–Zitat:————————————–

    Christine Ehlers von der GVU schreibt in einer Pressemeldung, die uns vorliegt, der Start von Kinox.to sei für sie keine Überraschung. Die GVU sehe darin ein abgespecktes Angebot (was bezweifelt werden darf) und feiert das Auftauchen der Plattform gar als den eigenen Erfolg. Ehlers: “Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von kino.to online gestellt wurde offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat.” Kinox.to ist vermutlich aufgrund des neuen Besucheransturms derzeit nur schwer zu erreichen.

    ————————-Zitatende—————————-

    Quelle: http://www.basicthinking.de/blog/2011/07/12/kino-to-ist-wieder-da-heist-jetzt-kinox-to/

    Aus all diesen Gründen wird deutlich, dass hier dieser Begriff von einer “Raubkopie” überhaupt nicht ziehen kann. Und deswegen kann es auch gar nicht zu einer Straftat kommen.

    Und auch aus diesem Grund ist dieses Gesetz wie ACTA völlig überflüssig und sogar verfassungswidrig!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 13:27 | Antworten
  4. @ RickChair: Ergänzende Erklärung:

    Und dadurch, dass diese Werke von den originalen Autoren tausendfach durch die Produktionsfirmen dieser Musik- oder Film-DVDs kopiert werden, bleibt ja das Urheberrecht noch immer beim originalen Autor sowie das Original!! Darüber hinaus werden ja keine Drehbücher oder sowas irgendwo angeboten oder gar heruntergeladen!!

    Dass wäre dann wirklich Urheberrechts-Verletzung und damit ein echter Raub!!

    Und solange diese Originale beim Autor bleiben, wird ja nicht dessen gesitige Leistung irgendwie geklaut oder verändert oder sowas. Außerdem verbleibt ja auch das Copyright bei den Firmen, die diese Sachen produzieren.

    Aber: indem wir diese Filme beispielsweise auf unseren PC laden, fertigen wir eine Kopie vom Original an (im Rahem der Sicherungskopie). Und wenn wir nun von dieser Sicherungskopie wiederum eine Kopie ziehen, ist dass überhaupt nicht illegal.

    Außerdem habe ich selbst festgestellt, dass die meisten Filme nicht mehr mit Kopierschutz versehen sind. Zumindest wird meistens keiner erkannt. Das bedeutet: es erscheint keinerlei sogenannte “EULA-Erklärung” auf dem Bildschirm, der man zustimmen muss, damit der Film überhaupt auf dem PC abspielbar wird oder auf den PC geladen werden kann.

    Und was nun mal nicht mit so einem Schutz ausgestattet ist, kann kein Original mehr sein!! Und damit handelt es sich eindwandfrei um eine Kopie, die wir erworben haben!!

    Und wenn wir nun von so einer Kopie, die nachweislich keinen Kopierschutz drauf hat, nun wiederum eine Kopie auf Tauschbörsen im Internet hochladen, kann eigentlich keine Straftat vorliegen!!!

    Von daher kann man hier überhaupt nicht von einer “Raubkopie” reden, da es ja kein kopiergeschützter Inhalt ist, weil kein Kopierschutz drauf (der per EULA angezeigt würde).

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 13:35 | Antworten
  5. Nicht alle Künstler fallen in dieses große Segment… ausführliche Antwort folgt, sobald ich mehr Zeit dafür finde.

    RickChair | 27. Januar 2012 | 13:45 | Antworten
  6. Es gibt nur ein Original, was beim Autor bleibt, alles andere sind Kopien und Kopien von den Kopien.
    Daher ist es ok, alles zu tauschen und kostenlos runterzuladen.
    Schon klar, Junge lol

    TT | 27. Januar 2012 | 15:09 | Antworten
  7. hi TT,

    es gibt ja nicht nur die kostenlosen Downloads. Daneben gibt es auch die kostenpflichtigen Downloads, mit denen die Künstler ebenfalls verdienen.

    Die Plattformen, wie etwa Megaupload und andere bieten beide Versionen an: sowohl den kostenpflichtigen (Premium-Accounts) als auch die kostenlosen. Und damit verdienen nicht nur die Betreiber dieser Plattformen, sondern auch die Künstler.

    Von daher sehe ich hier kein Problem.

    Ich wäre natürlich auch mit dem anderen Vorschlag der Kulturflatrate einverstanden. Diese könnte vom Provider auf die normale Internet- und Telefonflatrate aufgeschlagen werden. OK, die monatliche Rechnung würde dann etwas teuerer – zugegeben – aber dass wäre auch in Ordnung.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:17 | Antworten
  8. Übrigens ihr beiden:

    auf der Seite von Avaaz.org sind bereits weit mehr alsdie geplanten 500.00 Unterschriften eingegangen und noch immer läuft die Zeichnungsaktion weiter.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:19 | Antworten
  9. @ TT und @ RickChair,

    Und was man auch bei diesem ACTA-Gesetz auch sehen muss: es geht dabei um weit mehr als “nur” die Musik- und Filmpiraterie.

    Es geht dabei auch um das Kopieren von Medikamenten zur Herstellung von Generika. Und gerade solche Länder wie viele in Afrika sind dringend auf solche Generika angewiesen, da diese günstiger sind. Dieses Gesetz würde auch dass verhindern, wenn man sich mal die Mühe macht und den Gesetzestext richtig liest.

    Denn die teuren Original-Medikamente können sich viele Menschen dort einfach nicht leisten. Daher wäre es doch gut, wenn dort und auch international sogenannte “Nachahmer-Medikamente” gäbe, die zu einem günstigeren Preis erhältlich wären.

    Was sind nun Generika-Medikamente:
    Das sind Medikamente, die zwar den gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosis enthalten, aber mit anderen Transportstoffen kombiniert sind. Dann werden diese Medikamente deutlich günstiger hergestellt und sind damit auch günstiger im Weitervertrieb und -Verkauf für die Apotheken. Und genau dass wäre doch ein dicker Voteil für die Menschen dort.

    Worum geht es weiterhin:
    Dann geht es weiterhin darum, über die Hintertüre auch die sogenannte Vorratsdaten-Speicherung wieder einzuführen, die Betreiber von Webseiten und Internet-Foren können in die sogenannte “Störerhaftung” genommen werden.

    Was ist nun das Problem bei diesen beiden Punkten:
    Bei der Vorratsdaten-Speicherung hat sich jetzt durch die Studie des Max-Planck-Institutes herausgestellt, dass diese Speicherung bei der Verbrechens- und Terrorismusbekämpfung in der Praxis nichts gebracht hat. Nicht ein Verbrechen wurde mehr aufgeklärt und nicht ein einziger Terrorakt wurde dadurch aufgeklärt.

    Dann sind die meisten Forenbetreiber, die durch dieses Gesetz in die “Störerhaftung” genommen werden können, keine beruflichen Betreiber, sondern Privatpersonen wie du und ich. Diese Privatpersonen sind alle keine studierten Juristen. Daher ist es solchen Personen schlicht nicht möglich jeden auch nur noch so kleinen Rechtsverstoß zu erkennen und zu löschen oder zu verhindern. Damit wird die Arbeit solcher freiwilligen Foren stark beeinträchtigt, wenn nicht gar unmöglich gemacht.

    Weiterhin wird mit genau dieser Maßnahme dann auch die Meinungs- und Pressefreiheit massivst beeinträchtigt.

    Aber genau dass verstößt dann wieder gegen unser geltendes Grundgesetz (siehe dazu dass Recht auf freie Meinung, Pressefreiheit und informationelle Selbstbestimmung). Und was noch wichtiger ist: es gab bereits zwei massive Verstöße gegen diese informationelle Selbstbestimmung durch das Vorgehen der Polizei. Ich erinnere dabei nur mal an diese unverhältnismäßige und massive Auswertung von Handydaten durch die Polizei und unsere Geheimdienste.

    Das bedeutet: mit diesem Gesetz wird massiv in unsere Bürgerrechte eingegriffen und unsere Bürgerrechte ausgehöhlt, das Grund gesetz ad absurdum gestellt und damit unsere Demokratie!!!

    Und jetzt meine Frage: wollt ihr beiden sowas?? Ich nicht, um ehrlich zu sein!!!

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:31 | Antworten
    • Mein erster Satz lautete deswegen ja auch “ACTA in dieser Form ist sicherlich kein wünschenswertes Abkommen.” ;-)

      Aber bestimmte Problematiken sind dennoch vorhanden und darauf muss eine Antwort gefunden werden. Nur eine solche sollte uns und unsere Bürgerrechte schützen, das versteht sich eigentlich von selbst.

      RickChair | 27. Januar 2012 | 16:29 | Antworten
  10. Wie ichsoeben über N-TV erfahre, rollen aus Polen die ersten Aktionen mit mehr Gewicht an. Dazu mehr Informationen hier:

    http://www.n-tv.de/politik/Anonymous-hockt-in-Warschau-article5339921.html

    Das bedeutet: die Unterstützng für die ACTA-Gegner wächst von Stunde zu Stunde und es werden immer mehr, die deutlich und laut NEIN zu ACTA sagen.

    Lasst uns hoffen, dass es gelingt, dieses sowohl für das Internet als auch für die anderen genannten Bereiche schlechte Gesetz zu stoppen.

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:39 | Antworten
  11. ma nur so am rande:
    diese ominösen verluste die angeblich diese armen armen künstsler haben weils so elendig viele raubkopien gibt gibts nicht!
    die industrie dahinter hat evtl. vll. verluste; wobei verlust eindeutig das falsche wort ist weniger gewinn triffts eher.
    und es ist auch sehr amüsant zu beobachten das nur die riesen konzerne sich darüber extremst echophieren und “kleinere” künstler ihre werke für “lau” auf den makrt werfen nur damit sie gehöhrt werden.
    alleine das wort “musik-industrie” …. *würg*
    Dabei sind sie es doch die die künstler schädigen … ich will garnicht wissen wieviel naive gute künstler einen knebelvertag bei majorlables unterschrieben haben von denen man nie etwas höhrt.
    und noch weiter am rande; früher verdiente eine band mal ihr geld damit das sie tourte (solche gibts heut sogar auch noch :D und konzerte kann man nun wahrlich schwer raubkopieren :D ) aber heute würde die musikindustrie gerne mit “wegwerfartikel” (was anderes sind die meisten “sternchen” ja nicht) und ganz ohne arbeit geld verdienen.

    blubb | 27. Januar 2012 | 15:41 | Antworten
    • danke, genau das sind meine Gedanken. habe jetzt alle Kommentare durchgelesen und wäre entäuscht wenn das niemand gepostet hätte. Die wenigen Cent welche die Künster an jedem verkauften Song machen sind lächerlich. Geld machen die über Konzerte und Merchandise (also Fan-Artikel). Die verdammte Musikinduestie möchte doch nur noch mehr Geld machen -.-

      P.S. ich teile deine Gedanken Linuxhelfer.

      Medicate | 28. Januar 2012 | 13:45 | Antworten
  12. Und dann auch hier mal etwas mehr Informationen zu dieser Studie des max-Planck-Institutes, die belegt, dass diese Vorratsdaten-Speicherung wie sie die EU nun will, nichts bringt:

    http://www.tagesschau.de/inland/vorratsdatenspeicherung172.html

    http://www.n24.de/news/newsitem_7624605.html

    Im ARD-Link heißt es dazu:

    ———————-Zitat—————————————

    Sie beruft sich unter anderem auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorratsdatenspeicherung die Aufklärungsquote von Straftaten nicht beeinflusst.

    Allerdings verweisen die Autoren der Studie darauf, dass ihr Ergebnis nur eine “Momentaufnahme” sei. “Die Lage ist gegenwärtig gekennzeichnet durch eine noch sehr unsichere statistische Datengrundlage (und) das Fehlen systematischer empirischer Untersuchungen”, heißt es in den Schlussfolgerungen der mehr als 200 Seiten umfassenden Untersuchung.

    ——————–Zitatende————————————-

    Auch das Video in diesem Link ist interessant und dass sollte man sich ansehen.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:44 | Antworten
  13. hi blubb,

    Danke für deine Worte. Wir sind gedanklich auf der gleichen Welle. Find ich gut!! Frage: bist du bei den Piraten (Piratenpartei)??

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 15:55 | Antworten
  14. Dieses Ding ist doch eine Erfindung von alten weißen Männern, die ihre E-Mails noch ausdrucken und das Produkt einer Industrie, die noch nicht gecheckt hat, dass ihre alten Vertriebswege längst überholt sind und sie der eigentlichen Entwicklung um Jahre hinterher hinken. Der Vertrag (nicht Gesetz, Freunde…) ist der verzweifelte Versuch, etwas unter Kontrolle zu bringen, von dem die meisten Lobbyisten gar keine Ahnung haben, wie es funktioniert (siehe die Aussage des MPAA-Chefs zum Webseiten-Strike und dem völlig fehlgeleiteten Begriff “Machtmissbrauch”).

    Aber um dagegen zu kämpfen, muss man nicht nur die Politik in die Pflicht nehmen, sondern denen, von denen es eigentlich kommt, da wehtun, wo es richtig schmerzt: Bei ihren Profit-Margen. Deswegen alle mal hier mitmachen:

    http://img151.imageshack.us/img151/9573/mzida.jpg

    (Quelle: http://www.reddit.com/r/SOPA/comments/oo0dx/black_march/)

    icke | 27. Januar 2012 | 16:11 | Antworten
  15. eigentlich bevorzuge ich es parteilos zu sein und auch demenetsprechend mir meine meinungen zu bilden, aber viele ansichten der piraten teile ich auch :D

    blubb | 27. Januar 2012 | 16:19 | Antworten
  16. Ich nämlich auch. Mich kann man parteimäßig auch nicht so wirklich einordnen. Ich bin so ein Mischtopf aus verschiedenem: etwas piraten, verrührt mit einem guten Schuss Grüne und dass ganze bitte geschüttelt mit einer kleinen Prise CDU.

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 16:31 | Antworten
  17. kleines Update bei Avaaz.org: das Ziel wurde jetzt von 500.00 Unterschriften auf 750.000 hochgesetzt. Und die Zahl liegt derzeit bei fast 539.000 bisher eingegangene Unterschriften gegen ACTA!!!

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 16:39 | Antworten
  18. Wenn ACTA so geheim ist, warum kann man es dann auf den Seiten der Europäischen Kommission herunterladen? Es ist sogar in der Wikipedia verlinkt! Soviel zum Thema, es wären nur geleakte Entwürfe bekannt.

    knut | 27. Januar 2012 | 17:28 | Antworten
  19. Ähnlich wie bei SOPA und PIPA wäre es auch hier bei ACTA endlich mal angebracht, dass über dieses im Geheimen verhandelte Abkommen in den Abendnachrichten berichtet wird!!!
    Der Protest der Polen sollte erwähnt und auch erklärt werden, was dieses Abkommen bedeuten würde (Vergleich mit “Deutsche Post wird ja auch nicht für Sendungen mit kriminellem Inhalt oder Briefbomben verantwortlich gemacht”).

    Es kann doch nicht sein, dass erneut versucht wird etwas zu beschließen, das die Leute (in dieser Form) nicht akzeptieren und wodurch erneut wieder das freie Internet in Gefahr ist – und die Fernsehnachrichten (hier sogar staatlich) fungieren als Beihelfer durch Stillschweigen!

    Sollte so etwas durchkommen, würden die Provider wohl aus Angst vor Strafen schon vorauseilend das Internet selbst zensieren und damit auch zur Sicherheit so manch völlig legalen Inhalt unerreichbar machen.

    Berichtet bitte endlich auch zur Primetime/Hauptnachrichten im Fernsehen – dass Interesse am Thema besteht zeigen die Unterschriften der Polen usw. – aber man kann seine Meinung (als hoffentlich “mündiger Bürger”) nur äussern, wenn man schon mal etwas davon gehört hat.

    mainstream | 27. Januar 2012 | 17:37 | Antworten
  20. Interessante Links mit dem Aufruf den eigenen EU-Parlamentarier zu informieren, auch links zu Argumenten:
    https://www.laquadrature.net/wiki/How_to_act_against_ACTA:_DEVE

    Schaut auch unten den link zum Pad an, dort kann man über die Reaktioanen Berichte finden!

    Auch die Piratenpartei ruft auf der Mainpage dazu auf, die EU-Parlamentarier zu kontaktieren bzw. diese zu informieren!

    Rettet das Internet.

    hinweis | 27. Januar 2012 | 18:18 | Antworten
  21. @ hinweis:

    Na dann sollten wir doch wohl gleich mal damit anfangen, die Telefone der EU-Abgeordneten heißglühen zu lassen und mit Anrufen zu fluten oder???

    Grüße
    Linuxhelfer

    Linuxhelfer | 27. Januar 2012 | 22:44 | Antworten
  22. Eine ernst gemeinte Überlegung: Dass das ZDF das Thema ACTA bislang nicht behandelt (abgesehen von diesem Blog, den sowieso nur wenige lesen) kommt ja praktisch einer Mittäterschaft bei diesem undemokratischen Vorgehen gleich! Alles unter den Teppich zu kehren sollte nicht der Ansrpuch unserer westlichen Medien sein – so etwas hätte ich von Ostblock-Medien erwartet, aber nicht von unseren öffentlich rechtlichen Medienanstalten. Wobei: Selbst die ARD hat im Fernsehen über ACTA und immer größer werdenden Protesten und Medienberichten in Polen berichtet, wenn auch nicht zur Hauptsendezeit. Nur leider das ZDF nicht.

    Es scheint fast, als ob dieser Blogeintrag alles ist, das im ZDF relevant scheint, insofern Dank an den Autor! Nur ist das nicht im geringsten ausreichend, ich hoffe der Autor kann dieses Thema auch intern populärer machen, damit endlich darüber berichtet wird.
    Hoffentlich lehnt das EU-Parlament ACTA ab!

    zensurgegner | 2. Februar 2012 | 12:47 | Antworten
  23. Bisher hat als einziger deutscher Nachrichten-Dienst lediglich n-tv vor ACTA gewarnt und versucht die Bevölkerung aufzuklären.

    Von unseren öffentlichen (ZDF, ARD) und den privaten (RTL, Pro7) hört man leider nichts.

    Wahrscheinlich wird die Bevölkerung, die von diesen Sendern ihre Informationen bezieht, erst davon erfahren, wenn ZDF etc berichten, dass es am 11.02. Demos gab.

    Hoffen wir, dass sie friedlich bleiben und diese Untätigkeit kein Feuer schürt!

    Es gibt viele Menschen, die immer noch nicht wissen WAS ACTA ist!

    Stoppt endlich diese Zurückhaltung von Informationen!

    Wenn nicht, dann lebt mit den möglichen Folgen…sie werden kommen!

    D.K. | 2. Februar 2012 | 21:53 | Antworten
  24. Man stelle sich mal vor, die Steinzeitmenschen hätten das Urheberrecht auf Feuer, Räder oder was sie sonst noch alles nützliches für die Menschheit erfunden haben! Totaler Quatsch! Es geht nur darum, wie hier schon erwähnt wurde, möglichst ungestört viel Profit zu machen und zwar ohne viel arbeiten zu müssen.

    Langer | 11. Februar 2012 | 09:21 | Antworten

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