Schultrojaner: Pädagogisch kontraproduktives Spitzelmodell

Alles "Raubkopierer"? (Foto: MARCZERO1980, Quelle: Flickr, CC BY-SA 2.0)

Alles "Raubkopierer"? (Foto: MARCZERO1980, Quelle: Flickr, CC BY-SA 2.0)

Was ist nur los in Deutschland? Im Staatstrojaner zur Verbrechensbekämpfung mag ja noch der eine oder andere Sinn finden, selbst wenn der Einsatz erwiesener Maßen nicht auf Recht und Gesetz beruht. Doch beim Schultrojaner, der Schulrechner auf verbotene Buchkopien durchsuchen soll, dürfte die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahme komplett fehlen.

Hehre Ziele finden sich mitunter auch in schnöden Paragrafen. So heißt es im Schulgesetz Nordrhein-Westfalens gleich am Anfang: “Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit.” Sicher, regional ist das Erziehungsideal auch mal etwas weniger pathetisch formuliert. Inhaltlich aber hängt die Latte für den Bildungsauftrag quer durch die Republik gleichermaßen hoch.

Freiheit eindampfen

Nun basteln sich ausgerechnet die Schulen momentan ein Lehrbeispiel dafür, wie ein für unsere Gesellschaft so grundlegender Wert wie die Freiheit aus fragwürdigen Gründen kurzerhand eingedampft werden kann.

Dem Dachverband der Schulbuchverlage ist es gelungen, den Kultusministern aller Länder einen Vertrag aufzuschwatzen, der Lehrer und Schüler gleichermaßen unter Generalverdacht stellt. Die Verlage sollen ab 2012 bundesweit eigene Schnüffelsoftware auf Schulcomputern installieren dürfen. Das Programm späht nach rechtswidrigen Kopien aus Schulbüchern. Wohlgemerkt, es geht um Urheberrecht, nicht um Terrorismus.

Schnüffelsoftware mit höchstem Segen

Entdeckt der Schultrojaner eine “Raubkopie”, sollen fernüberwachte Lehrkräfte disziplinarisch von ihren Dienstherren belangt werden. So steht es ausdrücklich im Vertrag. Was Schülern droht, die sich angesichts der allerorts bekannten Lehrmittelknappheit vielleicht mal selbst helfen, ist nicht geregelt. Aber für einen Eintrag im guten alten Klassenbuch wird es schon reichen.

Schnüffelsoftware mit höchstem Segen also ausgerechnet an einem Ort, der aus der jungen Generation Verfechter der Freiheit machen soll. Was ist nur los in Deutschland? Das darf, ja muss man sich fragen. Denn der sorglose Griff zu fragwürdigen Überwachungsmethoden ist kein Einzelfall. So gingen uns doch gerade erst beim “Bundestrojaner” die Augen über. Ohne sich an geltendes Recht, darunter eindeutige Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts, zu halten, installierte die Polizei zweifelhafte Kontrollsoftware auf den Rechnern Verdächtiger.

Fehlende Distanz zu den Lobbyisten

Aber immerhin ging es hier noch um die Bekämpfung schwerer Straftaten. Ob des Ziels kann man als Hardliner durchaus geneigt sein, Grundrechte und Datenschutz auf ein rechtsstaatlich vertretbares Mindestmaß zurückzufahren. Aber dass private Verlage zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen die Schul-EDV infiltrieren dürfen, darauf muss erst mal einer kommen. Zumindest in Deutschland-West.

Wer aber trägt die Verantwortung für das pädagogisch kontraproduktive Spitzelmodell? Es ist die Bürokratie in den Kultusministerien. Beamte aus den Ländern haben den Vertrag mit den Schulbuchverlagen ausgehandelt. Mittlerweile munkelt man offen, den Verantwortlichen fehle die nötige Distanz zu den emsigen Lobbyisten der Verlagsverbände.

Skandalöse Gefälligkeitsregelung

Auch das wäre womöglich kein Einzelfall. Vor drei Jahren gelang es den Verlagen überhaupt erst, das absolute Kopierverbot aus Schulbüchern im Urheberrechtsgesetz zu verankern. Etwas, was in dieser Strenge nicht mal für Bücher, Hollywoodfilme und Popmusik gilt. Schon damals kritisierten Juristen das Schulbuchprivileg als skandalöse Gefälligkeitsregelung.

In den Chefetagen der Ministerien selbst scheint man die Brisanz des Vertrages gar nicht erkannt zu haben, bis ihn die Internetseite netzpolitik.org Anfang November öffentlich machte. Dafür sprechen jedenfalls die hektischen, mitunter unbeholfenen und teilweise sogar peinlichen Rechtfertigungsversuche. So heißt es etwa gebetsmühlenartig, der Zugriff der Verlage auf die Schulrechner werde selbstverständlich nur im Rahmen des geltenden Datenschutzes gestattet.

Heftiger Gegenwind

Dumm nur, dass dies schon vom Ansatz her nach Auffassung von Rechtsexperten gar nicht geht. Dementsprechend verwundert ist etwa der nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte. Ihn, aber auch die Personalvertretungen der Lehrer hat man noch nicht mal im Vorfeld unterrichtet.

Immerhin bläst nun heftiger Gegenwind gegen das Projekt. Neben Datenschützern gehen Lehrergewerkschaften und Elternverbände auf Distanz zum Schultrojaner. Das NRW-Schulministerium hat bereits zugesagt, dass es auf keinen Fall eine heimliche Überwachung geben wird. Während man sich, Vertrag ist Vertrag, die Software zumindest noch anschauen will, hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) Anfang der Woche den Schultrojaner zu einem Ding der Unmöglichkeit erklärt. Sie will verhindern, dass mit dem Programm “absolutes Misstrauen” in die Schulen einkehrt.

So könnte sich das Blatt doch noch zum Guten wenden. Selbst die Schulbuchverlage hätten dann noch einen winzigen Grund zur Freude. Die Geschichte um den Schultrojaner ist nämlich ein tolles Thema für jedes Sozialkundebuch.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

 

Autor: Udo Vetter

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Udo Vetter ist Strafverteidiger in Düsseldorf und Autor des Grimme-Preis gekrönten Law Blog
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37 Kommentare

  • odimuc
    07.11.2011, 13:23 Uhr.

    Es wäre schön wenn es dann genug <14 jährige gibt die soviel "verbotene Buchkopien" uppen, das dies die Daten des Schultrojaners ad absurdum führt ^^

  • Jali
    07.11.2011, 13:30 Uhr.

    @odimuc: Noch schöner wäre es, wenn man diesem groben Unfug Einhalt gebieten könnte.

  • Ulrich Steinbach
    07.11.2011, 13:34 Uhr.

    Das Lobbyistentum in Deutschland treibt immer größere bemerkenswertere Blüten, wann wird IRGENDEIN Politiker mal einsehen, dass er seine WÄHLER vertreten soll, und nicht irgendwelche Überredungskünstler der Wirtschaft…? Es wird ja SO WAS VON ZEIT, dass eine Partei wie die Piraten da mal einen Sturm durchfegen lässt, der diese “Ratgeber” in alle Winde zerstreut.
    Was für ein Beispiel geben die Wirtschaftsvertreter HIER unseren Kindern…?
    Man mag von der FDP halten was man will, aber Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist DIE wohltuende Ausnahme dieser Lobbyisten-Streichel Partei…

  • Frank Köhntopp
    07.11.2011, 13:45 Uhr.

    Ich bleibe entspannt – die Grundschule die ich administriere läuft auf Linux ;)

    • Christopher Per.
      07.11.2011, 23:14 Uhr.

      Dann haben Sie allerdings jeden Grund zur Entspanntheit. Außer Sie werden gezwungen eine eigene Version zu implementieren :D

  • Giuliano
    07.11.2011, 13:58 Uhr.

    In meinen Augen geht es hier um das Prinzip. Die Politik stellt wirtschaftliche Interessen über den Datenschutz, wobei es in speziell diesem Fall, auch fast schon dem Überwachungsstaat gleicht! Ich bin froh, dass ich das nichtmehr so richtig miterleben werde, da ich nächstes Jahr meinen Abschluss habe…

    • G. Ott
      07.11.2011, 19:17 Uhr.

      “Grundsätzlich mag ich das gebashe von Lobbyisten nicht, denn auch Greenpeace ist Lobbyismus in Reinstform. Wer also gutes und böses Lobbytum unterteilen kann handelt in meinen Augen gottgleich.”

      Lobbying ohne wirtschaftliche Zwecke zum Nutzen der Allgemeinheit = gut

      Lobbying für wirtschaftliche Zwecke zum Schaden der Allgemeinheit = böse

      Nix zu danken, gern geschehen.

      • daniel2future
        07.11.2011, 19:48 Uhr.

        Leider nicht immer so leicht zu entscheiden, was der Allgemeinheit nutzt oder schadet, gelle?…

  • Frank Meier
    07.11.2011, 14:06 Uhr.

    Grundsätzlich mag ich das gebashe von Lobbyisten nicht, denn auch Greenpeace ist Lobbyismus in Reinstform. Wer also gutes und böses Lobbytum unterteilen kann handelt in meinen Augen gottgleich.

    Was aber in diesen Zusammenhang befremdlich klingt, ist die Tatsache das kein Schüler zu den restriktive gesicherten Rechnern Zugriff hat. In den meisten Schulen, sind die Rechner so eingestellt, das jene nach Benutzung in den Ausgangszustand verfallen. In der Regel dürfte es schwer sein, vor allem für Schüler, dort Daten und Programme dauerhaft zu hinterlassen, wenn der Systemadministrator dies nicht erwünscht, sprich von der Schule nicht vorgegeben wurde. Einzig eventuell als Ausnahme die Rechner der Lehrer, welche zumeist aber Beamte sind.

    Nun stellt sich die Frage ob der Staat seinen eigenen Beamten nicht mehr traut oder warum er auf die grandiose Idee kommt, ein vermeintliches Problemfeld zu eröffnen, von dem so gut wie nie vorher etwas zu hören war?

    • wonko
      07.11.2011, 14:10 Uhr.

      “Entdeckt der Schultrojaner eine “Raubkopie”, sollen fernüberwachte Lehrkräfte disziplinarisch von ihren Dienstherren belangt werden. So steht es ausdrücklich im Vertrag.”

      Ja, es geht also in erster Linie um die Lehrer. Ist damit die Frage, ob der Staat seinen Beamten nicht (mehr) traut, damit beantwortet?

      • Frank Meier
        07.11.2011, 14:19 Uhr.

        Wozu dann der Status eines Beamten. Wird er dadurch nicht ad absurdum geführt?

        • wonko
          07.11.2011, 14:26 Uhr.

          Wozu Gesetze, die zB den Datenschutz regeln? Werden die durch solche “Vereinbarungen” nicht ad absurdum geführt?

          Versteh mich nicht falsch; aber ich kann diese Frage beim besten Willen nicht beantworten. Es ist mir absolut rätselhaft was in den Köpfen derer, die diesem unglaublich empörenden und IMO juristisch als auch moralisch absolut unfassbaren Vertrag zugestimmt haben vorgegangen ist – oder eben nicht.

  • mohrekopp
    07.11.2011, 14:12 Uhr.

    Die Frage ist doch, ob man Verlagen, denen die freiheitliche und demokratische Grundordnung egal zu sein scheint, überhaupt erlauben darf Schulbücher zu verfassen? Ich meine, was schreiben die da rein? Es gibt zwar Kontrollgremien aber auch die sind vor Manipulation nicht geschützt.

  • Martin
    07.11.2011, 14:27 Uhr.

    “Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit.”

    In harten Zeiten muss es halt reichen, die Demokratie hoch zu halten. Und was alles demokratisch ist, sehen wir ja in den letzten Jahren immer besser.

  • K.H.
    07.11.2011, 14:32 Uhr.

    1. Es ist natürlich ein Unding, Lehrer zu Straftätern zu machen, nur weil sie dem Lehrmittelmangel durch die eine oder andere Kopie abhelfen wollen.

    2. Obwohl ich selber Lehrer bin habe ich erst gerade eben gelernt, dass es seit drei Jahren verboten ist, aus Schulbüchern zu kopieren. Das wusste ich gar nicht. Und die meisten meiner Kollegen wissen das, so lässt mich ein Blick in den Kopierer-Raum vermuten, wissen es auch nicht. Ein wenig mehr Aufklärung würde da vermutlich viel mehr bringen, als eine teure Software.

    ABER:
    3. Der Vergleich des “Schul-Trojaners” mit dem Staats-Trojaner und die ganze Dramatisierung ist dann doch etwas zu hoch gehängt.
    Es werden durch diesen “Schul-Trojaner” keine Datenschutz-Rechte verletzt, ganz einfach, weil es auf den Pädagogischen Servern einer Schule keinen Datenschutz im klassischen Sinne gibt:
    - Die Accounts der Schüler sind für die Lehrer offen zugänglich, der gesamte Datenverkehr wird überwacht, schon um den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten und “Cybermobbing” zu verhindern. Wer’s nicht glaubt: hier stehts: http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Unterricht/Internetnutzung/index.html. Das wird den Schülern natürlich auch mitgeteilt.
    - Für die Accounts der Lehrer gilt etwas Entsprechendes. Auch für Lehrer-Daten gibt es auf Pädagogischen Servern von Schulen keine “Privatsphäre”. Die Handhabe ist da nicht die Aufsichtspflicht, sondern es war irgendwas anderes, ich finde da nur gerade die Belegstelle nicht.

    Da es (praktisch) keinen Datenschutz auf Pädagogischen Servern gibt, dürfen auf diesen Pädagogischen Servern übrigens auch keine personenbezogenen Daten gespeichert werden (mal abgesehen vom Anmeldenamen und dem Passwort natürlich). (Alle personenbezogenen Daten werden auf speziellen Verwaltungs-Rechnern gespeichert, die vom Pädagogischen Netz physikalisch getrennt gehalten werden müssen.)

    Also: Bitte lieber gegen diese seltsame Verschärfung des Urheber-Rechts protestieren, als gegen die Durchsuchung der Lehrer-Verzeichnisse! Ersteres ist viel schlimmer.

  • M.B.
    07.11.2011, 14:59 Uhr.

    @K.A. Sie übersehen etwas grundlegendes. Diese Software überträgt Daten an Dritte. Es handelt sich nicht um eine Schulinterne Datenerfassung, die bei den Ihnen genannten Fällen ja auch ihren Sinn hat.

    Der Datenschutz ist sehrwohl betroffen, denn es werden Daten an dritte ausgeleitet. Des weiteren ist auch der Vergleich mit dem Staatstrojaner auch nicht so weit hergeholt. Vom Prinzip her erfassen beide Wanzen Verhalten und Daten von Benutzern und geben Sie an viel zu neugierige dritte weiter.

  • Mialo
    07.11.2011, 15:16 Uhr.

    Es ist unaussprechlich, dass so etwas in einer angeblich wahrhaften Demokratie stattfinden kann. Man kann es nicht anders als schrecklich und widerwärtig empfinden, wenn Kindern durch ein solches Vorgehen dargeboten wird, dass Grundwerte der Demokratie aus rein finanziellen Gründen durch den Staat übertreten werden dürfen.

    Einerseits wird die Demokratie im Schulwesen verankert und den Kindern und Jugendlichen in beinahe allen Fächern nah gebracht, andererseits zeigt man ihnen mit derartigen Beispielen, dass sie nichts kaputt machen, wenn sie später undemokratische Parteien wählen, da das Establishment auch jetzt schon nicht nach demokratischen Grundwerten vorgeht und gegen die Mehrheit arbeitet.

    Wenn man so etwas liest, bekommt man Angst vor der Zukunft.

    Mialo

  • bombjack
    07.11.2011, 15:30 Uhr.

    [...]Vor drei Jahren gelang es den Verlagen überhaupt erst, das absolute Kopierverbot aus Schulbüchern im Urheberrechtsgesetz zu verankern.
    [...]

    Das sollte doch mal etwas intensiver beleuchtet werden vgl. http://netzpolitik.org/2011/schultrojaner-schnuffeln-statt-buffeln/#comment-441632

    bombjack

  • Felix
    07.11.2011, 15:40 Uhr.

    Die §§ 120-122 SchulG NRW lassen grüßen

  • Sabine Engelhardt
    07.11.2011, 17:03 Uhr.

    Auf die Idee, genügend Geld für Lehrmaterial zu investieren, damit “illegale Kopien” gar nicht erst notwendig werden, ist man natürlich nicht gekommen. Das war vermutlich zu realitätsnah.

  • LennStar
    07.11.2011, 17:04 Uhr.

    Der Schultrojaner ist nicht einmal das Problem an diesem Vertrag – er lässt sich recht leicht abschießen, eben weil er datenschutzrechtlich eine Katastrophe ist. Aber in dem Vertrag steckt noch viel viel mehr Mist.

    Ich habe das mal genau analysiert:
    http://www.lennstar.de/gedanken/?p=156

  • vera
    07.11.2011, 17:37 Uhr.

    Glaubt jemand, die gloriosen Beispiele für Geheimirgendwas in diesem unserem Lande blieben ohne Nachahmer? Machen doch alle so, dann muss das richtig sein.

  • Alex
    07.11.2011, 19:04 Uhr.

    Mmh, mir ist noch das Klagen der Verlage in Erinnerung, als sie für Auszüge aus Harry Potter in ihren Büchern zahlen sollten und entsprechende Passagen nicht einfach so übernehmen durften …

  • Gast
    07.11.2011, 19:34 Uhr.

    Schlimm sind vor allem Rechtsanwälte wie Udo Vetter, die zu Werbezwecken irgendwelchen Unsinn in die Welt hinausposaunen. Das Publikum glaubt es gerne, und wenn sich hinterher kein Gericht findet, das den Unsinn mitmacht, sind es natürlich die Gerichte schuld.

    Als ob die Schule nicht das Recht hätte zu überprüfen, ob sich auf den Rechnern, die ihr gehören und für die sie die Verantwortung trägt, ausschließlich legale Software befindet. Man glaubt es wirklich nicht.

    • Fernetpunker
      07.11.2011, 20:44 Uhr.

      Viel schlimmer finde ich ja diese Bursche(l)n, die nun auch noch das ZDF-Blog mit unqualifzierten Angriffen auf U. Vetter zumüllen.

      Aber wenn man nicht mal begriffen hat, daß der Schultrojaner die Rechner keineswegs auf (il-)legale Software überprüft, disqualifziert man sich sowieso schon von ganz allein…

    • wonko
      08.11.2011, 05:19 Uhr.

      a) geht es nicht um illegale Software
      b) überprüfen eben *nicht* die Schulen die Rechner

      Man glaubt es wirklich nicht. Haben Sie den Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden? Oder ist das nur ein dilettantischer Trollversuch?

  • Erich
    07.11.2011, 22:48 Uhr.

    Wenn ich mir vorstelle, dass mein Nachwuchs dann auf derlei verseuchten Rechnern das Schreiben von Bewerbungen üben wird, bekomme ich das Ko…..

  • whocares
    08.11.2011, 07:24 Uhr.

    Mich stört hier, daß ausgerechnet Udo Vetter den Staatstrojaner hier “verharmlost” – das wäre nicht nötig gewesen, um den Punkt in Sachen Schultrojaner rüberzubringen. Es geht beim Staatstrojaner eben nicht um “Bekämpfung *schwerer* Straftaten”, der wird auch schon bei illegaler Medikamentenhandel eingesetzt…

  • Jogi
    08.11.2011, 14:52 Uhr.

    So ist das nun mal in unserem “Rechtstaat”. Honecker, Mielke und die Stasi lassen schön grüßen.

  • nullahnung
    08.11.2011, 18:55 Uhr.

    Das gibt es nicht. Mit der Zeit sind wir nur noch gläserne Menschen, durchleuchtet von sozialen Netzwerken und Trojanern. Deutschland ein Überwachungsstaat? Sehr bedenklich. Was jedoch passiert, wenn jeder Bürger perfekt überwacht ist und dann eine Partei an die Macht kommt, die es nicht gut mit ihrem Volk meint? In kürzester Zeit könnten Menschen anderer politischer Gesinnung aus dem Verkehr gezogen werden. Da erlaubt sich Deutschland den Luxus, Bundes- und Länderregierungen zu haben und zu finanzieren, bloß um möglichst große Gewaltenteilung zu haben, aber gleichzeitig wir eine völlig neue Staatsgewalt (Überwachung) installiert, die schnell aus dem Ruder geraten kann.
    Es spricht auch nicht von sonderlich viel Klugheit, wenn jemand freiwillig bei sich Trojaner installieren lässt. Ist den Herren Politiker klar, dass es schnell sehr teuer werden kann, wenn auf Schulrechner Lehrerdokumente sind, die Schulbuchinhalte enthalten? Es wird natürlich jeder der Lehrer ehrlich sein und gestehen: Ich war es. Wie viel Tausend Euro muss ich nun von meinem Gehalt überweisen? Wenn es keiner war, dann wird wohl oder übel die Schule, das Schulamt, das Oberschulamt, bzw. das Kultusministerium – irgendeiner von denen finanziell dafür gerade stehen. Dann werden unsere Steuergelder in Verlage gebuttert. Statt Förderunterricht, Flötenunterricht und Theater-AG fließt zukünftig das Budget nun in die Verlage. Jupiii. Gut gemacht, liebe Politiker.

  • darzbor
    09.11.2011, 17:59 Uhr.

    Was hatte man eigentlich in einem Bundesland erwartet in dem allenernstes geplant war, die Kopfnoten aus den Zeugnissen bereits der Erstklässler nahtlos, zur Terrorabwehr, und zu frühzeitigen Erkennung von angehenden Amokläufern, ans Innenministerium weiterzuleiten und dort zu Speichern!Die Schule in NRW, ich bin selber Vater zweier Schulpflichtiger Kinder, ist kein Hort der Freiheit sondern ein Ort an dem nach Plan Drückeberger, angepaßte und funktionierende Herangezogen werden sollen. Wer z.B. in Geschichte oder Politik eine vom Lehrplan abweichende Meinung und dies auch noch fundiert vertritt, kann damit rechnen wegen mangelnder Reife der Schule verwiesen zu werden. Dazu die magelnde Bildung des Lehrkörpers (Moldau ist eine Sinfonie und kein Fluß). Der Drang vieler Schulleitungen Werbeträchtig auffällig zu werden durch Diziplin und angepaßte Leistung um Spenden der Industruie einzuwerben. Armes NRW, in unserer Landeshauptstadt war Heine ansässig und mußte aus Deutschland flüchten. Wir werden demnächst NRW verlassen wegen der nicht mehr erträglichen Überwachungsmethoden des Staates und dem Drang der Schulen die Schüler zu funktinierenden Marionetten zu erziehen. Wir lehren unsere Kinder Freiheit und freie Meinungsäußerung, allerdings müssen sie sich an der schule so verstellen damit sie nicht auffallen, das es echt weh tut. Und der Trojaner? Der wird dann sicherlich demnächst auch die Heimrechner der Schüler auuf verdächtiges Material kontrollieren. Hurra, bald sind alle in NRW ein einig Volk von Vorbestraften, denn sie haben ja u.U. als Kinder mal irgentwas verbotenes auf ihrem Rechner gehabt. Wenn wir früher was verbotenes Taten, wurden wenns ganz schlimm kam von der Polizei zur Bestrafung an unsere Eltern übergeben und die Sache war erledigt. Heute wird aus jder klopperei auf dem Schulhof ein Kriminalfall gemacht und zumindest das Schulamt, Verzeihung seit neustem das “Backoffice” eingeschaltet und ein Aktenvermerk gefertigt, wenn denn nicht schon 1. Klässler der Schule verwiesen oder zum Psychater geschickt werden. Hallo gehts noch!!

  • Karl Kraus
    09.11.2011, 20:24 Uhr.

    Ich dachte immer, durchsuchen darf nur die Polizei und nur auf richterlichen Beschluss. Ist das geändert worden?

  • überlegerin
    10.11.2011, 22:48 Uhr.

    Unglaublich – in Zeiten der vernetzten Information samt der sehr komplizierten Rechtsumgebung braucht man eigentlich die Medienzentren, bibliothekarische Fachstellen in Zusammenarbeit mit den Schulbibliotheken als Steuereinheit zum Einstellen von Medien in die Schulwebseiten und -büchereien, die die Lehrer von diesen Prüfungen und der Bereitstellung von Medien entlasten. Statt solche Stellen auszustatten, werden diese zu Tode gekürzt, die Lehrer mit dieser nicht zu bewältigenden Aufgabe alleine gelassen und noch der disziplinarischen Verfolgung ausgesetzt. Und das durch private Firmen, die dienstrechtlich null Befugnisse haben. Ein Skandal! Und peinlich, wie naiv unsere Politik das händelt. Schulen sind verpflichtet, Lehrmaterial zu stellen, nicht Lehrer. Beide werden hier übel alleine gelassen und kriminalisiert zum Nutzen von Interessen der Verlagskonzerne. Eine Preisgabe des Gemeinwesens Bildung.

  • Arno Nyhm
    12.11.2011, 16:42 Uhr.

    Ich freue mich schon darauf, *wenn* dieses Modell tatsächlch umgesetzt wird.
    Dann kann (vllt. sogar darf..) der Informatiklehrer in der Oberstufe endlich mal an einem sinnvollen Beispiel “gemeinsam Hackermethoden erlernen”… Vor allem, wenn dieses Vieh eine Client-Server Software sein wird – und die Server werden ganz sicher nicht ungesichert sein…
    Spaß!… :D

    (Äh, ansonsten bin ich immer noch für das 3-Strikes-Modell für Politiker… Und Verträge, die gegen das Gesetz verstoßen, sind nichtig, hatte ich mal gelernt…)

  • stachel
    13.11.2011, 08:47 Uhr.

    Die Raubkopierer von heute sind die Terroristen von morgen^^

  • Open-Source-Schulbücher: Wie der Schultrojaner neue Ideen ins Bildungssystem schmuggelt
    08.12.2011, 11:20 Uhr.

    [...] wie es auch ausgeht: Der Wirbel um den “Schultrojaner” hat nebenbei die Diskussion um innovative Lernformate ins Rollen gebracht. Vor allem als Reaktion [...]

  • Polen veröffentlicht Schulbücher unter Creative Commons Lizenz
    21.04.2012, 15:00 Uhr.

    [...] In Deutschland jedenfalls hatte jedenfalls bisher kein Politiker den Mut, sich gegen die mächtige Schulbuch-Lobby zu stemmen (Hyperland berichtete). [...]

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