Wie ein Daten-Mashup die deutsche Entwicklungshilfe aufschlüsselt

Auf einer Weltkarte führt der Politikwissenschaftler Christian Kreutz Daten über die Entwicklungshilfe zusammen (Screenshot)

Auf einer Weltkarte führt der Politikwissenschaftler Christian Kreutz Daten über die Entwicklungshilfe zusammen. (Screenshot)

Wie fördert Deutschlands Entwicklungshilfe andere Länder? Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) veröffentlicht darüber keine Details, obgleich rund sechs Milliarden Euro jährlich zur Disposition stehen. Doch die Open Knowledge Foundation Deutschland konnte jetzt die Daten aufbohren und im Netz zusammenführen – mit Hilfe der OECD.

Bislang wurde nicht bekannt, welche Länder in welchem Ausmaß von dem Geldsegen der Entwicklungshilfe profitierten – es gibt lediglich eine einfache Länderliste. Bekannt war auch nicht, welche Sektoren in diesen Ländern besonders gefördert werden. Für den Politikwissenschaftler Christian Kreutz von der Open Knowledge Foundation Deutschland war der BMZ-Datenbestand zur Entwicklungshilfe enttäuschend: “Informationen sind verstreut, kaum Daten sind in offenen Formaten vorhanden und eine Aufschlüsselung von Finanzdaten, wie Projektausgaben werden bisher nicht veröffentlicht.”

Daten aus anderen Quellen geholt

Im Rahmen der Open-Aid-Data-Konferenz in Berlin beschäftigten sich die Teilnehmer mit der prekären Datenlage – und stellten fest, dass es auf internationaler Ebene längst eine öffentliche Datenbank gibt, die einen Großteil der Gelder erklärt. Das BMZ meldet die Daten für seine Zahlungen im Rahmen der “Offical Development Assistance” (ODA) nämlich regelmäßig an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, besser bekannt als OECD. Jetzt sind die Daten auch über die Website Aid Data verfügbar.

Zwei Tage lang tüftelte Christian Kreutz an den Datensätzen herum, dann waren die ersten Ergebnisse auf einer neuen Open-Data-Weltkarte zu sehen. Über die Hälfte der ODA-Zahlungen stammen vom BMZ, der Rest von anderen Ministerien. Das Fazit von Kreutz: “Kaum ein Land, das nichts erhält.”

Merkwürdigerweise werden nicht nur klassische Entwicklungsländer gefördert. Den Löwenanteil erhielten die BRIC-Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China, die seit Jahren mit einem hohen Wirtschaftswachstum glänzen. Allein Russland erhielt in den Jahren 1995 bis 2009 rund zwölf Milliarden Euro, China rund sechs Milliarden und Indien vier Milliarden Euro.

Überraschende Erkenntnisse

Auch in aktuelle Krisengebiete fließt das Geld: Nach Irak sind es sogar sieben Milliarden Euro, wobei der Löwenanteil ähnlich wie bei Nigeria und Kamerun auf den Schuldenerlass zurückgeht. Afghanistan erhält wie Pakistan demgegenüber nur etwa 1,2 Milliarden Euro. Selbst autoritäre Regime profitieren von der deutschen Entwicklungshilfe: Syrien erhielt rund eine Milliarde Euro, wobei das Geld hauptsächlich wieder in den Schuldenerlass sowie in Wasser- und Bildungsprojekte floss.

Interessanterweise erhielten jedoch einige Staaten auf europäischem Boden mehr Geld: Spitzenreiter ist EU-Mitgliedstaat Polen mit 2,8 Milliarden, die vor allem in den Bildungssektor fließen. Die EU-Anwärter Serbien und Türkei erhielten jeweils rund zwei Milliarden Euro. Das gegenwärtige Sorgenkind Griechenland bekam übrigens nichts – wie auch Irland und Portugal.

Weil die Zahlen auch mit Daten des Economist zur demokratischen Entwicklung verbunden wurden, lässt sich auch eine Art Faustregel erkennen: Vor allem Länder, die als wenig demokratisch gelten, werden gefördert. Ägypten etwa erhielt nicht nur BMZ-Mittel für Wasserprojekte und Textilindustrie, sondern auch für seine Grenzpolizei durch ein nicht näher spezifiziertes Bundesministerium.

Umdenken im Ministerium

Noch schlüsselt die neue Entwicklungshilfe-Karte die Zahlen nicht nach den Geldgebern, also den einzelnen Ministerien auf. Doch es wäre aufgrund der detaillierten OECD-Zahlen durchaus möglich. Christian Kreutz hat nun eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz beim BMZ gestellt, damit es die Daten selbst veröffentlicht. Ein Umdenken hat beim BMZ jedoch schon stattgefunden: Wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagte, ist eine Veröffentlichung der Projektförderdaten auf der Websites des Ministeriums demnächst geplant.

Die spannende Frage ist, wie offen zugänglich das BMZ dann seine Daten präsentieren wird. Dabei dürfte das Ministerium nicht einmal vor den Problemen stehen, vor denen das Bundeslandwirtschaftsministerium stand, als es die Daten der EU-Agrarsubventionen auf Druck der EU-Kommission veröffentlichen musste. Auf eine erfolgreiche Klage einiger Bauern beim Europäischen Gerichtshof entschied das Ministerium kurz darauf sämtliche Einträge, die natürliche Personen betrafen, aus der öffentlichen Datenbank löschen. In einigen EU-Ländern sind die Daten jedoch auch weiterhin über Informationsfreiheitsgesetz-Anfragen zugänglich.

Das dürfte im Fall der Entwicklungshilfe anders sein, denn die Empfänger der ODA-Gelder sind der OECD-Datenbank nicht direkt zu entnehmen. Zu hoffen ist aber, dass das BMZ die Daten anders als das Bundeslandwirtschaftsministerium nicht hinter einer restriktiven Suchmaske versteckt, die größere Auswertungen à la Farmsubsidy bewusst verhindern soll. Die Frage, warum das Landwirtschaftsministerium nicht gleich alle Daten in einer großen CSV-Datei veröffentlicht hat, wird übrigens mit dem Zeitdruck beantwortet, unter dem das Ministerium damals nach der Entscheidung der Kommission stand.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

19 Kommentare | 19. Oktober 2011 | 10:13 Uhr | Twittern | Facebook

19 Kommentare

  1. Ich als Portugiese muss sagen das ist die sauerei des Jahrs. Die Deutchen schimpfen
    und jammen über die hilfe für Portugal, am
    ende kommt heraus dass Portugal kein geld
    bekommt aber dafür China, Irak und soweiter.
    Wäre Portugal nicht in der EU ging es heute
    für die Portugiesen nicht so miserabel.

    Quiterio | 19. Oktober 2011 | 17:11 | Antworten
  2. Bitte, bitte, bitte lieber Quiterlo, sagen Sie mir, dass ihr Kommentar als Spaß gemeint war? Hier geht’s um Entwicklungshilfe, nicht um den EFSF.

    Florian | 19. Oktober 2011 | 17:19 | Antworten
    • NEIN!!!!! es war kein Spaß. Bei solche dinger
      ist es mit mir nicht zu spielen. Und ich sage es nochmal; mir wäre mein Land liebe frei von
      diese Bande “EU”. Wir brauch es nicht kommandiert zu werden von den Deutschen ß C.
      Wir waren Mal die n.° 1 in Europa bis die Deutschen die 2° Weltkriege angafangen haben.

      Quiterio | 19. Oktober 2011 | 18:31 | Antworten
      • Ist doch quatsch dass es Portugal besser ginge wenn es nicht in der EU wäre. Portugal hat die ganzen Hilfsgelder einfach nur verbraten.

        Und zu dem Vergleich des “portugiesischen Weltreiches”, diese Zeiten sind längst vergangen. Spanien und Portugal verloren all ihre Kolonien früh, weil Sie nicht mit Frankreich, England und den Niederlanden mithalten konnten.

        Den Vorwurf der Weltkriege halte ich auch für lächerlich. Nebenbei: Auf wessen Seite war denn Portugal zu dieser Zeit? Auf der iberischen Halbinsel waren die Sympatien eher nicht auf der Seite der Allianz.

        EnzoAduro | 19. Oktober 2011 | 20:07 | Antworten
  3. Reden wir mal Klartext:

    1. Portugal erhält Transfergelder aus der EU. Dies war jedenfalls in der Vergangenheit so und ich bin mir sicher, dass dies heute auch noch so ist.
    (damit ist übrigends nicht der EFSF oder sonst sowas gemeint)

    2. Entwicklungshilfe leistet Deutschland dort wo es außenpolitische Interessen hat. Portugal ist bereits ein entwickeltes Land, da können wir nichts mehr klauen. Außerdem liegen da keine Rohstoffe die uns interessieren bzw. werden diese bereits auf dem Markt verkauft.
    In Afrika gibt es allerdings noch jede Menge Rohstoffe die sich ausbeuten lassen und da hilft es eben autoritäre Regime durch Entwicklungshilfe für die “leidende Bevölkerung” an der Macht zu halten. Wir wollen doch nicht, dass sich das Land industralisiert und den Rohstoffreichtum dann dazu verwendet den Wohlstand der Bevölkerung zu erhöhen. Das wäre doch Verschwendung.

    3. Übrigends machen dann auch die Finanzströme einen großen Bogen um diese Länder, schließlich will Kapital Investitionssicherheit und die ist beim einem (durch uns an der Macht gehaltenen) “Diktator” ja nicht gegeben. So bleibt das Geld bei uns und sorgt hier für Wirtschaftswachstum oder auf dem Finanzmarkt für Spekulation und Casino.

    4. Es lassen sich damit auch prima Flüchtlingsströme kontrollieren. Wer will schon das die Leute alle nach Europa kommen? Frontex wäre dann überlastet. So schicken wir ihnen Nahrung für umsonst (und zerstören damit die letzten Reste ihrer einheimischen Industrie, was die Finanzindustrie durch Spekulationen und Land-grabbing noch nicht geschafft hat). Das führt zu Abhängigkeit und damit halten wir die Afrikaner in Afrika. Warum das Land verlassen, wenn das Essen zu ihnen kommt?

    Moral? Ach was. Sie es mal von der Seite. Würdest du gerne mehr zahlen für Produkte, weil sich afrikanische Staaten emanzipiert haben? Oder würdest du wollen das ein Unternehmer weniger Gewinn einfahren kann, weil sein (Einkauf-)Kosten gestiegen sind? Es gibt auch gar nicht genug Rohstoffe, damit alle Länder der Erde so Leben wie Europa, also leben doch besser wir im “Wohlstand” als die, oder?

    Hans | 19. Oktober 2011 | 17:52 | Antworten
  4. Ach, was vergessen.

    5. Man erlässt den Staaten nur die Schulden, damit man an sie gleich wieder neue Kredite vergeben kann. Man weiß ja, dass sie die Kredite nicht zurückzahlen werden, weil jedes Regime seine 4-5 Jahre Amtszeit ja nur dafür nutzt, um das Land und Volk um möglichst viel Geld zu berauben. Und man will ja auch nicht das die Kredite zurück gezahlt werden. Mit Geld wird zwar nicht direkt die dortige Regierung korrumpiert, sondern das sind versteckte Subventionen für unsere heimische Wirtschaft, damit die dann dort ein paar Straßen bauen oder einen Hafen, damit wir die Rohstoffe besser aus dem Land bekommen und damit die Rohstofflieferungsverträge mit unseren Firmen geschlossen werden.
    Wir unterdrücken die dortigen Regierungen also, indem wir ihnen Schulden aufbürden. Gleiches Prinzip wie bei der Bevölkerung, nur da eben mit Nahrungsmitteln.

    Hans | 19. Oktober 2011 | 18:02 | Antworten
  5. Entwicklungshilfe an China! – einen der größten wirtschaftlichsten Konkurrenten und unlängst Weltmacht Nr. 1!!! Wie blöd muss man eigentlich sein!!!

    Lukas | 19. Oktober 2011 | 18:18 | Antworten
  6. Das was ich immer sage: Es ist Geld für alles und Alle da, nur nicht für die eigenen Leute, es sei denn diese haben eh schon genug Geld.

    Jagd unsere jetzigen Politiker alle zum Teufel.

    Dieter | 19. Oktober 2011 | 18:22 | Antworten
  7. Russland, China und Indien??? 22 Milliarden Euro in den Jahren 95 bis 2009???

    Wofür das denn, zum Teufel???

    Das ist schon keine Verschwendung mehr, das ist schon kriminell! Sind denn in diesem Land alle völlig übergeschnappt?

    Dirk | 19. Oktober 2011 | 18:26 | Antworten
  8. Dieses Land wird von Leuten regiert, die gewählt wurden, aber in Wirklichkeit sind es allenfalls Marionetten der Banken und Konzerne! Das einstige Demokratieverständnis von Solidarität und sozialer Marktwirtschaft ist längst Geschichte! Nicht Merkel sondern Ackermann bestimmt wo es hingeht. Wie lange willst du noch zuschauen und einfach weiter nur wählen, steh auf und wehre dich, armes Deutschland!

    Arno Canzler | 19. Oktober 2011 | 18:43 | Antworten
    • Auch Ackermann regiert Deutschland nicht, sondern die USraelischen Banken. Und wem die gehören, muss ich dir nicht hoffentlich auch noch sagen.

      Die Wahrheit | 12. April 2012 | 18:23 | Antworten
  9. Ich erinnere mich noch an den 21. 10.2008. In den Nachrichten wurde damals berichtet, daß die Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul in Indien weilt und dem Land eine Erhöhung der Entwicklungshilfe in Höhe von 300 Mio. Euro zusagte. Am Tag darauf, dem 22.10.2008 war den Nachrichten zu entnehmen, daß die Inder ihre erste Mondrakete gestartet haben. Das nenne ich Timing!

    Steffen | 19. Oktober 2011 | 19:54 | Antworten
  10. Wenn ich das sehe – Milliardenförderungen an die BRIC-Länder und an die Türkei zum Beispiel – alles Länder mit wunderbaren Wachstumsraten und, mit Ausnahme der Türkei vielleicht, mit einem prächtigen System an milliardenschweren Oligarchen, dann gehe ich davon aus, dass die “Entwicklungshilfe” eigentlich eine Förderung deutscher Geschäftsabschlüsse ist. Man kann das auch Bestechung/Korruption nennen. Davon profitiert natürlich unsere Wirtschaft; aber es bedeutet auch, dass unsere hohen Exportzahlen “gekauft” sind, sie werden teilweise aus dem Steuersäckel finanziert.

    Auf jeden Fall hat es nichts mit Entwicklungshilfe zu tun; die bedürftigen Länder werden mit “peanuts” abgespeist, soweit dort keine Wirtschaftsinteressen bestehen. Und wenn dort die Menschen hungern und verelenden, werden wir wegen unserer Spendenfreudigkeit gelobt.

    So zementiert ein Land, das sich inzwischen dem blanken Kapitalismus verschrieben hat, mit Steuermilliarden den Kapitalismus in Ländern, die immer schon reich waren, ihren Reichtum aber immer auf wenige zu verteilen wussten.

    Vor den Augen seiner ungläubigen Bürger.

    Sibylle | 19. Oktober 2011 | 22:40 | Antworten
  11. Wenn die Entwicklungshilfegelder am Ende dazu dienen, dass einigen Menschen in den betroffenen Ländern geholfen wird und gleichzeitig unsere deutsche Wirtschaft mit diesen Ländern auch gute Geschäfte machen kann, dann ist beiden Seiten geholfen, auch wenn dies vielleicht nicht unbedingt der Sauberste und Beste Weg ist. Wir sollten allerdings davon ausgehen, dass die Regierungen auch alternative Wege für die Entwicklungshilfe ausgehend geprüft haben. Schließlich gab es in den entsprechenden Zeiträumen die unterschiedlichsten Parteien in der Regierungen. Genügend Kontrolle sollte also daher stattgefunden haben.

    Toni | 20. Oktober 2011 | 01:43 | Antworten
  12. Was mich an der ganzen Diskussion wundert: Es gibt auf den Homepages der GTZ (www.gtz.de) sehr detaillierte Informationen zu den Entwicklungsprojekten. Da das BMZ die meisten dieser Projekte finanziert, ist schon relativ ersichtlich, wo das Geld rein fliesst!
    Klar zahlt das BMZ nicht nur an die GTZ, aber doch zu einem großen Teil..

    Hans | 20. Oktober 2011 | 10:12 | Antworten
  13. Wozu gibt es das Berufsbild des Entwicklungshelfers? Weil wir uns nie wieder entbehrlich machen wollen. Die Entwicklungshelfer haben lange so getan, als könnten sie immer alle Probleme lösen. Dadurch verloren viele Menschen denn Sinn für Eigenverantwortung.

    Gerne wird behauptet, dass die wohlhabenden Länder eine Verpflichtung haben die Entwicklung der ärmeren Länder voranzubringen. Inzwischen gibt es zahlreiche Afrikaner wie Andrew Mwenda, George Ayittey, Moeletsi Mbeki die die Verlogenheit der florierenden Hilfsbranche anprangern, die die passive Lebenseinstellung von Bedürftigen eher noch fördert. Zahlreiche karitative Organisationen suchen in Afrika ihre Daseinsberechtigung und ihr materielles Auskommen. Hauptberuflich Prominente zeichnen mit Paternalismus und Arroganz handfeste Realitäten weich. Ich habe in der Praxis sehr oft erlebt, dass für die zur Verfügung stehenden Mittel die sinnvollen und praktikablen Konzepte fehlen und dass in den sogenannten Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit die administrativen Kapazitäten nicht vorhanden sind. Also Kräfte, die dafür sorgen können, dass das Geld tatsächlich in sinnvoller Weise bei den richtigen Leuten und für den gedachten Zweck ankommt.Wir brauchen eine Debatte, die die Grundlage dafür legen soll, wie Entwicklungsländer sich von einer Hilfe befreien können, die die Armut weder bisher noch in Zukunft beseitigen kann.Afrika braucht nach der politischen Befreiung ab 1960, jetzt eine Befreiung von den Wohltätigen Besatzern.

    Volker Seitz, Autor “Afrika wird armregiert”

    Volker Seitz | 20. Oktober 2011 | 14:23 | Antworten
  14. Entwicklungshilfe ist, wenn das Geld der armen Menschen in wohlhabenden Länder dazu verwendet wird, es den reichen Menschen in den armen Ländern in die Taschen fließen zu lassen.

    Böser Wolf | 22. Oktober 2011 | 19:08 | Antworten
  15. schade das die menschen in ägypten nichts von diesem hilfsgeld erhalten haben, denn alles landete auf mubaraks konten im in und ausland. Macht es Sinn Geld bereit zustellen für Entwickelungsländer, obwohl man weiß dass das Geld nicht bei den armen landet? NEIN!

    ranya | 1. November 2011 | 14:01 | Antworten
  16. Es regen sich hier Menschen auf, die ein Dach über dem Kopf haben, sich jederzeit ein Brötchen kaufen können und wahrscheinlich an einer Hand abzählen können, wie oft sie einem Obdachlosen Geld gegeben oder UNICEF Weihnachtskarten versandt haben.

    Menschen, die keine Seele in Cameroon, Äthiopien, Brasilien o.ä. kennen, sondern alles vorgekaut unter einem “DEMOCRACY INDEX” nachreden! Ist irgendjemandem aufgefallen, daß hier von einer Zeitspanne von 14 Jahren die Rede war? Und ist irgendjemandem aufgefallen, daß der Begriff DEMOKRATIE noch nicht einmal innerhalb der europäischen Union gleich gehandhabt wird? Und nicht jedes Land in Afrika erhält Lebensmittel-man sollte vielleicht einmal hinterfragen, welche dies sind und unter welchem Aspekt!

    Wir pauschalisieren, sind über-kritisch und negativ. Wir sprechen vom “Kontinent” Afrika, vom Land China, Brasilien als auch Indien und vergessen die Größe und demographische Dichte aller dieser und tun so, als ob jegliche monetäre Hilfe nicht ankommen würde!

    Es wird nichts erwähnt von den Menschen, die vor Ort helfen und z.B: Hebammen ausbilden, Wasserpumpen installieren und Dorfbewohnern zeigen, wie man diese nutzt, das Krankenhäuser und Schulen gebaut werden etc. Es wird vergessen, daß Entwicklungshilfe auch Administration heißt. Es wird vergessen, daß WIR dankbar sein können für Sozialstaat und Anti-Baby Pille, Ordnung, Stabilität und teils funktionierender Justiz, für Schulbildung und Infrastruktur und dafür, daß wir Geld für andere haben!

    Und auch wenn wir alle wie Heilige tun, profitiert JEDER EINZELNE VON UNS (wie Sybille es schon gesagt hat) von ökonomischer Abhängigkeit. Ob dies ethisch vertretbar ist, ist eine anderer Frage und stößt dann auf die Globalisierungsdebatte!

    Ich frage mich insgeheim, warum alle davon ausgehen, das Politiker anderer Länder dieses Geld verwalten und es irgendwo versickert? Wie Tony schon erwähnte, gibt es genügend Anhaltspunkte, die angeben, welche Projekte gefördert werden. Außerdem wäre interessant zu wissen wieviel Geld in die Zweigstellen der UN bzw. NGO Partner fließt, denn ohne die, würde diese Welt um einiges dunkler aussehen.

    Man kann gerne darüber philosophieren, ob früherer Kolonialismus Schuld an allem ist. Man kann aber auch einfach mal etwas Gutes sehen und sagen, “WOW, da ist viel Geld in Deutschland und dieses Geld kann einiges bewirken.”

    Was so typisch deutsch ist, ist diese ewige Negativität, der fehlende Weitblick und das Rühren der Anti-Regierungstrommel wenn im Endeffekt eins fehlt: geschichtlich und kulturell geprägtes Denken bzw. die Fähigkeit, einen Gegenvorschlag zu bringen! Nicht jedes Land geht mit Steuergeldern so um, wie in der EU. Nicht jedes Land auf diesem Planeten ist ein Industrieland wie Deutschland, nicht jeder Erdenbürger wird in den Genuss unseres Wohlstandes kommen -auch wenn Grundbedürfnisse gedeckt werden sollten- und nicht jeder Bundesbürger wird dem zustimmen, was einer Minderheit “sinnvoll” oder “praktisch” erscheint. Kritik ist gut, aber selbst anpacken ist besser, soll heißen: In diese Länder reisen und sich selbst ein Bildnis machen!

    Stepken | 7. März 2012 | 02:00 | Antworten

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