Der große E-Book-Schwindel

(Illustration: Javier Candeira, Quelle: Flickr, CC BY-SA 2.0)

(Illustration: Javier Candeira, Quelle: Flickr, CC BY-SA 2.0)

Das elektronische Buch boomt, doch mit dem Erfolg kommen die Trittbrettfahrer, die Anleitungen für angeblich müheloses Geldverdienen mit E-Books verkaufen. Von dieser Seifenblase des schnellen Geldes dürften jedoch vor allem die Autoren dieser Ratgeber profitieren – denn die Realität sieht nüchterner aus.

Glaubt man Sven Meissner, dann ist es ein Klacks, “In Weniger Als 17 Minuten” (Rechtschreibung so im Original) die “Geldmaschine Internet” anzuwerfen. Sein Erfolgsrezept: “Verkaufen Sie eBooks und verdienen Sie ohne großen Aufwand schnell und völlig automatisiert im vier- oder fünfstelligen Bereich.” Er selbst brüstet sich damit, mit “einem eBook-Titel […] zwischen 1.000,00 und 6.000,00 EUR im Monat” zu verdienen. Und weil Sven Meissner ein guter Mensch ist, teilt er sein Wissen, wie man “im Schlaf Geld” verdient, gern mit allen anderen. Anfangs kostenlos, wer allerdings so “richtig viel Geld verdienen” will, der muss auch investieren und etwa Meissners “Rundum-Sorglos-Komplettpaket II” für 795 Euro kaufen.

Angeblich 8.000 Euro und mehr

Auch Harald Weber ist ein guter Mensch und verrät Ihnen gern, “wie Sie gutes Geld verdienen mit Ebooks”. Für sein “einmaliges Komplettangebot” möchte er “nur 300 Euro” haben, die sich sofort amortisieren, schließlich “verdienen Sie schon im nächsten Monat 8.000 Euro und mehr”.

Da mag Alexander Hausleitner nicht hinten anstehen. Er bringt einem bei, wie man “in Rekordzeit Bestseller eBooks schreibt und wie verrückt im Internet verkauft”. Da auch Hausleitner zu den guten Menschen gehört, bietet er sein “E-Book Cash System” im “Wert von 1.390 Euro” für gerade einmal knapp 20 Euro an. Wer kann da schon nein sagen?

E-Book-Massenerfolge sind die Ausnahme

Meissner, Weber und Hausleitner sind nur drei von vielen Anbietern, die den E-Book-Markt als Geschäftsfeld für sich entdeckt haben. Sie setzen auf die Leichtgläubigkeit von Menschen, denen der Traum vom schnellen Geld die Sinne derart vernebelt hat, dass sie sich kaum noch die Frage stellen, warum die drei Herren ihre todsichere Methode nicht selbst anwenden, um im Handumdrehen Millionär zu werden.

Die Realität im E-Book-Markt sieht ernüchternd anders aus. Auch wenn der Verkauf von digitalen Büchern boomt und Autoren völlig neue Möglichkeiten bietet, ihre Werke unters Lesevolk zu bringen, ist man von nennenswerten, geschweige denn riesigen Gewinnen weit entfernt. Autoren, die von ihren E-Books ein zumindest bescheidenes Auskommen fristen können, sind dünn gesät, und eine Amanda Hocking, die mit ihren Fantasy-Romanen im digitalen Selbstverlag zum Shootingstar der E-Book-Szene geworden ist, die rare Ausnahme.

Einfacher Einstieg in die Top 100

Selbst die Titel, die es in die Bestsellerlisten von Amazon schaffen, sind keine Goldgrube. Da man über Geld gemeinhin nicht spricht, sind konkrete Zahlen allerdings nur selten zu bekommen. Umso erfreulicher, dass Wolfgang Tischer ein wenig Einblick gewährt: Er hat in einem Selbstversuch sein Handbuch “Eigene E-Books erstellen und verkaufen” bei Amazon veröffentlicht und seine Erfahrungen in seinem Blog dokumentiert.

Die Zahlen, die Tischer nennt, sind eine kalte Dusche für alle Träumer, die den windigen Versprechungen von Meissner & Co. Glauben schenken möchten. Um es auf Platz 79 der Verkaufscharts zu schaffen, musste Tischer gerade einmal sieben Exemplare verkaufen. Immerhin, mit etwas Geduld kam Tischer nach zweieinhalb Monaten auf Brutto-Einnahmen von rund 1.550 Euro und nimmt nun brutto rund 140 Euro pro Woche mit seinem Werk ein.

Amazon nimmt 30 Prozent

Tischers Angaben decken sich mit den Zahlen, die Matthias Matting nennt. Der Focus-Redakteur betreibt nebenher den digitalen Verlagsservice AO Edition und ist mit einigen Titeln in den Bestsellerlisten von Amazon vertreten. Doch dazu bedarf es nicht viel: Um unter die Top 100 zu kommen, so Matting, müsse man rund fünf Exemplare pro Tag verkaufen, mit 15 Exemplaren pro Tag gehöre man bereits stabil zu den Top 30.

Da kann man die Gewinne der Selbstverleger leicht überschlagen. Lässt man die Angebote der etablierten Verlage außen vor, deren E-Books rund zehn Euro kosten, ist ein Preis von etwa zwei Euro pro Buch im Selbstverlag Standard. Wer 15 Exemplare pro Tag verkauft, setzt im Monat 450 Stück ab, nimmt also 900 Euro ein. Davon gehen 30 Prozent an Amazon, bleiben also 600 Euro beim Autor. Brutto.

Das ist gar nicht mal so schlecht – aber von den versprochenen “8.000 Euro und mehr” im Monat doch sehr weit entfernt. Und nicht nur das. Tischers stabiler Erfolg verdankt sich vor allem der Arbeit, die er in sein Projekt investiert – ohne regelmäßige Aktualisierung und Überarbeitung seines Ratgebers wäre dieser wohl schon längst im digitalen Nirwana versackt: “Im Schlaf Geld verdienen” geht anders.

Update, 14.10.2011: Dieser Text enthielt unkorrekte Formulierungen, die inzwischen geändert wurden.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

Autor: Giesbert Damaschke

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Giesbert Damaschke studierte Germanistik und Philosophie in Bonn und arbeitet seit über 30 Jahren mit Computern. Er unterrichtet, schreibt und lebt in München. Im Netz ist er unter www.damaschke.de zu finden.
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44 Kommentare

  • Bertram in Mainz
    10.10.2011, 14:50 Uhr.

    Das erinnert mich an Werbung zu Finanz-Tricks, die ich vor Jahren immer wieder bekam. Man sollte Ratgeber zu irgendwelchen Geld-Tricks bestellen. Dem aufmerksamen Leser fiel auf, dass die faule Idee manchmal später noch mal als “Geschäftsidee” verkauft wurde. Beispiele:

    Man verkaufte wertlose, sinnlose “Presse-Ausweise”. Nach einiger Zeit tauchte genau das als “Geschäftsidee” auf, für die man Unterlagen bestellen sollte: “Verkaufen Sie Presse-Ausweise. Kaum zu glauben, wie viele Menschen für ein wertloses Stück Papier 100 Mark bezahlen.”

    Mal sollte man Wappen bestellen. Vermutlich wurde dann für viel Geld ein Fantasie-Wappen erstellt. Später wurde das Verkaufen von Wappen als “Geschäfts-Idee” angepriesen.

    Diese Tricks gedeihen in einem eigenartigen Klima. Einerseits ist man angeblich “selbst schuld”, wenn man all die tollen Möglichkeiten für Erfolg und Reichtum nicht wahrnimmt.
    Andererseits ist man “selbst schuld”, wenn man auf unseriöse Angebote reinfällt. Betrogene schweigen oft. Mal sehen, ob auch hier wieder die “selbst-schuld”-Kommentare eintrudeln.

    • Michael Klein
      10.10.2011, 17:54 Uhr.

      Hier kommt schon der erste selbst-Schuld-Kommentar! Mein Mitleid mit Leutchen, die denken, man könne im Vorbeigehen das große Geld verdienen, hält sich massiv in Grenzen und ich vermute, dass die Kunden und Anbieter in ihrer Gier nach dem schnellen und einfachen Reichwerden in nichts nachstehen. Folglich haben die sich gesucht und gefunden.

      By the way, ich weiss auch ein einfaches Rezept zum Reichwerden: Jeder der meinen Kommentar liest, soll mir 10 Euro schicken, wenn bei mir 10000 Euro eingegangen sind, zahle ich den ersten 100 pro 10 Euro 12 Euro zurück, 20% Rendite! Top Geldanlage!

      • Jackswell
        11.10.2011, 00:28 Uhr.

        Kontonummer + BLZ, bitte! Ich würde Ihnen gern 10.000 EU überweisen und mich über 12.000 freuen. Ja,nee, ist schon ganz gut, dass auf solche Sachen hingewiesen wird, aber ich fühle mich auch dem Spruch: “Jeder hat das Recht das Recht, seine Freiheit aufzugeben” sehr verbunden.

        • Simon
          11.10.2011, 23:41 Uhr.

          Nochmals lesen & nachrechnen bitte. Die ersten hundert kriegen 12€ zurück. Du kannst mir aber gerne 10’000 überweisen, ich schicke dir dann 1’200 zurück…

        • Krulle
          12.10.2011, 10:04 Uhr.

          Nochmal lesen! Du hast geschrieben, dass Du “den ersten 100 pro 10 Euro 12€ Euro zurück”zahlst.
          Also zahlst Du dem ersten Einzahler pro 10 Euro 12 Euro zurück. Da er 1000Euro eingezahlt hat, musst Du ihm 12ooo Euro zurückzahlen.

          Im Übrigen nehme auch ich Dein Angebot wahr. Um Kontogebühren zu sparen, verrechne ich meine 10000 Euro direkt mit der erwarteten Überweisung von Dir und erwarte somit nur noch 2000 Euro von Dir.
          Darfst Du von mir aus auch an gute Zwecke (WWF, SOS Kinderdörfer, Ronald McDonald Häuser,…) spenden.

        • Richtigrechner
          12.10.2011, 10:09 Uhr.

          Wenn er Dir 10.000 überweist, dann sind das 1000 x 10. Sollte er zu den ersten Hundert gehören macht das einen Return von 1000 x 12 = 12.000.
          Deine Rechnung geht nur auf, wenn Du ausdrücklich klarstellst, dass jede Person nur 10€ überweisen kann, bzw. immer nur in 10ner Blöcken als eine Person zählend. Das geht aber aus Deinem Angebot nicht zwingend hervor!

        • Michael Klein
          12.10.2011, 13:42 Uhr.

          Wie immer steckt der Witz im Detail:
          “…soll mir 10 Euro [=Investitionsgrenze]schicken, WENN bei mir 10000 Euro eingegangen sind [also 1000 * 10 Euro geschickt wurden], zahle ich den ersten 100 [die 10 Euro gezahlt haben] pro 10 Euro 12 Euro zurück… Nettes Kaskadenmodell … Jede wette, dass es rentabel ist – für mich.

          @Krulle schickt mir Deine Email (Link über meinen Blog), dann schicke ich Dir die Kontoverbindung…

    • Bernd
      11.10.2011, 18:00 Uhr.

      Hallo,
      das mit den Ebooks ist so nicht ganz richtig.

      Wenn man Ebooks verkaufen will, muss man dies über eigene Verkaufsseiten oder Onlineshops tun.

      Sven Meissner bietet übrigens Ebookratgeber an mit Problemlösungen, man sollte diese eben auch als problemlösung vermarkten.

  • Alexandra Gentara
    10.10.2011, 15:10 Uhr.

    Die Information oben ist falsch! Bei Werken unter 2,99 Euro Brutto-VK nimmt Amazon sich nicht 30%, sondern 65% vom Umsatz.

    • Matthias Günther
      12.10.2011, 12:50 Uhr.

      Sorry Alexandra. Deine Info ist falsch.

      Zitat Amazon: “Sie haben bei allen digitalen Büchern die Auswahl zwischen den zwei Lizenzgebühr-Optionen, die nachfolgend beschrieben werden: die 35%-Lizenzgebühr-Option und die 70%-Lizenzgebühren-Option.”
      Quelle: https://kdp.amazon.com/self-publishing/help?topicId=A29FL26OKE7R7B

      Amazon NIMMT nicht 30% oder 65% vom Umsatz, sondern GIBT bis zu 35% bzw. bis zu 70% (je nach vom Autor gewähltem Lizenzmodell) vom Umsatz.

  • Tom
    10.10.2011, 15:18 Uhr.

    Und das ZDF hilft mit!

    Schön mit Links zu den Seiten die dann als Bauernfänger bezeichnet werden. Natürlich als follow Link, damit Google die Seiten auch als wichtig ansieht…

  • Dreifels
    10.10.2011, 23:42 Uhr.

    Selber schuld. Wer so was glaubt/macht ist eh von sträflicher Naivität und Blödheit gesegnet.

    Aber Einstein hatte nicht ganz recht: Nicht nur Dummheit ist grenzenlos, wie Einstein feststellt, sondern offensichtlich auch Naivität und Geldgier. Und diese Kombination ist eine Verlockung wie ein leeres rumnstehendes Auto mit Zündschlüssel auf einem unbeachten Parkplatz.

    Jedenfalls, der vermeintlich Geschädigte ist der Verleitung zu einer Straftat schuldig und kein Mitleid wert.

  • H.Gutsche
    11.10.2011, 07:44 Uhr.

    Und von diesen ´´Angeboten´´ sind Titel dabei di kein Mensch interessiert. Was bedeutet, dass man noch weniger verkauft als bei Amazon, die bewerben noch wenigstens das eigene Unikat…

    Heike
    http://www.babysicherheit-und-mehr.de

  • shadaik
    11.10.2011, 10:33 Uhr.

    Bei aller Berechtigung der Kritik geht es bei den obigen bauernfängern nicht um Kindle-eBooks, sondenr um PDFs, die auf bezahlten Download-Plattformen angeboten werden. Insofern ist die zweite Hälfte leider eine Tehemnverfehlung, wenn man die erste zum Maßstab nimmt. Oder umgekehrt.
    Selbst jene Ratgeber, die sich um eReader-eBooks drehen liefern aber meist nur Anleitungen, wie man ein billig dahingeschludertes eBook aus zusammengesuchten Inernettexten produziert (Guttenberg, Hegemann und die Postmoderne lassen grüßen), mit dem tatsächlich kein Geld zu machen ist.

    Was auch noch dazukommt: Der Markt ist in Deutschland noch nicht entwickelt, kaum jemand hat eReader (Deutsche scheinen Bücher immer noch mit gebundenen Papierstapeln gleichzusetzen). In Amerika sieht das völlig anders aus. Zwar ist Amanda Hocking sicherlich genauso eine Ausnahme wie es Stephen King in der Printwelt ist, aber über das Durchschnittseinkommen der Autoren in einem voll entwickelten Markt wie in den USA sagt das leider wenig aus. Dieses ist schon aufgrund des höheren Anteils des Autoren am Profit (zum Vergleich: Print bestenfalls 12%) eine deutliche Verbesserung zu dem, was Schriftsteller sonst so verdienen.
    Und natürlich: Wer Geld mit seinen Büchern machen will, muss für Einkommen sorgen und die Werbetrommel rühren. Im Schlaf geht nix.

  • Ruprecht Frieling
    11.10.2011, 11:30 Uhr.

    Nach meiner eigenen Erfahrung als E-Book-Autor (mit einem Titel mehr als 100 Tage in den Top-100-Verkäufen) sind derzeit im Schnitt 20 verkaufte Exemplare pro Tag erforderlich. Mit einem derartigen Tagesschnitt würde aber auch ein Holzbuch hoch ranken. Unterm Strich sind also die Proportionen zwischen Holz- und Elektrobüchern durchaus ähnlich. Daraus abzuleiten, es sei voll easy in die Amazon-Charts zu kommen, zeugt von geringer Marktkenntnis.

  • Richard Loewe
    11.10.2011, 11:49 Uhr.

    Halt wie im normalen Leben. Man darf sich schon die Firma genau
    ansehen der man Geld gibt, bevor man was von Leistung erkennen kann.
    Wie schon vermerkt ist der Artikel sehr einseitig und wühlt dort um, wo
    sich die schwarzen Schafe tummeln. Aber desto trotz sehr hilfreich
    wenn auch die mehr oder weniger naiven Autoren gewarnt werden.
    So also absolut positiv. Vergleicht man die Chance etwas zu veröffentlichen
    so liegen die bei E-Book doch noch wesentlich höher. Und es geht ja
    auch darum dem Autor mal ein Sprungbrett zu geben, bekannt zu werden,
    sich mal im Terrain umzusehen und die Lage zu prüfen. Wird nix schaden und
    steigert das Selbstbewusstsein. Bei einem Verlag unterzukommen wird
    von Insidern als ein Lotteriespiel beschrieben, welcher Treffer hier
    gemeint ist entzieht sich meiner Kenntnis. Also warum nicht mal
    bei Kindle einsteigen oder bei BoD. Es gibt genug seriöse Anbieter.
    mfG Richard

  • René Gäbler
    11.10.2011, 12:42 Uhr.

    Die “Geld verdienen mit Blaidee” und “So werden Sie reich in 4 Stunden”-Kurse haben ja nichts mit dem EBook-Markt an sich zu tun. Hier hat nur eine Branche einen neuen Markt entdeckt.
    Jeder Händler nimmt eine bestimmte prozentuale Gewinn- bzw. Händlerspanne ein. Das ist bei Druckwerken nicht anders.
    In Deutschland kommen die EBooks nicht sao richtig voran. Es gibt zu viele Formate, zu viele Verlage und Buchketten, die eine eigene Suppe kochen. Das sorght dafür, das die Angebote verteilt, überschaubar und wenig attraktiv sind. Das es anders geht, zeigt Kindle auf dem US-Markt.
    Leider fehlen bei uns noch Angebote, Magazine, Zeitungen. Auch Einstiegsangebote gibt es kaum. Der Reader für unter 100,- Euro ist noch nicht attraktiv genug. Da sollten ein paar Bücher schon drauf sein.
    Ich denke, das sich hioer noch einiges tun wird. Im Moment sind noch viele Fragen offen und viele Kunden greifen lieber zum gedrucktemn Buch. Für mich als Autor ist das nich so wichtig. Wenns jemand liest, ist das gut. :-)
    MfG
    René

  • Beobachter
    11.10.2011, 14:34 Uhr.

    E-Books sind tatsächlich im Kommen, aber nur weil sie so günstig zu haben sind. Die Buchpreisbindung gilt eben nicht im Online-Vertrieb der E-Books. Und hohe Herstellungs- und Vertriebskosten fallen auch nicht an.

    Einen Ratgeber für ein ganz spezielles Thema, der gleich zum Kern der Sache kommt -ohne unnötig Seiten zu schinden- bekommt man für 3-5 EUR. Das macht die E-Books so interessant. Und der wahre Boom steht erst noch bevor, da ähnlich der Blogs quasi Jeder zum E-Book-Autor werden kann.

    • Norbert Scheffler
      12.10.2011, 12:57 Uhr.

      Hallo René,

      nicht ganz korrekt!

      Zitat Wikipedia: “Die Rechtslage bei den sogenannten E-Books blieb lange ungeklärt. (…) Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Verstöße gegen die Buchpreisbindung abmahnen kann, war ursprünglich der Auffassung, dass die Buchpreisbindung nicht für diese Publikationsform gelte. 2008 änderte der Verband seine Ansicht vollständig und begründet dies unter anderem mit der Angst vor der Erosion der Preisbindung insgesamt.[4] Seit Januar 2009 setzt der Verband diese Auffassung auch durch[5], sodass die Buchpreisbindung faktisch auch für E-Books besteht.”
      (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Buchpreisbindung#E-Books)

  • S. Kühling
    11.10.2011, 16:04 Uhr.

    @Beobachter:

    Die Buchpreisbindung gilt auch für E-Books. Zwar kann man für E-Books, die auch im Printbereich veröffentlicht werden, einen anderen Preis nehmen als den für die Papierausgabe, die E-Books selber müssen aber in allen deutschen Shops zum gleichen Preis verkauft werden.

  • John Miehler
    11.10.2011, 16:19 Uhr.

    Tja und ich habe gerade heute ein ebook ins Netz gestellt. Warum eigentlich werden ebooks mit 19% Umsatzsteuer belastet und nicht mit 7% wie gedruckte Bücher ?

    • Matthias
      13.10.2011, 10:02 Uhr.

      @John Miehler: Da es sich um Software handelt und diese mit 19% versteuert wird (beim Verkauf über Amazon mit Sitz in Luxemburg übrigens 15%).

  • Sarina
    11.10.2011, 16:55 Uhr.

    Ist es jetzt was Neues, dass an Ratgebern zum Geldverdienen hauptsächlich die Autoren derselben Geld verdienen?

    @Beobachter
    Dass E-Books billiger sind als Papierbücher, ist nach meiner Erfahrung ein Gerücht. Teilweise sind sie sogar teurer, obwohl sie wegen deutlich geringerer Herstellungskosten ebenso deutlich billiger sein müssten.

    @John Miehler
    Vermutlich weil, wie in anderen Bereichen der digitalen Welt, der Staat keine Ahnung hat, was das ist. Die offizielle Begründung würde mich auch mal interessieren, ich hatte heute noch nichts zum Lachen.

    P.S.: Hier mal der Versuch einer Erklärung aus 2008:
    http://www.buchmarkt.de/content/34232-hartauers-steuerrecht.htm

  • Renee Claude
    11.10.2011, 17:41 Uhr.

    Mit richtigen (also gedruckten) Bücher auf dem Level verdient man sich aber auch nicht gerade dumm und dämlich. Wenn du Peanats lieferst, wirst du mit Peanats bezahlt. On- wie offline.

  • Timo Kühne
    11.10.2011, 18:05 Uhr.

    Guten Tag,

    was ich in diesem Artikel las ist teilweise schon richtig. Natürlich reicht es nicht nur ein E-Book zu schreiben und schon verkauft es sich wie warme semmel. Wer das denkt, der hat schon verloren. Sobald das E-Book bereit ist für den Verkauf muss natürlich begonnen werden Zielgruppengenauen Traffic zu generieren. Wie man das macht? Natürlich lernt man das in anderen Produkten, oder eben in einem “Rundum sorglos Paket”. Das Problem welches die meisten Menschen haben liegt nicht darin ein gutes E-Book zu schreiben, sondern es fehlt am nötigen durchhalte Vermögen richtiges Marketing dafür zu machen. Ihr beim ZDF strahlt doch auch keine Interessante Sendung aus, ohne dafür Werbung zu machen. Wer würde sonst Wissen das diese Interessante Werbung ausgestrahlt wird? Ich stimme euch aber in einem Punkt vollkommen zu. 8000 Euro und mehr innerhalb eines Monats und das beim ersten Anlauf, ohne Erfahrung in diesem Bereich. Natürlich völliger Quatsch.

    Gruß Timo Kühne

  • Ludwig Coenen
    11.10.2011, 18:50 Uhr.

    @ZDF:

    Kleiner Hinweis aus der Kategorie #justayin:

    Ist Ihnen bewusst, dass Sie den verlinkten drei Seiten mit eben dieser Verlinkung einen großen Gefallen tun?

    Jeder Link ist eine Empfehlung und ein Link vom ZDF nutzt diesen Leuten (dadurch, dass sich deren Seiten so in Google besser platzieren).

  • Ludwig Coenen
    11.10.2011, 18:54 Uhr.

    Sehe gerade, die Links wurden anscheinend entfernt.

  • Mario Burgard
    11.10.2011, 19:59 Uhr.

    Dieser Artikel ist mir etwas zu einseitig.

    Es ist richtig. Es wird oft das sogeannte große Versprechen gemacht und danach nicht gehalten.

    Gerade in der “Geld-verdienen-Nische” wie sie umgangssprachlich genannt wird, haut man kräftig auf die Pauke mit Versprechen, die so nicht gehalten werden können.

    Allerdings besteht eben eine große Nachfrage nach Informationen im Internet. Das muss ich wohl niemandem sagen. Denn das Internet ist zur Zentrale aller Informationssuchenden geworden.

    Wenn man nun also die Vorgehensweise kennt, einen Bedarf ausfindig zu machen, die Lösung anzubieten und auch das richtige Marketing anzuwenden…

    dann lässt sich mit Ebooks ganz sicher Geld verdienen. Beweise hierfür gibt es genügend. Vor allem in den USA boomt dieser Markt.

    Von Kochbüchern, über Abnehmprodukte bis hin zum Datingbereich. Es wird damit Geld verdient.

    Es ist ein Geschäft. Eine Selbstständigkeit. Also Arbeit. Viel Arbeit. Sie besteht aus Testen und Fehlschlag und wieder Testen und wieder fehlschlag.

    Trotzdem… Es ist richtig. Die tollen Versprechungen die in dieser Szene gemacht werden, werden beinahe nie gehalten.

    Wir befinden uns hier im Direkt-Marketing. Diese Branche hat gerne auch mal einen zweifelhaften Ruf. Außerdem wird Direkt-Marketing oft als “nervig” bezeichnet.

    Wir kennen das alle von diesen Anrufen…

    Fakt ist aber… Es verkauft.

    In Amerika gibt es aber ein Sprichwort:

    The Promise got to stand the proof.

    Daran sollte man sich halten….

    Gruß

    Mario Burgard
    Direct-Mail Texter

  • Jörn
    11.10.2011, 21:54 Uhr.

    Zumindest im Lyrik-Bereich gehe ich konform. Mein Gedichteband “Der letzte Anschlag” hat es kurzzeitig auf Platz 1 geschafft, hält sich immer noch in den Top 30 (eBook-Lyrik). Reich bin ich (leider) noch nicht ;)

    Gruß

    Jörn Brien

  • Wilfred Lindo
    12.10.2011, 03:12 Uhr.

    Immerhin ist das Veröffentlichen von eigenen eBooks eine interessante Alternative für freie Autoren. Denn so rosig sieht es generell nicht für Autoren aus, speziell für Fachbuchautoren.

    PS.: Wer etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet unter http://www.ebookblog.de viele interessante Informationen dazu.

  • Petra Haasmann
    12.10.2011, 10:31 Uhr.

    Versprechen hin oder her… es ist doch so: Du bekommst das zurück, was du an Wert in den Markt hineingibst. Langfristig gesehen.

    Und ein schnell zusammengeflicktes Ebook aus unterschiedlichen Internet-Auszügen hat keinen Wert. Damit machst du dir nur die Reputation kaputt.

    Ich habe für mein Ebook mehr als 8 Monate gebraucht und das war kein Zuckerschlecken sondern richtig Arbeit!

    Viele Grüße
    Petra Haasmann

  • Wilfred Lindo
    12.10.2011, 12:09 Uhr.

    Ich finde die Thematik doch sehr einseitig beleuchtet und dies an dieser Stelle. Nur anhand von drei schlechten Beispielen das Thema Selfpublishing so abgewertet. Es ist schon sinnvoll, im Vorfeld das gesamte Thema zu beleuchten. Zumal es gerade unter Amazon Kindle eine Reihe von guten Titeln gibt. Beispiele sind beispielsweise “In nur 7 Tagen zum eigenen eBook“, “99 Tipps zur eBook Erstellung“.
    Gerade hier hätte ich doch eine etwas sachlichere Darstellung erhofft. Schade.

  • Eckhard Franke
    12.10.2011, 12:54 Uhr.

    Tja, mit der Werbung vom Sven Meissner oder auch allen anderen ist das so eine Sache…, aber mal ehrlich, glaubt Ihr denn alle der Waschmittelwerbung?

    Wer Hirn hat wird verstehen das man mit einem E-Book Einkommen von 200 – 1500 Euro keinen Käufer hinter dem Ofen hervor lockt.

    Fazit: Falsche Angaben und Aussagen gibt es über all, darum auch der Hinweis:

    Alle Profite und Verdienste, die aus der Anwendung der vorerwähnten Verlagsprodukte erwachsen, sind abhängig vom Fleiß, der Ausdauer, mentalen und intellektuellen Fähigkeit, Intelligenz und Durchsetzungskraft des Lesers und Anwenders!

    Also weiterhin
    viel Erfolg

    Eckhard Franke

  • Jason Born
    12.10.2011, 17:44 Uhr.

    Das eBook wird in der Zukunft eine kräftige Konkurrenz der Print-Medien werden, weil es einfach praktischer ist ein eBook zu haben, wo man bis zu 3500 Bücher (Amazon-Kindle) laden kann. Das man in diesem Bereich auch mit vielen Spammern rechnen muß, das wissen auch die großen Anbieter. Vor kurzen hat wohl Amazon über 100 000 Spammer entfernt. Das ist auch gut, für die ernsthaften Autoren, damit das eBook auch als Quelle neben dem normalen Buch bestehen kann.

  • Wilfred Lindo
    12.10.2011, 23:27 Uhr.

    Ich sehe das Thema Selfpublishing als ernste Konkurrenz zu den klassischen Verlagen. Sicherlich gibt es überall schwarze Schafe, aber es gibt auch eine große Anzahl von freien Autoren, die nun endlich die Chance ergreifen sollten. Und vielleicht ist der eine oder andere doch dabei, der jeden Monat mit einer gefüllten, virtuellen Brieftasche nach Hause geht;-)

  • dirk
    13.10.2011, 10:36 Uhr.

    Es sieht eigentlich noch schlechter aus, weil in dem Artikel ein Fehler ist. Diese 70% für den Autor und 30% für Amazon-Regelung gilt nur, wenn:

    1. Der Autor die alleinigen Rechte besitzt. Bei schnell zusammenkopierten Werken, wie die drei “Helfer” sicherlich empfehlen, ist der Inhalt aber (im besten Fall) gemeinfrei. Dann bekommt der Autor nur 30% vom Verkaufspreis (VK abzüglich 15% MwSt, weil Amazon in Luxemburg sitzt und abzüglich einer kleinen Datengebühr).

    2. Wenn der Preis des eBooks mindestens 2,99 Euro beträgt. Ist er niedriger, greift auch nur die 30% Autorenregelung.

    Außerdem ist zu beachten, dass die hier berechneten Werte einem Buch entsprechen, dass wenigstens immer zwischen Platz 20 und 50 der Bestsellerliste pendelt und da sind die verfügbaren Plätze naturgemäß rar gesät.

    Dennoch ist das eBook eine super Sache. Immerhin ermöglicht diese Art der Veröffentlichung jedem Autoren zu testen, wie sein Buch bei den Lesern ankommt – und immer bleibt die Hoffnung auf das große Glück mit höheren (vor allem eigeneverantwortlichen) Chancen als beim Lottospielen. :-)

  • mari
    14.10.2011, 10:31 Uhr.

    Ich verstehe die E-Book-Masche so: Ein Abzocker verfasst einen überteuerten Schein-Ratgeber mit vielen Seiten, aber kaum Inhalten. Den preist er auf einschlägigen Seiten und in E-Mails an. Um an Adressen zu kommen, muss man sich für eine scheinbare Vorab-Info registrieren, die genauso wertlos ist wie das ganze E-Book. Dann wird gesagt, man müsse schnell zugreifen, es gäbe nur noch einige Eyxemplare von diesem sensationellen Ratgeber. Bevorzugtes Thema: so werde ich super-schnell reich. Das E-Book mit den angeblich richtigen Tipps dazu kostet ca. 60 Euro. Für den, der seine Produkte mit diesem Schneeballsystem unters Volk bringt, eine echte Geldruckmaschine, denn immer wieder fallen die Leute darauf herein.

  • Wilfred Lindo
    14.10.2011, 11:41 Uhr.

    Ja, überall gibt es schwarze Schafe. Aber beispielsweise unter Amazon Kindle tummeln sich viele “richtige” Autoren, die auch etwas zu sagen haben oder handfeste eBooks liefern. Wir stellen regelmäßig unter http://www.ebookblog.de entsprechende Titel vor. Schlechte ebooks werden auch so abgestraft.

  • koma1980
    30.11.2011, 15:50 Uhr.

    Hello,

    dass mit den eBooks hab ich auch schon oft gelesen habe mich bisher aber davon fern gehalten. Die angeblichen Gurus aus dem Internet verlangen ja für teilweise sinnlose eBooks, die helfen sollen eBooks zu verkaufen eine unmenge an Geld. Habe da schon Preise von 49 – 200 Euro gefunden.

    Aber das hat ein Ende, ich habe einen schönen Blog gefunden, der die wichtigsten Infos kostenlos zur Verfügung stellt. Ist echt interessant und ich habe kein Geld dafür ausgeben müssen.

    Hier der Link: http://zummba.net/blogs/posts/spooner

    LG koma1980

  • Dieter
    21.12.2011, 11:09 Uhr.

    Ebooks sind im Kommen, darüber gibt es keine Zweifel. Bis es bei uns so boomt wie in den Vereinigten Staaten, ist “nur” noch eine Frage von wenigen Jahren: Es verhält sich ziemlich genau so, wie bei allem anderen Neuen und “Guten”, welches dort seinen Ursprung hat. – Und wenn es dann wirklich so weit ist, werden wir einer neuen “sensationellen” Technologie im Zusammenhang des guten alten Buches wieder einmal mehr meilenweit hinter her hinken: Die gleiche Diskussion entbrannt…

    Echt schlimm finde ich den Schrott, welcher Sven Meissner und Konsorten feil bieten: Schnell mal kurz im Internet recherchiert, mit billigem Inhalt gefüllt, Seiten mit grosser Schrift füllen, damit 50 Seiten zu Stande kommen und es dann als Ebook für 10 Euro und mehr verhökern…

    Wachsendes Misstrauen, das ist ein wichtiger Mit – Grund, weshalb es Ratgeberebooks so schwer haben, sich bei uns vernünftig durchzusetzen.

  • worthandel
    28.02.2012, 23:26 Uhr.

    Die Autoren, die Giesbert Damaschke da recherchiert hat, wie Sven Meissner, Alexander Hausleitner etc. bieten Ihre ebook-Pakete schon seit 2004/2005 an und haben ihre Angebote offenbar bis heute nur nicht grundlegend überarbeitet. Damals ging es noch um den Vertrieb von PDF-Dateien. Spät drauf gekommen, Herr Damschke! …und also hat dieser Artikel einen falschen Bezug zum heutigen ebook-Markt!

    Mit leserlichen Grüßen.

  • Niels
    30.04.2012, 14:49 Uhr.

    Ohne Zweifel sind die Versprechen dieser “Ratgeber” nichts anderes als Schwindel. Trotzdem: Mit einem guten ebook kann man mittlerweile auch in Deutschland durchaus Geld verdienen. Ich verkaufe meinen Roman “SECHS” seit rund zwei Wochen auf Amazon, habe es in zwei Kategorien in die Bestseller-Listung geschafft und in dieser Zeit mehr als fünfhundert Bücher verkauft. Alleine gestern über hundert. Es geht – ein gutes Buch vorausgesetzt.

  • Irene
    07.06.2012, 13:21 Uhr.

    Lustigerweise tauchen die Reseller-Ebooks mittlerweile auch auf Amazon und bei Epubli auf, und zwar zu völlig unterschiedlichen Preisen für ein und denselben Titel, weil sie ja von verschiedenen Anbietern eingestellt werden.

  • Irene
    01.07.2012, 19:46 Uhr.

    Habe mittlerweile auch meine Verkaufszahlen veröffentlicht:
    http://ebookautorin.de/ebook-verkaufszahlen-amazon/

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