Die Identitätsmörder von GooglePlus

Pseudonyme haben es zunehmend schwer im Netz. Foto: bert23/Flickr, CC-BY

Pseudonyme haben es zunehmend schwer im Netz. Foto: bert23/Flickr, CC-BY

Google reißt die Masken runter: Wer im Hype-Netz GooglePlus unter seinem Netz-Pseudonym unterwegs sein will, wird dazu gezwungen, seine wahre Identität preiszugeben. Die Aufregung ist groß, der Imageverlust für Google massiv. Warum tut Google das? Und was passiert mit uns, wenn unsere Netz-Identität auf einmal enttarnt wird?

Nixe Muschelschloss ist sauer. Stinksauer. Im schönsten Münchner Hochdeutsch schimpft sie über Google und seine Klarnamen-Anforderungen. „Ich finde, das ist das Letzte. Was soll denn das? Ich bin seit drei Jahren auf Twitter als Muschelschloss unterwegs, es gibt über 5.000 Einträge bei Google über mich und auf einmal soll das nicht mehr genug sein?“

Gegen die Bedingungen

Wie tausende Andere hatte sie vor kurzem ihr GooglePlus-Konto aktiviert, dort wurde ihr Kunstname „Nixe Muschelschloss“ aus ihrem Google-Profil einfach übernommen. Wenig später bekam sie die Nachricht, dass ihr Google-Konto gesperrt sei – wegen Missachtung der Community-Regeln.

Denn anders als in den Google-Nutzungsbedingungen steht in den Community-Regeln nicht, dass die Verwendung von GooglePlus auch unter einem Pseudonym möglich ist. Stattdessen ist dort, in fehlerhaftem Deutsch, zu lesen: „Verwenden Sie den Namen, mit dem Sie normalerweise Freunde, Familie und Kollegen angesprochen werden. Dies dient der Bekämpfung von Spam und beugt gefälschten Profilen vor.“

Das Pseudonym-Problem ist so alt wie das Internet. Und Google ist mit seinen Anforderungen nicht der einzige Player auf weiter Flur, der seine User demaskieren will. Auch Facebook verlangt in seinen Nutzungsbedingungen die Verwendung von Klarnamen.

Rechtlich undeutlich

Rechtlich gesehen sind diese Anforderungen (wieder einmal) schwierig. Wie Rechtsanwalt Thomas Stadler in seinem Blog schreibt, muss nach dem Telemediengesetz ein Diensteanbieter „grundsätzlich gewährleisten, dass der Nutzer den Dienst auch anonym oder pseudonym nutzen kann“.

Dies gelte allerdings nur unter der Annahme, dass ein GooglePlus-Profil nicht selber ein Telemedium ist, für das dann wiederum die Impressumspflicht gelte, was die Verwendung eines Pseudonyms verbieten würde. Eine umstrittene Auffassung.

Anwalt Peter Harlander vertritt dagegen in Stadlers Blog die Meinung, dass es für Google nicht zumutbar sei, mit Pseudonymen zu operieren, da das Geschäftsmodell die Vernetzung von realen Personen sei. „Das würde natürlich wesentlich beeinträchtigt, wenn Teile der Teilnehmer unter Pseudonymen wie Schurliwutz1965 auftreten würden.“

Einzigartige Namen

Für Jana Herwig, Medienwissenschaftlerin an der Universität Wien, ist dieses Vorgehen nicht verständlich. „Zum einen gibt es einen Internet-Nick immer nur einmal. Allerweltsnamen wie Lisa Müller oder Manfred Schmidt machen das Finden einer Person in einem Netzwerk dagegen sehr viel schwerer.“

Zum anderen habe sich über die Pseudonyme eine neue Kommunikationsweise entwickelt. „Damit wurde eine neue Wahrnehmung des Anderen geschaffen. In manchen Szenen kennen sich die Leute eher unter ihren Nicknames und reden sich offline auch damit an. Mit den Klarnamen kann oft keiner etwas anfangen. Das ist längst zu einem neuen Ich-Konzept geworden.“

Persönlichkeitsmord

Dass Google das jetzt abschaffen will, ist für Herwig ein Schritt zurück ins analoge Zeitalter. „Da haben es Leute geschafft, sich eine Persönlichkeit aufzubauen und müssen jetzt den Schritt zurück zum Klarnamen gehen, wenn sie dabei sein wollen. Das selbst entwickelte Ich-Konzept steht ihnen auf GooglePlus nicht mehr zur Verfügung. Das ist im Grunde so etwas wie Persönlichkeitsmord.“

Denn längst nicht jeder ist bereit, seine Identität im Netz preiszugeben, nur um im Google-Club dabei zu sein. Viele haben die Anonymität auch mit Bedacht gewählt, um sich zu schützen – vor dem Staat, vor Identitätsdieben, vor Menschen mit anderen Meinungen.

Causa Muschelschloss

Oder vor Männern. Wie Nixe Muschelschloss. „Ich bin alleinstehend, ich will nicht, dass man mich im Internet als potenzielles Opfer ausspähen kann. Außerdem traue ich diesem Überwachungsstaat nicht. Ich bin deshalb im Internet nicht zu finden.“

Dass Google sie ausgesperrt hat, ist für sie daher ein Affront gegen die Prämisse des anonymen Netzes. Zumal das Unternehmen mit seinen Sperrungen alles andere als konsequent ist. Nutzer wie Plomlompom oder Porr Porr sind nach wie vor bei GooglePlus zu finden. Andere Nutzer wie Enno Park aka Ennomane wurden kurzfristig gesperrt und nach einer Verifizierung über die Handynummer wieder freigeschaltet.

Google schweigt

Eine Begründung für dieses Vorgehen hat Google bislang nicht geliefert. Von Google-Sprecher Stefan Keuchel kam nur ein magerer Beitrag zur Diskussion, in dem er die offizielle Position vertrat, dass Google-Profile als öffentliche Präsenzen im Internet dienen, mit denen man auch reale Menschen in der realen Welt finden und mit ihnen in Austausch treten könne: „Nur mit dem richtigen Namen oder dessen Kurzform (z.B. Michi statt Michael) können Nutzer andere Nutzer eindeutig identifizieren und somit mit der richtigen Person in Kontakt treten.“

Dass dieses Denken im Internet von 2011 nichts mehr verloren hat, scheint dem Konzern gleichgültig zu sein. Und auch für Nixe Muschelschloss kommt eine Verifizierung ihres Accounts nicht in Frage. „Google wollte einen Scan meines Personalausweises haben. Aber nix da! Meine Identität bekommt niemand“, empört sie sich.

Ihre Konsequenz aus dem Pseudonym-Theater: Sie hat digitalen Selbstmord begangen und ihren Google-Account gelöscht.


(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

Daniel Bröckerhoff

Daniel Bröckerhoff - Freier Journalist, TV-Reporter, Autor und Regisseur für Fernsehen und Online.

61 Kommentare | 22. Juli 2011 | 08:05 Uhr | Twittern | Facebook

61 Kommentare

  1. Es ist ein absolut richtiges Verhalten von Google & Co. Wenn ich mich mit Mitmenschen zum Dialog stelle, möchten die Mitmenschen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Man stelle sich vor die Politiker würden nur unter einem falschen Kunstnamen auftreten und die Geschicke der Menschen leiten, die sich anonym in der Gesellschaft aufhalten. Das Geschrei derer, die jetzt hier bei Google & Co sich beschweren, wäre besonders laut. Schon das vermummen des Angesichts, sei es von Muslimen oder Randalierern zeigt, dass dieses Verhalten in einer aufgeklärten und offenen Gesellschaftskultur keinen Raum hat. Entweder man steht zu dem, was man sagen und mitteilen möchte, als der, der man ist oder man hält seinen Mund und schweigt.

    Ralf Storm | 22. Juli 2011 | 08:59 | Antworten
    • Genauso sehe ich das auch! Es hat sich im Netz, unter der Möglichkeit sich anonym äußern zu können teilweise eine unerträglich unanständige Kommunikationskultur gebildet. Es wird gelogen, gemobbt, geschimpft, beleidigt und was noch alles. Wer wirklich ernsthaft, ehrlich und mit Anstand etwas mitteilen möchte, der/die braucht aus meiner Sicht keinen Nickname. Niemand wird gezwungen sich bei Google anzumelden. Das Argument des gesellschaftlichen Drucks zu so etwas ist Unsinn, da “DIE GESELLSCHAFT” einen nicht einmal sanktionieren kann und wird im Falle des vermeintlichen “Zuwiderhandeln”.

      ilonka | 22. Juli 2011 | 11:53 | Antworten
      • Achso, deswegen posten Sie anonym als “ilonka”? :)

        michel003 | 22. Juli 2011 | 12:34 | Antworten
        • lol … auch wenn´s Sie es kaum glauben können, aber ich heiße tatsächlich Ilonka und da ich es ernst meine, was ich sage hier auch gerne meine Nachname: WEBER. Zufrieden? ;-)

          ilonka | 22. Juli 2011 | 16:37 | Antworten
          • sponsored by google, haha

            schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:14 | Antworten
    • Es muss dem Urteilsvermögen der Teilnehmer überlassen bleiben, ob sie ein Pseudonym oder einen Klarnamen akzeptieren oder wem sie welche Daten über sich mitteilen. Ebenso ist es das gute Recht eines jeden Individuums, sich aus persönlichen Gründen ein Pseudonym zu zulegen. Schriftsteller und andere Künstler tun dies schon immer. Ausserdem müssen wir endlich wieder verstärkt an die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen appelieren und aufhören, die Menschen immer vor sich selber schützen zu wollen.
      Dies mit vermummten Personen, wie Muslime auf eine Stufe zu stellen ist hahnebüchener Unsinn. Niemand ist im Netz unterwegs um zu randalieren und Terrorakte zu begehen. Auch wenn ich im Netzt immer wieder auf Muslime treffe, die die Meinungsfreiheit mit füßen treten und ignorieren. Es besteht immer noch ein Unterschied zwischen Wirklichkeit und dem Cybernetz.

      D. Leiss | 22. Juli 2011 | 12:05 | Antworten
      • @D. Leiss
        Da irren Sie leider mit Ihrer Ansicht, dass niemand im Netz unterwegs ist, um zu randalieren oder Terrorakte zu begehen. Lesen Sie bitte die Berichte der LKA’s und des Verfassungsschutzes, soweit sie öffentlich zugängig sind. Dann kommen Sie sicher zu einer etwas realistischen Beurteilung Ihrer Ansicht.

        Ralf Storm | 22. Juli 2011 | 13:52 | Antworten
        • Und sie meinen, Herr Storm, dass sie diese zweifelsohne vorhandenen Auswüchse dadurch in den Griff bekommen, indem dem “Internetterroristen” per AGB verboten wird, sich “Achmed der Terrorist” zu nennen?

          Hätte ich böse Absichten, würde ich mich bspw. einfach als “Ralf Storm” bei g+ anmelden – das klingt schön unverdächtig und durchläuft die Kontrolle wohl problemlos.

          Im Gegensatz zu “Terrorismus” auf g+ ist das Leben draussen auf der Strasse um ein vielfaches gefährlicher – trotzdem darf ich komischerweise noch die U-Bahn benutzen, ohne mich vorher namentlich auszuweisen.

          kopperschlaegerdotnet | 22. Juli 2011 | 15:36 | Antworten
          • Schade, dass Sie das Thema verfehlen.

            Ralf Storm | 23. Juli 2011 | 09:01 | Antworten
          • Schade, dass Sie Argumente mit Oberlehrerhaftigkeit verwechseln …

            kopperschlaegerdotnet | 25. Juli 2011 | 01:26 | Antworten
        • Schade, das sie das Thema verfehlen.

          schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:32 | Antworten
    • Herr Anders B. B. aus Norwegen stand und steht auch mit seinem vollen Namen und unvermummt für seine Überzeugung. Ich sehe absolut keinen Vorteil in einer Klarnamensregelung, ausser dass es Stalkern und Identitätsdieben (für welchen Zweck auch immer) noch leichter gemacht wird, als es ohnehin schon ist. Ob Sie Ralf Storm heissen oder nicht, ist für mich persönlich völlig unbedeutend. Dass Sie Muslime (nein, ich bin keiner!), die aus religiösen Gründen ihr Gesicht nicht jedem zeigen, mit Randalierern, die wirklich etwas zu verbergen haben, in einen Topf werfen, halte ich jedoch für höchst bedenklich und es zeigt mir, dass Sie Ihre “aufgeklärte und offene Gesellschaftskultur” auf Grundlage Ihres deutschen Kontroll- und Regulariums-Gedankenguts weltumspannend (das Internet ist nicht nur deutsch, schon gemerkt?) manifestieren wollen. Das hatten wir in der Geschichte leider schon zu oft.

      Google will Klarnamen, um damit Geschäfte zu machen, um Daten zu verknüpfen. Sie, Herr Storm, wollen Klarnamen lesen, um jemanden identifizieren zu können. Ich frage mich: wozu wollen Sie das? Ist meine (oder Ihre) Meinung hochwertiger, weil sie mit einem vermeintlichen Klarnamen veröffentlicht wurde?

      Die wirklichen “bösen Buben” lachen doch ohnehin nur über solche Diskussionen.

      Hans im Ausland | 26. Juli 2011 | 20:07 | Antworten
    • Leg dich in dein Bett und schlaf weiter…

      schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:15 | Antworten
  2. Ich kann die Aufregung und Empörung nicht verstehen. Niemand von uns wird gezwungen, bei Google+, Twitter oder Facebook ein Profil anzulegen um sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Vielmehr stellen die Betreiber dieser Seiten uns die Möglichkeit zur Verfügung, diese Plattformen zur Kommunikation, Austausch von Belanglosigkeiten oder auch zur Selbstdarstellung zu nutzen. Eine Pflicht oder einen Zwang, sich daran zu beteiligen, gibt es nicht. Wenn mir die Regeln des Anbieters nicht gefallen, dann nehme ich sein Angebot auch nicht an. So einfach ist es. Und sollte es auch sein. Ich persönlich habe kein Problem damit, meinen “Klar-” Namen zu benutzen, den ich gebe im www nichts anderes preis, als sowieso mein Nachbar von mir wissen dürfte oder ich auch in der Tageszeitung mit meinem Namen veröffentlichen würde. Wer nach anonymen Begegnungen im Netz sucht, aus welchen Beweggründen auch immer,der findet auch hierfür genug Anbieter.

    Peter Wiens | 22. Juli 2011 | 09:07 | Antworten
  3. Ich denke, dass Ralf recht hat. Nur ist unsere Welt kein Paradies und wir werden sie auch nicht dazu machen! Mit der Wahrheit ist es schlecht bestellt und zu seinen Fehlern stehen die wenigsten. Ich könnte doch auch einen falschen Namen nennen oder wird gleich beim Einwohnermeldeamt nachgeforscht ob meine Angaben der Wahrheit entsprechen.
    Es ist wie beim Atomausstieg, wir steigen aus und die Nachbarn bleiben drin. Bei einem Supergau sind wir dann auch dabei! Aber es ist ein Anfang, vielleicht auch für Politiker? Viele leben ja nach dem Motto: was geht mich mein Geschwätz von gestern an!

    Wolfgang Michalke | 22. Juli 2011 | 09:19 | Antworten
  4. Menschen die über das Internet miteinander in Kontakt treten wollen ohne ihr reales Leben zu offenbaren mit Politikern zu vergleichen deren Beruf es natur gegebener Maßen ist in der Öffentlichkeit zu stehen ist Unfug.

    Aber gradezu hetzerisch ist es Muslime und “Randalierer” auf eine Stufe zu stellen wo sich die einen aus Glaubensgründen verhüllen während sich die anderen verhindern wollen bei illegalen Handlungen identifiziert werden zu können.

    Und es zeugt entweder von Unwissenheit um die Materien oder Ignoranz all dies über einen Kamm zu scheren.

    Recht geben kann ich Peter wenn er sagt: ist doch eure Entscheidung ob ihr da mitmachen wollt oder nicht.
    Denn genau wie beim Fernsehen gibts auch im Internet einen “Aus”-Knopf. Leider beschwert man sich lieber über beides statt diesen auch zu nutzen.

    Max Mustermann | 22. Juli 2011 | 09:53 | Antworten
    • @Mustermann
      Ich würde mich Ihrer Auffassung differenziert anschliessen, jedoch spricht die Realität eine andere Sprache. Wer sich verhüllt, hat etwas zu verbergen. Wenn das Gesicht aus Gründen, nicht erkannt zu werden,verdeckt wird, so ist das nicht mit religiösen Argumenten zu entschuldigen. Der Beamte beispielsweise bei einem Einwohnermeldeamt sieht nur eine völlig verkleidete menschliche Gestalt vor sich, sieht nicht ob es ein Mann oder eine Frau ist, ob bestimmte auffällige Merkmale im Gesicht zu erkennen sind und soll nun rechtlich robuste Dokumente für diese Person ausstellen. Ist das etwa mit Religion zu entschuldigen? Ich glaube nicht, dass bei einem Besuch an Ihrer Haustüre von einer völlig verkleideten Person Ihre Bereitschaft mit ihr zu kommunizieren sehr ausgeprägt wäre.
      Eher das Gegenteil nehme ich an wäre der Fall. Also bitte nicht völlig realitätsfremd argumentieren.

      Ralf Storm | 22. Juli 2011 | 12:08 | Antworten
      • Meiner Ansicht nach hat es eher mit Realitätsfremde zu tun Politiker und mitteilungsbedürftige Netznutzer auf eine Stufe zu stellen.
        Welchen Unterschied macht es in der Bewertung meiner (oder ihrer Aussagen) ob wir unsere Namen kennen?
        Wer sagt mir das sie wirklich Storm heißen.. und wenn interessiert ob das tatsächlich so ist?
        Der Unterschied ist das Politiker entscheiden und in sofern haftbar zu machen sein sollten für das was sie sagen und tun. Wir hingegen tun hier nur unsere Meinung kund.
        Und nur am Rande: Wer weiß heute schon noch wie Willy Brandt wirklich hieß? ;-)

        Davon abgesehen haben Muslime genauso wenig zu verbergen wie Christen, Juden oder Hindus. Hier sollte man offen genug sein kulturelle Unterschiede zu erkennen und zu aktzeptieren.
        Jedwede Form der Verhüllung automatisch mit der Notwendigkeit etwas zu verbergen gleich zu setzen ist mir offen gesagt zu simpel gedacht und beinhaltet genau die Realitätsfremde die sie mir vorwerfen.

        Max Mustermann | 22. Juli 2011 | 12:25 | Antworten
        • Verbergen bleibt verbergen, genau, was es ist. Die Personen verbergen sich, um nicht erkannt zu werden. Haben sie nicht den Mut zur Offenheit? Alle Menschen betrachte ich als Gleiche unter Gleichen, ob Politiker, Beamte, Sie oder ich, egal welcher Hautfarbe oder Religion. Darum ist das Gleichheitsprinzip gültig und die Stufe, auf der wir hier diskutieren die gleiche. Wer seinen Namen verunstaltet, will sich doch mit seinen Aussagen schützen. Wovor? Sicher doch nur hinsichtlich seiner nicht akzeptablen Äusserungen im Internet oder seinen Handlungen in der Realität. Siehe Stuttgart 21: Viele, sehr viele Bürger sogar kommen unverhüllt zur Demo, aber die, die etwas im Schilde führen, kommen vermummt und handeln demnach auch.

          Ralf Storm | 22. Juli 2011 | 12:37 | Antworten
      • Ich hab ja auch das Recht was zu verbergen oder sehe ich da was falsch…

        schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:17 | Antworten
  5. Ich kann mich Peter und Ralf nur anschließen. Niemand wird gezwungen, teilzunehmen. Und wenn Frau Muschelschloss der Welt ungefragt ihre Meinung mitteilen möchte, kann man sich schon die Frage stellen: warum denn bitte anonym?
    Bei 5000 Einträgen auf Google und über 50000(!) Tweets auf Twitter kann man nur schlussfolgern, dass sie das hauptberuflich macht (wann sonst) und spätestens dann greift sicher die Impressumspflicht, wie im Artikel angesprochen.
    Noch eine persönliche Erfahrung: Pseudonyme wie “Fee, Nixe, Prinzessin” entpuppen sich im wahren Leben i.d.R. genauso als das Gegenteil dessen, was sie ausdrücken wollen wie auf der Männerseite die Pseudonyme “Macho, Glücklichmacher oder Frauenversteher”…

    Michael Celler | 22. Juli 2011 | 10:04 | Antworten
  6. Ich bin Moderator bei http://www.parfumo.de, einer kleinen Community, in der die User mit Nickname unterwegs sind. Außer einer E-Mail-Adresse ist dem Betreiber von den Usern nichts bekannt.

    Leider machen wir die Erfahrung, dass die Verwendung von Nicknames und die Anonymität bei einigen Usern erheblich die Hemmschwelle senkt, sich daneben zu benehmen. Respektlosigkeiten bis hin zu Beleidigungen kommen leider vor und machen uns entsprechend Arbeit. Wenn wir dann diese Beiträge löschen, fühlen sich die Übeltäter ertappt, reagieren beleidigt, löschen oft ihren Account und versuchen sich mit einem Zweitaccount wieder anzumelden. Das nervt!

    Glücklicherweise hat dieser Mißbrauch noch keinen Umfang, der es erforderlich machen würde, Klarnamen einzuführen. Ich denke, diese Dinge haben wir alles in allem noch gut im Griff.

    Schlimm an der Änderung bei Google ist nicht, dass sie stattfand, sondern dass die User darauf keinen Einfluss haben. Communities sollten idealerweise nicht privatwirtschaftlich, sondern vereinsmäßig seitens der User organisiert sein; dann wären grundsätzlich Änderungen vom Willen der Mitglieder abhängig und demokratisch legitimiert.

    Thomas Gaida | 22. Juli 2011 | 10:09 | Antworten
  7. @peter wiens:
    “Niemand von uns wird gezwungen, bei Google+, Twitter oder Facebook ein Profil anzulegen (…)”

    Das ist nur teilweise richtig. Teilweise gibt es gesellschaftlichen Druck zu einer Online-Praesenz. Wenn der gesamte (reale, echte) Freundeskreis einen Teil der Kommunikation zu FB, Twitter, etc. verlagert, will man natuerlich auch “dabei” sein. Schraenkt man seine Online-Aktivitaeten auf diesen Kreis ein, ist ein Pseudonym voellig ausreichend: Einige wenige wissen, wer ich bin, fuer den Rest bin und bleibe ich anonym.
    Anders bei Bewerbungen. In bestimmten Branchen kann das “richtige” Online-Profil mitentscheidend sein, wobei hier natuerlich Anonymitaet/Pseudonymitaet kontraproduktiv waeren.

    @Ralf Storm
    Vermummung, Muslime und Randalierer in einem Satz! Das laesst erheblich auf ihre Denkweise schliessen. Ich bin sicher, Ralf Storm ist auch ihr richtiger Name.
    Wichtig ist einzig die freie Entscheidung hierzu. Wer anonym bleiben will, KANN das tun, wer seinen Identitaet preisgeben will, KANN auch dies tun. Jeder nach seiner Facon. Wird man zur Offenbarung gezwungen, ist diese Entscheidung nicht mehr moeglich, man ist erheblich eingeschraenkt.

    ich_bleibe_anaonym | 22. Juli 2011 | 10:10 | Antworten
    • “Gesellschaftlichem Druck” zu einer Online-Präsenz kann man sicher nicht dadurch begegnen, das man eben diese mit einem Nickname realisiert.

      Aber in welcher Zeit leben wir und wie erziehen wir unsere Kinder, wenn wir nicht in der Lage sind, uns diesem, oder einen anderen ungewollt aufokroyierten Verhaltensmaßregeln zu widerstehen?
      Ich habe ein Facebook Profil – mit meinem Klarnamen. Was ich da veröffentliche und weitergebe rusultiert nicht aus irgendeinem Zwang, sondern, nach reichlicher Überlegung, was man postet und was nicht, aus Begeisterung für die Möglichkeiten der Kommunikation, die mir das Internet bietet.

      Peter Wiens | 25. Juli 2011 | 10:23 | Antworten
  8. Ich finde Anonymität im Internet jetzt nicht schlecht. Wenn man bedenkt, dass diese Technologie erst so richtig in den letzten 10 Jahren von jedermann genutzt wird, ist diese elektronische Welt praktisch so jung, dass sie einer Gesellschaftsform gleicht, die der Neandertaler aus dem Steinzeitalter sehr ähnlich ist. Damals nutzten sie auch nur Pseudonyme wie “Wind in seinem Haar”, “Auge des Falken” oder so was. Es gab keine Gesetze und Kontrollen, um jemanden zur Verantwortung zu ziehen, d.h. wer es unter dem Pseudonym “Faust des Bären” in der einen Gruppe nicht geschafft hat, ging zur nächsten und hieß dort “Weich wie Wasser”. Es ist einfach und unkompliziert, es schützt vor Fehlern oder der verbalen Keule, z.B. wenn man was falsches veröffentlicht oder Unruhe stiftet. Solange in diesem “wilden” Territorium die Authentizität der Benutzer sich nicht auf die wahre bezieht, wird es für manche, meist den stärkeren, ein Machtwerkzeug sein und für den anderen, meist den schwächeren, ein Schutz.
    Facebook, muss ich ehrlich sagen, ist das Paradebeispiel einer jungen Matrix, in der gefressen oder gefressen werden zur natürlichen Auslese beiträgt.
    Google+ könnte der erst Schritt in eine geregelte Internetgesellschaft sein.
    Ich probiere es aus….

    Zacharias Foxx | 22. Juli 2011 | 10:20 | Antworten
  9. “Eine Pflicht oder einen Zwang, sich daran zu beteiligen, gibt es nicht.”
    -> Gruppenzwang

    wax wusterham | 22. Juli 2011 | 10:27 | Antworten
  10. Also, ich finde es etwas daneben von google.
    Unter “Realnamen” habe ich keine Chance, die meisten meiner “Internetfreunde” überhaupt zu finden – von den wenigsten kenne ich nämlich deren echten Namen.

    Und einige der hier vorgetragenen Argumente erinnern mich doch peinlichst an das alte “wer nix zu verbergen hat, braucht auch keinen Überwachungsstaat zu fürchten”:

    Schon mal darüber nachgedacht, dass es zum Beispiel eine durchaus berechtigte Trennung zwischen “privat” und “öffentlich” geben kann? Nicht jeder kann es sich – schon aus beruflichen Gründen – leisten, sein rein privates Engagement auch seinen Geschäftskunden unter die Nase zu reiben. Und “googeln” gehört beispielsweise für Personalverantwortliche mittlerweile wie selbstverständlich zum “Handwerk”.

    By the way: ob – wie in den Kommentaren kritisiert – “Nixe Muschelschloss” nun im realen Leben einer Nixe gleicht, ist doch völlig unerheblich! Ich beurteile Menschen nach ihren Aussagen, nicht nach Aussehen.
    Und der Hinweis, dass 5000 google-Treffer auf eine hauptberufliche Tätigkeit hinweisen, ist wohl auch mehr als blödsinnig – ich habe unter meinem Klarnamen deutlich mehr Treffer – und jeder einzelne ist privater, nichtgewerblicher Natur.

    kopperschlaegerdotnet | 22. Juli 2011 | 11:20 | Antworten
    • @kopperschlaegerdotnet
      Sie haben ja Recht mit Ihrer Ansicht, dass man aus beruflichen Gründen es sich nicht leisten kann oder besser leisten will, sein privates Engagement seinen Geschäftskunden unter die Nase zu reiben. Also dann soll dieser Mensch sich auch nicht auf eine öffentliche Plattform begeben und dort agieren. Er würde dies auch nicht tun, wenn er sich auf den Marktplatz seiner Gemeinde stellen würde und zu fremden Menschen seine privaten Dinge offenbart. Aber genau das ist es, worum es geht. Ich will alles von dem anderen erfahren und wissen aber bitte nicht erkannt zu werden, wer ich bin und wofür ich dies wissen will. Ist das, was man in einer offenen Gesellschaft von seinen Bürgern erwartet???

      Ralf Storm | 22. Juli 2011 | 14:05 | Antworten
      • Dass ich mich mittels Perücke, falschem Bart und etwas Schminke selbst auf ihrem “Marktplatz” unerkannt mitteilen kann, sollte Ihnen klar machen, dass Ihr Vergleich gelinde gesagt hinkt.

        Ich kann mich auf G+ problemlos “Karl Krause” nennen, obwohl ich nicht so heiße, warum soll ich also kein Pseudonym verwenden dürfen, unter dem ich im Netz seit Jahren bestens bekannt bin. Ich renn ja auf Ihrem tollen “Marktplatz” auch nicht mit nem Namensschild an der Brust rum.

        kopperschlaegerdotnet | 22. Juli 2011 | 14:33 | Antworten
        • Ach ja – und selbst wenn ich mich in “meiner Gemeinde” auf den “Markplatz” stelle und über den Platz rufe “Merkel ist doof”, werden voraussichtlich 99,99999% der menschen dort trotzdem dumm sterben, was meinen Namen anbetrifft – und Berlin ist nun bei weiten kleiner und übersichtlicher als das www :-D

          kopperschlaegerdotnet | 22. Juli 2011 | 14:37 | Antworten
          • Leider haben auch Sie hier das Thema verfehlt.Ihre Ausdrucksweise und Beispiele sind nicht geeignet eine seriöse Diskussion um das Thema “Klarnamen” zu führen, schade.

            Ralf Storm | 23. Juli 2011 | 09:05 | Antworten
          • Ersparen Sie mir doch wenigstens den Oberlehrer ;-)

            kopperschlaegerdotnet | 25. Juli 2011 | 01:24 | Antworten
  11. Wer anonymisierte Kommunikation ablehnt, hat -um nicht in Widerspruch zu dieser Aussage zu handeln- konsequenter Weise seinen Personalausweis auf der Stirn kleben und erwartet dies auch von anderen.

    Ich bitte Sie, sicher ist es bei Rechtsgechäften, dienstlichem Auftreten o.ä. teilweise unumgänglich sich auszuweisen, jedoch nicht wenn man sich mit jemandem (Bekannten oder Fremden) auf der Strasse unterhalten will. Umso weniger ist dies für die durch Google+ abgebotenen Kommunikationsdienste notwendig.

    Ein Verbot von Anonymisierung ist perfideste Bloßstellung und Ausspionieren von Nutzern. Alles andere sind Ausreden. Pfuj Google.

    Kyd | 22. Juli 2011 | 11:23 | Antworten
  12. Danke für die Thematisierung. Da der Konzern Google davon lebt, Daten über Nutzer und deren Nutzerverhalten im Web zu sammeln (und diese ja bekanntermaßen auch verkauft), hat er ein natürliches Interesse daran, die Personen, die nun Google+ nutzen, auch zu indentifizieren, zu katalogisieren und für sich und seine Kunden dann diese Nutzerdaten aufzubreiten: “Business as usual” .. Leider!

    Christine Hartmann | 22. Juli 2011 | 11:31 | Antworten
    • Sie hat so recht.

      Dazu kommt: erst wenn einer mal vom Identitätsdiebstahl, einem STALKER oder einem Troll/Spanner mal getroffen wurde, oder von geldgeilen Abmahnanwälten oder publicitysüchtigen Politikern auseinandergenommen, obwohl er nur privat eine ‘normale’ Meinungsäußerung bzw. eine Diskussionsbeitrag leisten wollte, versteht dann plötzlich, was Bekanntgabe der Persönlichkeitsdaten heute, im Internet ohne polizeiliche Kompetenz, und ohne geregelte internationale globale Vereinbarungen, bedeutet!

      R P | 22. Juli 2011 | 18:28 | Antworten
  13. Was ist ein Name? Was uns Rose heißt,
    Wie es auch hieße, würde lieblich duften;
    So Romeo, wenn er auch anders hieße
    Shakespeare

    Pro Anonymität | 22. Juli 2011 | 13:18 | Antworten
  14. (editiert) Als kommerzielle Plattform verfügt Google Plus jedoch eindeutig über das Hausrecht auf der eigenen Webseite und hat keinerlei Verpflichtungen, psychotherapeutische Leistungen durch Bereitstellung seiner Infrastruktur zu erbringen.

    ——
    Persönlich diffamierende Vermutungen, Beleidigungen und andere unsoziale Dinge dulden wir hier nicht. Bitte sachlich bleiben
    Markus Hündgen (Klarname!)

    Michael Weber | 22. Juli 2011 | 14:24 | Antworten
    • Ihre Interna über Frau M. in allen Ehren, aber betroffen sind auch Menschen, die voraussichtlich relativ gesund sind, aber dennoch Gründe haben, ihre Identität nicht offen zu legen (bspw. aus beruflichen Gründen).
      Auf offener Strasse rennt ja auch nicht jeder mit einem Namensschild am Revers herum und ich unterhalte mich Tag für Tag mit Menschen, ohne selbige sofort nach dem Namen zu fragen …

      kopperschlaegerdotnet | 22. Juli 2011 | 14:45 | Antworten
  15. Also so manche Kommentare hier machen mir schon ein bisschen Angst. Ebenso wie die Tatsache, dass dieses Thema überhaupt so hochgekocht wird.

    Wer sich nicht mit seinem echten Namen bei Google+ anmelden möchte, der soll es halt bleiben lassen! Es gibt keinen Zwang, Gruppenzwang zählt nicht. Wer meint er müsste sich anmelden weil alle / eine Gruppe es tut, der sollte mal ein wenig in sich gehen. Ich muss mich nicht immer anonym im Netz bewegen. Denn ich stehe zu den Dingen die ich poste.

    Tanja | 22. Juli 2011 | 17:11 | Antworten
    • @Tanja
      Danke für Ihren Beitrag. Er trifft genau ins Schwarze.

      Ralf Storm | 23. Juli 2011 | 09:07 | Antworten
    • liebe tanja,

      vielleicht möchte ich nicht, dass mein arbeitgeber erfährt, dass ich, seit ich die pille nehme, keine lust mehr auf sex habe oder dass er erfährt, dass ich harry potter ganz toll finde und gleich 3 mal im letzten film war oder dass ich an manchen tagen ein ganzes glas nutella essen wollen würde. es sind definitiv keine schlimmen sachen, aber liebe tanja, die du sagtest, dass du dazustehst, was du im internet postet, möchtest du wirklich, das jeder so gut über dich bescheid weiß? klärst du fremde menschen erstmal über die konsistenz deines morgendlichen stuhlganges auf? ist doch nichts schlimmes dabei. ist doch nur menschlich.

      es gibt anonyme pseudonyme (4chan macht es mit anonymous am besten vor) und es gibt pseudonyme die sich über jahre hinweg eine art virtuelles-ich im internet aufgebaut haben (erwähnte nixe muschelschloss)

      erstere gruppe, die vor denen hier scheinbar viele angst haben und die worte “anarchie und radikal” für ihre beschreibung nutzen wird es weiterhin geben, eigentlich betrifft diese regelung wieder einmal nur diejenigen die ihren missbrauch nie in erwägung zogen.

      was hier grade passiert, ist die flutung des internets mit den horden der normalsterblichen, die sich seinem sog nicht mehr entziehen konnten und nun ein identisches abbild ihrer gelebten realität in der virtualität verankern wollen. weil sie es so kennen. das ist der springende punkt dahinter.

      frollein stansen | 24. Juli 2011 | 07:39 | Antworten
    • Ich stehe auch zu den Dingen, die ich poste, dazu brauche ich nicht mal meinen richtigen Namen angeben… gut ne ?

      schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:26 | Antworten
  16. Tanja: Und dennoch sehe ich bei Ihnen nicht den vollständigen Namen, die vollständige Adresse, ihre Telefonnummer. Sprich: Auch sie haben sich dazu entschieden, uns lediglich ein Pseudonym, eine Bezeichnung nur gültig im Verlauf dieser Diskussion zu geben, und nicht ihre vollständige Identität zu offenbaren.

    Zu ihrem Argument: Nur weil etwas möglich ist, muss man diese Entwicklung nicht gutheißen. Wir würden ja auch protestieren, wenn sich der Benzinpreis verdoppeln würde — auch wenn die meisten von uns ja genausogut zu Fuß gehen könnten. Oder zu Hause bleiben (wie jetzt die Leute, deren Realname aus verschiedenen Gründen von Google nicht akzeptiert wird).

    Zumal bei der Größe von Google eine Gefahr durchaus nicht von der Hand zu weisen ist, nämlich die, dass wir uns zu einer Gesellschaft entwickeln, in der alle, die “anders” sind — zu häßlich für ein Foto, Freunde aus den falschen Stadtvierteln, unter einer neuen Identität im Frauenhaus wohnend, der falschen Partei angehörig — vom sozialen Leben ausgeschlossen werden. Genauso wie im obigen Benzinpreis alle vom sozialen Leben ausgeschlossen würden, die wenig Geld zur Verfügung haben und jenseits des ÖPNV wohnen.

    Anderer Gregor | 22. Juli 2011 | 18:48 | Antworten
  17. Jedem seine Meinung nur wer garantiert jetzt den Klarnamen Fanatikern das die sogenannten Klarnamen echt sind wenn sich hier einer als als sagen wir mal “Patrick Sonnberger(nicht echt)” wie ich jetzt präsentiert weiß auch niemand ob es sich um einen realen Namen der Person zugehörig handelt.
    Um ganz sicher zu gehen müsste die Plattform Administration Verifizierungen via Peronalausweis vornehmen wie von einigen Pornoseiten bekannt.
    In diesen Falle würden sich höchsten 10% der Leute in den so genanten SocialNetwerks registrieren.Das kann sich weder Google+ noch Facebook oder irgend eine andere online Community leisten. Doch sogar das kann man umgehen ,wie will ich jetzt hier nicht erklären.
    Auch ist es bekannt das gerade echte Stalker oder lästige Trolle und penetrante Spammer mit Namen im Netz ihr Unwesen treiben die eindeutig als sogenannte Klarnamen erscheinen um nicht gleich als solche erkannt zu werden.
    Es geht in der Diskussion in erster Linie um die Phantasienamen oder auch Pseudonyme und Nicks hinter dehnen sich meist ganz nette und anständige Menschen befinden .Das man auch dadurch nicht ganz anonym ist brauche ich hier wohl nicht extra erklären.
    Deswegen verstehe ich das ganze Theater um die Forderung nach Klarnamen nicht.
    Wem soll das wirklich was bringen außer den Werbestrategen der Plattform Betreiber beim verkauf der Nutzer an die Werbeindustrie mit dem Argument bei Uns sind nur sogenannte echte Personen was einen höheren Reibach macht.

    Patrick Sonnberger | 22. Juli 2011 | 19:53 | Antworten
  18. Ich darf mich seit heute wieder als Ti Leo bei Google+ rum treiben, nachdem ich per Mail mein Twitter- und Formspringprofil sowie mein Blog, alle unter dem Namen Ti Leo geführt, an den Support sendete. Durch die Impressumspflicht in deutschen Blogs ist das natürlich immer noch fragwürdig, inkonsequent ist es sowieso, weil es der Aussage von Keuchel widerspricht.

    Ti_Leo | 22. Juli 2011 | 22:58 | Antworten
  19. ich empfehle zum them zwei sehr schöne statements:
    http://tarzun.de/archives/371-Digitale-Mantafahrer.html
    und für google+ user:
    https://plus.google.com/100663200776971710151/posts/MCZM2jGHvoL

    wenn der mehrheit der internet-community die pseudonym-geschichte so wichtig ist, wird diese mehrheit google+ oder ein anderes netzwerk meiden, so diese anonymität nicht gesichert ist.
    sozialer druck hin oder her – es wird tatächlich niemand gezwungen, dabei zu sein. und wenn die zahl der “verweigerer” zu groß ist, wird sich die rahmenbedingung seitens des anbieters ändern oder eben kein entsprechender erfolg einstellen.

    und btw. sei es nochmals erwähnt: wir reden immer noch von einer beta-version.

    Jürgen Haslauer | 22. Juli 2011 | 23:16 | Antworten
  20. Mich erschrecken einige Kommentare hier. Offenbar finden einige die Aufgabe der Anonymität ganz normal. Bis vor kurzem war das nur eine Schnapsidee von Axel E. Fischer. Der Satz “Axel E. Fischer fordert …” wurde zum Running Gag im Internet.

    Wir reden sonst von Kinderschutz, Jugendschutz, Schutz vor Stalkern und Spammern. Aber jetzt soll Klarnamen-Pflicht kommen? Ich schreibe immer unter “Bertram in Mainz”, also quasi Klarnamen. Aber das sind überlegte Kommentare, die möglichst viele lesen sollen.

    Ein Anderer hat vielleicht gute Gründe, etwas zu verbergen. Es muss nicht die ganze Firma alle privaten Details kennen. Was ist mit Krankheiten und Problemen? Käme das totale “Vermummungsverbot”, also nicht nur im speziellen Fall, wäre das das Ende aller anonymen Diskussionen, Selbsthilfegruppen, Anfragen. Vielleicht hat jemand Aids, Eheprobleme, Depressionen oder sonst etwas.

    Gar noch Ausweis-Kopie? Das wollen immer mehr Firmen. In Zukunft wird wohl die Ausweis-Kopie beim Adresshandel landen als Teil des Datensatzes.

    “Keiner wird gezwungen”? Das könnte man gelten lassen bei elitären Spezialvereinen, aber nicht bei einem Massen-Medium. Sonst dürfte man sich nicht mehr beschweren über die Bahn, die Bank, Lärm, Arbeitsbedingungen, niedrigen Lohn, Abzocke bei Gebühren usw. “Es muss ja keiner teilnehmen.” Das Argument taugt nichts.

    Bertram in Mainz | 23. Juli 2011 | 00:15 | Antworten
  21. @bertram

    also ich finde die aufgabe der anonymität nicht ganz normal, keine sorge und sehe auch die wichtigkeit, sich anonym äußern zu können – aus den unterschiedlichsten gründen.

    und lassen wir auch den aspekt beiseite, dass google sich der verantwortung bezügl. dieser anonymität vermutlich bewusst ist und möglicherweise in der release ohnehin alles ganz anders sein wird als jetzt.

    aber bezüglich “niemand wird gezwungen”:
    ja gibt es denn nur google+? ich kann ja immer noch ein anderes soziales netzwerk wählen, kann anonym bloggen (wobei wir das thema impressumspflicht jetzt mal nicht durchdiskutieren wollen), kann in foren posten, twittern, kommentare in online-zeitungen und magazinen abgeben und diskutieren und auch in der offline-welt anonyme angebote nützen. oder siehst du keine alternativen?

    ja, natürlich gibt es mit unter “sozialen druck”. aber auch genug, die diesem widerstehen. nicht jedes kind trägt nike schuhe, weil das alle tun. und je erwachsener, desto mehr ist man hoffentlich unabhängig von sozialem druck. ich kenne leute ohne fernseher, ohne facebook-account und sie leben auch ;-)
    muss ich denn die auflagenstärkste zeitung lesen? oder die fernsehsendung xy sehen, weil es “mainstream” ist?

    nur weil etwas zum massen-medium wird, bin ich gewzungen, teilzunehmen? ich nehme jetzt mal an, dass du das SO auch nicht siehst, oder?

    Jürgen Haslauer | 23. Juli 2011 | 01:16 | Antworten
  22. hier als ergänzung:

    vic gundotra (senior vice president google) erklärt pläne bezügl. realnamen bei google+ und worum es google bei der geschichte geht:
    http://bit.ly/oJjSYG

    Jürgen Haslauer | 25. Juli 2011 | 09:23 | Antworten
  23. Wie immer muss man hier zwei Seiten sehen, a.) es besteht für viele Beteiligte (kriminelle Verkäufe bei eBay etc.) der berechtigte Wunsch den Klarnamen von Usern zu erfahren, b.) wenn man zunächst jemanden anonym kennenlernen möchte (zum Beispiel in Chat´s oder per Mail) und nicht an Psychophaten geraten möchte sind Pseudonyme (Aliase) angebracht. Es ist eine Frage des Vertrauens und eine Frage der Vereinbarung, diese sollte allerdings exakt und klar definiert sein.
    Das Grundproblem besteht aber in beide Richtungen weiter, richtig technisch versierte Personen werden im Bedarfsfalle keine Klarnahmen verwenden (IP-Spoofing) sondern sich ggf. die bekannten Klarnamen anderer anzueignen versuchen (Identitätsdiebstahl) und im Falle von wichtigen Klarnamenverschleicherungen (Berichte aus Bereichen der Kriminalität / Menschenre3chtsverletzungen etc.) werden viele daran interessiert sein, die Pseudonyme Klarnahmen zurodnen zu können. Es trifft also wie immer die falschen, Nixe Muschelsschloss war damit sicher nicht gemeint, ist aber die Leidtragende. Eine Idee im Ansatz, wie weit diese kriminellen Aktivitäten gehen, habe ich auf meiner Seite http://www.leichtleben.de zusammengestellt. Wie weit manche Personen gehen um ihre Informationspfründe zu behalten, kann man ebenfalls auf meiner Seite nachlesen.
    Auch muss man sich darüber im klaren sein, ordnen Onlinedienste, Provider und SozialeNetzwerke den Pseudonymen Klarnamen zu, sind auch im realen Leben Werbung und (angeblich) Maßgeschneidertes zustellbar, inklusive dem HochstaplerFreund / Freundin die Studien im Profil betrieben haben. Und mit Werbung und Userprofilvermarktung macht so mancher sein Geld. Dass Regierung und Staatsorgane und (seriöse Provider und Betreiber) den Bürger nicht schützen können und wollen, die Möglichkeiten technischer Natur beständen, das ist die eigentliche Farce und nicht Nixe Muchelschloss oder die Tatsache ein Onlinedienst ggf. nur Klarnamen vereinbart.

    Mit freundlichen Grüßen

    Walter Smolnik

    Walter Smolnik | 25. Juli 2011 | 20:08 | Antworten
  24. Das mit dem Klarnamen ist wünschenswert, aber leider weltfremd. Man kann ja ein guter Mensch sein und wirklich vernüftige Ansichten haben. Aber der Mensch ist merkwürdig, sehr merkwürdig. Es gibt immer welche, die nichts anderes zu tun zu haben scheinen, als anderen das Leben schwer zu machen. Wer den Klarnamen will, der kann den nehmen, wer ihn nicht will – auch gut. Das Risko des Lebens ist nicht zu bannen, nur klein zu halten. Nehme ich den richtigen Namen, dann gebe ich meine Identität preis. Nehme ich ihn nicht, muss ich hinnehmen evtl. Unverschämtheiten oder andere Dinge zu ertragen. Es ist immer was dabei.

    Rüdiger von Gizycki
    Klarname ;-) Damit habe ich kein Problem.

    Rüdiger von Gizycki | 26. Juli 2011 | 17:46 | Antworten
  25. Ergänzung

    “Nehme ich ihn nicht, muss ich hinnehmen evtl. Unverschämtheiten oder andere Dinge zu ertragen.”
    Damit meine ich, das der andere, der sich hinter dem Pseudonym versteckt oft rücksichtslos ist, weil er ja nicht erkannt wird.

    von Gizycki

    Rüdiger von Gizycki | 26. Juli 2011 | 17:49 | Antworten
  26. Völlig richtig da Google Konzept…kein bock auf die ganzen Pseudonyme mehr wie bei Facebook….

    Janusch | 26. Juli 2011 | 18:04 | Antworten
  27. Ich sehe die Sache zwiegespalten. Das Internet ist mittlerweile eine riesige Marketingmaschinerie und da sind Benutzerprofile sehr sinnvoll. So kann man, wenn ich mein Benutzerverhalten nicht danach ausrichte, genau analysieren für welche Produkte ich mich interessiere, wo ich diese kaufe und welche andere Vorlieben ich habe. Ich bin also längst nicht mehr der gläserne Nutzer und unter Umständen kann dieses auch meiner realen Identität zugeordnet werden. Im Fall von G+ wäre dies mit oder ohne Pseudonym möglich.
    Ich denke, ohne das Thema verfehlt zu haben, die Problematik liegt darin begründet, dass sich mittlerweile jeder zu jedem äußert. Auch wenn er keinen blaßen Schimmer davon hat (leider kommt das immer häufiger beim ZDF vor). Um dieses einzugrenzen halte ich einen Klarnamen schon für sinnvoll, denn so setzt in dem Bewußtsein vielleicht vor dem Einstellen eines Beitrages wieder, falls vorhanden, der Verstand ein.
    Andererseits denken viele das Internet wäre mit Pseudonym ein rechtsfreier Raum und hier kann ich Leute beschimpfen, bewerten und mir Content aneignen. Erst wenn diese Nutzer begreifen, dass es technisch möglich ist sie dafür rechtlich zu belangen, ist diese Diskussion hinfällig. Leider wird das nicht passieren.

    frank jeschke | 27. Juli 2011 | 09:32 | Antworten
  28. Wusste gar nicht, dass das liebe Google mit dem LKA zusammenarbeitet und nur das Beste für die Menschheit möchte.
    Ich dachte immer sie unterliegen dem Gesetz des Marktes und müssen Geld verdienen.Mmmmhh, so kann man sich täuschen.

    schnickeschnag | 27. Juli 2011 | 09:37 | Antworten
  29. ich denke das grosse problem dem wir uns alle stellen sollte ist das umgehen mit einem sich ständg verändernden medium. keiner von uns hat das umgehen mit diesem medium gelernt. wir sind da rein oder damit aufgewachsen. und der eine kann besser damit umgehen und der andere schlechter. was ich mir bei der arbeit mit 6-12 jährigen im schulunterricht bei der betrachtung ihres surfverhaltens klar frage. wenn ich mit ungefähr 10 jahren so richtig anfange im netz unterwegs zu sein, mit email, chat, online games, facebook und co, (ja ein grossteil der unter 13 järigen sind schon seit einiger zeit bei facebook angemeldet und nutzen die selben plattformen wie wir erwachsenen), ich frage mich nur was in 20 jahren ist. wenn sie um die 30 sind,… endlich mal erwachsen. die jugendphase mit all ihren hochs und tiefs durch haben und dann ihren namen googlen.
    ich persönlich habe mich ja auch verändert in den letzten jahren. und als kind dachte ich anders als heute als erwachsener. doch was täte ich wenn ich mein pseudo nicht hätte. jedem arbeitgeber der mal meinem namen googlet zu erklären warum ich mal meinug bin das wir uns alle blau färben und in pilzhäusern leben sollten oder warum ich mit sophia … nicht verheiratet bin obwohl sie doch meine grosse liebe sei? das bin nicht ich wie ich heute bin. und das geht heute niemanden was an wie ich früher war. jeder macht mal fehler, jeder macht mal äusserungen die einem nicht lebenslang vorgehalten werden sollen. ein leben lang mit real namen im netz nimmt mir die möglichkeit mich frei zu entwickeln da ich ständig überlegen muss ob ich mit der meinung die ich grade habe ein leben lang in verbindung gebracht werden will. dann können wir ja auch die gerichtsakten frei zugänglich machen, soll doch jeder dazu stehen was er mal dummes getan hat, oder die schufa, frei für alle, einkünfte von personen sollte man sich auch frei von der website des arbeitgebers von all seinen angestellten holen können,… das rezept von coca cola den algorythmus von google, alles offenlegen denn wer weis was zur zeit alles hinter unserem rücken passiert solange wir das alles nicht wissen. son scheiss ey. und genau das ist der punkt. ich poste doch hier nicht das ich offenlegung geil finde mit meinem real namen… bin ich ja mal gespannt ob du in einigen jahren immer noch so denkst, wenn nicht kannst du nur hoffen das dass zdf den eintrag nicht mehr führt und er nicht mehr offen zugänglich ist, aber hey das wäre ja auch wieder falsch.
    genauso wie sich unser leben und man selbst jeden tag verändern kann und durch das was man erlebt auch wird, hat jeder das recht sich jeden tag ein neuen tollen namen für sich einfallen zu lassen.

    clemiblack | 27. Juli 2011 | 11:48 | Antworten
    • wer heute diese meinung und morgen jene hat, sollte garkeine haben. dann bleibt das netz auch sauber.

      trubidu | 27. Juli 2011 | 14:00 | Antworten
  30. Link: Anonymität im Netz: Schutz gegen die Tyrannei der Mehrheit

    [...] sperren sich Internetgiganten mehr und mehr gegen Pseudonyme. So schreibt Google für sein rasant gestartetes soziales Netzwerk Google+ Klarnamen vor. Hiergegen formiert sich bereits intelligent gesteuerter Protest. Auf der Seite „my name ist [...]

  31. Eine einfache Lösung ist,das Pseudonym als Aliasname an den Realnamen anhängen! Die Suchmaschinen finden beides.
    Ich habe mir einen seltenen Namen ausgesucht, er ist zugleich meine registrierte Marke und Künstlername.
    Alle Suchaufträge führen so ausschliesslich zu mir.
    Roger Beleffi alias missasubuhi

    Roger Beleffi | 9. August 2011 | 14:28 | Antworten

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