Terraria-Manie

Terraria Logo

Von Markus Hündgen

Die Spielebranche hat einen neuen Feind. Doch nicht Raubkopierer bereiten der milliardenschweren Daddelindustrie schlaflose Nächte. Mittlerweile sägt eine ganze Kundengeneration am heiligen Stuhl der Entwickler und erobert Dank Internet Stück für Stück den lukrativen Freizeitmarkt.


Andrew “Redigit” Spinks ist derzeit ein gefragter und ebenso zurückhaltender Interviewpartner. Der US-Amerikaner hat nämlich geschafft, wovon viele jugendliche Zocker träumen. Er hat nach nur knapp vier Monaten Entwicklungszeit mit seiner Mini-Mannschaft den großen Spieleschmieden den Rang abgelaufen.

Seit dem 16. Mai 2011 ist sein Spiel “Terraria” im Netz erhältlich. Innerhalb der ersten zwei Wochen hat sich die ungewöhnliche Genre-Mixtur 200.000 Mal verkauft, nach vier Wochen schnellte die Zahl bereits auf 450.000 hoch. Und die Verkäufe steigen täglich weiter an. Beachtlich für einen Spieleentwickler fast ohne Berufserfahrung und mit lediglich drei auf der Welt verteilten Mitstreitern.

Kassenschlager à la Minecraft

Die Verkaufszahlen sind umso erstaunlicher, da Spinks keine Millionen Dollar teuren Werbekampagnen geschaltet, kein renommiertes Spielemagazin sein Werk im Vorfeld beleuchtet hat und das Spiel ausschließlich digital im Netz vertrieben wird.

Terraria wird nicht nur aufgrund des zunächst ähnlich wirkenden Spielprinzips mit dem Kassenschlager und Überraschungshit “Minecraft” verglichen. Beide Titel teilen sich eine äußerst technische Umsetzung (Fans nennen sie liebevoll “zweckmäßig”) und die viral befeuerte Aufmerksamkeit im Netz. Minecraft steckt noch in der Entwicklung, die unfertigen Testversionen haben sich dennoch bereits mehrere Millionen Mal verkauft.

Konkurrenz für große Spielestudios

Andrew Spinks weiß, dass er mit seinem Erfolg den etablierten Spielestudios auf die Füße tritt. “Ich glaube, dass unabhängige Entwickler wie wir zu einer großen Gefahr für die Studios werden können”, sagt er gegenüber Hyperland. “Und das liegt einfach daran, dass sie nichts Neues wagen.”

Social Media wirkt

Den Erfolg hat das Team seinen Fans zu verdanken. “Das ganze Marketing haben die Fans übernommen. Entweder über Mundpropaganda oder soziale Netzwerke”, erklärt er. Auf YouTube gibt es tausende Videos mit Spielszenen, die selbstentworfene Gebäude zeigen oder Lösungshilfen bieten und von Millionen Menschen geschaut werden. Das von Nutzern gepflegte Wiki dokumentiert bereits nach wenigen Wochen jedes Detail der Terraria-Spielewelt.

Ob über Twitter, Facebook oder ganz altertümlich IRC-Chat: Die Entwickler sammeln aktiv Feedback von den Spielern und lassen es kontinuierlich in kostenlose Weiterentwicklungen einfließen.

Wegweisend

Für Ibrahim “Ibo” Evsan, der mit seinem Start-Up derzeit das soziale Netzspiel “Fliplife” entwickelt, ist diese Vorgehensweise richtungsweisend: “Der Spieler wird immer mehr zum Spieleentwickler und somit Teil des Spiels.” Im Fachjargon hat sich bereits der Begriff “Crowdsourcing Game” eingebürgert.

Für Andrew Spinks ist die Öffnung nach außen selbstverständlich geworden. “Die Spieleindustrie bringt seit Jahren immer wieder dieselben Spiele auf den Markt. Zwar mit immer besserer Grafik, aber ohne verbessertes Gameplay.” Man könnte diese Kritik auch als gut gemeinten Hinweis verstehen: Hört auf eure Fans.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

Markus Hündgen

Markus Hündgen - Videopunk

13 Kommentare | 23. Juni 2011 | 14:40 Uhr | Twittern | Facebook

13 Kommentare

  1. Oh Mann.. Sorry aber ich kann das dumme Gelaber von Ibo nicht ertragen. Das ist so ein Schwätzer, jetzt springt er auch noch auf Crowdsourcing Game Zug auf. Der soll erst mal seine doofen blauen tshirts bis zum jahr 2073 tottragen bis er casflow positiv ist.

    Er sollte mal Zeit in sein Spiel investieren bevor er sich neuen themen wie crowdsourcing wendet. Ist wohl sein Plan B, schliesslich ist fliplife ein floplife’

    Thorsten | 23. Juni 2011 | 19:54 | Antworten
    • Also ich finde es lächerlich unter einem Decknamen hier so ein mist zu erzählen und den Ibo zu beleidigen. Dass man Leuten in Foren an den Bein pinkeln will ist nichts neues. Solange man Neider hat, ist man auf dem richtigen weg, weiter so Ibo. Es ist nicht der umstand ob fliplife gut oder schlecht ist oder das Projekt, sondern letzendlich der versuch Menschen die in der Öffentlichkeit sind, an den Pranger zu stellen. Ich hoffe wirklich mehr konstruktive und sachliche Kritik wäre angebracht. Ansonsten lese ich nichts sachliches aus Hennings und Thorstens Kommentaren, sorry meine ehrliche Meinung

      Ufuk Topcu | 26. Juni 2011 | 11:24 | Antworten
  2. Also lieber ZDF, so ein Beitrag geht bitte gar nicht! Was hat denn bitte Herr Evsan mit der Spielindustrie zu tun? Er hat in seiner Zeit als Spielemacher nur Millionen ausgegeben und dafür ein “Flop-Spiel” entwickelt, das nicht mal gespielt wird. Ich bitte Sie bei Ihrer Berichterstattung objektiv zu bleiben und nicht Zitate von irgendwelchen Menschen zu bringen, die professionell in der Branche nichts zu suchen haben. Herzlichen Dank!

    Henning | 23. Juni 2011 | 20:13 | Antworten
  3. Böse Kommentare :)

    Die Zeit wird es zeigen. Wir machen einfach mal weiter.
    Mehr kann ich persönlich nicht sagen.

    Ibrahim Evsan | 23. Juni 2011 | 20:47 | Antworten
    • Also ich finde es lächerlich unter einem Decknamen hier so ein mist zu erzählen und den Ibo zu beleidigen. Dass man Leuten in Foren an den Bein pinkeln will ist nichts neues. Solange man Neider hat, ist man auf dem richtigen weg, weiter so Ibo.
      Es ist nicht der umstand ob fliplife gut oder schlecht ist oder das Projekt, sondern letzendlich der versuch Menschen die in der Öffentlichkeit sind, an den Pranger zu stellen.
      Ich hoffe wirklich mehr konstruktive und sachliche Kritik wäre angebracht. Ansonsten lese ich nichts sachliches aus Hennings und Thorstens Kommentaren, sorry meine ehrliche Meinung .

      Ufuk Topcu | 26. Juni 2011 | 11:10 | Antworten
  4. Böse?

    Sorry aber Spiele wie Minecraft und Terraria auf ein Level mit fliplife zu bringen ist böse. Nichts für ungut, aber Ehre wem Ehre gebührt.

    Thorsten | 23. Juni 2011 | 21:03 | Antworten
    • Naja, aber ganz ehrlich, mein Zitat bezieht sich auf das Thema Crowdsourcing Games. Bei Fliplife hilft die Community bei der Entwicklung neuer Ideen mit:

      http://fliplife.com/support/tickets (nur für angemeldete Nutzer)

      Wir haben dutzende Ideen der Community umgesetzt und einige sehr große Ideen werden gerade programmiert.

      Ibrahim Evsan | 23. Juni 2011 | 21:14 | Antworten
      • achsooo.. Firmen wie Bigpoint, Travian und Innogames entwickeln am Community vorbei und euer Team nutzt due Crowdsourcing Game Entwicklung. Andere sind nicht darauf gekommen. Aha! Nur weil Ihr ein Buzzword nützt wird es dadurch nicht besser.

        Thorsten | 23. Juni 2011 | 22:56 | Antworten
        • Thorsten, im Zeitalter von Transparenz, wäre es wirklich nett wenn Du Dich zu erkennen gibst.

          Ruf mich doch mal an. Ich zeig Dir dann mal unser Office und stelle Dir unsere Leute vor.

          Ibrahim Evsan | 24. Juni 2011 | 01:36 | Antworten
  5. Jeder hat seine Meinung, aber Spiele wie Minecraft und Terraria kann man auch nicht mit fliplife vergleichen. Das sind Spiele die sowieso in ganz anderen Ligen spielen, da sie ganz andere Zielgruppen ansprechen. Der “Sinn” hinter den Spielen ist doch ein ganz anderer. Jeder mag ein gewisses Genre an Spielen. Wie kann man ein Spiel das in meinen Augen nur ein Jump&Run ist (wie es sie ohne Ende auf dem Markt gibt) mit einem Spiel vergleichen das eine Lebenssimulation darstellt und den Hintergrund besitzt eine Community aufzubauen die auch ingame miteinander wirkt und spielt ? Geschmäcker und Meinungen sind verschieden und das ist wichtig!

    LG

    Marcel

    Marcel Heymann | 23. Juni 2011 | 23:21 | Antworten
  6. Hi,

    Als fast Ex- Fliplifer kann ich leider nur sagen, dass sich das Spiel dermaßen ins negative gedreht hat, dass es nicht mehr zum aushalten ist. Die Idee und der Ansatz waren gut. Nur leider wurde mit jedem Update “verschlimmbessert”. Die Aussage “Der Spieler wird immer mehr zum Spieleentwickler und somit Teil des Spiels.” wird bei Fliplife mit Füßen getreten. Auf Anfragen wurde teilweise pampig reagiert, Tickets wurden gelöscht, User werden hingehalten oder die verantwortlichen haben sich zurückgezogen. (siehe Facebookgruppen usw…) Es werden neue features eingebunden, alte Fehler aber nur gähnend langsam oder gar nicht entfernt. Das Spielsystem wird ohne Ankündigung geändert und auch die Preise für virtuelle Güter werden von jetzt auf gleich ohne Ankündigung geändert… Und von Wachstum auch keine Spur mehr… http://statistics.allfacebook.com/applications/multi/153552971328084+142614962445840+151399111552653 Es ist Schade um das Projekt. Aber am Thema Crowdsourcing geht Fliplife eindeutig vorbei… Schade Ibo & Ufuk

    Mirko Gleibe | 29. Juni 2011 | 21:57 | Antworten
    • Sage ich doch die ganze Zeit, jetzt springt er auf den Zug Crowdsourcing auf.

      Alleine schon die Aktion mit dem Gewinnspiel hat doch alles gezeigt wie sie mit dem Thema umgehen können.

      Kaum äussert man Kritik aus, wird schon ein Komplott und ein Feldzug gewettert.

      So werden Fans die Kritik äussern mundtot gemacht.

      @Ufuk
      Jemanden als Schwätzer zu betiteln ist keine Beleidigung, fanboy!!

      Thorsten | 3. Juli 2011 | 11:32 | Antworten
  7. Wir haben ein lustiges Video zu Terraria gemacht mit ein paar “Seitenhieben” in Richtung Minecraft ;)

    http://www.ingame.de/home/123138/video-review-terraria/

    Eure Meinung würde uns interessieren. Schaut gerne mal vorbei und schaut euch das Video-Review an.

    Gruss
    ingame

    ingame | 18. Juli 2011 | 19:51 | Antworten

Was sagen Sie dazu?