Gorny fordert kostenloses W-LAN für jeden Bürger
Von Markus Hündgen
Paukenschläge von Dieter Gorny: Der Chef des deutschen Musikindustrie-Verbands fordert in der Urheberrechtsdebatte “mehr Diskussionsbereitschaft” von allen Beteiligten, outet sich als Fan des Blogs über Vorratsdatenspeicherung der “Zeit” und fordert: Jeder Bundesbürger soll einen W-LAN-Zugang erhalten, bezahlt aus öffentlichen Geldern.
Noch am Mittwoch war Gorny Laudator auf dem Grimme-Online-Award in Köln. Eben jenem Medienpreis, der dieses Jahr zwei Projekte auszeichnete, die den medienpolitischen Positionen Gornys zuwiderlaufen: Das GuttenPlag Wiki und das Blog zur Vorratsdatenspeicherung bei Zeit Online. Einen Bruch sieht Gorny darin nicht. “Nehmen wir die Gornysicht ein: Das GuttenPlag Wiki macht nichts anderes, als Urheberrechte einzufordern. Ich finde nicht nur die Arbeitsweise gut, sondern die daraus entstehende Debatte“, sagte Gorny am Rande der C’n'B in Köln im Gespräch mit Hyperland. Es würde endlich darüber diskutiert, ob ein derartiger Klau von Gedanken, Ideen und Thesen gesellschaftlich geduldet wird. “Diese Diskussion hat einen Wert”, meint der Musiklobbyist.
Gorny, der sonst für knallharte und unveränderliche Positionen bekannt ist, möchte plötzlich reden. In der Debatte über die Urheberrechte standen sich bisher die traditionellen Rechteinhaber aus der Musikindustrie und die Musiknutzer im Netz nahezu unversöhnlich gegenüber. In der Vergangenheit setzte sich der von Gorny vertretene Verband für Netzsperren, die Speicherung von Vorratsdaten und eine harte Bestrafung von Urheberrechtsverletzungen im Internet nach dem Vorbild der französischen „Three Strikes Regelung“ ein.
Der “Gornysche Knoten”
Obwohl von diesen Positionen bislang offiziell nichts zurückgenommen wurde, soll nun wohl der Versuch unternommen werden, diesen „Gornysche Knoten“ etwas zu lockern: “Wir müssen uns endlich mit allen Beteiligten darüber unterhalten, wie wir die Zukunft gestalten.” Die Debatte, was aus den Verwertern wird, spiele dabei keine zentrale Rolle. “Es gibt drei Kraftfelder: Die Nutzer, die Inhaltemacher und diejenigen, die die Infrastruktur zur Verfügung stellen”, sagt Gorny. Und hier herrsche Redebedarf.
Deswegen sei die Diskussion um GEMA und YouTube zwar verständlich, alleine aber nicht zielführend: “Die Verwertungsgesellschaften sind Vereine, die von den Künstlern selbst ins Leben gerufen wurden.” Aus einem einfachen Grund, wie Gorny betont: „Sie möchten für ihre kreative Arbeit fair bezahlt zu werden.“ Dass jetzt einige der Künstler zu wenig Bewegung in der GEMA sehen und mehr Freiheiten fordern, könne ganz einfach geändert werden. “Die Wertemodelle müssen sich von innen ändern, die Mitglieder müssen diese einklagen. Die GEMA ist nur ein Dienstleister.” Diesem Druck könne sich auf Dauer keine der “GEMAs in Europa” verweigern, trotz verkrusteter Strukturen. “Allerdings frage ich mich: Wo sind die Grönemeyers, wenn es um den Umbau der GEMA geht?”
Bewegung in der Urheberrechtsdebatte
Die Diskussion um Urheberrecht müsse viel weiter gehen. “Es geht um die Zukunft des Inhaltes in einem neuen Medium.” Das Internet sei ein neues Medium, aber ein Medium ohne Inhalte sei nichts. Gorny: “Wir tun so, als wäre das Buch die Literatur, aber ohne Inhalt hätten wir nur leere Seiten.”
In seiner Abgrenzung zu den produzierenden Produzenten jedoch bleibt der Musikmanager bei seiner Haltung: Mit den so genannten “Prosumern” kann er nicht viel anfangen: “Jeder sendet. Und alle sagen, dass wir diese Entwicklung ernst nehmen müssen. Meines Erachtens wird dies aber überbewertet, am Ende des Tages gehen doch wieder alle ins Kino.” Und dies müsse finanziert werden. “Niedrigschwellige Kulturangebote sind in Deutschland an der Tagesordnung”, verdeutlicht Gorny. “Sie kommen günstig in die Oper. Aber die Netrebko singt nicht fürs halbe Geld.” Warum gelte dies nicht auch für andere Angebote?
Deswegen sieht Gorny im Netz sowohl Chancen als auch Risiken und äußert bislang unbekannte Positionen. “Wir dürfen nicht so naiv sein und das Internet weiterhin für einen leeren Sandkasten halten.” Schon längst sei der Sandkasten in der Hand von Baufirmen. “Wir müssen das Internet behandeln wie die Strom- und Wasserversorgung und endlich breit über Netzneutralität reden.” Gorny: “Jeder Bundesbürger sollte das Recht auf einen freien W-LAN-Anschluss haben, bezahlt aus öffentlichen Geldern, zum Beispiel der GEZ.“ „In allen Fragen gilt für mich: Eine demokratische Entscheidung ist mir lieber, als eine ökonomische.” Nur müsse endlich gemeinsam entschieden und gestaltet werden. “Es wird noch zehn Jahre dauern, bis sich dieses Medium eingegroovt hat”, sagt Gorny. “Das ist eine Chance, die wir packen müssen.”
Ist aus dem unnachgiebigen Verbandspolitiker Dieter Gorny plötzlich ein glühender Netzaktivst geworden, oder ist es nur ein neuer Gorny im Schafspelz, den wir erleben? Ein Frage, die zu diesem Zeitpunkt nicht geklärt werden kann.
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Dieter Grony im Interview mit dem Elektrischen Reporter:
Teil 1: Urheber 2.0: Jeder Nutzer ein Pirat?
Teil 2: Urheber 2.0: Was tun, wenn keiner kauft?
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
10 Kommentare | 25. Juni 2011 | 11:40 Uhr |
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Wie ich schon gesagt habe in verschiedenen Blogs hier:
nicht nur das Urheberrecht muss endlich an das digitale Zeitalter angepasst werden. Auch gibt es das Problem, dass es so gut wie keinerlei Möglichkeiten gibt, Filme und Musik legal herunterzuladen.
Und dann sind die Preise, die in den Läden für die Film-DVDs verlangt werden derart überzogen, dass es die Industrie nicht verwundern sollte, wenn sich die Internetuser (so wie ich) andere Quellen suchen, die einfach billiger sind. Daher würde ich mir von der Film- und Musikindustrie wünschen, dass diese endlich ihre Hausaufgaben macht und uns Usern legale Möglichkeiten bietet zum Herunterladen.
Derzeit gibt es einzig für Mac-User den sogenannten I-Tunes, der aber leider fast nur in den USA zugänglich ist. Genauso verhält es sich mit Netflix. Dieses ist ausschließlich für us-Nutzer zugänglich. Warum werden wir Europäer von diesem Angebot auschgeschlossen?? Hier würde ich mir auch mal eine glaubwürdige Antwort wünschen. Denn die Wahrheit ist: es gibt hier einen großen Markt für solche Angebote, der schon längst auf so etwas wartet. Nur: die Anbieter kommen einfach nicht!! Warum??
Und wieso behauptet diese Industrie, dass wir User sie jedes Jahr um angebliche Millionenbeträge schädigen würden, wenn die Wahrheit ist, dass diese Filmstudios an den weltweiten Börsen jedes Jahr Milliardengewinne machen?? Das widerspricht sich in meinen Augen. Daher würde ich mir auch wünschen, dass die Filmindustrie uns endlich glaubwürdige Zahlen zu den angeblichen Schäden vorlegt, damit das glaubhaft wird. Wenn die Industrie solche Behauptungen aufstellt, dann muss sie diese auch beweisen. Andernfalls macht sich diese Industrie unglaubwürdig, was ein weiterer Grund ist, auf solche kostenlosen Angebote wie bei solchen Streamingportalen umzusteigen!! Und ohne diese Beweise fühlen wir uns ungerecht behandelt bei diesen regelmäßigen Abmahnwellen die von Anwaltskanzleien im Auftrag von diesen Filmindustrie-Firmen durchgeführt werden. Und jetzt ist auch noch der Fall, dass es nicht mehr nur die GEMA ist, die gegen uns User arbeitet, sondern auch noch die GVU jagt uns. Das ist einfach langsam nicht mehr fair und wir fordern die Industrie auf: hört auf damit und gebt uns endlich legale Angebote!! Bringt Netflix endlich nach Europa und lasst uns genauso teilhaben wie ihr die us-Bürger gewähren lasst!!! Das ist sonst ungerecht!!!
Und auch der Zugang zu Musik in Youtube wird für uns Europäer immer weiter eingeschränkt und immer öfter kommt der Hinweis: “Dieser Titel ist in deinem Land nicht erhältlich, weil die GEMA die Rechte nicht gewährt hat”. Von daher stelle ich auch hier die Frage: warum werden wir Europäer immer weiter ausgegrenzt von solchen Angeboten? Was soll das bitte???
Daher liebe Musik- und Filmindustrie: bitte gebt und auf diese Fragen endlich eine glaubwürdige Antwort!! Macht endlich eure Hausaufgaben und redet mit uns über eine tragfähige Novelle des Urheberrechts!! Denn auch das Urheberrecht ist so kompliziert geworden, dass da kein Mensch mehr so richtig versteht, was er noch darf und was nicht mehr.
Denn auch im Urheberrecht gibt es so viele Widersrüche in sich. Es fängt schon an mit den Aufnahmen von Ferheshfilmen oder Serien mit Hilfe von Festplatten-Videorecordern. Hier stellt sich schon die erste Frage: ist eine solche Aufnahme etwa schon illegal? Und die zweite Frage ist: warum gibt es kein Recht mehr auf Privatkopien??
Und wenn man so etwas aufgenommen hat: warum dürfen wir dann solche Aufnahmen nicht mit unseren Freunden und Internet-Communities sharen mittels Filesharing-Börsen?? Denn: diese Aufnahmen sind lediglich Kopien und stellen in so fern keinen Raub dar!! Und die Wahrheit ist auch: diese Filme, die in den Filesharingbörsen wie etwa bei dem geschlossenen kino.to oder bei iload.to oder bei movie-blog.org erhältlich sind, sind solche Kopien und keine gestohlenen Originale!!! Von daher stellt sich daraus die Frage: wieso soll es verboten sein, solche Privatkopien
miteinander zu teilen?? Was ist bitte daran strafbar liebe FIlmindustrie???
Bitte seht endlich ein, dass sich die Zeiten weitergedreht haben und die Technologien sich weiterentwickelt haben. Wie gesagt: ihr seid es, die uns zu solchen illegalen Handlungen zwingt. Wir haben – wie oben schon erwähnt – keine anderen Möglichkeiten.
Gruß
Linuxhelfer
Außerdem gibt es für Linux bereits ein Programm mit dem Namen MediathekView. Mit diesem Programm wird es ermöglicht, Filme, Serien und Dokumentationen von den öffentlich-rechtlichen Ferhsehkanälen in Deutschland kostenlos herunterzuladen. Nur die Frage ist: ist dass nun auch schon illegal? Und warum ist dann das Programm legal, wenn man es nicht nutzen darf??
Von daher: das ist der zweite Widerspruch im Urheberrecht. Dieser muss ebenfalls endlich sauber geklärt werden. Daher: liebe Filmindustrie: hört endlich auf uns zu jagen, sondern redet mit uns und macht endlich ein tragfähiges Angebot und gebt uns legale Download-Möglichkeiten für Musik und Filme, Serien usw.
Gruß
Linuxhelfer
Klasse!!!!
Denn technisch ist das lange schon möglich.
@ Tom,
meinst du nun diesen Artikel von Herrn Gorny oder meine Kommentare mit diesem “toll”?
Denn wenn dieser Herr Gorny wirklich mit uns reden will, dann sollte wirklich endlich mal ein termin gemacht werden, bei dem dann wirklich alle Parteien mal an einem Tisch sitzen und bei dem dann alles auf den Tisch kommt:
a) diese ganzen Zahlen von den angeblichen Schäden durch uns User,
die die Filmindustrie beklagt
b) eine komplette Neufassung und europaweite Angleichung des Urheberrechts
c) tragfähige Angebote für legalen Film- und Musikdownload auch für uns Europäer
d)faire Preise für den Download sowie eventuelle kostenlose Angebote im Rahmen dieses dann neuen Urheberrechts
d) das Ende dieser Abmahnwellen gegen uns User
e) Zugestädnis des Rechts auf Privatkopie mit den gängigen Endgeräten und Programmen (Festplatten-Videorecorder, MediathekView in Linux und Windows)
f) die echte Legalisierung des Filesharings solcher Privatkopien über Filesharing-Börsen in diesem neu zu fassenden Urheberrecht
Was sagen die anderen User hier dazu??
Freue mich auf Antworten.
“Das GuttenPlag Wiki macht nichts anderes, als Urheberrechte einzufordern.”
nein. eben nicht. von einem plagiat redet man, wenn man eine entlehnte stelle nicht deklariert, und nicht, wenn man sie nicht bezahlt. man darf alle und alles zitieren – gratis. diese “falsche” analogie verdeutlicht aber genau, warum kopieren für eine gesellschaft so wichtig ist. die wissenschaft zeigt dies sehr schön.
Zusatz: natürlich müssten dann auch die Justiz-Minister von Europa mit bei diesem Termin dabei sein, damit die Gerichte endlich das Filesharing nicht mehr aburteilen und da dann auch die übrigen Justiz- und Mediengesetzte europaweit an dieses dann neue Urheberrecht angeglichen werden müssen.
Hier sind verdammt viele Hausaufgaben zu erledigen. Darum: lasst uns endlich anfangen mit der Arbeit!!!
Gruß
Mein lieber Linuxhelfer hättest du deine Hausaufgaben immer gemacht müsstest du heute nicht über zu hohe Preise jammern. Mit so jemanden wie dir soll die Musikindustrie über das Urheberrecht reden? Lies dir deinen ungeheuerlichen Unsinn einfach noch mal durch und sag mir was davon ist geeignet einen Konsens herbeizuführen.
Im Grunde ist es ganz einfach wenn du Musik oder Filme hören/sehen möchtest bezahl es. Ist es dir zu teuer kannst du’s dir halt nicht leisten und ist es dir zu schlecht übe Verzicht. Simple Sache, war schon immer so im Leben und stell dir vor das Internet hat daran nichts geändert. Du glaubt es nur weil es sich so schick und trendy anhört und außerdem das Internet immer alles ändert aber ich sage dir du bist genauso bequem wie der Gorny. Du hast es dir bequem gemacht mit all deinen schönen Sharehostern und Streamingportalen. Es nervt dich einfach das die Contentmafia einfach nicht aufgeben will solchen Freigeistern wie dir den Spass zu verderben.
Wie du auf das schmale Brett kommst bei Teilnahme an einen Sharingdienst einen Zusammenhang auf das Recht einer Privatkopie zu sehen. Also meine Güte! Hallelujah!
Es sind Leute wie du die dafür sorgen das eine freiheitliche Gesellschaft wohl leider immer eine Illusion bleiben wird. Leute ohne jede soziale Empathie die kein Gefühl und keinen Blick für das ganze haben. Egoisten die den Bogen solange überspannen bis es von oben wieder Regeln und Gesetze hagelt um sich dann wieder über die da oben zu beschweren.
daher wünsche ich dir keinen schönen Abend.
Rene
@ The Watchdog,
sorry, aber das sehe ich wirklich anders. Denn was hier bei uns abgeht ist nichts weiter als die totale Kontrolle des Internets und die totale Überwachung von uns Usern. Und dass noch mehr Leute meiner Meinung sind, dass wir ein neues Urheberrecht brauchen, kannst du auch hier:
http://meta.tagesschau.de/id/50374/kino-to-betreiber-kontrollierten-offenbar-weitere-portale
nachlesen. Da ist auch die Mehrheit der Ansicht, dass hier die Verfolgung der User eine völlig überzogene Maßnahme darstellt und sich die Filmindustrie wirklich nicht zu wundern braucht, wenn es einen Markt für Film- und Musikdownload im Internet gibt, den diese aber nicht bedienen will. AUßerdem bietet uns die Industrie bisher keine legalen Angebote wie es in den USA der Fall ist. Und auch andere europäische Länder wie Spanien und die Schweiz schützen die Filesharer vor dieser Verfolgung. Warum kann sowas bei uns nicht auch sein??
Von daher: es sit höchste Zeit für ein komplett neues Urheberrecht!
Ich hatte mir zuerst typo3 angesehen und bin nun von Joomla begeistert. Es ist wesentlich einfacher zu handhaben und auch für Anfänger in diesem Bereich gut zu verstehen.
Weiter so und viele Grüsse aus Euskirchen!
[...] und eine harte Bestrafung von Urheberrechtsverletzungen im Internet einsetzte, fordert auf Hyperland: “Wir müssen uns endlich mit allen Beteiligten darüber unterhalten, wie wir die Zukunft [...]