iVorratsdatenspeicherung: Apple-Geräte zeichnen heimlich Bewegungsdaten auf
von Markus Hündgen
Während in der Öffentlichkeit gerade eine Diskussion um die von der EU geplante Vorratsdatenspeicherung tobt, betreibt Apple unbemerkt eine Art iVorratsdatenspeicherung: Apples Flagschiffe iPhone und iPad führen unbemerkt Buch über die Aufenthaltsorte ihrer Besitzer. Dies haben zwei britische Hacker jetzt herausgefunden. Zusätzlich haben sie ein kleines Programm zur Verfügung gestellt, mit dem Nutzer die gesammelten Daten auf dem eigenen Rechner anschauen können.
Wie die Ermittlung der Daten zustande kommt, ist noch unklar. Klar hingegen ist, dass die Geräte in unregelmäßigen Abständen ihren Aufenthaltsort in einer Systemdatei lokal abspeichern. Diese Datei wird beim Erstellen der Sicherheitskopie (Backup) mittels Apples Medienverwaltung iTunes auf den privaten Rechner kopiert.
Nach den Erkenntnissen von Alasdair Allan und Pete Warden werden diese Daten aber nicht an Apple übermittelt. „Wir wissen nicht, warum Apple diese Daten speichert. Aber es geschieht sicher mit Absicht, denn die Daten bleiben bei Backups und sogar bei einem Gerätewechsel erhalten“, schreibt Alasdair Allan im Fachblog O’Reilly Radar. Betroffen sind nur Geräte mit dem Apple-Betriebssystem iOS 4 und aktiver 3G-, also Daten-Verbindung zum Mobilfunkbetreiber.
„Das System speichert die Daten, egal, ob der Nutzer zugestimmt hat oder nicht“, schreibt dazu der Guardian. Bislang habe sich Apple noch nicht dazu geäußert, warum die Speicherung vorgenommen werde und wie man sie abschalten könne, heißt es auf der Guardian Webseite weiter.
Daten liegen unverschlüsselt bereit
„Was die Sache besonders schlimm macht, ist, dass die Daten unverschlüsselt und ungeschützt sind und dass sie auf jedem Computer liegen, der mit dem Gerät mit iOS-Betriebssystem synchronisiert wurde“, schreibt Allan in seinem Beitrag. Er befürchtet, dass die Daten so leicht in falsche Hände geraten können.
Jeder mit Zugang zu den betroffenen Geräten könne die Daten auswerten und sehen, wo man sich aufgehalten hat. Im konkreten Fall käme dabei beispielsweise heraus, dass der Autor dieses Hyperland-Blogbeitrages sich März in der Schweiz aufgehalten hat (siehe Grafik) und von Zürich nach Lausanne und wieder zurück gefahren ist.
Benutzer von PCs mit Mac-Betriebssystem können ihre Daten nun zu Hause in Ruhe betrachten. Pete Warden bietet hierzu ein kleines Programm an, welches die Reise zeitlich auf einer Landkarte visualisiert.
Bislang ist noch keine Möglichkeit bekannt, wie Nutzer die Datenspeicherung unterbinden können. Nur die Gefahr des Zugriffs durch einen unbefugten Dritten lässt sich reduzieren: Die Systemdatei kann innerhalb iTunes verschlüsselt werden.
Links:
iPhone-Tracker
Video vom Tracker
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5 Kommentare | 20. April 2011 | 18:42 Uhr |
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“Benutzer von PCs mit Mac-Betriebssystem” hihi der war gut…
Ist doch ein alter Hut und von heimlich kann keine Rede sein, denn es steht in den AGB.
Wirklich bedenklich, was Apple mit seinem Monopol anstellt.
Apple ist das beste Beispiel dafür, dass Erfolg korrumpiert…
Also wenn es apple sogar in die agn schreibt dann haben da wohl die appelleptiker nur wieder nicht gelesen was sie kaufen sondern hatten äpfel in den augen
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