Eine reine Welt(meister)-Theorie

Auch am Tag danach gilt in diesem Blog das Gesetz des Blicks hinter die Kulissen. Und bei genauem Hinschauen haben sich gestern bereits im Laufe des Nachmittags die Hinweise gemehrt, dass nur Japan Weltmeister werden kann. Und den USA einfach das Glück fehlte, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Beispiel Fan-Support: Die ankommenden Züge am Frankfurter Hauptbahnhof konnten gar nicht so schnell anhalten, wie sich die japanischen Fans in Spiellaune schminken ließen. Statt Stars and Stripes war der Star der Kreis – und zwar der rote auf weißem Wangengrund. so sieht perfekte Fanvorbereitung aus:

Fanschminken am Bahngleis

Fanschminken am Bahngleis

Aber auch die japanischen Journalisten taten ihren Teil. Die nahmen die Ansage von Coach Sasaki mal so richtig ernst. Der hatte sich nämlich überlegt, den übermächtigen Gegner einfach mit dessen eigenen Waffen zu schlagen. Und so ließen selbst die Journalisten die so wichtigen Kohlehydrate vorm Spiel samt Pressebuffet links liegen und bereiteten sich im Medienzentrum mit eingescmuggeltem US-Food auf das Match vor.

Japanische Journalisten mit McDonald's-Tüten

Japanische Journalisten mit McDonald's-Tüten

Konnten die Amerikanerinnen dieser positionsübergreifenden, nichts dem Zufall überlassenden japanischen Hightech-Vorbereitung überhaupt irgendwas entgegensetzen?

Yes, they can!

Sie setzten alles auf eine Karte und spielten den präsidialen Trumpf aus. Barack Obama musste her! Wenn der oberste Teamchef vor Ort die Girls anfeuert, dann kann nix schief gehen. Und bei einem Auswärtsspiel hat Mr. President nach wie vor nix von seinem Glück und Charisma eingebüßt. Und so werde ich um 19.22 Uhr Augenzeuge von echtem WM-Hollywood: Straßensperre aus dem Nichts, Bodyguards, quietschende Reifen: Er kommt tatsächlich, Japan kann also schon mal den zweiten Platz buchen:

Präsidentenlimousine

Präsidentenlimousine

Doch dann das! Das FBI hat nur halbherzig recherchiert und den obersten Glücksbringer einfach mal an die Frankfurter Fanmeile statt ins Stadion chauffiert. Bei allem Respekt, aber von dort kann selbst Obama keine Wunder vollbringen.

Barack Obama

Barack Obama

Und weil das Spiel so spannend war, fiel das Missgeschick erst am späten Abend auf. Doch als Obama endlich im Stadion angekommen ist, haben die US-Girls bereits drei Elfmeter ge… äh … verschossen!

(ZDF) Tim Niedernolte

(ZDF) Tim Niedernolte - Der 32-Jährige moderiert die ZDF-Kindernachrichten "logo!" und für SKY die Bundesliga und europäischen Fußball. Während der Frauenfußball-WM ist Niedernolte als WM-Reporter für "logo!" im Einsatz - und bloggt sich dabei fleißig durch Stadien, Land und Leute...

4 Kommentare | 18. Juli 2011 | 14:10 Uhr | Twittern | Facebook

4 Kommentare

  1. nächstes mal spielen alle wie japan.wir dürfen uns auf 2-3 chancen in 90minuten freuen.schade das die deutschen männer sich an holland orientierten fussball zu spielen und nicht am verdienten europameister griechenland-so hätten wir zwar nicht die welt begeistert mit unserer spielweise aber hätten den titel. ))

    es ist schon lächerlich das frau neid auf der tribüne einen ”orgasmus” bekommt als japan ausgeglichen hat nach 0 chancen und einen zufallstor.frau neid trägt ihren nachnamen zurecht.sorry,aber ich hoffe deutsche spielen in zukunft wie die USA (plus technik wie japan) denn oft wird japan so nicht gewinnen.trotzdem glückwunsch japan.

    iosono | 18. Juli 2011 | 14:38 | Antworten
  2. Daß die Deutschen so frühzeitig ausgeschieden, haben sie ausschließlich der menschlich wie taktisch völlig unfähigen Trainerin zu verdanken. Bei den Männern muß ein Trainer eine Trainerlizenz anstreben und darf ohne Lizenz nicht arbeiten. Welche Lizenz hat Frau Neid. Nur die “Theo Zwanzieger”-Sondererlaubnis. Warum wohl ?

    Jürgen Frahm | 18. Juli 2011 | 18:57 | Antworten
  3. @ Herr Frahm: “Seit Tina Theune-Meyer 1985 als erste Frau die Fußball-Trainer-Lizenz erwarb, folgten ihr weitere, unter anderem Doris Fitschen, Steffi Jones und Silvia Neid. Sie alle haben dieselbe Ausbildung wie ihre männlichen Kollegen, fachlich gibt es also keine Unterschiede.” (Quelle:http://www.dw-world.de/dw/article/0,,14917025,00.html)

    CC | 18. Juli 2011 | 20:00 | Antworten
  4. Beim Elfmeterschießen treffen Frauen im Vergleich zu den Männern recht selten.

    Marie | 25. Juli 2011 | 13:24 | Antworten

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