Erst vom Blitz getroffen, dann vom Hirsch gedopt

Erst vom Blitz getroffen, dann vom Hirsch gedopt – ich glaub mich knutscht ein Elch! Die Geschichte klingt unglaublich. Der Reihe nach:

Moschushirsch (Foto dpa)Am 8. Juni wurden nach Angaben der nordkoreanischen Teamführung im Trainingslager in Pjöngjang neun Spielerinnen vom Blitz getroffen. Laut FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak gibt es entsprechende Bilder und Berichte von der anschließenden medizinischen Behandlung. Die Teamärzte hätten dabei auf traditionelle chinesische Medizin gesetzt. „Es ist ein Drüsenextrakt von einem Hirsch verwendet worden, der in der Region von Sibirien, Nepal, Mongolei bis Korea lebt“, erklärte Dvorak auf der FIFA-WM-Abschluss-Pressekonferenz den verdutzten Journalisten, „er heißt auf Deutsch Moschushirsch“.

Allerdings enthielt das Extrakt des Hirsches (…er springt ausgezeichnet und setzt in schnellem Lauf die Hinter- vor die Vorderfüße…) gleich 14 verschiedene anabole Steroide, von denen vier auf der Anti-Doping-Liste stehen. So wurden bei unangemeldeten Kontrollen während der WM insgesamt vier nordkoreanische Spielerinnen positiv getestet (dazu kommt noch eine weitere kolumbianische Spielerin, die hat allerdings wohl nix mit dem Hirsch zu tun…).

Von einem „sehr berühmten Mittel“ (Moschus), dass bislang weniger in der Welt des Dopings, als im Reich der Düfte bekannt ist, sprach der FIFA-Chefarzt auf der WM-Abschluss-Pressekonferenz, und von einem Rätsel, das die Dopinglabore in Dresden und Köln mit aufwändigen Untersuchungen schließlich hätten lösen können. Ein Sieg für die Dopingkontrolleure.

“Das ist für uns natürlich ein Schock. Es handelt sich hierbei um einen ganz groben und schlimmen Dopingfall. Es schmerzt, wenn man sieht, dass fast eine ganze Mannschaft betroffen ist. Ob dafür wirklich der Blitzeinschlag verantwortlich ist, wissen wir natürlich nicht”, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Nur so viel: Durch die starke Bejagung und der Zerstörung der Lebensräume steht der Moschushirsch auf der Liste der bedrohten Tierarten.

(ZDF) Gerhard Crispin

(ZDF) Gerhard Crispin - Frauenfußball aus Lust und Leidenschaft - unter diesem Motto schaut sich der sport.zdf.de-Redakteur die WM an – und das vor allem aus der Fan-Perspektive.

Kommentieren | 17. Juli 2011 | 08:00 Uhr | Twittern | Facebook

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