ePolitik [Dummy 02]: Netzneutralität

In der zweiten Folge von ePolitik haben wir uns mit dem Thema
Netzneutralität beschäftigt. Dabei geht es um nicht weniger als um die
Zukunft des Netzes: Bleibt es neutral und befördert alle Daten
gleichermaßen, ohne auf Art und Inhalt zu achten oder werden zukünftig
die Provider das Netz nach ihren Vorstellungen managen? Viele
befürchten, dass sich die Struktur des Netzes grundlegend ändern könnte
und es zu einer Art Kabelfernsehen degeneriert. Provider und die
Bundesnetzagentur sehen dagegen kein Problem in einem intelligenten
Mehrklassennetz. Was meinen Sie? Diesmal präsentiert ein Moderator das
Thema – was halten Sie von dieser Form?

 

Credits: Autor: Julius Endert; Moderation: Richard Gutjahr;Kamera und Schnitt: Markus Hündgen; Grafik: Fritz Gnad; Sprecher: Birgit Karla Krause; Mitwirkende: Alvar Freude, Cornelia Rogall-Grothe, Philipp Blank, Matthias Kurth, Bernhard Rohleder, Tim Mois;  Titelmusik: Josta; Musik: GMZ; Redaktion ZDF: Bernhard Fritsch, Realisierung: Blinkenlichten Produktionen im Auftrag des ZDF. (c) 2010 ZDF, Creative Commons BY-NC-SA

15 Kommentare | 13. Dezember 2010 | 08:00 Uhr | Twittern | Facebook

15 Kommentare

  1. Hallo
    Danke für den Beitrag, da weiß man wenigstens wofür man Gebühren zahlt :)
    Ich sehe die Aufweichung der Netzneutralität genauso kritisch wie der Moderator – Ein Ende der Netzneutralität nimmt dem Internet die Gleichberechtigung und schafft damit die selben Probleme, die wir aus der “analogen” Welt kennen. Treffen wird dies besonders nicht-kommerzielle Plattformen wie Wikipedia(und alles was über die Wikimedia Foundation dazu gehört), Blogs, Download-Seiten, Torrent-Plattformen, Proxy-Server, Wikileaks, etc.. Diese Seiten besitzen nicht genug Geld, um gegen die Lobbyarbeit der Konzerne anzukommen. Schade. Das bisherige Internet war ein demokratischer Raum mit den gleichen Rechten für alle.

    Anonymous | 13. Dezember 2010 | 11:12 | Antworten
  2. Ich schließe mich Anonymous an: Ein richtig guter Beitrag, vielen Dank dafür.
    Die Zweifel von Frau Rogall-Grothe sind sehr berechtigt, da ist offenbar jemand ins Nachdenken gekommen…
    Und es gibt noch viele Gründe mehr, warum wir alle eine neutrale Datenübermittlung im Netz wollen: http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/361/361527.meinungsfreiheit_und_fairer_wettbewerb.html

    Sebastian | 13. Dezember 2010 | 15:45 | Antworten
  3. Das Problem geht doch schon bei den derzeitigen Handy und Notebook Datenflats los. “Keine IP-Telefonie erlaubt!” Wobei das klar gegen das Prinzip der Netzneutralität verstößt. IP-(Sprach)Telefonie braucht ja nicht einmal besondere Bandbreite im Vergleich zu Videos per UMTS oder so. Und was ist eigentlich mit meinem “MS Office Communicator” für unternehmensinterne Kommunikation? Der ist eigentlich auch “IP-Telefonie”. Darf ich da nicht dran gehen, wenn ich unterwegs bin?
    Hier geht es ja wohl rein um den Schutz von überteuerten Sprachtarifen.

    Olaf Diestelhorst | 13. Dezember 2010 | 17:31 | Antworten
  4. Den Anfang wird ja jetzt der JMStV im jahre 2011 machen. Dann werden alle Inhalte entsprechend gefiltert. Später werden dann noch Kriterien wie z.B. Multimedia auf Websites o.ä. hinzukommen, sodass wir evt. für Websites ab 16+ einen Aufpreis zahlen müssen.
    Es wird sich jedoch nicht komplett verhindern lassen, da dies ja nur für Deutschland gilt. Sollte dies alles eintreffen, so werde ich mir einen root-Server in den USA mieten und ihn als Proxy benutzen. Dann hat sich dieser ganze Mist für mich erledigt.

    Karim | 13. Dezember 2010 | 17:44 | Antworten
  5. Dies alles sieht nach deutschem Ordnungswahn und typisch deutscher Profitgier aus. Wer kann sollte auswandern.

    Hans-Joachim Horn | 13. Dezember 2010 | 18:14 | Antworten
  6. hört sich nach methoden der GEZ an (sixtus denk mal über dein auftrag vom ZDF nach). auch hier zahle ich auch wenn ich nur privatfernsehen schau, oder für jedes gerät doppelt und dreifach, obwohl ich nur zwei augen habe. die deutschen verstehen es ihre bürger zu melken, es gibt immer wieder gruppen, die im dicken sessel sitzen und am bürger schmarotzen wollen. so war es in jeder staatsform, die diese land bisher in der geschichte hatte. die deutschen sind bekanntlich nicht lieb zueinander und zu anderen – pfui deubel dieses gedankengut der deutschen…

    migger | 13. Dezember 2010 | 18:49 | Antworten
  7. Ich finde allein schon, dass dieses Thema überhaupt zur Diskussion steht, entsetzlich bis erschreckend. Besonders besorgt, bin ich über Einschränkungen in der Open-Source-Scene, denn wer soll die Kosten zahlen um mir und dem Rest der Welt z.B. eine Live-CD von dem Betriebssystem Ubuntu anzubieten? Auch die meisten Podcasts aus dem Internet, die ich gerne sehe und Seiten die mir gefallen, werden nicht kommerziell gehostet und würden durch die Entfernung der Netzneutralität verschwinden oder an Wert verlieren. Es hört sich so an, als lasse man den Kapitalismus nun im Web einwandern, was zwangsläufig dazu führen würde, dass der Staat dort nun eine wichtige Rolle spielt und dass große Firmen, die im Internet tätig sind gegenüber kleinen Firmen und freien Projekten bevorteilt werden.

    Jan | 13. Dezember 2010 | 21:30 | Antworten
  8. Wo gibt es noch Netzneutralität? Kämpft jemand für die Informationsfreiheit, so wird er mundtod gemacht wie Wikileaks.
    Bereits heute gibt es doch Internetzensur. Passen den Aufsichtsbehörden die Inhalte einer Seite nicht, findet sich leicht ein Anlaß die Seite zu schließen – z. B. Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz.
    Neu hinzu kommt der Datentransport nach Höhe von Geldzahlungen. Bald auch nach politischen Inhalten. Was den Service-Providern oder der Regierung nicht paßt wird nicht mehr transportiert.

    Herrmann | 13. Dezember 2010 | 22:28 | Antworten
  9. Ich schließe mich den ersten Render an. Sehr guter Beitrag und rechtzeitig genug, Menschen auf die Problematik aufmerksam zu machen.

    Roland Tluk | 14. Dezember 2010 | 01:16 | Antworten
  10. wow, cool! interessanter beitrag. verschiedene meinungen präsentiert und gut kommentiert. ist schon ein bisschen ausgelutscht, dieses thema, aber halt ein dauerbrenner. ich fände es schön, das ganze noch mit animationen aufzupeppen. wieso nicht die guten sachen aus web-kompakt etc. integrieren?
    die arrangierten interview situationen sind teilweise ein bisschen skurril, wenn da in der weitwinkelaufnahme ein person ohne anhaltspunkt in der landschaft rumsteht. irgendwie unnatürlich, aber hat doch noch was.

    adrianoesch | 14. Dezember 2010 | 01:22 | Antworten
  11. Grüße,
    Die Netzneutralität ist unantastbar, ganz einfach. Oder würde jemand auf die Idee kommen Menschen-, oder Bürgerrechte nur noch per Aufpreis zu vergeben?
    Die Basis des Netzes ist seine Neutralität, mal von der Internationalität ganz abgesehen, was lokale Gesetzgebung diesbzgl. sowieso ad absurdum führt.
    AOL hat vorgemacht was passiert, wenn die Nutzer eingeschränkt werden. Eben jene suchen sich freie Alternativen. Wobei ich die Pizzaschneider doch manchmal vermisse…
    Die Argumente gegen Netzneutralität sind im Übrigen keine, sondern lediglich der Versuch der ISPs, den Contentprovidern ins Geschäft zu spucken, denn dort funktioniert das Zahlen für zusätzliche Dienste (mehr Bandbreite beim Download, etc.) auch mit Netzneutralität.
    Zudem sollten die ISPs mal schön ruhig bleiben solange sie nicht bis in den endlegendsten Winkel Deutschland 100Mbit zu einem vernünftigen Preis (wie z.B. in Japan) zur Verfügung stellen können, aber ich vergas, dass die es im Jahr 2010 ja immernoch nicht geschafft haben wenigstens Flächendecken überhaupt irgendeine(!) Bandbreite anzubieten.

    seele | 14. Dezember 2010 | 02:58 | Antworten
  12. Hallo,
    zum Format:
    toller Beitrag, wie so oft :-) was ich immer wieder sehr schätze ist die bildliche Metapher zum gesagten (Datenpakete -> Paketband etc.), das war bei den “alten” E-Reporter Folgen noch viel stärker und karikativ, was ich noch ansprechender fand.
    zum Inhalt:
    Nach wie vor kritisch: welche Instanz entscheidet nach welchen Kriterien, welche Person wann welchen Inhalt (für wie viel Geld) abrufen/ senden kann.
    Sieht man davon ab könnte es auch Kompromisse geben a la “Das Netz zweiter Klasse leistet ohne Aufpreise Übertragungsgeschwindigkeiten von 70%/sonstigem des Netzes erster Klasse”. Das würde wenigstens der Stagnation des Netztes 2ter Klasse vorbeugen.
    Es bleibt eine Frage der Ethik, wie mit einem Netz umzugehen ist, desssen Verwendung sich immer wieder wandelt (und das andere Medienformate aufsaugt?).
    Bzw. als was das Netz interpretiert wird: als Allgemeingut? Als Güter? etc.
    Grüße

    Coffee_machine | 15. Dezember 2010 | 18:02 | Antworten
  13. die gesamte argumentation der telekom ist doch eine luege und nur darauf aus den anschein zu erwirken dass sie ja eigentlich nur das beste wollen: zum einen, die dienste mit denen wir heute zufrieden sind (DSL16) werden morgen unzulaenglich sein. es stelle sich jemand vor die diskussion haette vor 10 jahren stattgefunden. dann wuerden wikileaks und das kleine startup von hernn mueller heute mit 56k geschwindigkeit durchs netz kutschieren. youtube, skype und facebook haette es dann nie gegeben. der grund fuer die innovation im internet sind die geringen einstiegskosten – nie in der menschheitsgeschichte war innovation so billig. und sie geben ja selbst den grund: fuer die kommenden hd movie streams wollen sie extra abrechnen. das zweite argument das sich der betrieb nicht rechnet und ausbaukosten zu hoch sind lehne ich einfach mal ab, ansonsten waere die telekom ja nicht mehr am markt – ich glaube die verdienen ganz gut. (man sehe sich mal die wahnwitzigen mobilfunkkosten an in deutschland wo die selbe argumentation gebracht wird und vergleiche die preise mit z.b. oesterreich). und das sich der markt nicht immer selbst reguliert sieht man ja am visa und mastercard duopolie. man stelle sich mal vor muenzen und geldscheine wuerden von privaten unternehmen kontrolliert – wann kommt endlich die eu-kreditkarte? und ja, in deutschland ist das weniger ein problem weil kreditkarten nicht so gelaeufig sind aber meine britische bank gibt mir zwei karten: eine mastercard kreditkarte, und eine debit karte von visa (ec-karten equivalent) – praktisch aber wie die wikileaks aktion zeigt aeusserst gefaehrlich

    thom | 17. Dezember 2010 | 13:25 | Antworten
  14. Ich will ja niemanden beschimpfen, aber leider merkt man hier, dass manche Leute einfach mal keine Ahnung haben, hier im Blog und im Beitrag selbst.
    Konkret:
    Im Gegensatz dazu wie es im Beitrag dargestellt wird werden heute NICHT alle Daten gleich im Netz behandelt. In den Protkollen (IP, MPLS, etc) und im ISO/OSI-Schichtenmodell ist bereits Quality of Service, also verschiedene Klassen von Diensten, vorgesehen (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Quality_of_Service)
    Und das wird heute schon angewendet, u.a. bei VoIP oder IPTV (man stelle sich sonst mal vor, der Stream würde ähnlich priorisiert übertragen wie eine E-Mail oder der Aufruf einer Website). Der einzige Unterschied ist: Momentan bezahlt der Kunde oder der Diensteanbieter nicht extra dafür. Allerdings steigt eben in Zukunft das Datenvolumen um ein vielfaches und da gleichzeitig aber Dienste wie Telefonie auch ins IP-Netz migriert werden, haben wir wie gesagt sehr große Datenmengen, die unterschiedlichste Anforderungen an die Qualität haben. Man könnte ja mal testweise das ganze ausschalten (denn es will ja niemand dafür bezahlen) und dann sehen, wie die Nutzer auf einmal reagieren.
    Auf der anderen Seite: Ja, natürlich muss es weiterhin ein freies Internet geben, diskriminierungsfrei und ja natürlich ist es ein Innovationsfaktor. Das bestreitet ja auch niemand, auch nicht die Netzbetreiber. Nur ist das Internet, was man vor 20 Jahren hatte nicht das Internet was man jetzt hat und es wird nicht das sein, was man in 10 Jahren hat. Die Leistungen haben sich um ein Vielfaches vermehrt und erhöht…trotzdem bezahlen wir immer weniger. Das scheint mir paradox.
    Vorschlag: Man könnte ja die Preise für alle Anschlüsse erhöhen (wäre diskriminierungsfrei) und damit wären dann alle Dienste abgegolten. Aber das will ja auch niemand. Nun will man das nach Dienstleistung abrechnen: Nein, das will auch niemand. Das ist so als würde man in nem Flugzeug nur für die Economy-Class bezahlen wollen, aber in der First-Class fliegen. Wie soll das funktionieren? Das Internet ist eine Dienstleistung. Telefon auch. Die Post auch. Dienstleistungen muss man bezahlen. Ende.
    Und etwas noch zu den Kosten: Die Betriebskosten der bisherigen Netze und wohl auch der künftigen IP-Netze sinken zwar, aber zum Neuaufbau muss nun mal einiges an Geld investiert werden. (Beispiel: Glasfaser auf einer Strecke von 1 KM zu verlegen kostet an die 50.000 €. Man rechne nun mal, wieviel die Anbindung eines jeden Mobilfunkstandortes in Deutschland kostet, geschweige denn wenn jede Straße oder sogar jedes Haus mit Glasfaser angebunden wird.) Das sind zum einen Kosten, zum anderen natürlich auch ein Wirtschaftsfaktor. Nur mit sinkenden Preisen und der derzeitigen Regulierung ist das schwer zu bewerkstelligen. Da ist es kein Wunder dass sich niemand um die weißen Flecken reißt und von alleine ausbaut sondern Kooperationen mit den Gemeinden abschließt die Geld zuschießen damit sich das ganze überhaupt wirtschaftlich lohnt.
    P.S: Ich arbeite in der Telekom und ich arbeite genau in diesem Bereich, Infrastrukturausbau. Natürlich bin ich beeinflusst, aber man muss auch mal Fakten und Sichten der anderen Seite darstellen. Ich freue mich auf mehr Diskussionen =)

    PF | 22. Dezember 2010 | 23:01 | Antworten
  15. Beispiele dir man noch zufällig einfallen:
    Post: Zustellung am nächsten Tag kostet nun mal mehr als die normale Zustellung.
    Bahn: Regionalzüge sind langsamer, aber günstiger als IC und ICE.
    Beschwert sich da jemand über die unterschiedliche Bezahlung der Dienstleistung?
    Und um es auf den Punkt zu bringen: Die Netzbetreiber sind nicht keine Wohlfahrtsunternehmen. Die wollen Gewinn machen, nicht kostendeckend arbeiten. Wenn man das nicht will, dann sollte man alles wieder verstaatlichen und kontrollieren.
    Irgendwoher muss das Geld ja kommen und wenn es von den Verbrauchern nicht kommt, dann wohl entweder vom Staat (der ist Pleite) oder von den gut verdienenden Diensteanbietern wie Google, Apple, etc.

    PF | 22. Dezember 2010 | 23:23 | Antworten

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