Ihr über Amy – Eure Gedanken, Eure Erinnerungen

(BIld: ap)
Keine Frage: Amy Winehouse war eine begnadete Sängerin. Aber kam ihr Tod überraschend? Auf der offiziellen Facebook-Seite der Sängerin haben viele, viele User einen Kommentar unter das Schwarzweißfoto von Winehouse geschrieben, bei Twitter diskutieren ebenfalls viele über ihren Tod.
Auch wir wollten von Euch per Twitter, Facebook und über unser Blog wissen, was Eure Gedanken zu der Sängerin sind. Was sind Eure Erinnerungen an sie? Seid Ihr auf einem Konzert von ihr gewesen? Mit Eurer Hilfe und Euren Kommentaren ist dieser Artikel entstanden.
Zum Beispiel schrieb André Skladschdglei auf unserer Facebookseite: “2007 gab amy winehouse ein konzert im berliner tempodrom. ich überredete eine freundin hinzugehen, bevor es ‘zu spät’ sei. das konzert war ein desaster und seit gestern ist es wirklich ‘zu spät’.“
“Winehouse war eine Stimme wie aus einer anderen Zeit”, schwärmt Paul Fischer, ebenfalls auf Facebook. “Keine Kopie von Franklin aber ganz in deren Tradition. Wirklich schade. Nun müssen wir uns wieder mit Duffy und Co zufrieden geben.”
Auf Twitter schreibt uns hingegen @Eulentechnik “Sie hat mich noch nie wirklich interessiert.“ Und @FakedAlliance findet: “Eine therapieresistente Drogenabhängige stirbt. Eigentlich nichts neues oder? Da sind mir die Toten in Syrien usw. wichtiger!”
“Wie herzlos seid ihr eigentlich?”
“es ist traurig aber wenn wir ehrlich sind, ein schock war es wohl für niemanden”, schreibt MARKER-Blog-Leser A. Die Stimme von Winehouse sei der Wahnsinn gewesen, ihre Songs waren gut. “Mir war von anfang an klar dass es früher oder später so kommen wird. sie war eine begnadete musikerin, hat immer ihr ding durchgezogen.” Scheinbar, glaubt A., sei sie zu schwach gewesen, selbst an sich zu glauben und durchzugreifen.
Desinteresse versus Trauer.
Nele Heise analysiert auf Facebook: “Mir fällt zu Amy ein, dass sie den Soul zurück in die Pop-Musik gebracht hat, gemeinsam mit anderen KollegInnen, und damit auch auf längere Zeit gesehen in der Musik unserer Zeit am Leben bleiben wird. Ihre Stimme hatte eine berührende Tiefe, sie selbst hat etwas dargestellt, war sie selbst … Ich bin traurig, mir als Sängerin hat ihre Musik sehr sehr viel gegeben.“
Wo sind ihre Freunde? Wo ist ihre Familie? Das fragt sich Facebook-User Thomas Antal. Ihm lief es “eiskalt den Rücken runter“, als er ihre Stimme zum ersten Mal gehört hatte. “Stimmlich sicherlich ein besonderes Talent. Dass es jetzt so enden musste ist mir unverständlich“, sagt er. “Wieso hat man nichts unternommen, wieso hat man es so weit kommen lassen?“
Dennis Wegner beschwert sich über andere Facebook-User: “Sagt man auch zu einem Menschen, der bei einem Motorradunfall stirbt, er hätte selbst Schuld, er hätte ja nicht fahren sollen? Wie herzlos seid ihr eigentlich?”
Weil sie es selbst nicht wollte
Jeder, schreibt Silvia Kergl auf Facebook, habe Amy Winehouse beim langsamen Sterben zusehen können, helfen hingegen hätte ihr nur eine einzige Person: sie selbst – und sie habe sich nicht zugehört und nicht hingeschaut. Wie oft hat sie einen Entzug angefangen? Wie viele Menschen werden sie wohl darauf hingewiesen haben, dass ihr Weg in den sicheren Tod führen würde? Und wie oft hätten ihre Eltern wohl gesagt, dass sie das mit den Drogen lassen solle, weil sie ansonsten ganz bestimmt sterben würde?
“Sie war für sich selbst verantwortlich”, findet Silvia. Die Sängerin hätte wissen müssen, dass der Weg, den sie eingeschlagen hatte, nur ein Ende finden konnte. “Natürlich ist es traurig, dass es so geendet ist, aber weder ihre Eltern, noch die
Ärzte in den Kliniken konnten ihr helfen, weil sie das selber nicht wollte”, zieht Silvia Kergl als Fazit.
Mary Mo antwortet auf Silvias Kommentar: “sicher hast du dich noch nie mit depressiven/psychisch kranken menschen beschäftigt. das ist eine krankheit!” Allein komme niemand wieder aus dieser Situation heraus – und auch der Wille allein reiche nicht. Freunde und Familie müssten immer für diese Menschen da sein, wenn sie wollen, dass diese Person wieder gesund wird. “Das ist harte arbeit”, schreibt Mary Mo. “Insbesondere für die mitmenschen.”
Auch Densco schreibt im MARKER-Blog: “Der Fall Winehouse lehrt uns allen, sensibler zu sein. Sensibler im Umgang mit Drogensüchtigen, die eine schwerwiegende Krankheit mit oftmals psychischen Ursachen haben. Sensibler in der Auswahl der Medien, die uns informieren.” Es bringe nichts, chemische Substanzen oder ihre Konsumenten zu verteufeln oder ihre tragische Vita voller Sensationsgier und gespieltem Mitleid zu verfolgen.
“Der Süchtige ist nicht einfach ‘selber schuld’”, sagt Densco, er befinde sich in einem allein kaum zu bewältigenden Teufelskreis mit im Regelfall traurigem Ende. “Die Gesellschaft muss aufklären und helfen”, fordert er. “Nur so kann man Leid lindern und dem Gedenken an eine zweifellos talentierte Künstlerin gerecht werden.” Solange der Lernprozess nicht einsetzt, werde es leider immer wieder solche Fälle geben.
“Opfer unserer Konsumgesellschaft”
Steffi Mie hat das Gefühl, dass Amy Winehouse bis zuletzt verhökert worden sei. Auf Facebook erklärt sie: “Anstatt eines desaströsen Tourversuchs hätte man sich wirklich um sie sorgen sollen!”
“Nach ihrem Erfolg Back to Black wurde es immer schlimmer, trotz versuchter Therapie”, beobachtete Jule Loevenich. “Mit ihrem Tod im Alter von 27 gesellt sie sich zu anderen großen Künstlern. Sie hätte bestimmt noch eine tolle Karriere hinlegen können, aber man sieht mal wieder wie viel Druck auf diesen Menschen lastet”, kommentiert Jule.
Natürlich sei sie traurig. Andererseits würden in der Welt täglich Menschen mit Süchten sterben. Man wisse nicht, was in ihrem Kopf ablief. “Meiner Meinung nach ist es einfach traurig eine Musikerin zu verlieren …aber wir sollten nun erstmal anderen Menschen helfen …”, äußert Jule sich auf Facebook.
Und Facebook-User Stefan Hertrampf fasst das Leben von Amy Winehouse so zusammen: “Kurz und intensiv gelebt. Aber sicher kein Vorbild, die Lady. Das hätte was ganz Großes werden können.”
Vielen Dank an alle, die auf Facebook, über Twitter und hier im Blog mitgemacht und diesen Artikel überhaupt erst ermöglicht haben. Wir sind begeistert von Euren Kommentaren – auch von denen, die wir auf Grund der Menge nicht verwenden konnten. Den Artikel beenden wir jetzt, Ihr könnt aber gerne auf Facebook und hier im Blog weiterdiskutieren.
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(ZDF) Till Frommann | 18 Kommentare | 24. Juli 2011 | 12:25 Uhr |
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ich war leider nie auf einem konzert von ihr – ihre musik hat mir sehr gut gefallen die stimme hat mich sehr berührt und die texte auch – schade das nun wieder eine begnadete sängerin so früh den drogen zum opfer gefallen ist
…und welcher der verantwortlichen hat sie eigentlich so sturzbetrunken auf die bühne in belgrad gelassen – der /die gehören ……… RIP Amy
leider kann ich durch meine psychische erkrankung kein konzert von amy besuchen, trotzdem gab sie mir viel kraft durch ihre musik. oft genug richten sich begnadete sänger(innen) mit drogen oder alk zu grunde. gibt ihr nicht die schuld, sie kam einfach nicht mit dem druck der gesellschaft zurecht … R.i.P.
club 27
- nichts mehr zu sagen
mir war von anfang an klar dass es früher oder später so kommen wird.
sie war eine begnadete musikerin, hat immer ihr ding durchgezogen. nur scheinbar war sie zu schwach selbst an sich zu glauben und durchzugreifen..
ich schätze ihr war auch klar, dass sie nur noch begrenzt zeit haben wird. ihre stimme war der wahnsinn, ihre songs waren gut.
es ist traurig aber wenn wir ehrlich sind, ein schock war es wohl für niemanden.
Es ist musikalisch gesehen wahrlich eine Tragödie, aber es war doch absehbar. Viel schlimmer ist, dass der Tod dieser Person mehr Aufmerksamkeit gewidmet widd, als den vielen Toten in Norwegen.
Der Fall Winehouse lehrt uns allen, sensibler zu sein. Sensibler im Umgang mit Drogensüchtigen, die eine schwerwiegende Krankheit mit oftmals psychischen Ursachen haben. Sensibler in der Auswahl der Medien, die uns informieren. Es bringt nichts, chemische Substanzen oder ihre Konsumenten zu verteufeln oder ihre tragische Vita voller Sensationsgier und gespieltem Mitleid zu verfolgen. Der Süchtige ist nicht einfach “selber schuld”, er befindet sich in einem allein kaum zu bewältigenden Teufelskreis mit im Regelfall traurigem Ende. Die Gesellschaft muss aufklären und helfen. Nur so kann man Leid lindern und dem Gedenken an eine zweifellos talentierte Künstlerin gerecht werden.
Solange der Lernprozess nicht einsetzt, wird es leider immer wieder solche Fälle geben.
Amy Winehouse – Live At BBC One Sessions 2007
[Link entfernt; bitte keine externen Links in den Kommentaren unseres Blogs. Danke. Till von dermarker.zdf.de]
RIP AMY
Amy Winehouse hat einen einzig artigen Soul in ihrer Stimme, der unter die Haut geht. Ich bin ihr dankbar für ihre wunderschönen Songs und traurig darüber, dass sie von den Menschen, die ihr nahe stehen, nicht genug beschützt worden ist.
Gestern Robert Enke, heute Amy Winehouse, und morgen? Wieder und wieder gibt es die gleichen Bekundungen: “Wir sind alle von dem frühen Tod der/die [Namen einsetzen] betroffen … “. Was folgt daraus? Nichts! Der Fußball in der Bundesliga geht weiter, als wäre nichts passiert. Also tut uns einen gefallen und hört auf, diejenigen zu “betrauern”, deren Psyche offensichtlich für das Leben zu schwache war. Sie (die nicht Prominenten) werden täglich zu Grabe getragen, ohne dass ein Hahan danach kräht. Wen kümmert es? Keine Sau!
Klasse Kommentar stimme zu 100% zu
Es gibt Menschen, deren Psyche zu schwach ist. Und es gibt Menschen deren Psyche zu stark belastet wurde.
Ich habe null Ahnung, ob bei Amy das der Fall war. Bei Michael Jackson war es so. Der Kinderschänder brüstete sich noch in einem Interview, er habe ihn nicht geschlagen, wenn er nicht perfekt war, sonder ausgepeitscht. Mit bereits 5 Jahren. Das vernichtet die Fähigkeit realistisch zu fühlen. Psychologen (oft die Menschen, mit der geringsten Menschenkenntnis, verborgen hinter unsinnigen Fachbegriffen (die man lernen kann)) nennen das Konnotiert (nicht perfekt sein bedeutet Weltuntergang, das ist es, wenn man vom eigenen Vater schwer misshandelt wird)
In fast allen Diskussionen wird das verdrängt. Selbst von sogenannten Gewaltforschern wie Christian Pfeiffer. Wenige reden auch so (Wolfgang Schmidbauer, Rudolf Egg, teils Wolfgang Bergmann, insbesondere Manfred Spitzer (eigentlich Hirnforscher, aber auch Psychiater))
Andere Psychologen nennen den selben Effekt, das Primärgefühle (der Situation angemessen zu fühlen) wird ersetzt durch ein Sekundärgefühl (bei Jackson Weltuntergang durch schwere Misshandlung)
Selbst ein so eindeutiger Fall wie Jackson, wird von den allerwenigsten – insbesondere Psychologen/Therapeuten – auch nur mal in diese Richtung angedacht.
Ich wünsche mir daß der Tod und der komplette “Niedergang” von Amy einen Schock für andere Drogensüchtige ist damit diese vielleicht aufwachen
Den Sängern heutzutage sollte man schon am Anfang der Karriere einen Psychologen zur Seite stellen um sie auf die “folgen” ihres Erfolges (Geld, Paparazi,fehlendes Privatleben etc. )vorzubereiten,weil diese Personen meistens von heute auf Morgen berühmt werden und diesen schnellen Erfolg nicht verkraften um dann sich mit Drogen zu betäuben.
Man sollte aber nicht nur mit dem Finger auf die Konsumenten zeigen sondern herausfinden wer die Drogen beschafft,verkauft hat.
Die Dealer sind genauso Schuld !!
Aber Amy reiht sich nur in die vielen Sänger ein die den Erfolg nicht verkraftet haben.
Sie wollen Erfolg wollen Millionen verdienen wollen aber im Gegenzug genauso weiter Leben können wie vorher.Wollen ohne Body Guard in den Supermarkt gehen können etc.
Wenn ein einfacher Süchtiger ins Gras beist scheren sich maximal die Familien darum .Deßhalb sorry bin ich nicht groß betrübt um den Tod von Amy sie war leider nur eine weitere Drogensüchtige die sich nicht helfen lassen wollte.
Ich bin kein Fan von Britney ,habe aber Respekt davor wie sie sich wieder aufgerappelt hat und auch Hilfe angenommen hat.
Amy winehouse war bereits Abhängig, bevor sich berühmt wurde…
Ich bewerte das als Indiz, dass – wie bei meiner Meinung nach den meisten – bei einer selbstzerstörerischen Sucht ein Grund dafür da ist. Bei Süchtigen geht es hauptsächlich um Betäuben von vorhandenen Gefühlen und nicht um erreichen von irgendwelchen Räuschen.
Janis Joplin ist ebenfalls mit 27 Jahren an einer überdosis drogen gestorben. Amy war nicht die erste Sängerin und wird auch nicht die letzte sein, die solch ein leben führt und so jung stirbt… ich finde es aber immer wieder erstaunlich, wiue sehr sich die todesumstände solche Künster doch ähneln…
man vergißt als laie oft, daß es weit mehr braucht, als nur talent, um in diesem geschäft(jahrelanges dauertouren um die ganze erde, der druck immer noch eins drauf zu setzen bei qualität u. umsatz, die angst vor dem eigenen versagen u. a.) zu bestehen. eine gewisse bodenständige robustheit von körper u. seele dürfte da von vorteil sein. manche schöpfen kraft im glauben-andere schwören auf fitness u. sport u. achten auf eine gesunde ernährung. die arme amywinehouse hatte leider diese robustheit nicht. sie war wohl das, was man eine kerze nennt, die an beiden seiten brennt. traurige wahrheit: wieder ist eine große künstlerin viel zu früh von uns gegangen. vielleicht auch, weil sie gnadenlos verheizt wurde. mach’s gut, amy u. grüß die anderen im rock’n rollhimmel.
Jeder, der behauptet, Amy Winehouse sei selbst verantwortlich, ist ein Zyniker. Sucht ist eine Krankheit. Und vor allem: Die Sucht ist stärker als alles andere. Wir alle konnten miterleben, wie sehr sie immer wieder versucht hat, von den Drogen und dem Alkohol loszukommen. Tragischerweise hat sie es nicht geschafft. Ich werde sie sehr vermissen.
amy winehouse war amy winehouse
danke für diese wundervolle musik