Twitter feiert fünften Geburtstag: #Twinterview mit Nico Lumma
Happy birthday, Twitter. Seit fünf Jahren informierst du uns und langweilst unser Hirn mit seltsamen Nachrichten, zum Beispiel über den Verdauungsprozess anderer Menschen. Über diesen ganzen Informationsbrei und was dahinter steckt unterhielten wir uns, jaja, wie passend, über @derMarker mit Nico Lumma. Zum Zeitpunkt des Twinterviews ist er Director Social Media bei der Werbeagentur Scholz&Friends gewesen. Hier das Protokoll des Live-Twinterviews.
@derMarker: Mehr über Nico Lumma hier: http://about.me/lumma
@derMarker: Fünf Jahre Twitter – ist das ein Grund zum Feiern?
@Nico: bestimmt.
aber man kann sich auch fragen, ob das jetzt alles ist, oder ob twitter noch mehr bieten kann
@Nico: das schöne an twitter ist: 140 zeichen sind genug, um viel abwechslung zu haben.
@derMarker: Mehr, als nur über die Verdauung zu twittern, wann man wie viel Kaffee getrunken hat oder wann man in der U-Bahn sitzt?
@Nico: ach, die nutzungsmöglichkeiten gehen über das twittern von befindlichkeiten hinaus. informationsdistribution geht kaum schneller
@derMarker: Doch. Über die Facebook-Timeline oder über RSS-Feeds. Was brauche ich da noch Twitter?
@Nico: tja, gute frage. twitter ist eben sehr eng begrenzt auf 140 zeichen, facebook und google+ können deutlich mehr.
@Nico: allerdings, wer einen sehr schlichten dienst bevorzugt, der ist mit twitter und hashtags gut bedient.
@Nico: aber, für viele nutzer ist das einfach nichts, twitter ist einfach immer noch sehr nerdy.
@derMarker: Andererseits: Da steht Belangloses zwischen, hm, dramatischen Nachrichten wie Terroranschlägen. Alles ist gleich wichtig.
@Nico: der nachteil ist definitiv, dass immer alles an alle geht und der nutzer filtern muss.
@derMarker: Vielleicht liegt in der Kürze die Kraft.Du arbeitest bei der Werbeagentur @scholzfriends. Claims sind auch kompakt.
@Nico: auf alle fälle. man lernt, sich kurzzufassen. twitter ist eigentlich ideal für alle norddeutschen.
@derMarker: Ich komme auch aus Norddeutschland, schaffe es aber nicht immer, mich kurzzufassen. Zum Glück gibt es twitlonger.
@derMarker: Obwohl: Das ist wohl eher Schummeln. Je verknappter desto künstlerisch wertvoller?
@Nico: künstlerisch kann twitter natürlich sein. über die 140 zeichen hinaus, wenn man an die API denkt und die möglichkeiten.
@Nico: wortspiele gehen immer, gerne auch auf 140 zeichen, oder andeutungen mit platz für interpretationen.
@derMarker: Warst du schon einmal auf einer #twitterlesung? Was hältst du von dieser Kunstform? Und ist das überhaupt Kunst?

@Nico: twitterlesungen kann man machen, muss man aber nicht. die meisten tweets funktionieren ohne kontext nicht so gut.
@Nico: das ist immer ein bisschen so wie geschichten am lagerfeuer, die nur witzig sind, wenn man dabei war.
@derMarker: Du sitzt ja anscheinend sehr oft in der U-Bahn. Dort ist der Kontext: Bewegung. Und der mobile Empfang unter der Erde.
@Nico: naja, meine ubahn-tweets haben schon einen hohen künstlerischen wert.
@derMarker: Zustimmung unsererseits. Man müsste einen Wettbewerb ausrufen: Wer wie du twittert, bekommt ein Bier spendiert.
@Nico: die frage ist doch aber: was kommt als nächstes bei twitter? wie kann der dienst geld verdienen + attraktiv bleiben?
@Nico: mit werbung im stream wird nicht jeder seine freude haben werden.
@derMarker: Das stimmt: Werbung würde bestimmt so manchen Twitterer verprellen. (Schaut den MARKER, immer um 20 Uhr).
@derMarker: Und technisch ausgereift ist Twitter auch nicht. Eben läuft es nicht rund,nervt mit Fehlern. Nutzerfreundlich ists nicht.
@Nico: ach, der fail whale ist doch nun wirklich ein beliebter klassiker, oder nicht?
@derMarker: Und ein schönes T-Shirt-Motiv. Aber: Ein spannendes Medium mit großer Wirkung für Firmen – wenn man nicht zu plump ist.
@Nico: nicht nur für firmen, sondern auch für tv-sender – da bilden sich gerne mal adhoc-communities bei spannenden sendungen
@Nico: beim marker habe ich das allerdings noch nicht beobachtet, eher bei #gntm oder #tatort
@derMarker: Also bei Sendungen mit Massenwirkung. Lagerfeuer 2.0. Wollen die Menschen so viel reden? Über alles? Reden, reden, reden.
@Nico: einige ja, andere lesen gerne mit und amüsieren sich heimlich, es ist für jeden etwas dabei
@Nico: warum nutzt ihr denn twitter? was wollt ihr erreichen?
@derMarker: Wir wollen auf Augenhöhe mit unseren Zuschauern reden. Wie fanden sie die Sendung? Was können wir besser machen?
@derMarker: Und haben unsere Zuschauer Anregungen, was Themen betrifft. Wir nehmen sie ernst, nicht von oben herab.
@derMarker: Als Fazit zu fünf Jahren Microblogging: Twitter – ja oder nein?
@Nico: twitter ja, aber. gegen google+ wird es twitter sehr schwer haben.
@derMarker: Danke fürs interessante Gespräch, @Nico … schönes Wochenende.
(ZDF) Till Frommann | 1 Kommentar | 15. Juli 2011 | 18:20 Uhr |
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Nettes Interview, hoffentlich wird Twitter auch noch 10 Jahre alt
“tja, gute frage. twitter ist eben sehr eng begrenzt auf 140 zeichen, facebook und google+ können deutlich mehr.”
Genau das ist, was Twitter für mich so besonders macht. Der ganze Schnick-Schnack von Facebook und Google+ wird nicht benötigt. Das bemerkenswerte ist auch, dass trotz tausender Tweets, man doch immer die wichtige Tweets mitbekommt. Während bei Facebook oder Google+ die Freunde ihre Alltäglichen doings posten.
Gruß
Mirco