Parallelgesellschaften
Manchmal kann man nicht einschlafen. Man liegt im Bett. Man grübelt, und man zermartert sein Hirn, bis die Sonne den müden Menschen unsanft daran erinnert, dass es Zeit ist, aufzustehen.

Man stellt sich Fragen: Was, wenn man sich damals anders entschieden hätte? Was, wenn man zur falschen Zeit am richtigen Ort oder zur richtigen Zeit am falschen Ort gewesen wäre? Wie hätte sich das Leben geändert? Wäre man ein anderer Mensch geworden? Hätte sich alles um einen herum geändert?
Denken wir ein bisschen globaler.
Was, wenn es Jesus nie gegeben hätte?
Wenn der Zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre?
Wenn es die DDR noch geben würde?
Diverse Bücher, Kurzgeschichten und Filme behandeln diese andere Sicht auf die Dinge. Beliebtes Thema bei diesen Alternativweltgeschichten ist der Zweite Weltkrieg. Zum Beispiel entwickelte Robert Harris in seinem Roman “Vaterland” eine Utopie, die das Schreckensbild eines Deutschlands ausmalt, welches den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat.
Oder man nehme die Fernsehserie “Sliders”, in der es darum geht, dass die Protagonisten von Parallelwelt zu Parallelwelt reisen, immer auf der Suche nach ihrer Heimatwelt, in der alles noch so ist, wie sie gewohnt waren, so normal und vertraut.
Guido Knopp hatte mit dem Film “Der Dritte Weltkrieg” eine Horrorvision erschaffen, in der Deutschland 1989 nicht wiedervereinigt wird, sondern alles in einem weltweiten Konflikt endet.
Die Website uchronia.net hat über 3100 Werke gesammelt, die solche Was-wäre-wenn-Szenarien erschaffen. Und immer, immer wieder geht es um den Zweiten Weltkrieg, beispielsweise im Roman “Elleander Morning” von Jerry Yulsman, in dem Hitler schon 1913 unter dubiosen Umständen gestorben und der Zweite Weltkrieg dementsprechend nie stattgefunden hat.
Diese Gedankenspiele laufen unter den Namen “Parahistorie” oder auch “Uchronie” – bedeutet: eine Utopie kombiniert mit einer zeitlichen Dimension.
Was wäre, wenn! Ja, was wäre wenn?
Manchmal kann man nicht einschlafen. Man liegt im Bett. Man grübelt, und man zermartert sein Hirn. Was wäre, wenn? Und dann schläft man irgendwann friedlich und zufrieden ein und denkt sich, dass alles gut ist, wie es ist.
(Bilder: colourbox / pr)
(ZDF) Till Frommann | 1 Kommentar | 27. Januar 2012 | 11:36 Uhr |
|





Interessante Sache auf alle Fälle.
Jedoch finde ich diese Was-wäre-wen-es-so-und-gewesen-wäre-Gedankengänge sehr mühselig.