Digitalisate aller Länder vereinigt euch
Wissen ist Macht. So gesehen ist Google ziemlich mächtig. Dass man mit einer Suchmaschine einmal so viel Geld verdienen könnte, hätte vor 10 Jahren niemand gedacht. Mit immer neuen Service-Angeboten und kostenlosen Dienstleistungen hat Google die Nutzermassen von seinen Fähigkeiten und Diensten überzeugen können. Irgendwann war es sogar zum eingetragenen Verb geworden, das „googeln" im Internet. Irgendwie logisch und doch gemein. Da mühen sich all die Unternehmen da draußen im großen Netz ab, mit Inhalten vernünftig Gewinn zu erwirtschaften und dann kommt da eine Sortier- und Suchmaschine die mit nichts anderem Geld verdient als mit den teuer bezahlten Inhalten der anderen.
Damit noch nicht genug, sucht diese Firma nun auch noch das gedruckte Wort heim. Scannt Bücher, stellt sie online und verdient mit diesen Inhalten sowohl nach dem alten Schema, wie auch mit neuen noch jungen Methoden sein Geld. Ist es da nicht verständlich, dass Urheber und Verlage aufschreien und Gerechtigkeit fordern?
Ich meine, es ist verständlich und doch auch unverständlich zugleich. Zunächst einmal muss man Google einen ganz bestimmten Zahn ziehen. Positiv-Image hin oder her: Es ist völliger Nonsens, das alles für die „Menschheit" zu tun. Man muss schon ganz schön in Watte gepackt sein, wenn man das glauben würde. Google ist ein stinknormales Unternehmen mit der festen Absicht Gewinn zu erzielen. Hier steht noch nicht einmal die Firmenführung für gerade. Das ist einfach so, bei einer Aktiengesellschaft. Jeder Aktionär will das Maximum aus seiner Einlage herausholen. Kapitalismus 1.0 trifft auf Web 2.0 (ich konnte es mir einfach nicht verbeißen...).
Hinzu kommt, dass tatsächlich jede Menge Informationen über die Wupper gehen, wenn man nicht gehörig aufpasst. Viele Dokumente sind in der Vergangenheit verbrannt, verschüttet oder einfach durch menschliche Dummheit vernichtet worden. Einmalige Informationen, die unwiederbringlich verlorengegangen sind. Hier muss eine Instanz geschaffen werden, damit so etwas nie wieder passiert. Aber ob das unbedingt Google alleine sein muss? Wir zeigen am kommenden Sonntag jede Menge Lösungen, die neben Google existieren und die allesamt auf einem guten Weg sind, deren Werbe-Etat aber bei weitem nicht so groß ist, wie der des Suchmaschinen-Betreibers.
Diese Projekte sind zum Teil älter als Google selbst und sie haben viel früher das Internet verstanden als die Suchmaschinen-Betreiber. Ihre Absicht entstammt jedoch tatsächlich dem Kern des Internet-Gedanken und wenn jemand sich auf die Fahnen schreiben möchte, dass man nur Gutes im Schilde führe, ja dann eben Projekte wie Archive.org, Wikipedia und Co.
Andererseits ist beim Aufbau eines (all-)umfassenden Archivs viel Kapital nötig. Kapital, das keine Non-Profit-Organisation in diesen Dimensionen besitzt und hier kommt dann eben der Kapitalismus wieder ins Spiel.
Man muss aber auch bedenken, dass eine ganze Menge geistiger Werke unmittelbar mit dem Streben nach Profit verbunden sind. Kein Verleger handelt aus altruistischen Gründen, kein Musik-Label verschenkt Musik und so manches Gemälde erzielt märchenhafte Gewinne. Kulturgüter sind auch Gegenstand der Spekulation. Sie sind Geldwert und demnach mit Ertrag veräußerbar. Ja und es gibt jede Menge davon. Eine Flut von Büchern und Musik überschwemmt uns jedes Jahr und buhlt um unsere Aufmerksamkeit. Da ist es gut, wenn man eine Auswahl treffen kann, wenn man nach wertvollen Informationen suchen kann, die beraten und vor Fehlkäufen schützen.
Ist es da nicht offensichtlich, dass sich so viele deckungsgleiche Interessen zusammenraffen müssen? Natürlich sind kommerziell auswertbare Gegenstände im Fokus eines (oder vieler) Gewinnorientierter Unternehmen und natürlich wird diesen Gegenständen mehr Aufmerksamkeit zuteil werden
Der bibliophil (oder audiophil) veranlagte Mensch sucht aktiv nach neuem Futter. Er ist es, den solche Such-Angebote locken werden. Die Wissenschaft profitiert von solch gigantischen elektronischen Archiven ganz besonders aber hier sollte Kommerz überhaupt keine Rolle spielen.
Auch die Zeit nach der Veröffentlichung spielt für mich eine wichtige Rolle. Viele Bücher sind doch nur wenige Jahre als kommerziell verwertbare Güter attraktiv. Danach werden sie von Verlagen nicht mehr nachgedruckt weil die Lagerung weiterer Auflagen, ebenso wie der Druck Kosten verursacht, die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten nicht mit den Gewinnerwartungen übereinstimmen. Das sogenannte Antiquariat entwickelt sich eben aus jenen wirtschaftlichen Handlungsstrategien und es ist nach wie vor in bestimmten Bereichen rentabel. So richtig attraktiv wird es aber erst im digitalen Bereich. Wenn ich diese vergriffenen Bücher herunterladen kann, wenn ich dafür keine Weltreise auf mich nehmen muss, um endlich ein Exemplar in Händen halten zu können. Hier wird also jedes Bibliotheks-Projekt im Internet eine hilfreiche Verbesserung darstellen.
Eine optimierte Stichwortsuche, Leseempfehlungen anderer Nutzer, die ständige Verfügbarkeit der Digitalisate im Netz, die großartige Archivfunktion und die Gewissheit, dass kein Werk je wieder vernichtet werden kann, machen für mich solche Archiv-Projekte wie die von Archive.org, Projekt Gutenberg, Wikisource und von mir aus auch Google mit seinen pseudoaltruistischen Ansätzen zu wertvollen Vorhaben. Jedes Buch sollte digital verfügbar sein.
Den kommerziellen Teil dieser digitalen Revolution dürfen sich von mir aus Google und die Verlage gerne teilen, mir geht es vor allem darum, dass jedes dieser Werke auch nach vielen Jahren noch jederzeit erreichbar ist, dann aber zu einem vernünftigen Preis. Aber das ist eine andere Geschichte...
Damit noch nicht genug, sucht diese Firma nun auch noch das gedruckte Wort heim. Scannt Bücher, stellt sie online und verdient mit diesen Inhalten sowohl nach dem alten Schema, wie auch mit neuen noch jungen Methoden sein Geld. Ist es da nicht verständlich, dass Urheber und Verlage aufschreien und Gerechtigkeit fordern?
Ich meine, es ist verständlich und doch auch unverständlich zugleich. Zunächst einmal muss man Google einen ganz bestimmten Zahn ziehen. Positiv-Image hin oder her: Es ist völliger Nonsens, das alles für die „Menschheit" zu tun. Man muss schon ganz schön in Watte gepackt sein, wenn man das glauben würde. Google ist ein stinknormales Unternehmen mit der festen Absicht Gewinn zu erzielen. Hier steht noch nicht einmal die Firmenführung für gerade. Das ist einfach so, bei einer Aktiengesellschaft. Jeder Aktionär will das Maximum aus seiner Einlage herausholen. Kapitalismus 1.0 trifft auf Web 2.0 (ich konnte es mir einfach nicht verbeißen...).
Hinzu kommt, dass tatsächlich jede Menge Informationen über die Wupper gehen, wenn man nicht gehörig aufpasst. Viele Dokumente sind in der Vergangenheit verbrannt, verschüttet oder einfach durch menschliche Dummheit vernichtet worden. Einmalige Informationen, die unwiederbringlich verlorengegangen sind. Hier muss eine Instanz geschaffen werden, damit so etwas nie wieder passiert. Aber ob das unbedingt Google alleine sein muss? Wir zeigen am kommenden Sonntag jede Menge Lösungen, die neben Google existieren und die allesamt auf einem guten Weg sind, deren Werbe-Etat aber bei weitem nicht so groß ist, wie der des Suchmaschinen-Betreibers.
Diese Projekte sind zum Teil älter als Google selbst und sie haben viel früher das Internet verstanden als die Suchmaschinen-Betreiber. Ihre Absicht entstammt jedoch tatsächlich dem Kern des Internet-Gedanken und wenn jemand sich auf die Fahnen schreiben möchte, dass man nur Gutes im Schilde führe, ja dann eben Projekte wie Archive.org, Wikipedia und Co.
Andererseits ist beim Aufbau eines (all-)umfassenden Archivs viel Kapital nötig. Kapital, das keine Non-Profit-Organisation in diesen Dimensionen besitzt und hier kommt dann eben der Kapitalismus wieder ins Spiel.
Man muss aber auch bedenken, dass eine ganze Menge geistiger Werke unmittelbar mit dem Streben nach Profit verbunden sind. Kein Verleger handelt aus altruistischen Gründen, kein Musik-Label verschenkt Musik und so manches Gemälde erzielt märchenhafte Gewinne. Kulturgüter sind auch Gegenstand der Spekulation. Sie sind Geldwert und demnach mit Ertrag veräußerbar. Ja und es gibt jede Menge davon. Eine Flut von Büchern und Musik überschwemmt uns jedes Jahr und buhlt um unsere Aufmerksamkeit. Da ist es gut, wenn man eine Auswahl treffen kann, wenn man nach wertvollen Informationen suchen kann, die beraten und vor Fehlkäufen schützen.
Ist es da nicht offensichtlich, dass sich so viele deckungsgleiche Interessen zusammenraffen müssen? Natürlich sind kommerziell auswertbare Gegenstände im Fokus eines (oder vieler) Gewinnorientierter Unternehmen und natürlich wird diesen Gegenständen mehr Aufmerksamkeit zuteil werden
Der bibliophil (oder audiophil) veranlagte Mensch sucht aktiv nach neuem Futter. Er ist es, den solche Such-Angebote locken werden. Die Wissenschaft profitiert von solch gigantischen elektronischen Archiven ganz besonders aber hier sollte Kommerz überhaupt keine Rolle spielen.
Auch die Zeit nach der Veröffentlichung spielt für mich eine wichtige Rolle. Viele Bücher sind doch nur wenige Jahre als kommerziell verwertbare Güter attraktiv. Danach werden sie von Verlagen nicht mehr nachgedruckt weil die Lagerung weiterer Auflagen, ebenso wie der Druck Kosten verursacht, die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten nicht mit den Gewinnerwartungen übereinstimmen. Das sogenannte Antiquariat entwickelt sich eben aus jenen wirtschaftlichen Handlungsstrategien und es ist nach wie vor in bestimmten Bereichen rentabel. So richtig attraktiv wird es aber erst im digitalen Bereich. Wenn ich diese vergriffenen Bücher herunterladen kann, wenn ich dafür keine Weltreise auf mich nehmen muss, um endlich ein Exemplar in Händen halten zu können. Hier wird also jedes Bibliotheks-Projekt im Internet eine hilfreiche Verbesserung darstellen.
Eine optimierte Stichwortsuche, Leseempfehlungen anderer Nutzer, die ständige Verfügbarkeit der Digitalisate im Netz, die großartige Archivfunktion und die Gewissheit, dass kein Werk je wieder vernichtet werden kann, machen für mich solche Archiv-Projekte wie die von Archive.org, Projekt Gutenberg, Wikisource und von mir aus auch Google mit seinen pseudoaltruistischen Ansätzen zu wertvollen Vorhaben. Jedes Buch sollte digital verfügbar sein.
Den kommerziellen Teil dieser digitalen Revolution dürfen sich von mir aus Google und die Verlage gerne teilen, mir geht es vor allem darum, dass jedes dieser Werke auch nach vielen Jahren noch jederzeit erreichbar ist, dann aber zu einem vernünftigen Preis. Aber das ist eine andere Geschichte...
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