Google-Handy und die Sache mit dem Reboot

Wenn Windows mal wieder nicht will, nutzt der erfahrene User die Kombination „STRG+ALT+ENTF" um den Rechner zum Neustart zu bewegen. Das Google-Handy G1 ist hier schneller. Glaubt man den Ausführungen von ZDnet, muss man einfach nur eine SMS schreiben und den Begriff „Reboot" in seiner SMS verwenden. Schon fährt das Handy runter und fährt wieder hoch. Ok, drei Tasten sind schon komfortabler aber es wird sicherlich nicht mehr lange dauern und man muss nur noch den Sprachbefehl „Reboot" geben und schon ist der gute alte Affengriff völlig überholt...

grünebloggen.gifDer Wahlkampf und die Wahlnacht in Amerika haben es deutlich gemacht: Das Internet ist als Medium für jüngere Zielgruppen in den Olymp der politischen Berichterstattung endgültig aufgenommen worden. Seit 1945 haben die Amerikaner nicht mehr so viel Wahlbeteiligung verkünden können. So viel Macht ist verlockend, auch für viele Sparten im Internet, die mit Politik so gar nichts am Hut haben. Das Internet gibt viel Spielraum für authentische Berichterstattung, charismatische Geschichtenerzähler und natürlich auch für Manipulation. Je stärker ein Medium zur Meinungsbildung beiträgt, desto kompetenter müssen die Nutzer des Mediums sein.

 

Vor fünf Jahren waren Blogger eine Gemeinde von begeisterten Internet-Usern die sich ihren wenigen teilanonymen Lesern mitgeteilt hatten. Sie schossen Bilder von Veranstaltungen die sie besucht hatten, kommentierten ihre Erlebnisse und verwiesen auf die Erfahrungen und Meinungen anderer Blogger. Heute ist das nicht anders. Zwar hat sich das Instrumentarium, das sich Bloggern bietet extrem erweitert, dennoch halten sie an diesem Prinzip der Meinungsäußerung fest. Der Unterschied besteht vermutlich nur darin, dass sie nun als authentische Kanäle auch von der Industrie wahrgenommen werden und Produzenten von Konsumgütern wie auch die Politik jene unverbrauchten Gesellschaftskritiker für ihre Zwecke einsetzen möchten.

 

Eine Werbung muss so intelligent und geistreich sein wie die Artikel in der Zeitschrift oder Zeitung, in der sie erscheint." Michael Schirner

 

Mediale Aufmerksamkeit zu genießen bedeutet in den Köpfen der Menschen existent zu sein. So lange etwas medial immer wieder aufbereitet und besprochen wird, lässt sich daraus immer wieder Kapital schlagen. Bezogen auf Personen wie Politiker ist jede Form recht. Hauptsache der Name wird immer wieder gedruckt. Ja, manchmal ist es sogar von Vorteil Negativ-Schlagzeilen zu machen. Es ist nämlich viel schwieriger ein sauberes Image mit Langzeitwirkung aufrecht zu halten als ein negatives langsam und bedächtig zu einem positiven zu wandeln.

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. In nicht ganz 11 Monaten wird auch in Deutschland wieder gewählt und die Parteien wollen sich von den Erfahrungen der amerikanischen Wahlkämpfer wohl eine Scheibe abschneiden. Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen" möchte hier klare Signale setzen. Es soll gebloggt werden. Damit auch parteifremde Bürger ihre ganz eigene Meinung vom Parteitag bloggen, hat die Partei nun auf der eigenen Homepage einen Aufruf gestartet, dem auch schon einige Blogger gefolgt sind. Anfahrts- und Übernachtungskosten werden von der Partei gezahlt. Internetzugang und die Teilnahme an den Pressekonferenzen sind natürlich ebenso gewährleistet. Außerdem erhalten die Blogger eine „inhaltliche Betreuung" durch das Bundesvorstandsmitglied Malte Spitz.

 

Authentische, freie und aktuelle Meinungsäußerung. Sich selbst als Informationsquelle begreifen dürfen. Zitierfähige Inhalte produzieren, davon träumen viele Blogger. Viele träumen davon ein ganzes Bloggerleben lang. Einige Blogs haben auf das Angebot der Grünen schon reagiert. Diskutieren über den Grad der Unabhängigkeit dieser Berichterstattung und machen dabei genau den notwendigen Schritt, den dieses junge Medium so dringend benötigt. Die ständige Reflektion von Inhalten, die kritische Auseinandersetzung und die Prüfung des Informationsgehaltes.

 

Medienkompetenz wird angesichts der Entwicklungen im Internet, Fernsehen und den Printmedien einer der zentralen Grundbegriffe des noch jungen Jahrhunderts und wir werden alle lernen müssen, wie wichtig es ist, unsere Quellen zu prüfen, Meinungsvielfalt zu analysieren und unsere Position im diesem Medien-Dschungel bestimmen zu können.

Shigeru Miyamoto ist der Vater von Super Mario und Zelda - und einer der konstantesten und prägendsten Persönlichkeiten in der Videospiel-Branche. Was man wesentlich weniger mitbekommt, als bei Entwicklern vom Schlage eines Peter Molyneux, der unermüdlich seine Visionen predigt. Mit Miyamoto redet man nicht allzu häufig. Jetzt hat es endlich geklappt und wir konnten ihn in London treffen. Nintendo hatte einige Pressevertreter eingeladen, Miyamotos Musik-Vision kennen zu lernen.

 

 

neues: Musikspiele sind ein Riesen-Trend, fast jeder Publisher bringt für fast jede Plattform etwas Musikalisches. Wo ist Wie Music anders als der Rest?

Miyamoto: Ich muss sagen, es ist eigentlich eine peinliche Situation für uns. Wir arbeiten schon seit Jahren an Wii Music und dann kam dieser Boom. Da könnte man natürlich sagen, oh, Nintendo macht das jetzt auch. Fakt ist aber, Wii Music ist ein völlig anderes Spiel als der ganze Rest. Was man sonst sieht, sind Spieler die versuchen, so präzise wie möglich zu sein, um den Highscore zu schlagen. Bei Wii Music ist das völlig anders. Das Spielziel von Wii Music ist es, Musik so darzubieten, wie es dir gefällt. Du musst dir keine Sorgen machen, ob du Fehler machst, denn wie auch immer die die Instrumente spielst, Wii Music hilft dir, so dass was immer du tust zu einer ganz besonderen Darbietung werden kann. In diesem Punkt ist es vielleicht gar nicht so anders, aber doch sehr viel näher dran an beispielsweise Karaoke. Bei Karaoke muss man sich nicht unbedingt Sorgen machen um seine Performance, man kann sich vielmehr frei ausdrücken.

neues: Man hat das Gefühl, dass Wii Music für Nintendo ein unglaublich wichtiger Titel ist, fast so wichtig wie der Launch der Konsole selbst.

Miyamoto: Tatsächlich habe ich selbst mehrere Jahre verschiedene Instrumente gespielt. Unglücklicherweise war ich mit keinem Instrument besonders gut, das war eine stressige Erfahrung für mich. Diese Erfahrung wurde zu einer Motivation für mich, mich sehr stark in die Entstehung von Wii Music einzubringen.

neues: Ich habe Sie 2006 bei der ersten Präsentation von Wii Music gesehen, da sah es aus wie eine Art Dirigentenspiel. Wie hat sich das Spiel denn während der Entwicklungszeit verändert?

Miyamoto: Wenn wir an einem Titel wie beispielsweise Super Mario Bros. arbeiten, entscheiden wir zunächst über das Basis-Konzept des Spiels, um dann Details hinzuzufügen, die es ins endgültige Format bringen. Bei Wii Music gab es einen anderen Hintergrund, der uns dazu brachte, an diesem Projekt zu arbeiten. Grundsätzlich wollten wir einfach eine Musik-Software für die Wii Konsole haben, da wir Familien vor der Konsole vereinen wollen - das geht mit Musik am besten. Außerdem dachten wir schon, als wir Form und Funktionalität der Controller festlegten, daraus könnte man Vorteile ziehen, z.B. um Musikinstrumente zu spielen.. Vor diesem Hintergrund starteten wir das Projekt erst mal als Dirigentenspiel. Man sollte ein ganzes Orchester mit dem Controller dirigieren können, einfach indem man seine Hände entsprechend bewegt. Das gefiel uns zunächst ganz gut, aber irgendwann merkten wir, dass Opern-Konzept führt nirgendwohin. Es hätte nur wieder dazu geführt, dass die Leute versucht hätten, so präzise wie möglich zu sein, um die Highscores zu knacken. Wovon ich spreche ist, ich will das die Leute die reine Freude an der Musik spüren, mit ganz einfachen Möglichkeiten und der Wiimote.
Also beschlossen wir, ein anderes Experiment zu starten, nämlich musikalische Darbietung zu simulieren. Als wir das hinbekamen, traten wir in die nächste Phase ein und das war das gemeinsame Musizieren. Das brachte alte Erinnerungen zurück. Wie erwähnt spielte ich verschiedene Instrumente und gelegentlich auch in Bands. An diesem Punkt wurde ich immer nervös: Was, wenn ich einen Fehler mache und damit die anderen aus dem Konzept bringe? Ich dachte, wenn man diese Angst loswerden könnte, könnten alle Spaß haben, egal wie die Performance ist. An diesem Punkt holten wir Musiker und Komponisten dazu, die bisher an Spielmusiken für Nintendo gearbeitet hatten. Am Ende stand dann die endgültige Fassung von Wii Music.

neues: Sie können sich auch vorstellen, Wii Music in Schulen oder Kindergärten einzusetzen?

Miyamoto: Was ich wirklich hoffe ist, das Wii Music Leute ermutigt, etwas über Musik wissen zu wollen und sich selbst darüber auszudrücken. Es ist doch so, dass Schüler erst mal eine Menge Grundlagen lernen müssen - Noten, wie man ein Musikstück liest - bevor sie anfangen, Musik einfach nur zu genießen. Bei Wii Music sind diese Schwierigkeiten einfach eliminiert. Man braucht nur fünf Minuten, dann erfassen die Leute, das sie mit Wii Music Instrumente spielen können und mit anderen gemeinsam musizieren. Wenn sie einmal verstanden haben, wie viel Freude es macht, sich mittels Musik auszudrücken, oder mit anderen gemeinsam zu musizieren, dann werden sie sich sehr wahrscheinlich auch dafür interessieren, Musikgrundlagen oder sogar ein echtes Instrument zu erlernen. Wenn man zuerst die Freude an der Musik lernt, hoffe ich, das die Menschen Lust haben mehr über Musik zu lernen.

neues: Da Sie es einige Male erwähnten: Wie wichtig sind Ihnen eigentlich Ihre Charaktere wie z.B. Super Mario?

Miyamoto: Die sind natürlich sehr wichtig!. Wann immer wir neue Hardware herausbringen, arbeite ich an einem neuen Super Mario Spiel. Zelda ist ebenfalls ein sehr wichtiges Spiel für mich. Wir haben immer ein Entwicklerteam das an einem Zelda-Spiel arbeitet und sie arbeiten mit mir zusammen. Es ist aber Nintendos Politik, keine Ankündigungen zu machen, bevor wir nicht auch sicher sagen können, wann genau der Titel kommt. Daher machen sich vielleicht manche Sorgen, um die Zukunftsperspektiven. Aber Sie können sicher sein, wir arbeiten immer an diesen Titeln.

Das Interview führte Valentina Hirsch

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