Münster, Westfalen. Beschauliche Stadt des Westfälischen Friedens, voller Studenten auf Fahrrädern, Schauplatz gerngesehener Tatortkrimis - und zum zweiten Mal an einem sonnigen Wochenende Ende April auch Schauplatz der Role Play Convention, dortselbst in der Halle Münsterland.
So biegt man ab, die heiligen Hallen des Rollenspiels aufzusuchen, und begegnet schon auf der Strasse bei herrlichstem Sonnenschein finsteren Gestalten in langen, schwarzen Mänteln, blass, mit wallendem Haar und Schwertern in den Händen. Nicht grade der typische Münsteraner, denkt man sich, doch es kommt noch besser:
Die Messehallen der Halle Münsterland, sonst Schauplatz von Deutschlands grösster Kegelparty oder landwirtschaftlicher Ausstelllungen, sind kaum wiederzuerkennen, denn sie haben sich in das Mekka von über 23000 Rollenspielfans aller Art verwandelt: Eine Halle finster, der Leipziger Games Convention nicht unähnlich, voller PCs und Konsolen mit den neuesten RPGs: Sacred 2, Chronicles of Spellborn, Age of Conan und, natürlich World of Warcraft. Die jugendlichen Besucher stehen Schlange, die Hand an Maus oder Controller zu legen. Bis hierhin also wie gewohnt. Daneben reihen sich aber Stände, an denen Met angeboten wird - "Mit Trollpopel", sagt ein Marketender stolz und verweist auf ein Fläschchen, in dem noch ein paar Mandeln trudeln - komplette Ritterrüstungen mit Schild und Schwert und allem, Feengewänder und Zwergenkostüme. Und zwischendrin stehen täuschend echte Orks, Elfen und andere Gestalten aus mehr oder weniger bekannten Phantasiewelten, die einen bisweilen schon mal richtig erschrecken können. Was heisst hier also täuschend echt?
Im schon etwas sonnigeren Forum stehen reichlich Tische, dicht bevölkert mit Kartenspielern und Pen-und-Paper-Anhängern, denn auch das ist Rollenspiel. Genauso wie das sogenannte "Live-Adventure", bei dem sich Menschen in vielerlei Verkleidungen auf Burgen treffen und nach strengen Regeln Kriege, Kämpfe und Kollisionen vollführen. Und das muss schliesslich auch geübt werden, wie in einem hölzernen Boxring eine Halle weiter zu sehen ist: Da kloppen sich erwachsene Menschen auf Befehl mit Gummischwertern und Knüppeln - das Gelächter ist gross, zu Schaden kommt natürlich niemand. Bis vielleicht auf den dreijährigen Jungen, der maulend im Narrenkostüm danebensitzt und sich sicher ein bisschen ärgert, dass hier die Grossen die dolleren Spielzeuge haben.
Kampfkunst für Fortgeschrittene gibt es hingegen draussen zu sehen, auf dem Mittelaltermarkt, der ebenfalls fürs leibliche Wohl und für die historisch-fantastisch korrekte Ausstattung sorgt. Drei grunzende Orks liefern sich da mit ein paar weissgekleideten Jungsoldaten eine solide Schlacht - einzig stört auch hier das dumpfe Ploppen der Gummiäxte und Schlabberschwerter, wenn die Orks auch authentisch durch ihre Masken rasseln. Der vor seiner Jurte sitzende mongolische Krieger verliert hingegen etwas Authentizität, wenn er in bester schwäbischer Mundart von seinem Hobby - mongolischer Krieger zu sein - erzählt.
Illustre Gestalten allüberall, sehr üppige Nachtelfen wallen in Wallegewändern, grüngesichtige Trolle grinsen finster, und eine muntere Musikantentruppe namens Hasenscheisse fiedelt lustigen "Acoustic Guitar Trash" durch die milde Sonne des Nachmittags.
Eine sehr bemerkenswerte Veranstaltung, die Veranstalter - zwei Brüder mit dem wunderbaren Nachnamen Kuschel - sinds zufrieden, denn "eine solche Messe hat gefehlt, letztes Jahr hatten wir 12000 Besucher, und dieses Jahr doppelt soviele und auch doppelt so viel Fläche", begeistert sich André Kuschel, Veranstalter, Pressechef und Oberorganisator in einer Person.
Beim Verlassen der Halle Münsterland greiffen aber auch noch so mittelalterlich angetane Maiden zur angeboten Koffeinbrause ohne Zucker. Die Rückkehr in die Wirklichkeit setzt anscheinend direkt ein.
So meint denn auch der Gandalf-Doppelgänger beim Weg über den Parkplatz, als er seinem Kumpel auf die offensichtlich neu erworbene Rüstung klopft: "Na, Coladose?" Die begleitende Dame rupft sich Perücke und Feenlauscher vom Kopf.
Denn das ist klar nach einer Stippvisite auf der zweiten Role Play Convention zu Münster: Es müssen mehr Öhrchen getragen werden!
So biegt man ab, die heiligen Hallen des Rollenspiels aufzusuchen, und begegnet schon auf der Strasse bei herrlichstem Sonnenschein finsteren Gestalten in langen, schwarzen Mänteln, blass, mit wallendem Haar und Schwertern in den Händen. Nicht grade der typische Münsteraner, denkt man sich, doch es kommt noch besser:
Die Messehallen der Halle Münsterland, sonst Schauplatz von Deutschlands grösster Kegelparty oder landwirtschaftlicher Ausstelllungen, sind kaum wiederzuerkennen, denn sie haben sich in das Mekka von über 23000 Rollenspielfans aller Art verwandelt: Eine Halle finster, der Leipziger Games Convention nicht unähnlich, voller PCs und Konsolen mit den neuesten RPGs: Sacred 2, Chronicles of Spellborn, Age of Conan und, natürlich World of Warcraft. Die jugendlichen Besucher stehen Schlange, die Hand an Maus oder Controller zu legen. Bis hierhin also wie gewohnt. Daneben reihen sich aber Stände, an denen Met angeboten wird - "Mit Trollpopel", sagt ein Marketender stolz und verweist auf ein Fläschchen, in dem noch ein paar Mandeln trudeln - komplette Ritterrüstungen mit Schild und Schwert und allem, Feengewänder und Zwergenkostüme. Und zwischendrin stehen täuschend echte Orks, Elfen und andere Gestalten aus mehr oder weniger bekannten Phantasiewelten, die einen bisweilen schon mal richtig erschrecken können. Was heisst hier also täuschend echt?
Im schon etwas sonnigeren Forum stehen reichlich Tische, dicht bevölkert mit Kartenspielern und Pen-und-Paper-Anhängern, denn auch das ist Rollenspiel. Genauso wie das sogenannte "Live-Adventure", bei dem sich Menschen in vielerlei Verkleidungen auf Burgen treffen und nach strengen Regeln Kriege, Kämpfe und Kollisionen vollführen. Und das muss schliesslich auch geübt werden, wie in einem hölzernen Boxring eine Halle weiter zu sehen ist: Da kloppen sich erwachsene Menschen auf Befehl mit Gummischwertern und Knüppeln - das Gelächter ist gross, zu Schaden kommt natürlich niemand. Bis vielleicht auf den dreijährigen Jungen, der maulend im Narrenkostüm danebensitzt und sich sicher ein bisschen ärgert, dass hier die Grossen die dolleren Spielzeuge haben.
Kampfkunst für Fortgeschrittene gibt es hingegen draussen zu sehen, auf dem Mittelaltermarkt, der ebenfalls fürs leibliche Wohl und für die historisch-fantastisch korrekte Ausstattung sorgt. Drei grunzende Orks liefern sich da mit ein paar weissgekleideten Jungsoldaten eine solide Schlacht - einzig stört auch hier das dumpfe Ploppen der Gummiäxte und Schlabberschwerter, wenn die Orks auch authentisch durch ihre Masken rasseln. Der vor seiner Jurte sitzende mongolische Krieger verliert hingegen etwas Authentizität, wenn er in bester schwäbischer Mundart von seinem Hobby - mongolischer Krieger zu sein - erzählt.
Illustre Gestalten allüberall, sehr üppige Nachtelfen wallen in Wallegewändern, grüngesichtige Trolle grinsen finster, und eine muntere Musikantentruppe namens Hasenscheisse fiedelt lustigen "Acoustic Guitar Trash" durch die milde Sonne des Nachmittags.
Eine sehr bemerkenswerte Veranstaltung, die Veranstalter - zwei Brüder mit dem wunderbaren Nachnamen Kuschel - sinds zufrieden, denn "eine solche Messe hat gefehlt, letztes Jahr hatten wir 12000 Besucher, und dieses Jahr doppelt soviele und auch doppelt so viel Fläche", begeistert sich André Kuschel, Veranstalter, Pressechef und Oberorganisator in einer Person.
Beim Verlassen der Halle Münsterland greiffen aber auch noch so mittelalterlich angetane Maiden zur angeboten Koffeinbrause ohne Zucker. Die Rückkehr in die Wirklichkeit setzt anscheinend direkt ein.
So meint denn auch der Gandalf-Doppelgänger beim Weg über den Parkplatz, als er seinem Kumpel auf die offensichtlich neu erworbene Rüstung klopft: "Na, Coladose?" Die begleitende Dame rupft sich Perücke und Feenlauscher vom Kopf.
Denn das ist klar nach einer Stippvisite auf der zweiten Role Play Convention zu Münster: Es müssen mehr Öhrchen getragen werden!
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