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Bei den Nomaden
An unserem zweiten Drehtag in der Wüste wollen wir das Leben der Nomaden kennen lernen. Noch immer lebt ein Drittel der Bevölkerung in der Mongolei wie im Mittelalter. Ausgerüstet mit einem GPS Gerät und den Koordinaten einer Nomadenfamilie machen wir uns auf den Weg. Schon bald müssen wir die Schotterpisten verlassen und querfeldein durch die Steppe fahren. Dann nach etwa einer Stunde erreichen wir die kleine Jurte von Baigalmaa Darmaa.
Obwohl wir unangemeldet auftauchen und die Familie noch nichts von unserem Dreh weiß, bittet uns Baigalmaa freundlich in ihre Jurte. Die Mongolen sind sehr gastfreundlich. Zur Begrüßung gibt es Milchtee, grüner Tee mit Kamelmilch. Die Familie hat 50 Kamele. Die zehn Stuten werden jeden Tag gemolken und liefern rund vier Liter Milch. Das Hauptnahrungsmittel der Familie. Mittags wird der Tee ganz einfach mit etwas Reis und getrocknetem Schafsfleisch zu einer Suppe angereichert.Baigalmaa wohnt hier mit ihrer Tochter, ihrem Schwiegersohn und ihrem 2 Monate alten Enkel Uuganbayar. Neben den Kamelen besitzt die Familie noch etwa 30 Schafe und Ziegen. Vor einem Jahr waren es noch doppelt so viele, erzählt uns Baigalmaa. Doch der letzte Winter war extrem hart und viele Tiere sind gestorben – fast die Hälfte der Herde. Zwei von Baigalmaas insgesamt sechs Kindern arbeiten bereits im Bergbau, bei Oyu Tolgoi. Eine weitere studiert. Sie verdienen dort deutlich mehr, als wenn sie auch als Nomaden leben würden. Baigalmaa kann sich ein Leben in der Stadt aber nicht vorstellen . “Ohne Tiere können wir nicht leben, die Tiere sind unser Leben”, sagt sie. Und das sehen wohl viele Nomaden in der Mongolei so.
Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 10. September 2010 | 03:15 Uhr |
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Trip in die Wüste
Wer die Mongolei wirklich kennen lernen will, muss raus aus der Stadt. Dorthin wo die geteerten Straßen enden und die Steppe beginnt. Wo Nomaden leben und Bergbauunternehmen Minen bauen. Drei spannende Tage in der Wüste liegen hinter uns. Drei Tage jenseits von Zivilisation und Infrastruktur. Ohne warmes Wasser, Internet und mit begrenztem Handyempfang. Wir sind auf Schotterpisten und manchmal auch querfeldein durch die Steppe gefahren, haben mit Nomaden Kamelmilch getrunken und Minenarbeiter getroffen.
Ein Charterflugzeug einer Minengesellschaft bringt uns nach Oyu Tolgoi, in die Wüste Gobi über 500 Kilometer von der Hauptstadt Ulaanbaatar entfernt. Wir landen auf einer geteerten Piste mitten in der Wüste – dort wo die Zukunftsträume der Mongolen verborgen liegen. Oyu Tolgoi, türkiser Stein nennen sie den Ort. Türkiser Stein, weil hier riesige noch unerschlossene Kupfervorräte im Boden schlummern. Ein Konsortium aus dem kanadischen Unternehmen Ivanhoe Mines, der mongolischen Regierung und der australischen Firma Rio Tinto will den Schatz nun heben und baut hier die größte Kupfer- und Goldmine Asiens. Wir sind eines von wenigen ausländischen Fernsehteams, die die Mine besuchen dürfen.Die Baustelle erstreckt sich über ein riesiges Areal – 12 Kilometer lang. Über 4000 Arbeiter bauen rund um die Uhr an den verschiedenen Anlagen der Mine. Der erste Schaft, ein Versorgungsschaft ist bereits fertig. Dort werden in 1300 Meter die Tunnel zu Schaft 2 gebohrt. Der wird gerade von einem chinesischen Subunternehmen in die Höhe gezogen und soll einer der modernsten Schaefte der Welt werden. “Später funktioniert hier alles voll automatisch”, schwärmt Mining Director Andre Zeelie. Gleich nebenan entsteht eine Anlage zur Kupferverflüssigung.
An Schaft 1 treffen wir Ganmunkh Batsaikhan, einen Mechaniker. Er stammt aus einer Nomadenfamilie der nahegelegenen Kleinstadt Dalanzadgad und gehört zu den zwei Drittel mongolischen Arbeitern, die das Unternehmen Oyu Tolgoi beschäftigen muss. “Ich bin stolz in der ersten mongolischen Mine mit westlicher Technik mitzuarbeiten”, erzählt er uns. Außerdem verdiene er in der Mine viel mehr als er als Nomade verdienen könnte.Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 07. September 2010 | 06:31 Uhr |
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Ankunft in Ulaanbaatar
Ulaanbaatar ist anders – das sehen wir gleich. Obwohl ein Drittel der mongolischen Bevölkerung in der Hauptstadt lebt, ist es keine große Stadt. Gut für uns. Wir haben kurze Wege. Die Stadt ist im Wandel, auch das ist offensichtlich. Neben heruntergekommenen Plattenbauten aus der Zeit des Sozialismus wachsen moderne Glasfassaden in den strahlend blauen Himmel.
Überall wird gebaut, Straßen werden ausgebessert und Bürgersteige gepflastert. Die ersten europäischen Luxus-Boutiquen sind im Zentrum eingezogen ein Zeichen des wachsenden Wohlstandes. Die Mongolei blickt nach Westen.
Das gilt auch für die Kaschmir-Industrie. Unsere Dreharbeiten beginnen bei Altai Cashmere – einer der fünf großen Hersteller der Mongolei. Die Firma produziert hochwertige Kaschmir-Mode, wovon ein Großteil exportiert wird. Vor allem nach Europa. Kaschmir gehört damit zu den wichtigsten Exportgütern der Mongolei.
Der stellvertretende Geschäftsführer B. Batbileg führt uns durch die Produktion, wo zuerst die Kaschmir-Haare sortiert, gewaschen und gekämmt werden. Erst aus dem Garn werden maschinell und per Hand die einzelnen Teile gestrickt. Wir erfahren, dass sich der Preis für ein Kilo Rohkaschmir in diesem Jahr verdoppelt hat und jetzt auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren ist. Das liegt vor allem an der großen Nachfrage auch aus anderen Ländern. Hinzu kommt, dass der letzte Winter in der Mongolei besonders hart war und viele Kaschmirziegen verhungerten.Von der Tradition in die Zukunft. Morgen fliegen wir weiter in den Süden der Mongolei. Hier wird in der Wüste Gobi die größte Kupfermine Asiens gebaut. Drei Tage lang wollen wir das Bergbauprojekt besichtigen und das Leben der Nomaden in der Wüste kennenlernen. Einen Internetzugang gibt es dort vermutlich nicht. Deshalb kommt der nächste Bericht wenn wir zurück in Ulaanbaatar sind.
Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 03. September 2010 | 09:40 Uhr |
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Mission Mongolei
Ein Team der 3satbörse bricht morgen auf zur “Mission Mongolei”. Zwei Wochen Dreharbeiten in dem asiatischen Binnenstaat zwischen Russland und China liegen vor uns. Unsere Mission: Den enormen Strukturwandel des Landes einfangen. Wir wollen wissen, ob es dem Nomadenvolk gelingen kann, seine gewaltigen Rohstoffe zu bergen und die Bevölkerung von den Gewinnen profitieren zu lassen.
Auf unserem Drehplan steht die größte Gold- und Kupfermine Asiens, die gerade in der Gobi-Wüste entstehet, Nomaden, die mit Klimaveränderungen und Bodenerosion zu kämpfen haben und natürlich die Hauptstadt Ulanbaatar, wo Armut und Luxus aufeinanderprallen.
Über unsere Dreharbeiten werde ich im Blog regelmäßig berichten.
2 Kommentare | [3sat] Ulrike Wittern | 31. August 2010 | 15:37 Uhr |
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Kampf um die Kronjuwelen
Anlässlich der Wirtschaftsdokumentation „Stiller Star Kanada”, mit der wir heute Abend einen Blick auf die Vielfalt und den einzigartigen (Rohstoff-)Reichtum des Landes werfen, ein kurzer Seitenblick auf das Treiben an der Börse in Toronto. Dort tobt gerade eine heftige Übernahmeschlacht um eine solche Einzigartigkeit. Das Unternehmen mit dem schönen Namen Potash Corporation of Saskatchewan Inc. ist der größte Düngemittelproduzent der Welt und gleichzeitig das weltgrößte Unternehmen des Agrarsektors. Man produziert Stickstoffdünger, Phosphate – und Potash (Kalisalz).
Das klingt alles nicht wirklich sexy, ist aber bedeutsam. Denn niemand sitzt auf soviel Kalisalz wie Potash. Und das in einem sicheren Land. Nach Aussage von Branchenkenner Don Coxe könnte das Unternehmen den Rest der Welt für die nächsten 400 Jahre mit Kalidünger versorgen. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, u.a. bei BHP Billiton. BHP ist in der Rohstoffbranche so etwas wie der größte Hecht im Karpfenteich (Börsenwert ca. 170 Mrd USD). Seit einigen Jahren sucht der australisch-britische Mega-Konzern den Einstig in den Potash-Markt und würde die Kanadier für 38,5 Mrd. USD (130 USD pro Aktie) gerne schlucken.
Die jedoch wollen nicht. Jedenfalls nicht zu dem Preis. Potash-Boss William Doyle lässt sich mit dem Satz zitieren, er sei „not opposed to a sale, but opposed to a steal”. Wie die Sache ausgehen wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Analysten rechnen damit, dass BHP mindestens 150-160 USD pro Aktie auf den Tisch legen muss, vielleicht auch 180, um die Potash-Aktionäre von dem Gebot zu überzeugen. Für BHP kein Problem, die wissen gar nicht recht, wohin mit ihrem Geld. Für Kanada vielleicht schon, denn wie schon etliche andere Rohstoffunternehmen wäre ein weiteres Kronjuwel fortan in fremder Hand.
Kommentieren | makro | 27. August 2010 | 17:35 Uhr |
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Zum Schluss japanisch
Der letzte Drehtag für dieArgentinien-Doku konnte nicht besser enden. Wir sind ja bekanntlichauf der Suche nach Beispielen gewesen, die uns einen Einblick in das Wirtschaftsleben des Landes geben. 600 Kilometer südlich von Buenos Aires, im Örtchen Saldungaray, hatten wir einen Rinderzüchter ausgemacht, der auf die japanischen Wagyu-Kühe, besser als Produzenten des Kobe-Fleisch bekannt, setzt. Es ist ein Weg, sich eine lukrative Nische im Fleischmarkt zu suchen. Die Tiere an sich waren schon schön anzusehen. Imposanter war jedoch das Anwesen des abwesenden Besitzers – das wir auch nicht filmen durften. Antilopen, Alpacas und Hirsche hält er sich in einem riesigen Gehege. Im Haus durften wir dann dieses Kobe-Fleisch probieren, das in Europa schnell mal für 180 Euro pro Kilo gehandelt wird. Das Video zum Fleisch:
Ein kulinarischer Höhepunkt und runder Abschluss der Reise durch Argentinien. Das Land und die Leute haben uns hervorragend behandelt. Jetzt geht es daran, aus dem gedrehten Material eine Geschichte zu machen. Ende September wird sie dann auf dieser Website und im 3sat-Programm zu sehen sein.
Kommentieren | [3sat] Markus Böhnisch | 14. August 2010 | 17:44 Uhr |
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Weine und Volkswagen
Argentinien, das sind immer auch Fleisch und Wein. Und auch diese Dokumentation kommt an den Götterspeisen des Landes nicht vorbei. Also sind wir 1000 km nach Mendoza geflogen, um uns mit Manuel Ferrer zu treffen. Im Jahr der Krise 2001 brachte er den ersten Wein der Bodega Achaval-Ferrer auf den Markt. Er erzählte uns, wie er sich mit seinen Partnern auf die Reise machte, um den edlen Tropfen aus 100jährigen Reben an den Kunden zu bringen. Mehr dazu gibt es in der Doku. Er lud uns aber auch zum Essen ein und wir durften seine Weine probieren (die teure Flasche für 350 Euro blieb aber verschlossen). Das Essen war natürlich Fleisch, gutes (Cuadril) dazu und die Weine passten hervorragend. Der Nachtisch war dulce de membrillo mit Frischkäse – landestypisch eben.
Am Mittwoch waren wir dann bei VW Argentinien zu Besuch. Nachdem das Werk bislang nur für den Wirtschaftsraum Mercosur produziert hatte, kommt aus dem Hauptstadt-Vorort Pacheco der Amarok, VWs erster echter Pick-up. Den soll es bald auch in Deutschland geben. Was nach einer Öko-Sauerei klingt, ist jedoch nicht so übel. Das Auto ist das sparsamste seiner Klasse, da im Motorraum der Diesel aus dem VW Bus T5 brummt. Und weil Argentinien und viele andere Länder Straßen und Wirtschaften haben, die ohne Pick-ups nicht auskommen, steigt VW nun auch in dieses Segment ein. Logisch, dass jeder im Team am Ende einen eigenen Wagen bekam – allerdings im Maßstab 1:43. Und wo wir schon beim Auto sind: Ende des Jahres kommt auch der Smart nach Argentinien. Viel Glück im alltäglichen Wahnsinn, kleines Auto!Kommentieren | [3sat] Markus Böhnisch | 11. August 2010 | 22:43 Uhr |
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Beten, Grillen und Megashoppen
Am vergangenen Samstag waren Millionen Argentinier unterwegs, um dem Schutzpatron der Arbeit, San Cayetano, die Ehre zu erweisen. Außerdem fanden wir eine Straßenbaustelle mit integriertem Grillplatz und waren am Sonntagmorgen um 7 Uhr im Süden von Buenos Aires. Dort öffnet La Salada zweimal wöchentlich ihre Tore. Der größte Textilmarkt Südamerikas (und der Welt?) lockt nach Angaben der Organisatoren Besucher in Millionen an. 70 Prozent der argentinischen Textilproduktion wird dort verkauft.
Kommentieren | [3sat] Markus Böhnisch | 09. August 2010 | 12:28 Uhr |
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Selbstbestimmte Arbeiter und Genkühe
Kommentieren | [3sat] Markus Böhnisch | 06. August 2010 | 05:10 Uhr |
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Neue Autos, freundliche Militärs und große Armut
Wir sind unterwegs in Argentinien für die Dreharbeiten der Wirtschafts- dokumentation “Qué pasa Argentina?”. Wir, das sind Reporter Markus Böhnisch, Kameramann Michael Bernarth, Tonassistent Stephan Plöger und Producerin Silvina Marquez. Das Wetter ist gut, immerhin. Dann werden die Bilder nicht so trostlos. Dafür ist es bitterkalt – in Südamerika ist schließlich Winter.
In den ersten beiden Drehtagen treffen wir zu unserer Überraschung auf viele neue Autos, hilfsbereite Militärs und – weniger überraschend – auf einen krassen Gegensatz von Arm und Reich.
Kommentieren | [3sat] Markus Böhnisch | 04. August 2010 | 11:40 Uhr |
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