Äthiopiens Exportpläne

3sat-Team mit makro-Redakteur Jürgen Natusch, Producer Tesfalem Waldyes und Kameramann Jürgen Rapp

3sat-Team mit makro-Redakteur Jürgen Natusch, Producer Tesfalem Waldyes und Kameramann Jürgen Rapp, Bild: Daniel Raquet

makro-Reporter Jürgen Natusch ist durch Äthiopien gereist, auf der Spur von “Wertschöpfungsketten”, zum einen für den aktuellen Exportschlager Kaffee und zum anderen für den zukünftigen Exportschlager Leder. Hier führt der Weg von den großen Viehherden über die Leder-Gerbereien bis hin zur Schuhproduktion. Denn das Agrarland Äthiopien will durch den Aufbau von Industrien den Anschluss an die globale Wirtschaft schaffen.

Ein großer Hoffnungsträger ist die junge Schuhindustrie. Einheimische Schuhhersteller sowie chinesische und europäische Schuhfabriken sollen 50.000 Schuhe pro Tag für den Export fertigen, so die Planvorgaben der äthiopischen Regierung. Davon ist die Schuhindustrie zwar noch weit entfernt, aber ein Anfang ist gemacht.

2 Kommentare | 08. Juni 2012 | 11:09 Uhr | Twittern | Facebook

2 Kommentare

  1. ich bin froh so ein Kommentar gelesen zuhaben.
    mir ist schlecht geworden – wie kann man Moderne Sklaverei als gut für den westen im öffentlich-rechtlichen Sender so verkaufen, ist doch Verblendung pur.

    martha | 26. Januar 2013 | 00:54 | Antworten
  2. Ich kenne Äthiopien seit vielen Jahren und beobachte auch die Entwicklung des Landes. Ich war sehr schockiert, als ich ihre “Doku” gesehen habe, denn es kann ja wohl nicht ihr Ernst sein, bei der Schuhfabrik von Ara von einem wirtschaftlichen Fortschritt für die dort arbeitenden Frauen zu sprechen: Wenn Frauen mit einem Hungerlohn von 10 Cent die Stunde arbeiten und im Monat gerade mal 20 Euro nach Hause bringen, ist der Familie nicht geholfen, denn mit diesem Geld lässt sich bei einer galoppierenden Inflation, wie sie in Äthiopien herrscht, mit stark gestiegenen Lebensmittelpreisen keine Familie ernähren und erst recht keine Schulbildung für die Kinder finanzieren. Das hat mit wirtschaftlicher Hoffnung nichts zu tun, dies ist eher eine schamlose Ausbeutung der Ressourcen Äthiopiens, indem von der deutschen Firma erst billiges Leder bezogen wird und dann ein Hungerlohn an die Arbeiterinnen ausgezahlt wird – wer verdient denn in dieser Wertschöpfungskette, wenn ein Ara-Schuh hier für ca. 60 bis 80 Euro verkauft wird? Ein total gefärbter Blick auf Äthiopiens Wirtschaft, der nicht im geringsten die Verbesserung der Lebensperspektiven der Äthiopier in den Blick nimmt! Eine Schande, das ein solche unkritischer, einseitiger und auf ausländische Interessen bedachter Film in einem öffentlich-rechtlichen Sender gezeigt wird!

    Äthiopienfreund | 9. Juni 2012 | 17:25 | Antworten

Was sagen Sie dazu?