Spiel um´s Glück
Erst kommt das Fressen, dann die Moral, heißt es in der Dreigroschenoper von Bertold Brecht. So ganz weit ist dieses Zitat vom deutschen Glücksspielmarkt nicht entfernt. Der Staat in Form der Bundesländer hütet sein Glücksspielmonopol wie einen Gral. Brüssel aber pocht auf Wettbewerbsfreiheit in der EU und fordert eine Liberalisierung. Die Glücksspielindustrie klatscht in die Hände und will sich ein größeres Stück vom Kuchen abschneiden.
So weit das Thema Fressen. Kommen wir jetzt zur Moral. Die Länder hüten ihr Monopol angeblich nur deshalb, weil sie ja die Bürger vor Spielsucht und krimineller Energie schützen wollen. Ein nicht ganz unberechtigtes Argument. Doch gleichzeitig verdient der Staat beim Zocken kräftig mit, denn so lange das Glücksspielmonopol in Deutschland bestehen bleibt, landen die meisten Gewinne in öffentlichen Kassen. Kein Wunder, dass vielen das Glücksspielmonopol ein Dorn im Auge ist. Die Bundesländer kommen den Forderungen aus Brüssel zögerlich nach und öffnen den deutschen Markt ein wenig. Mit einer Ausnahme: dem Spielhallengesetz. Es soll die sogenannte “Spielhallen-Flut” eindämmen. Das ist ganz im Sinne vieler Bürger, die eine Verslumung ihrer Städte befürchten.
Und da sind wir beim Thema: Glücksspiel ist kein Geschäft wie jedes andere, auch wenn die Branche auf den Aufbau von Arbeitsplätzen verweist. Glücksspiel ist ein Geschäft, das viele zu Verlierern machen kann. Suchtkranke zum Beispiel, die Haus und Hof verspielen. Zudem ist beim Glücksspiel die Grenze von legal und illegal recht dünn. Keine Frage also, dass der Staat beim Glücksspiel das größte Rad drehen sollte.
Kommentieren | 10. Februar 2012 | 16:44 Uhr |
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