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Nach einer ganzen Reihe von Social-media-IPOs zieht es jetzt auch Facebook an die Börse. Die Idee ist nicht ganz neu – schon 2011 gab es Spekulationen über einen Börsengang. Doch Firmengründer Mark Zuckerberg hatte keine Eile. Je länger er wartet, so die Kalkulation, desto mehr Nutzer, Umsätze und Gewinne hat er – und desto höher der Preis, den er mit seinem Anteilsverkauf erzielt. Die Rechnung ging auf.
Eine kleine Zwischentaxe für die Unternehmensbewertung lieferte 2011 der Deal mit der Investmentbank Goldman Sachs und der Internet-Holding mail.ru, die für 500 Mrd. Dollar ein Prozent der Anteile an Facebook erwarben. Damit wäre Zuckerbergs Firma insgesamt 50 Mrd. Dollar Wert gewesen.
100.000.000.000 Dollar
Heute hat Facebook nach eigenen Angaben 845 Mio. Nutzer und ehemalige Branchenstars wie MySpace völlig marginalisiert. Der Zeitpunkt scheint den Eigentümern günstig, den IPO (Initial Public Offering) endlich durchzuziehen. Die Unterlagen für den Börsengang sind am Mittwoch dieser Woche eingereicht worden und ermöglichen erstmals einen detaillierten Blick in die Geschäftszahlen. Umsatz 2011: 3,7 Mrd. Dollar, Gewinn: 1,0 Mrd. Dollar.
Wie lange es dann noch bis zum ersten Handelstag dauert, hängt unter anderem davon ab, wie lange die Börsenaufsicht braucht, die Zahlen zu sichten, und wie lange die Konsortialbanken brauchen, um das Aktienpaket unter die Leute zu bringen. Man rechnet mit Ende April oder Anfang Mai.
Facebook peilt zunächst an, für 5 Mrd. Dollar Anteile an Investoren zu verkaufen. Bei entsprechender Nachfrage kann das aber auch mehr werden. Analysten nennen auch einen Erlös von 10 Mrd. Dollar. Den gesamten Unternehmenswert schätzen sie auf 80-100 Mrd. Dollar. Ein IPO-Preis am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne spült Facebook bzw. den Altinvestoren zwar weniger Geld in die Kasse, steigert aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse in den ersten Handelstagen schön steigen. Das macht sich immer gut.
Weniger ist mehr
Es ist übrigens eine neue Masche der Internet-Börsengänge, nur einen kleinen Teil der Anteile an der Börse zu listen – bei Facebook wären es gerade mal 5-10%. Das knappe Angebot treibt die Preise. Das war bei der Schnäppchenfirma Groupon nicht anders. Und führt zu aberwitzigen Bewertungen.
Das erfolgreichste Jahr für Internet-IPOs war übrigens 2000. Es gab laut Bloomberg 101 Börsengänge im Volumen von 11,0 Mrd. Dollar. Kurz darauf platzte die Dotcom-Blase. Das Jahr 2011 kam zum ersten Mal wieder in diese Größenordnung: 19 IPOs im Umfang von 6,6 Mrd. Dollar.
Irre hoch
Das Business-Netzwerk und Xing-Konkurrent LinkedIn (IPO Mai 2011) wird heute mit 7,4 Mrd Dollar bewertet, etwa soviel wie die Lufthansa. Groupon (IPO November 2011) kostet 12,6 Mrd., kaum weniger als ThyssenKrupp, und die Social-gaming-Company Zynga (Farmville, Cityville, IPO Dezember 2011) bringt aktuell 7,3 Mrd. Dollar auf die Waage.
Facebook wäre mit 100 Mrd. Dollar etwa zum 25-fachen seines Umsatzes und zum 100-fachen seines Gewinns bewertet. Zum Vergleich: Die ebenfalls stramm bewerteten Suchmaschinenkönige von Google bringen es “nur” auf den 6-fachen Umsatz und das 20-fache ihres Gewinns. Facebook darf sich in den nächsten fünf Jahren auf seinem rasanten Expansionskurs keinen Schwächeanfall erlauben, um einen 100-Milliarden-Vertrauensvorschuss zu rechtfertigen. Die Analystengemeinde wird kräftig dafür trommeln. Mit anderen Worten: Da ist viel Luft nach unten.
1 Kommentar | 31. Januar 2012 | 17:38 Uhr |
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… die Übernahme von Instagram dürfte sich durch weiteren IPO-Hype wie von alleine finanzieren. Zumindest für die Altgesellschafter.