Die Ware Tier – Reden Sie mit!
Der deutsche Verbraucher in seiner Eigenschaft als Fleischesser ist ein gutes Stück schizophren: Einerseits empört er sich über industrielle Massentierhaltung, andererseits will er billiges Fleisch. Oder sind wir alle Opfer einer skrupellosen Fleischmafia? Geht es auch anders? Und wenn ja – wie?
Im Anschluss an die Sendung steht unser Studiogast Albert Sundrum, Professor für Tiergesundheit und Tierernährung an der Universität Kassel, den Zuschauern Rede und Antwort hier in unserem Blog.
Stellen Sie Ihre Fragen oder schreiben Sie Ihre Meinung.
Hinweis: Es kann ein paar Minuten dauern, bis unser Studiogast nach der Sendung an einem Rechner sitzt und loslegen kann.
123 Kommentare | 20. Januar 2012 | 19:22 Uhr |
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Es ist eine Unverschämtheit des viel zu mächtigen Bauernverbandes dem Verbraucher alle Schuld für diese unerträgliche Tierquälerei zu geben.
Dieses Totschlagargument sollte mal einer als Argument für Kinderarbeit nehmen !
Kinderarbeit wird auch nicht über Preis / Verbraucherverhalten geregelt !
Es ist verboten und das ist richtig.
Eine klare Auszeichung “unter grausamen Bedingungen hergestellt”, am besten mit Bildern, würde diesen gewissenlosen Menschen die Verkaufsgrundlage entziehen.
Es wird Zeit, dass die Politik klare Rahmenbedingen für eine artgerechte Haltung festlegt und diese auch kontrolliert.
Der höhere Preis betrifft dann alle und verzerrt nicht den Wettbewerb.
Es ist keine Pflicht jeden Tag Fleisch zu essen, auch nicht für Harzt 4 Empfänger.
Ich wünsche mir, dass der Vergleich mit der Kinderarbeit weitergetragen wird und vielleicht mal bis in die Medien vordringt.
Ein kurzer Einwand noch betreffend der Behauptung die Nutztierhaltung wäre „notwendig“ für die Landwirtschaft.
Fakt ist, dass wir keine Nutztiere benötigen um Biomasse zu mineralisieren.
Egal ob Biomasse über Rinder-Mägen, Kompostierung oder Biogasanlagen mineralisiert wird, in jedem Fall kommt immer dasselbe dabei heraus.
Selbst die biologische Landwirtschaft ist somit auch ohne Nutztierwirtschaft denkbar.
Sehr geehrte Zuschauer, liebe Besucher unseres Blogs. Die Redaktion makro bedankt sich ganz ausdrücklich für das Interesse an unserer Sendung und die rege Beteiligung an unserem Chat. Und natürlich bei Professor Sundrum für die ausführliche Beantwortung der Fragen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nicht alle Fragen und Stellungnahmen beantwortet werden können.
Natürlich kann gerne weiter diskutiert und (zivilisiert) gestritten werden.
Guten Abend & ein schönes Wochenende wünscht
die Redaktion makro
“Solange der Mensch weiterhin unbarmherzig “niedrigere“ Lebewesen zerstört, wird er weder Gesundheit noch Frieden erfahren. Solange die Menschen die Tiere massakrieren, werden sie sich auch gegenseitig umbringen. Derjenige, der Tod und Schmerz säht, kann nicht Freude und Liebe ernten.” – Pythagoras (570-496 v.Chr.)
Die Aufklärung mag bereits um 1720 begonnen haben, sie ist jedoch noch nicht zu Ende.
Rousseau kann besser ausdrücken was mich bewegt. Es ist der Wunsch nach einer Weiterentwicklung des Menschen und die (neue) Entdeckung der Empathie.
“Wenn ich verpflichtet bin, meinen Mitmenschen kein Leid zuzufügen, so geschieht das weniger, weil sie vernünftige, sondern vielmehr, weil sie empfindende Wesen sind. Da nun Menschen und Tiere das gleiche Empfindungsvermögen haben, kommt ihnen auch das Recht zu, sich vom anderen nicht misshandeln und quälen zu lassen.”
Jean-Jacques Rousseau, “Über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen”, 1755
Danke Vanessa.
Gerechtigkeit und das Bestreben, Unterdrückung und Ausbeutung von Schwächeren, Wehrlosen zu beenden, ist natürlich ebenfalls ein starker Antrieb, Tiere nicht mehr als Lebensmittellieferanten zu sehen bzw. zu behandeln.
Wir fanden die Sendung total interessant, haben durch Zufall hingeschaltet.
Meine Tochter schreibt im Gymnasium 11.Klasse gerade ihre Seminarfacharbeit zum Thema “Wenn Tiere weinen-Tierwürde in Deutschland” und sie kann die Fakten dieser tollen Sendung mitverwenden und weitergeben.
Die Menschen müssen wirklich mehr aufgeklärt werden !
Und das Fleisch muß generell teurer werden, Obst und Gemüse ist wesentlich teurer in der Kaufhalle, und wenn man 3 Kinder hat überlegt man 2x.
Hallo Daniela,
vielen Dank für das Feedback. Wir versuchen stets, ein Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um ein möglichst umfassendes Bild zu vermitteln. Ist nicht immer einfach.
Beste Grüße
Aber in dieser Sendung bestens gelungen. Danke!
Viele Informationen u.a. auch zur Ethik in der Tierhaltung werden von der FNL zur Verfügung gestellt: http://www.fnl.de
Beim Konsum dieser „Informationen“ sollte man allerdings berücksichtigen, dass es sich bei diesem Link um einen Lobbyverein der deutschen Agrarindustrie handelt.
http://fnl.de/fnl/organisation/vorstand.html
Grüß Gott Herr Professor,
es schreibt Georg Kolmeder (Mechaniker/Maschinenbaustudent)
Bevor ich mir eine eigene Meinung bilde würde ich gern folgendes wissen:
Ist eine fleischlose Ernährung der Weltbevölkerung denkbar?
Wie könnte man dann den Bedarf an Düngstoffen decken?
Welche neuen Umweltprobleme würden auftreten?
Welchen Einfluss hatte der Fleischkonsum auf die Evolution des Menschen?
Spielt dieser Aspekt noch heute eine Rolle?
Welches Risiko birgt fleischlose Ernährung bei Kindern?
Gibt es einen „empfohlenen Tagesbedarf“ an Fleisch für einen Menschen?
Woher kommt das Verlangen nach Fleisch? „Messbar“ besserer Geschmack / Mundgefühl? Urtrieb?
Besonders jüngere Generationen verdrängen mehr und mehr den Gedanken an die Herkunft von Fleisch. Beispiel: Schulklasse freut sich über Einladung zum Grillen, doch müssen sie beim Schlachaten zusehen, wird es dem Grußteil übel und einige weinen. Welche Gefahr birgt dieser Trend? Wie kann man dem gegensteuern?
Ihnen meinen Dank!
Mit freundlichem Gruß – Georg!
Lieber Georg,
nur eine kurze Gegenfrage: Was bringt Dich zu der Annahme, daß nicht bereits heute alle Menschen gesund und ausreichend ernährt werden könnten?
Dazu ganz kurz: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/ueberregional/politik_artikel,-Ein-Kind-das-an-Hunger-stirbt-wird-ermordet-_arid,141390.html
Zum Thema fleischlose Ernährung von Kindern hat die ADA ein Positionspapier herausgegeben: http://www.eatright.org/Media/content.aspx?id=1233
bzw. die deutsche Übersetzung: https://www.vebu.de/gesundheit/studien/174-positionspapier-ada-vegetarische-ernaehrung?start=5
Sehr geehrter Herr Kolmeder,
m.E. ist eine fleischlose Ernährung weder denkbar noch sinnvoll. Nutztiere erfüllen eine wichtige Aufgabe in einem funktionsfähigem Ökosystem; dies gilt sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft. Aktuell gelingt es uns offensichtlich nicht, das richtige Maß zu finden. Langfristig wird es durch die Verfügbarkeit der Ressourchen bestimmt werden; diese sind erkennbar begrenzt. Jedoch schon jetzt könnten Leitplanken in Richtung eines stabilen Agrar-Ökosystems gesetzt werden,und zwar bevor uns die Ressourcen besonders knapp werden.
Der evolutive Blickwinkel ist in der Debatte sicherlich hilfreich, um die treibenden Kräfte zu verstehen. Die zurückliegende Entwicklung der agrarischen Erzeugung hat uns in die Lage versetzt, Fleisch so billig wie nie zuvor zu erzeugen. Die mehr und mehr sichtbaren Folgewirkungen werden, durchaus im evolutiven Sinne betrachtet, uns auf einen anderen Weg nötigen, weil er weder für Europa noch global betrachtet endlos weitergeführt werden kann.
Sie selbst können sich sehr wohl entscheiden, sich vom Fleischkonsum zu verabschieden. Es bleibt jedoch eine individuelle Entscheidung, die sie anderen nicht aufnötigen können. Allerdings sollten diejenigen, die Fleich konsumieren, den Preis und die externen Effekte und Kosten kennen und auch bezahlen. Dies ist unter den derzeitigen Rahmenbedingunge nicht gegeben und sollte dringlich geändert werden.
Hallo Herr Sundrum,
“m.E. ist eine fleischlose Ernährung weder denkbar noch sinnvoll.”
Weshalb ist sie Ihrer Meinung nach nicht denkbar?
Weshalb ist sie Ihrer Meinung nach nicht sinnvoll?
Gibt es dafür Argumente die Ihre persönliche Meinung begründen?
“Nutztiere erfüllen eine wichtige Aufgabe in einem funktionsfähigem Ökosystem; dies gilt sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft.”
Welche Aufgaben erfüllen Nutziere, die ja lediglich vorhanden sind da der Mensch sie nachproduziert, in einem Ökosystem?
Welches Ökosystem meinen Sie?
Welche Aufgaben übernahmen die Nutztiere in früheren Ökosystemen?
Welche Aufgaben übernehmen Nutztiere in zukünftigen Ökosystem?
“Jedoch schon jetzt könnten Leitplanken in Richtung eines stabilen Agrar-Ökosystems gesetzt werden,und zwar bevor uns die Ressourcen besonders knapp werden.”
Die Ressourcen sind vorhanden, nur werden sie über den Umweg der Nutztierhaltung auch künstlich verknappt bzw. verringert.
Von welchen Ressourcen sprechen Sie?
“Der evolutive Blickwinkel ist in der Debatte sicherlich hilfreich, um die treibenden Kräfte zu verstehen.”
Evolution ist ein Prozeß der über viele hundertausende bis Millionen Jahre reicht. Wovon Sie sprechen, ist wohl eher die kulturell-industrielle Entwicklung des Menschen.
Bzw. was meinen Sie mit ‘evolutiver Blickwinkel’?
Was verstehen Sie unter treibende Kräfte?
“Die zurückliegende Entwicklung der agrarischen Erzeugung hat uns in die Lage versetzt, Fleisch so billig wie nie zuvor zu erzeugen.”
Wir können sie ändern. Wir sind auf Fleisch für die Ernährung nicht angewiesen. Wer das behauptet oder unterstellt, ist leider auch zu den Vebrauchern nicht ganz ehrlich.
“Die mehr und mehr sichtbaren Folgewirkungen werden, durchaus im evolutiven Sinne betrachtet, uns auf einen anderen Weg nötigen, weil er weder für Europa noch global betrachtet endlos weitergeführt werden kann.”
Welchen evolutiven [evolutionär] Sinn meinen Sie?
Evolution ist nichts, was in 20 oder 200 Jahren vonstatten geht. Das ist kulturell-industriell.
Es kann schon jetzt nicht mehr so weitergehen.
Wir produzieren für den Müll, wir essen anderen ihre Lebensgrundlage, für bringen empfindungsfähige Individuen dafür um. Für all das besteht keine Notwendigkeit, wir ruhen uns lediglich auf dieser bequemen Variante aus und müssen uns ja auch nicht kümmern, weil wir in Deutschland die Konsequenzen unseres Handelns [noch nicht] ertragen müssen.
“Sie selbst können sich sehr wohl entscheiden, sich vom Fleischkonsum zu verabschieden. Es bleibt jedoch eine individuelle Entscheidung, die sie anderen nicht aufnötigen können.”
Das eine ist, die Meinung zu etwas zu haben.
Das andere ist, mit einer Handlung Dritte zu schädigen, sie leiden zu lassen, sie ausbeuten zu lassen, sie umbringen zu lassen.
Tiere sind nunmal keine leblosen Maschinen. Eine Entscheidung zu treffen bedeutet ebenfalls, ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen. Und diese sind, ähnlich den unseren gelagert, nicht versehrt und nicht umgebracht zu werden.
“Allerdings sollten diejenigen, die Fleich konsumieren, den Preis und die externen Effekte und Kosten kennen und auch bezahlen.”
Nicht das Geld, die Kosten oder sonstige finanziellen Hintergedanken sollten im Vordergrund stehen, sondern das Individuum Tier, über dessen Leben und Tötung wir hier schließlich reden.
@rosa Luxemburg: Tatsache ist und bleibt: die Welt giert nach Fleisch. Da wird es kein Umdenken geben. Insbesondere in den Ländern, bei denen das Einkommen steigt (wurde im Film am Beispiel China erklärt). Selbst die FAO hat diesen unausweichlichen Trend bestätigt und fordert daher eine Ressourcenschonende Tierhaltung mit Augenmaß.
Siehe http://www.fao.org/news/story/en/item/116937/icode/
alles andere wäre utopisch und arrogant (aus Sicht der Dritt- und Schwellenländer)
“m.E. ist eine fleischlose Ernährung weder denkbar noch sinnvoll.”
Mich würde auch brennend interessieren, auf welchen Argumenten diese Aussage beruht
“Nutztiere erfüllen eine wichtige Aufgabe in einem funktionsfähigem Ökosystem; dies gilt sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft.”
“Nutztiere” sind überhaupt kein natürlicher Bestandteil irgendeines Ökosystems. Sie sind in der Regel rein künstlich gezüchtete Tiere, die zur Erfüllung der menschlichen Bedürfnisse “designt” wurden. Massentierhaltung hat dagegen die ökologische Verseuchung ganzer Landstriche zur Folge. Die katastrophalen Folgen, beispielsweise des massiven CO2-Ausstosses, müssen wir alle und unsere Kindeskinder mit tragen!
….
Grundlage jedes funktionierenden Agrarsystems ist der Kreislauf von Nährstoffen. Siehe Demeterrichtlinien.
Ohne Tiere wäre der Biolandbau nicht denkbar (Phophorquelle im Wirtschaftsdung!)
Sehr geehrter Herr Prof. Sundrum,
>>m.E. ist eine fleischlose Ernährung weder denkbar noch sinnvoll.<<
ich fürchte weder ich – noch alle andern hier in dieser Diskussion – können ihnen in diesem Punkt folgen.
Ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland ernähren sich fleischfrei. (es besteht also nachweisbar die Möglichkeit) Es gibt zudem keine ernährungsphysiologische Notwendigkeit Fleisch zu essen.
Zudem sind die mit dem Fleischverzehr verbundenen Gesundheitsrisiken durch zahlreiche Ernährungsstudien empirisch erwiesen.
Vor allem die Korrelation zwischen Fleischkonsum Prostatakrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2, Gicht, Arterienverkalkung und Osteoporose ist durch zahlreiche Studien gut nachweisbar.
Ebenso sind die im Fleisch enthaltenen Stoffe die dafür verantwortlich sind bekannt zu denen hauptsächlich: Häm-Eisen, heterozyklische aromatische Amine (HAA), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und die Sialinsäure Neu5Gc gehören.
Es ist somit unbestreitbar, dass 1. Eine fleischfreie Ernährung zweifelsfrei möglich ist und sie 2. Nachweisbare gesundheitliche Vorteile hat.
ja in Deutschland! Substitution wichtiger Nährstoffe ist bei uns aufgrund der Nahrungsmittelvielfalt jederzeit möglich. In Dritt- und Schwellenländern aber nicht. Dort sind tierische Produkte die einzige Möglichkeit für eine ausgewogene Ernährung.
Bitte bei WHO und FAO recherchieren
“Substitution wichtiger Nährstoffe”?
Es gibt nur einen Nährstoff der bei veganer Ernährung supplementiert werden muss. Und das ist Vitamin B12.
B12 lässt sich problemlos über Veg1-Kautabletten oder B12-haltige Zahnpasta supplementieren.
In den Entwicklungsländern werden zudem Tierprodukte in zu vernachlässigenden Mengen konsumiert.
Die Nutztierindustrie in den westlichen Industrienationen stellt zudem einen hoch problematischen Nahrungskonkurrenten für die Menschen in Entwicklungsländern dar.
Wenn in 50 oder 100 Jahren der Tierproduktkonsum in den Industrienationen zusammenbricht, dürfte sich die Ernährungssituation in den Entwicklungsländern daher deutlich verbessern.
(im Übrigen ist B12 ein Nährstoff der billig zu produzieren ist und – pro Person – nur in Mengen im Mikrogramm-Bereich benötigt wird)
Fleisch ist in unserer Gesellschaft keine Notwendigkeit. Was gleichbedeutend ist, daß für die Ausbeutung und Tötung von Tieren keine Notwendigkeit mehr besteht.
Nicht nur der Billigheimer, nicht nur der Lobbyist, nicht nur der Politiker, nicht nur der Tierproduzent, nicht nur der Konsument – sondern sie alle in ihrer Masse und ihren Bedürfnissen sind verantwortlich für die Zustände.
Wir leben im Jahr 2012, wir betrachten uns als nach humanistischem Weltbild aufgeklärte Menschen. Dabei sind wir uns nicht zu schade, beim Abgeben dieser Erklärung ins Wurstbrot zu beißen und darauf zu verweisen, daß ‘Menschen schon immer Fleisch gegessen haben’, ‘wir nicht umsonst an der Spitze der Nahrungskette stehen’, ‘wir nunmal die Stärkeren und die Tiere schlicht dazu da sind’.
Es wird Zeit, Tiere nicht mehr im Zusammenhang mit Produktionseinheiten, gewinnorientiertem Denken und egoistisch motivierten Essensgelüsten zu betrachten.
Diese Tiere sind Individuen mit Bedürfnissen und Fähigkeiten, die wir alle nachvollziehen können: sie möchten nicht leiden, sie möchten nicht versehrt werden, sie möchten soziale und emotionale Bindungen eingehen, sie möchten sich um ihren Nachwuchs kümmern, sie möchten von ihren Eltern umsorgt werden, sie möchten sich ihren Sexualpartner aussuchen, sie möchten sich bedrohlichen Situationen entziehen.
All das verwehren wir ihnen, da wir sie darauf reduzieren was sie im Laden kosten oder beim Großhändler einbringen.
Wie aufgeklärt sind wir wirklich, wenn es um unser Verhältnis zu den sog. ‘Nutz’Tieren geht? Wie genau schauen wir auf ihre Leben? Wie viel Egoismus können wir ihrer Individualität, dem jährlichen Milliardenfachen Ermorden noch entgegensetzen?
Wir sind Menschen, weil wir menschlich sein können: Unser Handeln können wir überdenken und ändern, wir können uns die Konsequenzen und Auswirkungen unseres Handelns auf Dritte bewußt machen, wir können Alternativen wählen, wir können empathisch und vernünftig zugleich dieser Absurdität von Tierqual und -ermordung ein Ende setzen.
Ruhen wir uns nicht auf einer Reportage oder einer Doku aus, ruhen wir uns nicht auf dem ständig verfügbaren Warenangebot aus. Ruhen wir uns nicht darauf aus, abzuwarten daß die Tierausnutzungsindustrie, Lobbyistenverbände, Politiker oder andere Involvierte aktiv werden und etwas an den Umständen ändern: Jeder einzelne kann etwas ändern, kann etwas an seinem Konsum ändern.
Mensch, denk nach: Lebe vegan
Ich glaube nicht an die Mündigkeit des Konsumenten, jedenfalls nicht über eine verschwindend geringe Teil der Bevölkerung hinaus. Die meisten kümmerts nun mal nicht, weil es ihr Umfeld nicht kümmert. Tradition, Unflexibilität, Trägheit und natürlich Geschmacksgewohnheit tun ihr Übriges. Es werden doch überall und vorwiegend Fleisch und Tierprodukte aus tierquälerischen Haltungsbedingungen und umweltzerstörenden Futtermittelproduktionen gekauft. Wo ernährt sich denn der Durschnnittsdeutsche? In den Kantinen, an den Straßenbuden, im Schnellimbiss und daheim großteils mit Fertigprodukten: alles zu 99,99% aus eben besagter Tierhaltung. Und das endet nicht beim Fleisch. billiges Milchpulver wird aus den Produktionsüberschüssen in so gut wie jede Backware untergemischt zur billigen Streckung und wo das Vollei herkommt kann man sich denken. Da Einkaufen für die meisten unter durch Bauchentscheidungen erfolgt (das verführerischste Bild auf der Verpackung mit Abgleich des möglichst billigsten Preises führt zum Kauf), plädiere ich für eine strenger gesetzliche Regelung. Am besten sollten in kurzmöglichsten Zyklen stets die neuesten Eregebnisse aus der Verhaltensforschung und Untersuchungen zu Stress- und Schmerzempfinden in verpflichtende Mindeststandards fließen. Außerdem dürften nur solche Futtermittel an die Tiere gegeben werden, deren Anbau so, auch in Deutschland legal wäre. Am besten sollten nur solche Betriebe zugelassen werden die ihre eigene Futtermittelproduktion sichern könnten, womit Rießenmastställen ein Riegel vorgeschoben wäre und Kleinbauern besser gefördert.
Und schließllich, sollte schon in den Schulen angesetzt werden. Bildung und Aufklärung in Ökologie, Biologie und Ethik – für eine mündigere Welt.
Vegan zu leben würde all diese Probleme auf einen Schlag beseitigen. Und dies wäre sofort, für jeden möglich.
Meiner Meinung nach liegt das Problem eindeutig an der ausufernden Landwirtschaftlichen- Industrialisierungspolitik der EU.
Der Landwirt ist der Getriebene dieser Politik, bzw. der Dumpingpreise die diese Politik erlaubt haben.
Keinem deutschen Bauer macht es Spaß so Tiere halten zu müssen!
Es müsste verstärkt in die bäuerliche Selbstvermarktung investiert werden. Der Verbraucher ist meiner Meinung nach dafür bereit, auch wenn er mehr ausgeben müsste (Siehe z.b. den dtsch. Weinbau!)
Aber was machen “unsere” Politiker in Brüssel?
Mit immer absurderen Hygieneverordnungen und Dokumentationspflichten treten sie entschlossen gegen jede dieser Bemühungen an.
Denn Lebensmittel sollen billig sein, dann ist der Bürger ruhig.
Jäckel, Landwirt
Herr Jäckel, ich stimme Ihnen fast ganz zu.
Ich glaube nicht mehr daran, dass das ganze System noch aufzuhalten ist.
Die ganze Welt orientiert sich doch mittlerweile an den USA bzw. US-amerikanisches Kreditkapital (US-Firmen etc.) zwingt sukzessive nahezu jedem Land in der Welt den “American Way of Life” auf. In der Folge werden Malls und Outlets gebaut, Konsumtempel; der Verbraucher definiert sich über den Konsum und wie viel er beispielsweise konsumiert. Der Verbraucher will/kann in der großen Mehrheit nicht zum Biobauer auf den Hof fahren zum Einkaufen, er will alles an einem Ort bekommen: Nahrung, Kleidung, Unterhaltung, …
Darauf bräuchte er auch nicht zu verzichten. Der Landwirt könnte ja auch direkt an den Lebensmitteleinzelhandel in der Region liefern. So ist es z.B. bei Edeka möglich. Der Einzelhändler hat dort, anders als bei einigen anderen Firmen die Möglichkeit über das Sortiment hinaus Waren zu beziehen und zu verkaufen.
Leider gibt es solche Angebote nicht wirklich häufig, da den Landwirten Hürden in den Weg gestellt werden, was die Schlachtung angeht, die finaziell und arbeitswirtschaftlich nicht zu übersteigen sind.
In unserer Region kenne ich keinen Landwirt, der selbst schlachtet. Metzgereien werden es an sich schon immer weniger; erst Recht die noch selbst schlachten. Mit den von Ihnen angesprochenen EU-Verordnungen für Schlachtung und Hygiene, die oft schlichtweg absurd sind und die Gegebenheiten von kleinen Betrieben überhaupt nicht berücksichtigen, hat das sicherlich etwas zu tun.
Unsere Discounter planen im Voraus mit termingenauen Frischwaren-Lieferungen, deren Mengen selbst größere Erzeugerzusammenschlüsse bei uns nicht bedienen können.
“Ich glaube nicht mehr daran, dass das ganze System noch aufzuhalten ist.”
Deshalb ist es um so wichtiger, daß jeder etwas tut und sich eben nicht darauf ausruht, daß es doch nichts nutzt wenn man etwas ändert.
Genau das, dieses Zurücklehnen und Konsumieren von allem was uns vorgefertigt serviert wird, führt doch erst recht dahin daß immer mehr von dem auf uns zukommt, was wir gar nicht wollen.
Umso besser, dass morgen in Berlin die “Wir haben es satt!”-Demo stattfindet, die sich gegen diese Politik zur Wehr setzen will. Bald bekommt die EU eine neue Agrarreform und damit diese nicht wieder so schrecklich danebengeht wie die letzte, müssen wir laut werden!
http://www.wir-haben-es-satt.de/
Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik)2013 ist schon schiefgegangen
Bäuerliche Selbstvermarktung ist nicht sonderlich umweltfreundlich.Zumindest nicht, wenn ich wegen einem Stück Fleisch mit meinem PKW durch die Lande fahre, oder? Außerdem kommt diese Art der Vermarktung für ballungsraumferne landwirtschaftliche Betriebe kaum in Frage
Guten Abend erstmal,
als Agrarstudentin stellt sich mir die Frage, welche Quellen als Hintergrund für die Aussagen der Sendung/der Kommentare genutzt worden sind.
Ich glaube nicht, dass in Deutschland in der Mehrheit der Betriebe Tiere unsachgenmäß gehalten und/oder behandelt werden. Es gibt überall schwarze Schafe, aber die werden sich auch nicht durch schärfere Gesetzte beeindrucken lassen, denn kriminelle Energie lässt sich davon nicht verhindern. Das ist aber die Ausnahme! Bedacht werden mus aber auch, dass solche Ausnahmen im Fernsehen deutlich publikumswirksamer sind als harmonische Bilder aus einer tiergerechten Stallung.
Mit Zunahme der Bestandesgrößen muss bedacht werden, dass auch die Erfahrung des Tierhalters zunimmt, der Wissenschatz vergößert sich und Tiere können fachmännisch betreut werden.
Der Ausbildungsstandart deutscher Landwirte war nie auf einem solch hohen Niveau wie heute. Und richtig, wir verdienen Geld mit den Tieren und genau deswegen möchten wir, dass es ihnen gut geht, damit die Tageszunahmen oder die tägliche Milchleistung stimmen!
Durch schärfere Tierhaltungsgesetze die Nutztierhaltung aus Deutschland zu verdrängen und hinterher als verarbeitetes Produkt wieder zu importieren wird sicherlich nicht zielführend sein.
Um noch einmal klarzustellen: Tierquälerei ist fürchterlich und ich möchte diese, sofern sie auftreten sollte, nicht in Schutz nehmen, aber sie ist nicht an der Tagesordnung in der deutschen Landwirtschaft!
Zum Schluss würde mich eine Definition des Unwortes “Massentierhaltung” brennend interessieren…
Grüße
Komplett hirnloser bullshit! Im wahrsten Sinne….
Ich muss Alena K. hier vollkommen zustimmen!
Ihre Aussage trifft den Sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf
Vielen Dank für die konstruktive Anmerkung…so sollte miteinander umgegangen werden, um zielführend diskutieren zu können!
Frau K. liegt mit Ihrer Bewertung zum Stand der hohen Qualität der Ausbildung dtsch. Bauern absolut richtig.
Das Problem liegt nicht bei den qualifizierten Fachkräften in diesem Berufsstand sondern an einigen wenigen Industriellen, die Fleisch als Ware sehen und nicht das Tier an sich.
Diese Industriellen werden in der Reportage vor allem herausgestellt. Deren Arbeit hat nichts mit der Landwirtschaft zutun die wir kennen, und die es zu Fördern wert wäre; im Gegenteil, diese machen deren Arbeit bzw. deren Existenz zu Grunde.
“Das Problem liegt nicht bei den qualifizierten Fachkräften in diesem Berufsstand sondern an einigen wenigen Industriellen, die Fleisch als Ware sehen und nicht das Tier an sich.”
Wer das Tier züchtet und vermehrt um es dem Fleischmarkt zugänglich zu machen sieht in dem Tier auch nicht das Tier, sondern das Fleisch an sich.
“Diese Industriellen werden in der Reportage vor allem herausgestellt. Deren Arbeit hat nichts mit der Landwirtschaft zutun die wir kennen, und die es zu Fördern wert wäre; im Gegenteil, diese machen deren Arbeit bzw. deren Existenz zu Grunde.”
Es besteht keine Notwendigkeit Fleisch zu essen. Weder vom Biobauern ‘nebenan’ noch vom unbekannten ‘Großindustriellen’.
Tiere als Fleisch- oder Warenlieferanten, als Produktionseinheiten zu betrachten entfernt uns doch gerade von dem, was Tiere sind: Individuen, die Empfindungen und Bedürfnisse haben und die ganz sicherlich nicht auf unseren sogenannten ‘Schutz’ angewiesen sind, der sie letztlich immer ans Messer liefert.
Das ist nicht tiergerecht, das ist kein Tierschutz, sondern menschengerecht und Essenschutz.
Dabei sind so viele, gesunde, ausgwogene und schmackhafte Alternativen vorhanden.
Das ist ein Teil des Problems. Das eigentliche Problem ist, dass die absolute Mehrheit der Konsumenten jeden Tag Fleisch isst. Es muss also immer und überall verfügbar und auch dazu billig sein. Der Markt ist satt! Es ist kein Platz für industrielle Massenproduktion. Das eigentliche Ziel der ganzen Diskussion ist der Übergang zu einer rein pflanzlichen Ernährung. Es existieren keinerlei Gründe mehr heutzutage Fleisch zu essen. Egal woher es stammt. Die Produktion dieser “Ware” ist völlig std dem Ruder gelaufen (wie vieles andere auch). Go vegan!
Wer seinen Tieren über die Betriebsstruktur Sonne, Luft und Auslauf gönnen kann und will, arbeitet meist auch nach ökologischen Richtlinien – diese Art der Fleischproduktion liegt bei Geflügel- und Schweinefleisch bei maximal 1 %.
Der Anteil an Rindern auf Wiesen und Weiden ist höher; betrifft überwiegend die Mutterkuhhaltung zur Fleischerzeugung und die Jungrinder bis zum ersten Kalben, dann verschwinden dies auch in den Ställen.
Falsch! in fast allen Betrieben werden die Tiere wegen des Trockenstellens, auf Weiden getrieben und dies jedes Jahr für ca 2 Monate
Die eigene Region sollte man nicht auf andere übetragen. Ich kenne Betriebe mit Milchviehhaltung ohne Weidehaltung. Und bei durchschnittlich 3 Laktationen ist die Trockenstehzeit dann auch nur maximal 2 x 2 Monate.
“in fast allen Betrieben werden die Tiere wegen des Trockenstellens, auf Weiden getrieben und dies jedes Jahr für ca 2 Monate”
Philip, wie viele Betriebe kennst Du persönlich?
Kannst Du tatsächlich für deren Handeln Deine Hand ins Feuer legen?
Von 12 [!] Monaten dürfen sie ganze 2 auf die Weide. Naja, circa. Das ist dann wohl auch eher aufgerundet, oder?
Liebe Alena,
vor 30 Jahren war ich auch eine Agrarstudentin und habe damals noch den Satz hören müssen “so lange ein Tier Leistung bringt, geht es ihm gut!”.
Aus Sicht des Tieres ist ein Leben in mehr oder weniger starker Fixierung (Kastenstände in Sauenhaltung, Anbindehaltung in Milchviehhaltung, ausgestaltete Hühnerkäfige usw) sicher kein harmonisches Leben, vom Dämmerlicht, Zwangslüftung und Spaltenboden ganz zu schweigen.
Massentierhaltung beginnt spätestens dann, wenn die Bestandsgrößen nach Bundesimmissionschutzrecht genehmigt werden müssen.
Grüße
Hallo Frau Albrecht,
da ich mich im Milchviehsektor besser auskenne als in der Schweine-oder Geflügelhaltung kann ich mit Betimmtheit sagen, dass die Anbindehaltung nicht aktuell ist, sondern der Boxenlaufstall…und statt Spaltenboden findet sich immer häufiger Gummiboden in Neubauten, bzw. werden manche Altgebäude damit saniert.
Und nocheinmal: nicht überall läuft alles richtig, aber eben auch nicht überall alles falsch!
Grüße
Wie viele Laktationen sind heute üblich?
Der Gummiboden und die Liegematratze spart dann noch die Einstreu in der Liegebox oder?
Wie sieht es mit Gelenkerkrankungen aus?
Der erste Schritt muss sein, das System aus der Sicht des Tieres begreifen zu wollen, dann sieht die Bewertung anders aus.
Üblich sind leider nur 3 Laktationen… das das nicht das Optimum ist, ist mir bewusst. Da steckt noch Potential nach oben. Und den Gummiboden verstehe ich als Lauffläche, mein Lieblingsystem ist die Tiefbox mit einer Mistmatratze, die ist zwar nicht so ideal, was die Keime angeht, aber passt sich dem Tier an und vermeidet Gelenksentzündungen.
Ihren letzten Satz kann ich uneingeschränkt so stehen lassen, da er mir gefällt.
Danke!
der durschnitt liegt bei 3 Laktationen, unsere Spitzentiere haben 9, der Gumiboden wird hauptsächlich in den Laufställen eingesetzt, (ersatz von Spaltenböden) ein Großteil der Betriebe setzt aber immernoch auf Tiefstreu in den Liegeboxen und in unserem Betrieb liegen die Ausfälle wegen Gelenkserkrankungen nur bei 1,5%
Die Praxis zeigt doch, dass “Masse” mit Tierschutz durchaus vereinbar ist und sich selbst im Biobereich Größenordnungen finden, die früher undenkbar waren.
Die Besucher des DBV-Veredlungstages in Dorsten 2011 staunten nicht schlecht, als von 25.000 Bio-Puten- und Bio-350.000 Masthähnchenplätzen die Rede war. Und selbst ein Vertreter der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen musste eingestehen, dass für die Bewertung einer Tierhaltung nicht die Bestandsgröße, sondern das Wohlergehen des Einzeltieres entscheidend sei. Von “Massentierhaltung” wolle man daher künftig auch nicht mehr sprechen.
In Australien werden 350.000 Rinder biologisch gehalten.
“Und richtig, wir verdienen Geld mit den Tieren und genau deswegen möchten wir, dass es ihnen gut geht, damit die Tageszunahmen oder die tägliche Milchleistung stimmen!”
Exakt. Die Leistung zählt, deswegen werden die Tiere auch als Produktionseinheiten gesehen.
Genau so exakt: Ausfallquoten, wie z.b. Totgeburten bei Milchkühen, Kümmerer in der Schweinemast, Abfall in der Lege- und Masthuhnindustrie. Die Zahlen liegen bei 10% Ausfallquote und werden einkalkuliert. Das Sterben vor dem Schlachthof ist genau so Bestandteil der Rechnung wie Futter, Pacht, Lohn.
Wie sieht es aus mit Legehennen: Die Lebenserwartung liegt, sowohl bei bio als auch konventionell, zwischen 1 und 1,5 Jahren. Wie kann es ihnen gut gehen, wenn sie nach dieser kurzen Zeit ausgemergelt und nur mehr biologischer Abfall sind?
Wie sieht es aus mit Milchkühen: Die Lebenserwartung liegt im Schnitt bei 6 Jahren. Wie kann es ihnen gut gehen, wenn sie jährlich kalben müssen und am Ende ihrer Zeit brüchige Knochen wegen der Hochleistungsmilchgabe haben, von vielen anderen Krankheiten (die Dir sicherlich bekannt sind] gar nicht zu reden?
Wieviele Amtstierärzte sind in Deutschland unterwegs?
Wie viel Zeit hat jeder Einzelne um die Vieltausender Bestände zu begutachten?
Als was, wenn nicht als Grundlage ihres Gehaltes, sehen diese Ärzte die Tierfabriken?
Wie viele sind bei den Transporten dabei?
Wie viel Zeit haben sie für die Beschau vor der Schlachtung?
Tierhaltung ist industrialisiert, Tiere sind instrumentalisiert. Beides ist nur auf eines ausgerichtet: Schnell viel produzieren und Geld generieren.
Was ist Massentierhaltung? Nun, ca. 95 – 97% des in Deutschland gehaltenen und ermordeten ‘Nutz’Tierbestandes ist Massentierhaltung.
Richtig, wir halten Tiere als Beruf, also um Geld zu verdienen. Das unterschiedet Nutztiere von Haustieren. Wenn davon gesprochen wird, dass Tiere “ermordet” werden, dann ist das eine Vermenschlichung. Genau das ist meiner Meinung auch nicht ganz korrekt. Wir als Menschen stellen uns über die Tiere, das heißt auch, dass wir für sie sorgen…und sie töten um sie zu essen. Denn das ist der Grund sie zu halten.
Nebenbei: ich kennen keinen rentablen Milchviehbetrieb mit 10% Totgeburtenrate…das ist weder tiergerecht noch wirtschaftlich!
Eine Prozentangabe ist keine Definition.
Kleiner Tipp, ein Viertausender Bestand hat immer einen Betriebs eigenen Veterinär oder auch 2 und einen Amtstierarzt der hier öfters Vorbeischaut als in einem 100er Betrieb und den Tieren in einem so großen Betrieb geht es besser als bei vielen Kleinbauern da hier oftmals noch Anbindehaltung praktiziert wird
ca 5 % beträgt der Anteil der nach ökologischen Richtlinien erzeugten tierischen Produkten.
Auch die Massentierhaltung ist eine Sache des Blickwinkels: ab 15.000 Hennen bedarf es einer immissionschutzrechtlichen Genehmigung,
ein Verbracher wird beim Anblich von 1.500 Hennen schon an Massentierhaltung denken,
aus Sicht des Huhns ist das soziale Gefüge bei mehr als 20 Tieren schon schwierig
Liebe Alena
ich empfehle Ihnen zwei Bücher von John Robbins:
Food Revolution
Ernährung für ein neues Jahrtausend
Darin kommen unter anderem(ehemalige) Landwirte zu Wort und warum sie aus diesem Geschäft ausgestiegen sind. Mir ist bewusst dass wir ohne Landwirtschaft nicht leben können, aber auch dass es so nicht weitergehen kann und es neue Wege braucht.
Liebe Grüsse
Vanessa
“Vielen Dank, Ihre Bestellung wird bearbeitet.” Habe mich für “Food Revolution” entschieden. Bin gespannt…
Danke für den Hinweis!
Das freut mich. Viel Spass beim Lesen!
Es gibt zum Thema einen interessanten Film aus den U.S.A.
Dort kommen mehrere Farmer zu Wort die ausgestiegen sind; da sie krank wurden, Mitgefühl mit den Tieren entwickelten, erkannten dass diese “Massentierhaltung” falsch ist…
Am Ende spielt einer dieser ehemaligen Farmer das Lied Amazing Grace auf seiner Mandoline. Er erzählt davon dass es der Kapitän eines Sklavenschiffs geschrieben hat, der sein Leben änderte und Pfarrer wurde. Dann fragt er die Zuschauer:
Wenn sich selbst der Kapitän eines Sklavenschiffes ändern kann, können wir es nicht auch?
ich glaube wir können das! Gute Nacht allen.
Sehr geehrte Alena K.,
danke für den Versuch, die Diskussion auch von einer anderen Perspektive her zu beleuchten. Wie soeben angemerkt, halte auch ich den Begriff “Massentierhaltung” für unsachgemäß. Er sollte – sicherlich ein frommer Wunsch – aus dem Vokabular gestrichen werden. Wir brauchen Fakten, die wir aber leider bislang noch zu wenig aus der tierischen Erzeugung bekommen, um sie mit anderen Zahlen in Abgleich bringen zu können.
Sicherlich ist die überwiegende Mehrzahl der Betriebsleiter/innen bemüht, sicherzustellen, dass es den Tieren gut geht. Allerdings unterscheiden sich dabei die Vorstellungen der Landwirte sehr voneinander, ebenso wie die Verfügbarkeit der Ressourchen, die notwendig sind, um die Tiergerechtheit zu verbessern. Nach meiner Einschätzung gelingt es angesichts der häufig nicht kostendeckenden Preise vielen Landwirten nicht, ihren und den Ansprüchen der Käufer hinreichend Rechnung zu tragen. Letztlich ist damit nicht nur der Landwirt, sondern auch der Handel und die Verarbeiter sowie die Kunden verantwortlich für die aktuelle Entwicklung. Meiner Ansicht nach ist es angesichts der vielfältigen Interessenskonflikte Aufgabe der Politik, hier regulierend und steuernd einzugreifen und dabei das Wohl der Gemeinschaft stärker in den Fokus zu stellen.
Ich habe selbst für einige Zeit als Leiharbeiterin in einer Geflügel- und Wurstfabrik gearbeitet und ich musste erst all diese erschreckenden Erfahrngen machen, um zu verstehen, was Fleischproduktion heute wirklich bedeutet: miese Löhne für Knochenarbeit (im wahrsten Sinne des Wortes) und eine Produktionsethik, die aus Gründen der Effizienz und ökonomischen Druck das Tier nicht länger als ein zu respekrierendes und zu schützendes Lebenwesen ansehen kann. Ich finde die Idee der Produktbezeichnung “Made by Industry” einen guten Weg, um die Werberomantik, die grünes Gras, blauen Himmel und glückliche Tiere suggerie. Verbraucher haben Macht, wenn sie sie bloß zu nutzen wüssten, die Augen nicht mehr verschließen und endlich ihren Konsum hinterfragen!!!
Sehr geehrte Milena,
“Made bei Industry” macht aus meiner Sicht keinen Sinn, weil sie die Industrieprozesse nicht eindeutig von bäuerlichen Prozessen abgrenzen können. Auch ist hinreichend belegt, dass eine sogenannte “bäuerliche Landwirtschaft” nicht automatisch bessere Tiergesundheit oder besser Fleischqualität, ja nicht einmal einen besseren Umweltschutz sicherstellt. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Betrieben ist einfach viel zu groß, um die Unterschiede anhand der Größenverhältnisse zu erklären. Es ist primär das Management des Betriebsleiters/in, das entscheidend ist, unabhängig von der Betriebsgrösse.
Wir sollten nicht weiter unsere Einschätzungen über die Tierhaltung anhand von Begriffen wie “Agrarindustrie” oder “Massentierhaltung” herleiten. Diese besitzen m.E. keine hinreichende Aussagekraft. Wir müssen messen, z.B. den Tiergesundheitsstatus als Meß- und Zielgrösse für den Tierschutz, die Nährstoffbilanz eines Betriebes als Maß für den Umweltschutz und den Marmorierungsgrad von Fleich für die sensorische Qualität. Nicht die Begriffe und unsere Interpretation derselben sagen etwas aus. Wir sollten uns vielmehr an den Fakten orientieren.
Gehoert es nicht auch zur moralischen Erziehung, darueber aufzuklaren, wie die Tiere in Massentierhaltung behandelt werden? Parallel zu Mindestlohn duerfte meiner Meinung nach auch ein Mindestpreis fuer tierische Produkte diskutiert werden, um die Sensibilitaet zu steigern. Andere aufklaererische Massnahmen scheinen in unserer Gesellschaft nicht zu greifen…
Verdrängung gehört zur menschlichen Natur. Es wäre hilfreich analog zu Bildern auf Zigarettenschachteln Warnhinweise auf “Billigfleisch” anzubringen.
Gibt es ein Recht auf Fleisch? Auf Kosten anderer Menschen? Und Tiere? Und der Umwelt? Und…?
Witzige Idee eigentlich. Leider haelt ein Aufdruck auch die Raucher bekanntlich nicht ab, auch wenn diese wenigstens ueber ihr eigenes Leben entscheiden.
Eine Tierschutzsteuer waere vielleicht was …
Wir Konsumenten bestimmen, was gekauft wird. Aber je mehr wir informiert sind, was alles für traurige Fakten hinter dem Billigfleisch stehen, MUSS uns dies zum Verzicht von solcher “Ware” bewegen. Zudem wäre es wohl an der Zeit, dass gewisse Handelsgesetze nur noch “fair trade” zulassen… -aber offenbar ist das vielen Politikern egal.
Ein Deutscher isst ungefähr 200 Gramm Fleisch pro Tag. Macht jährlich etwa 80 Kilo Fleisch pro Kopf und rund 6,5 Milliarden Kilo Fleisch für das ganze Land. Eine solche Masse an Fleisch kann man aber nur bereit stellen, wenn man die Tiere in Massen züchtet und im Akkord tötet. Diese Massentierhaltung ist nicht nur furchtbar für die Tiere, sie ist auch schlimm für unsere Umwelt, für das Klima und für die Gerechtigkeit auf der Welt. Es gibt viele gute Gründe, nie mehr Fleisch zu essen. Aber eigentlich reicht schon einer…!
Danke für das Statement und dass Sie sich nicht die Mühe machen, alle Kommentare zu lesen. Dann hätten Sie gelernt, dass Ihre Art zu denken, gegenüber den Verbrauchern aus Dritt-. und Schwellenländern sehr überheblich klingen muss …
Die eigentliche Problematik des billigen Fleischkonsums ist am Ende der Sendung etwas deutlicher geworden. Zwar nicht so deutlich wie die Worte Jean Zieglers im Dokumentarfilm “we feed the world” (s. link) aber immerhin…
Die Discounter-Mentalität hat nunmal den Lebensmittelkonsum in Deutschland völlig “verseucht”. Hauptsache billig! Und schön weiter an die ländliche Idylle der “Rügenwalder Mühle” u.ä glauben. Die Konsequenzen tragen andere und die verhungern ja zum Glück weit weg von hier. Guten Appetit
http://www.youtube.com/watch?v=XgEv81VIA2Y&feature=youtube_gdata_player
Sehr geehrter Herr Mergen,
so sehr durch den Beitrag die Probleme deutlich geworden sein dürften, so dürfen wir nicht ausser Acht lassen, dass dies eine sehr komplexe Thematik ist, die nicht nur aus einer Perspektive aus betrachtet werden sollte.
Wenn Sie die Bauern in den Erzeugungshochburgen fragen, haben diese sicherlich eine andere Perspektive und folglich auch eine andere Einstellung. Und auch diese istaus der deren Perspektive zunächst plausibel.
Wir können nicht erwarten und verlangen, dass alle Erzeuger und Verbraucher dem Tierschutzanliegen die gleiche Bedeutung beimessen, wie sie und viele andere dies tun. Der Einkauf bleibt eine individuelle Entscheidung. Wenn diese von vielen Menschen in die Richtung von mehr Tierschutz getroffen werden würde, würde sich auch der Handel bewegen. Wenn allein die bei Tierschutzbund eingetragenen Mitglieder (>800.000) ihr Kaufverhalten konsequent nach tiergerecht erzeugten Milch- und Fleischprodukten ausrichten würde, wäre ein deutlicher Trend gesetzt, d.h. zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei allen von uns mitunter grosse Lücken. Dies sollte uns nicht davon abhalten, uns weiter für verbesserten Tier- und Umweltschutz einzusetzen.
Natürlich ist jede Kaufentscheidung eine individuelle. Aus diesem Grund ernähre ich mich auch vegan. Aus einer rein persönlichen moralischen Entscheidung. Dass ich mich deshalb fast täglich als abnormaler “freak” rechtfertigen muss, sagt viel darüber aus, wie selbstverständlich (achtung – schlimmes unwort) Massentierhaltung und die direkt damit verknüpften Probleme wie Tierquälerei, Gesundheitsrisiken für Tiere UND Menschen, massive Umweltverschmutzung (Co 2, Fäkalien etc.) sowie weltweite Mangelernahrung verdrängt und einfach hingenommen werden. Jeder einzelne von uns hat jeden Tag schon beim Frühstück die Wahl…..
Genau jeder hat die wahl, da haben sie vollkommen recht deshalb halte ich einen Teil meiner Tiere selbst und schlachte diese auch für den eigenverbrauch da ich hier weiss wo es herkommt!
und Leidtragende sind u.a. die Biobetriebe, seitdem die Discounter in diesen Lukrativen Markt eingestiegen sind.
Folge: es muss immer mehr Bioware importiert werden. Ist das nachhaltig?
Quellen:
http://www.ami-informiert.de/ami-maerkte/ami-weitere-maerkte/ami-maerkte-oekolandbau/bio-importdaten.html
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/000873
Sehr geehrter herr Professor;
Ich kriege wieder Magenkrämpfe, wenn ich höre und sehe im Beitrag, daß gigantische Turbomäster aus Holland in Meck-Pomm die Erlaubnis der Politik in Deutschland erhalten haben, zu mästen. Wer verteidigt in der deutschen Politik eigentlich das Argument der Bodenverseuchung mit den gewaltigen Exkrementemassen? Warum ist man in Deutschland bisher so still?. Das verseuchte Emsland ist doch schon das beste Beispiel der Boden- und Grundwasserverseuchung. Die katastrophale Tierhaltung wäre ein anderer und genauso wichtiger Aspekt!
Beste Grüße!
Erhard Vogt
Sehr geehrte Herr Vogt,
Ihre Fragen sind gut nachvollziehbar. Allerdings dürfen Sie nicht ausser Acht lassen, dass hier vielfältige und durchaus auch legitime Interessen im Spiel sind. Die Spielregeln mögen Ihnen und in macher Hinsicht auch mir nicht gefallen, aber wir sollten den Spielraum, den uns unsere Demokratie gibt, nutzen, um immer wieder bei allen beteiligten Interessensgruppen eine stärkere Berücksichtigung des Gemeinwohls einzufordern.
Die Weltbevölkerung steigt rasant und massiv an. Wir werden einen großen Zuwachs der Bevölkerung in Großstädten haben, die nicht in Europa liegen, z. B. in Städten wie Hongkong, Shanghai. Es gibt Drittländer , die nicht das Geld haben sich auszusuchen, wo ihr Fleisch her-kommt. Da zählt auch nicht Bio, sondern billig. Die Bevölkerung wächst rasant., wie bitte schön soll die Ernährung sicher gestellt werden,wenn nicht über Masse?!
Liebe Beate
Über pflanzliche Ernährung. Tiere müssen essen und trinken. Sie haben gerade gesehen dass wir Soja und Getreide verfüttern. Warum den Umweg über das Tier nehmen statt direkt zu essen? Schon in meinem Politikbuch aus den 70er Jahren steht:
Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen.
Stoppen wir diesen Wahnsinn. Nur wir Verbraucher können das. Danke.
Liebe Grüsse
Vanessa
Das ist nicht möglich weill diese Maßnahme zu einer verstärkung der Monokulturen kommt und wir ohne Mineralische Düngemittel kaum noch Erträge von unseren schlägen holen würden und somit die Ernährung der Welt nicht sichergestellt werden kann, auserdem sind wir auf die Organischen Dünger der Tiere angewiesen
Lieber Philip
Fleisch ist ein Lusxusprodukt. Wir können warten bis wir uns den Fleischkonsum im wahrsten Sinne des Worters “nicht mehr leisten können”. Oder wir orientieren uns vorher freiwillig neu.
Haben Sie die Monokulturen im Bericht gesehen? Sie existieren wegen der Futtermittelproduktion – nicht um Menschen zu ernähren. Zur Düngung: Europa ist an vielen Stellen überdüngt, die Niederlande z.B. exportieren Gülle weil sie ansonsten darin versinken würden.
Es gibt viele Informationen zum Thema, es freut mich sehr dass Makro es aufgegriffen hat! Informieren wir uns
Liebe Grüsse
Vanessa
Die habe ich gesehn, aber was in diesem Bericht nicht gennant wurde, das wir deutsche Landwirte uns umorientieren, d.h. wir detzten auf einheimischen Soja ersatz was wiederum Bedeutet das wir neue Kulturen anbauen und so den Boden bereichern. Dies tun wir da wir uns zwar über die sehr billigen Sojapreise freuen aber es trotzdem nicht verfüttern wollen da kein Mensch die Folgen für die Umwelt/ Tiere absehn kann
Europäisches Soja wird z.b. schon direkt für die menschliche Ernährung genutzt: Damit wird dem Boden gedient, keine Tiere ausgbeutet, kein Land anderswo geraubt und Menschen die es benötigen vertrieben.
Die guten Hülsenfrüchte oder Leguminosen, wie auch die blaue Lupine, erleben hoffentlich auch in den nächsten Jahren einen weiteren Aufschwung für die direkte menschliche Ernährung.
Auch das sichert, nachhaltig und mit entsprechend fairen Löhnen, Arbeitsplätze und ist Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen, ethischen Ernährung.
Monokulturen existieren auch wegen der Lebensmittelproduktion, dem Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und für die Befriedigung der riesigen Nachfrage nach erneuerbaren Energien.
Die Monokulturen für Soja stehen an erster Stelle für die Nutztierindustrie.
Getreide, auch wenn der Agro-Sprit-Markt inzwischen weit aufgeholt hat, war und ist ebenfalls Grundlage für die Nutztierindustrie.
All das könnte direkt für die menschliche Nahrung genutzt werden und müßte nicht, weitere ressourcenverbrauchende [Wasser, Energie] Wege gehen, um über den Umweg Nutztier auf dem Teller zu landen.
Wer es bis jetzt noch nicht begriffen hat: die Sojabohne ist eine Ölpflanze. Die Rückstände aus der Ölgewinnung, das sog. Sojaextraktionsschrot werden als Reststoffe in der Tierernährung eingesetzt. Nicht die ganze Sojapflanze. Dank des Bioenergiebooms (in den Industrieländern) profitiert auch die Tierernährung.
Von 1.000 Millionen Tonnen Sojabohnen hat Deutschland 6 Millionen Tonnen Sojaextraktionsschrot importiert (Siehe UFOP-Internetseite).
Und wer mir jetzt noch erzählen will, dass Sojabohnen im Regenwald angebaut werden, der hatte in Erdkunde wahrscheinlich eine fünf. Im tropischen Regenwald wachsen keine Sojabohnen.
Um den Regenwald zu schonen, haben deutsche Wissenschaftler sogar eine moderate Ausdehnung der Tierhaltung in Brasilien vorgeschlagen – damit wertvolles Grasland nicht zu Ackerland und den Sojaanbau genutzt werden kann.
Quellen: http://www.process-worldwide.com/management/markets_industries/articles/343262/index3.html
http://www.pnas.org/content/early/2010/02/02/0907318107.full.pdf%2Bhtml
Philipp hat Recht, Außerdem bedeutet ein Verzicht auf Tierfütterung nicht automatisch Export von Getreide in Entwicklungsländer, Das muss auch bezahlt werden.
Genauso wenig wie es in Athiopien mehr regnet, wenn wir weniger duschen..
Wir hätten in Deutschland ausreichend Ackerflächen die Menschen hier mit Pflanzen zu ernähren; um unsere Nutztiere zu füttern brauchen wir Futtermittelimporte.
Stichwort “ökologischer Fußabdruck”;
Oh Mann! Vielleicht gibt es auch andere Lebensmittel außer Fleisch… wenn nicht der größte Teil der weltweiten Getreideproduktion in die Tiermast gesteckt würde gäbe es solche Probleme nicht.
Logisch, deswegen verzichtet der Kleinbauer in Brasilien auch darauf, am Zuckerrohr oder am Anbau von Sojapflanzen mehrmals zu verdienen: Zucker, Bioethanol, Öl und Sojaextraktionsschrot. Wenn er für Weizen auch soviel Geld kriegen würde, würde er sicher Weizen anbauen.
Durch den Bioenergiehunger wurden in Kolumbien ganze Bananenplantagen gerodet und durch Ölpalmen ersetzt. Danke europäische Bioenergiepolitik
diese Annahme ist richtig aber Der Brasilianische Standort eignet sich nun mal ehr für Soja und kleiner Tipp, der weizenpreis hat damit nichts zu tun oder würden wir sonst so viel weizen anbauen?
Wie sind die Landnutzungsrechte in Südamerkia verteilt?
diese werden hauptsächlich von Agrar – Holdings aus China gehalten
Liebe Beate,
Vanessa hat ganz recht. Wenn Dich das Thema wirklich brennend interessiert, dann empfehle ich Dir das Buch “Food Crash” von Felix zu Löwenstein. Er stellt eine steile These auf: Wir werden uns in Zukunft ökologisch ernähren – oder gar nicht mehr.
Wirklich absolut lesenswert!
Je mehr Menschen wir auf diesem Planeten werden, desto weniger Fleisch werden wir essen müssen. Eine Fleischproduktion für 7 Milliarden Menschen und mehr kann nicht sichergestellt werden und ist purer Wahnsinn und Luxus.
Dann muss sich aber unsere Denk und Verhaltensweise ändern.
Wir überproduzieren doch auch in Massen,Massen die in den Müll gehen (oder uns wieder verkauft werden…).Aber auch Massen wo Tiere für sterben mussten und andere Menschen im Gegenzug hungern.Theoretisch wären alle ernährbar,aber es ist einfach durch unsere wirtschaftliche Einstellung nicht möglich.
Solche Erziehungsmaßnahmen beeindrucken die Schwellenländer wenig. Steigendes Einkommen, steigender Fleischverzehr. Wurde im Film schön herausgearbeitet. Da hilft nur intensivierung der Produktion und Produktivitätssteigerung, damit uns die Rinder nicht die Haare vom Kopf fressen. Milchleistung einer indischen Kuh rd. 2.500 Liter. Die der deutschen Kuh dagegen rd. 8.000 – bei nahezu gleichem Grundfuttereinsatz.
Ich denke es geht hierbei gar nicht um Erziehung – sondern um einfaches Vorleben.
Warum boomen FastFood, Fleisch und Süsskram? Weil es “cool” ist. Das war Rauchen auch mal. Und heute? Ein Wandel ist möglich.
Liebe Grüsse
Vanessa
Die Sendung “Ware Tier kann einen Menschen, der ein bisschen Mitgefühl für die Kreatur hat,fassungslos machen -wie viele dieser Sendungen, die in den letzten Jahren
und Jahrzehnten (siehe Horst Stern) ausgestrahlt wurden.
Ich verzweifle an Politik und Gesellschaft – aber auch
an den Tierschutzverbänden, die sich nicht gegen die
Lobby der Fleischindustrie durchsetzen können.
Warum ist es nicht möglich, wenigstens – wie bei Eiern-
kenntlich zu machen, wie das Tier, dessen Fleisch ich
kaufe, gehalten wurde? Am besten mit einer Abbildung des
Stalles. Ich glaube, dann würden viele Menschen lieber ein
paar Euro für das Kilo mehr bezahlen.
Viele Grüße
Margrit W.
träum weiter. Diese Möglichkeit gibt es heute schon: Bioland, Naturland – und – wo ist die Nachfrage?
Herr Thomas Elste,
im Futter von der ZG Raiffeisen ist sehr wohl Eiweis. Mindestens 11 %, denn selbst Getreide hat soviel.
Ich kenne auch Betriebe in unserer Nachbarschaft die Bio Schweinefleisch direkt vermarkten. Sie verkaufen diese an gut betuchte Familien die das Geld dafür übrig haben und ihr Gewissen damit rein kaufen können.
Der Otto Normalverbraucher hat das Geld nicht übrig dafür. Ich kenne dieses, denn mein Schwager ist Hartz 4 Empfänger. Er kauft schon deutlich weniger Fleisch als der Standardbürger, da er nicht genügend Geld zur Verfügung hat.
Gruß
Bitte lesen Sie die Kommentare doch richtig! Ich habe geschrieben dass die ZG genmanipulationsfreies Futter vertreibt. Ich habe nicht behauptet dass darin kein Protein wäre. Wäre ja auch Blödsinn.
Vielen Dank für diesen weitreichenden Überblick über die Fleischproduktion.
Mich würde interessieren, was sie zum ökologischen Ansatz von Herrn Felix zu Löwenstein sagen, der mit seinem neuen Buch “Food Crash” für Furore sorgt.
Vielen Dank,
Ulrike Leupold
Mit dem billigen Fleisch ist es, wie mit dem billigen Atomstrom: damit es wirklich billig ist, werden viele Kosten der Allgemeinheit aufgebürdet.
Das ist mit Öko aber auch so. Erstens Umstellungsförderung, dann Subventionierung (60 % der deutschen Ökobetriebe sind auf diese Transferzahlungen angewiesen!) und dann noch die teureren Produkte. Von der Ressourcenverschwendung ganz zu schweigen.
Ich beschäftige mich schon eine Weile mit diesem Thema und mir schnürt es jedes mal die Luft ab, wenn ich so etwas sehe. Was kann man dagegen machen? Wer kann was dagegen machen? Warum werden keine Gesetze dagegen eingeführt? Was sind die Konsequenzen, wenn nicht bald etwas passiert? Und wenn wir ehrlich sind.. wird sich je etwas ändern? Warum sind Menschen so blind und egoistisch? Wieso denken Menschen, dass sie besser sind als Tiere? Wie kann man so mit Lebewesen umgehen.. Tiere werden unnötig produziert und getötet und andere Menschen sterben an Hungersnot.
Ich finde den Ansatz nachvollziehbar.
Ich esse selber zwar Fleisch aber vertrete die Meinung und den Grundsatz: Nur weil der Mensch denkt er ist in der Lage und er hat die Mittel sich Tiere untertan zu machen hat er doch lange nicht das Recht es so zu behandeln wie er es will.Weil wer gibt ihm das Recht dazu?Leider nur der Profit.
Wir Tierhalter haben ein sehr großes Interesse daran das es unseren Tieren gut geht und sie ausreichend Platz haben, und so natürlich wie möglich leben können. Aber das ist bei den derzeitigen Preisen die wir für unsere Produkte bekommen nicht möglich. Leider ist die Anzahl Menschen in Deutschland nicht gewillt für Quallität mehr zu bezahlen, deshalb müssen wir eben so viele Tiere wie möglich halten
So wird es wohl bei den meisten sein das sie ein Interresse an der Tierhaltung haben.Aber wie schon erwähnt lässt es entweder der Wirtschaftliche Aspekt nicht immer zu oder es ist reine Profit Gier.
Beides wird irgendwo zutreffend sein in unserer Industrie aber darüber ein Urteil zu fällen ist immer abwegig und schwer.
Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun!?
Das Futter, das ich hier einspare, wenn ich keine Tiere halte, wird doch nicht in Schwellenländer verkauft. Der Landwirt produziert das, was den besten Preis bringt, habe ich zumindest so gelernt …
Wo wir bei dem wirtschaftlichem Aspekt wären…aufgerundet auf Profit.
Was natürlich eine logische Schlussfolgerung ist.So ziemlich jeder würde es so tun.
Es gibt so viele Gründe kein Fleisch zu essen. Mir fällt nicht einer ein, es zu tun.
Doch als Begründung genügt anscheinend:
Es schmeckt!
Es war schon immer so!
Und das soll dieses Unrecht legitimieren welches wir in der Sendung gesehen haben? Das kann und möchte ich nicht glauben…
Also ich finde es einfach nur brutal Tiere dermaßen auszunutzen wie in diesen massenzuchten.Aber andererseits ist es heutzutage auch schwer auf Fleisch zu verzichten.
Stammt Bio Fleisch aus dem Supermarkt wirklich von Tieren aus Artgerechter Haltung oder ist “Bio” mehr schein als sein ?
Liebe Frau Pellmann,
auch die ökologische Erzeugung befindet sich in dem Spagat zwischen den Kosten, die bei erhöhten Aufwendungen für Tier- und Umweltschutz anfallen und dem Preis, den die Verbraucher dafür zu zahlen bereit sind. Erschwerend kommt hinzu, dass der Preisvergleich zwischen konventionellen und ökologischen Produkten häufig sehr drastisch ausfällt.
Die konventionellen Produkte sind aus meiner Perspektive zu billig, als dass es der ökologischen Erzeugung mit den vielfältigen Einschränkungen möglich ist, sich qualitativ sehr deutlich von den konventionellen Produkten abzusetzen. Im Biosegment werden zwar deutlich höhere Mindestanforderungen umgesetzt und kontrolliert. Wichtiger aber wäre es, wenn auch im Biosektor klare Qualitätskriterien erfasst und klare Zielgrössen z.B. bei der Tiergesundheit eingehalten würden. Die Verbraucher sollten sich folgich mit der derzeitigen Mindestanforderungen nicht zufrieden geben, sondern konkrete Qualitätsangaben einfordern.
Ich denke es ist jedem bewusst wie es wirklich aussieht nur leider sollen und wollen wir es nicht wahr haben.
Und da wir alles glauben was die Medien uns vorsetzen gibt meist das wegseh Prinzip.
Billige Massenproduktion ziehen immer einen Nachteil mit sich. Sei es auf dem Wirtschaftsmarkt oder leider meist bei dem Tierschutz.
Es gibt dazu ein abwägiges aber interessantes Video auf einer bekannten Internet Stream Plattform, “earthlings” zu deutsch Erdlinge.Meist als Vegetarier Propaganda Film abgetan aber mit kritischem und wahrem Hintergrund.
Sehr geehrter Herr R.,
danke für den HInweis.
Hier zu der Link.
http://m.youtube.com/index?desktop_uri=%2F&gl=DE#/watch?v=gT3KdBOmKKo
den Hinweis finde ich toll, wenn man bedenkt, dass Vegetarier auch nur die Pflanzen essen, die z.B. von Feldern stammen, die mit Wirtschaftsdung von Tieren gedüngt wurden. Tierhaltung ist aus Gründen des Kreislaufgedankens z.B. bei Demeter vorgeschrieben.
Ich denke es geht sich hier nicht um ,,Tierhaltung”.Haben sie einen Hund halfen sie sich auch ein Tier.
Es geht sich eher um den Verantwortungsvollen Umgang,und sei es halt in der Massen Industrie.
Solange sich die Einstellung der Verbraucher nicht ändert, wird sich auch an der Gesamt Situation auch nichts ändern. Natürlich gibt es Menschen die auf Qualität achten und schauen dass es den Tieren einmal gut ging und sie vom Bio Bauern kommen. Allerding gehören diese einer Minderheit an. Wir haben selbst eine Metzgerei und merken seit Jahren den Druck der Supermärkte. Für mich ist es auch einfach unvorstellbar dass Menschen einfach nicht mehr achten, dass für ihr tägliches Lidl-Billig Fleisch ein Tier sterben musste!
Wir halten Mangalitza-Schweine in Freilandhaltung und Strohställen. Unsere Kunden sind sehr wohl bereit höhere Preise zu bezahlen. Wir füttern so gut wie kein Eiweis, es gibt aber auch Mastfutter (z.B. von der ZG Raiffeisen) das garantiert frei von genmanipulierten Bestandteilen sein soll.
Sehr geehrter Herr Elste,
schön, dass es diese Möglichkeit der Vermarktung für Sie gibt. Allerdings sollten sie schon sicherstellen, dass die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln nicht zu kurz kommt. Dies hilft den Tieren bei der Aufrechtherhaltung der Gesundheit und auch dem Wachstum, ohne dass es dabei gleich zu einem übermäßigen Fleischansatz und einer Beeinträchtigung der Fleischqualität kommt.
Natürlich benötigt jedes tierische Lebewesen Proteine zum Muskelaufbau. Aber nicht diese Unmengen die in der herkömmlichen Mast gefüttert werden. Imho dienen diese u.a. der Wasserbindung im Gewebe. So bekommt man dann auch in 4,5 Monaten 100kg “Fleisch” ans Schwein.
Hallo Herr Elste,
Unmengen an Eiweiß? Bitte im Internet nach Mastrationen für Schweine suchen. Im Mittel erhalten Schweine in der Anfangsmast rd. 18 % Rohprotein (auch in Futtergeste ist Protein!) und zu Mastende rd. 16 %. Entscheidend ist die Aminosäurezusammensetzung und die wichtigen AS werden heute synthetisch hergestellt. Zuviel Protein belastet das Entgiftungsorgan Leber, drückt die Tierleistung und ist schlecht für die Umwelt
Gut das es auch noch solche Bauern gibt bei denen die Schweine mit Stroh eingestreut werden und das Tageslicht sehen können !
Da denken Landwirte, deren Fleisch auf Salmonellen untesucht werden, aber anders. Wenn deren Betrieb wegen Salmonellenfunden (aus dem Stroh) in eine schlechte Kategorie abrutschen, wird das Fleisch nicht mehr abgenommen.
Massenprodukte dürfen wohl billig aber nicht lumpig sein. Diesen Konflikt gab es zu beginn des Industriezeitalters schon einmal – damals entstand der Begriff “Made in Germany” als Warnung vor minderer Qualität. “Bio” ist wohl ein positives Zeichen aber nicht wirklich glaubwürdig. Was wäre, wenn man alle Fleischerzeugnisse deutlich mit “Made by Industry” kennzeichnen würde, wenn mehr als 50 Tiere in einem Gehege gehalten werden mit einer Größe 20-fach der Grundfläche eines liegenden Tieres? Der Verbraucher kann dann nach Gusto entscheiden und wird damit auch mündig!
Sehr geehrter Herr Allabauer,
die Qualtitätserzeugung ist eine hochkomplexe Angelegenheit und erfordert sehr viel Erfahrung und Know how. Es hat sich in Deutschland eingebürgert, schon allein der Einhaltung von Mindestanforderungen eine besondere Qualität zuzuweisen. Dabei wird durch Mindestanforderungen lediglich sichergestellt, dass die Missstände nicht überhand nehmen. Eine Qualitätserzeugung erfordert klare Kriterien, z.B. Marmorierung für die sensorische Qualität, Tiergesundheitsstatus für die Umsetzung des Tierschutzaspektes, etc.. Qualität hat dabei mit der Grösse des Betriebes oder des Bestandes zunächst nichts zu tun. Qualität kann oder auch nicht sowohl auf einem großen als auch auf einem kleinen Betrieb erzeugt werden. Entscheidend ist, dass sie erfasst wird und dass konkrete Ziele bezüglich der Kriterien angesteuert werden, die sowohl für die Verbraucher als auch für die Erzeuger der Orientierung dienen.