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Griechenland: Auf ein Neues
Es hätte so schön werden können: Die EZB pumpt den Banken eine Billion Euro, die Märkte steigen, Politiker reden von Wachstum, als würde es dadurch bereits Realität, und das Griechenland-Problem schien sich in Luft aufgelöst zu haben.
Doch es wurde wie immer. Ein Problem ist eben erst dann aus der Welt, wenn man es löst. Die Lösung rückt jetzt näher – in Form einer Entscheidung des griechischen Volkes: Sparen oder nicht, im Euro bleiben oder nicht, offiziell Pleite machen oder nicht. Die anstehende Wahl sollte endlich Klarheit bringen, wohin die Reise geht. Die Richtung mag nicht unbedingt gefallen, aber erstens ist sie zu respektieren und zweitens sind wir an einem Punkt, wo Klarheit bereits ein Wert an sich ist.
Interne Abwertung oder Euro-Austritt
Die interne Abwertung der Währung mittels drakonischem Sparkurs, unter dem die griechische Bevölkerung ächzt, stößt an ihre Grenzen. Dem Autor dieser Zeilen ist aus der Geschichte kein Beispiel bekannt, in dem ein Land in ähnlich miserabler Ausgangslage durch interne Abwertung (Kostensenkung durch Lohnkürzungen, Pensionskürzungen und Reduzierung vieler staatlicher Leistungen) wieder wettbewerbsfähig geworden wäre.Auch Argentinien hat bei seinem fulminanten Staatsbankrott 2001/2002 die Bindung an den Dollar aufgeben müssen und den Peso massiv abgewertet. Mit anderen Worten: Sollte die griechische Bevölkerung nicht bereit sein, sich durch die interne Abwertung hindurchzuquälen (was ihnen unter diesen Umständen niemand verübeln kann), bedeutet dies den Austritt aus dem Euro, die Wiedereinführung der Drachme und eine massive Abwertung der neuen, alten Währung um geschätzte 50%.
Eine solche externe Abwertung macht den Übergang zur Wettbewerbsfähigkeit weniger schmerzhaft, endet aber im gleichen Dilemma. Importe – und Griechenland importiert fast alles, nicht zuletzt Kapital – werden mit einem Schlag furchtbar teuer. Schulden gegenüber dem Ausland können praktisch nicht mehr bedient werden. Dies gilt übrigens auch für private Unternhemen.
Pleite
Letztlich endet immer wieder alles am gleichen Punkt: Griechenland ist pleite. Pleite bedeutet, mehr Schulden zu haben, als man zurückzahlen kann. Das ist in Griechenland der Fall. Kein Hilfspaket kann das ändern. Auf dem Kurs, den die Troika aus EZB, IWF und EU eingeschlagen hat, wird Griechenland bis ans Ende aller Tage Zinsen an seine Gläubiger zahlen müssen – ohne jemals von seinen Schulden runterzukommen. Das kann nicht im Interesse der Menschen sein. Hier zumindest ist die Empörung der griechischen Bevölkerung berechtigt.Ähnlich wie beim „freiwilligen“ Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern, sollte Griechenland gegenüber EZB, IWF und staatlichen Gläubigern (EU-Rettungsfonds etc.) einen Schuldenschnitt fordern. Das wird den europäischen Steuerzahler, der für die versenkten Rettungspakete bürgt und für die Staatsanleihenkäufe der EZB geradesteht, eine Menge Geld kosten. Aber so ist das halt. Griechenland hätte die Chance, wieder auf die Beine zu kommen, und die Menschen dort das Gefühl, nicht nur für den Schuldendienst zu leben.
Sparprogramm und Strukturreformen
An den angekündigten Sparmaßnahmen und Strukturreformen (Bürokratieabbau, Aufbau einer handlungsfähigen Verwaltung, Privatisierungen etc.) führt kein Weg vorbei. Sie sind Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Wer etwas anderes verspricht, streut den Leuten Sand in die Augen. Alexis Tsipras, Parteichef des Linksbündnisses Syriza und gegenwärtiger Umfragekönig ist eine Art Scheinriese der griechischen Politik. Er wird dies spätestens dann feststellen, wenn er in der Verantwortung steht. Seine Brötchen wird er aus den gleichen Zutatan backen müssen wie die politische Konkurrenz.Idealerweise führt die Debatte bis zur anstehenden Wahl bei dem ein oder anderen Parteivorsitzenden noch zu entsprechendem Erkenntnisgewinn. Die griechischen Wähler immerhin hatten seit Ausbruch der Krise zwei Jahre Zeit, sich mit der wirtschaftlichen Situation ihres Landes vertraut zu machen. Man darf annehmen, dass sie wissen, warum sie sich wie entscheiden.
Und die Märkte?
An den Finanzmärkten hat sich schon seit geraumer Zeit die Erwartung durchgesetzt, dass Griechenland bankrott ist. Etwa die Hälfte der Finanzanalysten geht zudem von einem Austritt aus der Eurozone aus. Das ist weitgehend eingepreist. Was die Märkte nervös macht, sind zwei Fragen: Geht die Insolvenz einigermaßen geordnet über die Bühne und inwieweit besteht Ansteckungsgefahr Richtung Spanien.Kommentieren | makro | 16. Mai 2012 | 15:10 Uhr |
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Umbruch in Korea: Reden Sie mit!
Ein geteiltes Land – zwei unterschiedliche Wirtschaftssysteme. Während Nordkorea mit seinem Steinzeitkommunismus Geschichte schrieb, entwickelte sich Südkorea zu einer asiatischen Aufsteigernation. Doch wie lange hält der Boom an? Das südkoreanische Vorzeigeunternehmen Samsung liefert sich bei Smartphones ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem amerikanischen Konkurrenten Apple – und hat aktuell die Nase vorn. Wie stark muss sich auch die westliche Industrie vor den ehrgeizigen Koreanern fürchten?
Und was ist eigentlich mit dem Norden? Außer Militärparaden und kommunistischer Dauerpropaganda dringt wenig nach außen. Doch der neue Machthaber Kim Jong Un lässt die Welt Hoffnung auf einen Wandel schöpfen. Wie berechtigt sind diese Hoffnungen?
Diskutieren Sie darüber mit dem Koreanist und Volkswirt Prof. Rüdiger Frank. Im Anschluss an die Sendung steht er hier im makro-Blog Rede und Antwort.
Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Meinungen.
121 Kommentare | makro | 03. Mai 2012 | 20:58 Uhr |
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Wem gehört das Internet?
Geplante Gesetze zum Urheberrechtsschutz wie das internationale Handelsabkommen Acta führten zu Proteststürmen und trieben Tausende von Demonstranten auf die Straße. Das offene Netz von Facebook und Google kämpft gegen die geschlossene Gesellschaft von Apple und Amazon.
Alles Quasi-Monopolisten, denen das eigene Reich zu klein wird und die deshalb beim anderen “wildern”. Wer steht wie zum Urheberschutz und wer hat im Milliarden-Monopoly des Internet die besten Karten?
Ossi Urchs, Internet-Legende, Firmen-Berater, IT-Experte steht Rede und Antwort.
73 Kommentare | makro | 27. April 2012 | 16:53 Uhr |
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Apple: Wankendes Wunder
Tausend. Tausend amerikanische Dollar. Das wurde vor einigen Tagen als neues Kursziel für Aktien der Kultfirma Apple herumgereicht. Das entspräche einem Marktwert von 1 Billion Dollar, mehr als das Volumen des europäischen Rettungsschirms. Derart exorbitante Prognosen sind immer ein schlechtes Zeichen. Frei nach Allen Greenspan ist das wohl „irrational exuberance“.
Jetzt kriegen Investoren kalte Füße. In den letzten paar Tagen hat die Aktie, die seit Jahren nur eine Richtung kennt, – aufwärts – 10% verloren. Das ist für sich genommen nicht dramatisch, dennoch haben Anleger ein ungutes Gefühl. Zum einen könnte es sich um eine Trendwende handeln, weil die Erwartungen an den Technologie-Trendsetter aus Cupertino, Kalifornien, einfach nicht mehr zu erfüllen sind. Zum anderen ist die Kapitalvernichtung in absoluten Zahlen durchaus beachtlich: 60 Mrd. Dollar in fünf Tagen. Das ist mehr als der gesamte Unternehmenswert von Daimler. Futsch!
Konkurrenz für das iPad
Zwei Gründe werden ins Feld geführt: Es gibt Berichte, denen zufolge die Verkaufszahlen des neuen iPads ins Stocken geraten. Das wäre auch nachvollziehbar, da massive Konkurrenz in den lukrativen Tablet-Markt drängt. Darüber hinaus befürchten Analysten, dass Mobilfunkanbieter ihre Subventionen für Apples zweites Top-Produkt, das iPhone, reduzieren könnten. Mobilfunkanbieter stellen sich nämlich berechtigterweise die Frage, warum sie auf Kosten eigener Gewinne anstelle des Endkunden teure iPhones bezahlen sollen, um Apple, ohnehin das profitabelste Technologieunternehmen der Welt, weiter zu mästen.Zu den wenigen Dingen, die in einer Marktwirtschaft wirklich sicher sind, gehört die Erkenntnis, dass traumhafte Gewinne nicht von Dauer sind. Verdient ein Unternehmen mit einem bestimmten Produkt unglaublich viel Geld, gibt es früher oder später Konkurrenz. Und Kunden sind nicht mehr bereit, einen so hohen Preis zu zahlen. Das nagt dann an den Margen.
In der Vergangenheit sind Apples Umsätze und Gewinne in einer Tour gestiegen. Im letzten Quartal 2011 schaffte man 13,1 Mrd USD Gewinn bei 46,3 Mrd USD Umsatz. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,0 Mrd USD Gewinn bei 26,7 Mrd USD Umsatz. (Die Zahlen für das erste Quartal 2012 werden am 24.04. veröffentlicht.)
Das teuerste Unternehmen der Welt
Diese bemerkenswerte Entwicklung hat Apple zum erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten gemacht. Allein seit Ende 2007, dem Vorabend der Finanzkrise, hat sich der Unternehmenswert auf 600 Mrd Dollar verdreifacht. Zum Vergleich: Der amerikanische Leitindex S&P 500 hat in der gleichen Zeit rund 10% verloren. Allein seit Jahresbeginn 2012 hat die Apple-Aktie 60% zugelegt. Der S&P 500 kam “nur” auf 13%. Im Nasdaq 100, dem Index der 100 größten amerikanischen Technologieunternehmen, hat Apple heute eine Gewichtung von 19%. Wenn das Papier wie gestern 4% verliert, reißt es den kompletten Index ins Minus.Fast jeder große Investor oder Hedgefond ist heute bei Apple investiert. In vielen Portfolios ist das teurste Unternehmen der Welt auch die größte Position. Da stellt sich natürlich die Frage, wer die Aktien noch kaufen soll. So wie es aussieht, bekommen die Anleger jetzt kalte Füße.
Kommentieren | makro | 17. April 2012 | 15:16 Uhr |
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Italien – Reden Sie mit!

Die Probleme Italiens sind nicht vergleichbar mit denen Griechenlands. Italien ist immerhin die siebtgrößte Volkswirtschaft der Erde mit Großkonzernen wie Fiat oder der Bank Unicredit.
Bekannt sind zudem die vielen mittelständischen Firmen des Nordens: Benetton, Barilla, Ferrero. Und doch: Bella Italia steht derzeit schwach da, gilt als Wackelkandidat unter den Euro-Staaten. Ein hoher Schuldenberg drückt die Stimmung ebenso wie ein ausbleibender Wirtschaftsaufschwung.
Wie kommt Italien aus der Misere?
Diskutieren Sie darüber hier im Anschluss an die Sendung mit Siegfried Breuer von der Wirtschaftsfördergesellschaft „Germany Trade & Invest“. Der Italien-Experte steht Zuschauern Rede und Antwort hier in unserem Blog.
Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Meinungen.
Hinweis: Es wird ein paar Minuten dauern, bis unser Studiogast nach der Sendung einsatzfertig an einem Rechner sitzt.
34 Kommentare | makro | 30. März 2012 | 17:51 Uhr |
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Frankreich – Reden Sie mit!
Kameraverliebter Glamour-Clown oder weltgewandter Staatsmann? Selbst die Franzosen wissen nicht so recht, was sie von ihrem Präsidenten Nicolas Sarkozy halten sollen. Eins ist aber sicher: Jeder zweite von ihnen möchte ihn schnellstmöglich loswerden. Vielleicht, weil am Ende seiner Amtszeit von seinen hochtrabenden Plänen für Frankreich nicht viel geblieben ist? Vielleicht, weil er selbst den Franzosen schonungslos vor Augen führt, dass im Nachbarland Deutschland vieles besser läuft als im Heimatland. „Deutschland ist das einzige Land in Europa, das seine Industriearbeitsplätze bewahrt und sogar ausgebaut hat“, verkündete er zur besten Sendezeit der gebannten Fernsehnation. Ausgerechnet Deutschland.
Frankreichs Wirtschaft leidet unter zu viel Staat. Zu viel Arbeitsmarktregulierung, zu üppige Sozialleistungen, hohe Steuern, zu wenig Kapital. Mittlerweile wünschen sich viele Franzosen eine Agenda 2010 nach deutschem Vorbild.
Stattdessen liest sich die Bilanz der Frankreich AG ernüchternd. Im Etat des laufenden Jahres sind die Schuldzinsen erstmals der dickste Brocken. „Wirtschaftlich ist Sarkozy auf ganzer Linie gescheitert”, urteilt der französische Wirtschaftsweise Elie Cohen schonungslos.
Und nun? Kann „Präsident bling-bling“ das Steuer auf der Schlussetappe noch mal rumreißen und geben die Franzosen ihm eine zweite Chance?
Diskutieren Sie im Anschluss an die Sendung mit Volkmar Michler. Der Chefredakteur des Börsenbriefes Taipan, bekennender „Teilzeitfranzose“ und Kenner des Landes, steht Zuschauern Rede und Antwort hier in unserem Blog.
Stellen Sie Ihre Fragen oder schreiben Sie Ihre Meinung!
Hinweis: Es wird ein paar Minuten dauern, bis unser Studiogast nach der Sendung einsatzfertig an einem Rechner sitzt.
23 Kommentare | makro | 22. März 2012 | 16:26 Uhr |
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Ein Drehtag in Indien
Abfahrt 7 Uhr morgens am Hotel. Wir machen uns auf zum Bahnhof in Ludhiana. Wir wollen uns am nächsten Bahnhof mit Bachan Das, dem Bauern aus Bihar wiedertreffen. Er arbeitet hier in Punjab als Landarbeiter bei einem größeren Bauern. Seine Ankunft wollen wir filmen. Doch einen genauen Treffpunkt konnten wir nicht vereinbaren. Bachan hat sein Handy ausgeschaltet. Kurz bevor wie in den Zug steigen wollen, erfahren wir von seinem Chef, dem Bauern Mandeep Singh, das Bachan bereits bei den Feldern ist.
Wir steigen ins Auto und fahren etwa eine gute Stunde zu der Farm von Mandeep Singh. Es ist inzwischen 8:45 Uhr. Bachan ist tatsächlich hier. Nun fehlt allerdings sein Chef. Für unsere Aufnahmen brauchen wir aber beide. Mandeep Singh will erst um 10 Uhr kommen. Also heißt es warten. Man braucht viel Geduld in Indien. Um 10 Uhr geht es dann endlich los. Und in nur zwei Stunden haben wir unsere Bilder im Kasten.
Weiter geht es zu unserem nächsten Termin mit Walmart und Bayer Crop Science. Die beiden Unternehmen schulen Bauern aus der Umgebung. Heute geht es um ein praktisches Training auf dem Feld und den Einsatz von Pestiziden. Wieder heißt eas warten. Zum vereinbarten Termin sind weder die Trainer von Bayer noch die Bauern da. Der Mitarbeiter von Walmart sagt ab, er hat Probleme ausreichend Tomaten aufzutreiben.
15:30 Uhr. Zurück zur Farm von Bauern Mandeep Singh. Wir sind noch einmal mit Bachan Das verabredet um die Ankunft im Zug nachzudrehen. Diesmal klappt es endlich. Und die Fahrt in einem indischen Zug ist ein Erlebnis für sich. Um 19 Uhr endet unser Drehtag und auch unsere Tage in Indien.
Den Film “Hungriges Indien” gibt es übrigens am 1. Juni um 21 Uhr in 3sat makro zu sehen.
Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 18. März 2012 | 13:30 Uhr |
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Iran – Reden Sie mit!
Kaum gewinnt die amerikanische Wirtschaft an Fahrt und ist in Europa die Griechenlandfrage (erstmal) vom Tisch, hängt ein neues Risiko wie ein Damoklesschwert über der Weltwirtschaft: ein möglicher Krieg im Nahen Osten. Der Bombenbauer von Teheran könnte Israel und damit wohl auch Amerika zu einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen provozieren.Als Retourkutsche ist damit zu rechnen, dass Iran die Straße von Hormus blockiert. Die Meerenge zwischen Iran und der arabischen Halbinsel ist eine der wichtigsten Öltransportwege der Welt. Damit wäre der Ölpreis schnell bei 150 Dollar pro Barrel, wie schon 2008, und die nächste Rezession nicht weit. Noch gleicht Saudi-Arabien, die sunnitische Vormacht am Golf und erklärter Gegner des schiitischen Iran, den iranischen Förderausfall aus. Wie hoch die Reserven der Saudis sind, ist jedoch unklar. Insgesamt eine in jeder Beziehung heikle Situation.
Noch setzt die internationale Staatengemeinschaft auf Sanktionen. Und die haben es in sich: Einfrieren des Zahlungsverkehrs mit der iranischen Zentralbank, Öl-Embargo und Sanktionen gegen Drittländer, die ihre Importe aus Iran nicht wenigstens reduzieren. So drohen die USA z.B. allen indischen Banken, die am iranischen Ölgeschäft beteiligt sind, den Zugang zum US-Kapitalmarkt zu verweigern.
Die iranische Bevölkerung ist durch die Sanktionen bereits hart getroffen. Ein Einlenken des Regimes ist bisher nicht erkennbar. Die Situation scheint total verfahren. Ein Ölpreisschock würde die Weltwirtschaft erschüttern. Lässt sich das Drama noch vermeiden?
Walter Posch, Iranist von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kenner des Nahen und Mittleren Ostens, steht im Anschluss an die Sendung unseren Zuschauern Rede und Antwort hier in unserem Blog.
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Hinweis: Es wird ein paar Minuten dauern, bis unser Studiogast nach der Sendung einsatzfertig an einem Rechner sitzt.
66 Kommentare | makro | 16. März 2012 | 17:30 Uhr |
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Deutsches Backhandwerk in Punjab
Wir haben inzwischen Bihar verlassen und haben uns ins über 1000km entfernte Ludhiana in Punjab aufgemacht. Der Bundesstaat liegt im Nordwesten Indiens und gilt als die Kornkammer des Landes. Ein Groβteil der landwirtschaftlichen Produktion entsteht hier. Dass Punjab zu den reichsten Bundesstaaten gehört, sieht man gleich. Die Straβen sind besser, die Menschen tragen Schuhe und internationale Firmen wie MCDonalds, Wal-mart und Metro haben sich hier niedergelassen.
Obwohl hier vieles geordneter abläuft, müssen wir unseren Drehplan kräftig umstellen. Ein Protagonist soll im Gefängnis sein, der Chef einer Milchverarbeitung sagt uns ab und das Verteilzentrum einer Supermarktkette entpuppt sich als Hinterhof-Baracke.

Die Keks-Produktion bei Bonn Food ist auf dem neusten technischen Stand. Nur beim Verpacken der Butter-Kekse legen die Mitarbeiter mit Hand an.
Doch wir haben Glück im Unglück: Wir können stattdessen bei einem der führenden Brot- und Kekshersteller drehen. Bonn Bread hat sich in 27 Jahren von einer kleinen Bäckerei zum Marktführer in Nordindien entwickelt. Rund um die Uhr werden hier täglich 600.000 Brote gebacken. Neben Brot produziert die Firma auch über 50 verschiedene Kekssorten. Ein Drittel davon geht sogar ins Ausland. Gurmeet Singh, einer der Geschäftsführer, führt uns durch die Produktion. Er verät uns> Die Firma heiβt nicht zufällig wie die frühere deutsche Hauptstadt, sondern weil Deutschland für sein Backhandwerk bekannt ist.

Unser Team (Redakteurin Ulrike Wittern, Kameramann Michael Garrett und Assistent Fabian Gatza) mit Gurmeed Singh, Geschäftsführer bei Bonn Food.
Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 13. März 2012 | 15:26 Uhr |
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Indien ist anders
Wie anders – das haben wir im Bundesstaat Bihar im Nordosten Indiens gesehen. Bihar ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens. Die Menschen leben hier zum Groβteil von der Landwirtschaft. Wir haben uns aufgemacht nach Mahamadi einem kleinen Dorf im Motihari Bezirk. Hier leben viele Kleinbauern, Dörfer wie dieses gibt es etliche. Uns interressiert, wie die Kleinbauern hier leben und arbeiten.
- Producer Raghu Verma und ich mit neugierigen Dorfbewohnern in Mahamadi.
Nach einer Stunde Fahrt über Schlaglochpisten, mit Umleitungen, wegen gesperrter Brücken und etlichen Fragen nach dem Weg kommen wir endlich in Mahamadi an. Rund 700 Menschen leben hier in Stroh-und Lehmhütten umringt von Weizenfeldern, soweit das Auge reicht. Schon allein unser Minibus erregt Aufsehen, eine Fernsehkamera und drei Ausländer aber erst recht. Die meisten hier sind noch nie woanders gewesen, geschweige denn im Ausland. Europäer dürften fast alle noch nie gesehen haben. Schnell hat sich eine Menschentraube von 30-50 Dorfbewohnern jeden Alters um uns gebildet, die uns auf Schritt und Tritt verfolgt. Jeder versucht mit dem eigenen Handy ein Bild von den fremden Besuchern zu bekommen. Für uns macht es die Arbeit extrem anstrengend, denn ständig schiebt sich ein neugieriges Gesicht vor die Linse.
Wir sind eigentlich mit Bachan Das verabredet. Er und seine Familie haben ein Stück Land, auf dem sie Weizen, Mais und Linsen anbauen. Wie viele Kleinbauern haben sie gerade einmal 1 bis 2 HA, zu wenig, um davon leben zu können. Der 22jährige Bachan arbeitet deshalb 8 bis 10 Monate im Jahr im 1000 km entfernten Bundesstaat Punjab als Landarbeiter.So verdient er etwas Geld für die Familie dazu.
Insgesamt drei Mal besuchen wir Bachan in seinem Dorf. Auch, um mit den Bewohnern das Holi-Fest zu feiern. Holi ist eines der fröhlichsten und buntesten Feste der Hindus. Mit dem “Fest der Farben” wird traditionell der Frühling begrüβt. Freunde und Verwandte werden dazu mit buntem Farbpulver verziert. Höhepunkt für die Dorfbewohner in diesem Jahr: Das deutsche Kamerateam mit Farbe einzuschmieren!
Kommentieren | [3sat] Ulrike Wittern | 11. März 2012 | 12:12 Uhr |
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