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Feines Netz aus Allianzen und Abhängigkeiten – Reden Sie mit!

Die Symbole des chinesischen Aufstiegs sind nicht zu übersehen. Die Frage, die sich die Anrainerstaten stellen, ist, ob China seine bisherige Zurückhaltung aufgibt und politisch bald ähnlich aggressiv agiert wie auf dem Feld der Wirtschaft. Bild: Jürgen Natusch
Es droht ein Handelskrieg. Die EU hat Strafzölle gegen China verhängt. Weil, so der Vorwurf aus Brüssel, die Chinesen Solarmodule zu Dumpingpreisen verkaufen und damit die heimischen Hersteller vom Markt verdrängen. Die Chinesen wiederum nehmen das nicht hin und prüfen im Gegenzug Strafzölle auf europäischen Wein. China ist eine wirtschaftliche Großmacht, die nicht nur Europas Industrie stark unter Druck setzt.
In Asien baut China seine Vormachtstellung weiter aus, indem es in den Nachbarländern ein Netz aus Allianzen und Abhängigkeiten schafft. Wichtig für Peking ist vor allem die Rohstoff- und Nahrungsmittelsicherung. Betreibt Peking eine Form von moderner Kolonialisierung? Folgt auf die wirtschaftliche Hegemonialstellung auch die politische? Wie reagieren die betroffenen Nachbarländer auf die Dominanz der Chinesen? Verdrängt China die USA aus dem pazifischen Raum, wo sie bisher großen Einfluss hatten?
Diese und andere Fragen können Sie nach unserer Sendung mit Sebastian Biba von der Universität Frankfurt / Main diskutieren. Sebastian Biba ist spezialisiert auf außen- und sicherheitspolitische Fragen Chinas bzw. Ostasiens.
19 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 05. Juni 2013 | 15:31 Uhr |
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Wo sind die Rezepte? – Reden Sie mit!

Die Entwicklung neuer Arzneimittel ist extrem aufwendig und für die Pharma-Unternehmen heute mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. Bild: dpa
Die Chefs von fünf großen Pharmakonzernen bitten gemeinsam die Bundeskanzlerin um ein Gespräch. Was passiert? Sie bekommen keinen Termin. So soll es kürzlich den Vorsitzenden von Bayer, Boehringer-Ingelheim, Merck, Sanofi und Roche ergangen sein. Im Umgang mit der Pharmabranche dreht sich offenbar der politische Wind.
Pharmaforschung ist eigentlich eine Kernkompetenz der deutschen Industrie, lange Zeit galt Deutschland als “Apotheke der Welt”. Doch die Belange dieser Branche sind im Wahljahr 2013 auf politischer Ebene keine Chefsache. Was ist los mit der Pharmabranche? Und warum herrscht überhaupt Gesprächsbedarf? Die Pharmachefs wollten sich angeblich bei der Kanzlerin über den gewaltigen Kostendruck beklagen.
In der Tat sind die Geschäfte schwieriger geworden. Stärkere Restriktionen bei den Zulassungen, Sparzwänge und ein wachsender Generikamarkt hinterlassen Bremsspuren in den Bilanzen. Die Schwellenländer treten mit ihren Billigprodukten in Konkurrenz zu den etablierten westlichen Pharmakonzernen. Müssen die sich also von der Idee verabschieden, Medikamente herzustellen, die ein Großteil der Menschheit gar nicht bezahlen kann? Sind die goldenen Zeiten der Pharmabranche vorbei? Diskutieren Sie mit Professor Jürgen Wasem, Gesundheitsökonom von der Universität Duisburg-Essen.
26 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 23. Mai 2013 | 10:51 Uhr |
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Wasser – umkämpfte Ressource
Ein Glas zur Hand nehmen, den Wasserhahn aufdrehen, Durst löschen. In Deutschland eine absolute Selbstverständlichkeit. Für viele Menschen auf der Welt aber ein unermesslicher Luxus. Klimawandel, Verschwendung und Bevölkerungsexplosion lassen weltweit die Ressourcen schrumpfen. Wasser in unbegrenzter Menge und noch dazu in trinkbarer Qualität zu genießen, ist immer weniger Menschen vorbehalten. Ausgerechnet dem blauen Planeten drohen Wassermangel und Dürre.
Nicht nur, dass viele Menschen gezwungen sind, um jeden sauberen Tropfen Wasser zu kämpfen. Auch Staaten und sogar Unternehmen strecken ihre Arme aus nach diesem begehrten Gut. Konflikte rund um den Globas sind vorprogrammiert. Und selbst in Deutschland droht eine ernste Wasserschlacht, seitdem Kommunen ihre Trinkwasserversorgung an private Unternehmen abgeben. Viele Bürger sorgen sich darum, Konzerne könnten ihr Trinkwasser zu einer Handelsware machen. makro mit einem Blick auf den “Milliardenmarkt Wasser”.
5 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 08. Mai 2013 | 14:30 Uhr |
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Pakistan: Das Millionenrätsel

In manchen Momenten zeigt sich noch die wohlgeordnete britische Kolonialvergangenheit. Im Großen und Ganzen regiert jedoch das Chaos. Bild: ZDF / Michael Pohl
Pakistan ist erstaunlich. Das Land hat einen völlig verlotterten politischen Betrieb, jede Menge Schulden, hängt am Tropf des IWF, hat exemplarisch defizitäre Staatsunternehmen, eine schwindsüchtige Währung, auf dem Land bitterste Armut mit teils leibeigenschaftsähnlichen Strukturen, ein Haushaltsdefizit von 7,5%, die Städte platzen aus allen Nähten – und trotzdem ist Pakistan noch nicht implodiert oder explodiert oder ähnliches.
Wie machen die das bloß? Diese Frage hat sich auch makro-Reporterin Katrin Sandmann gestellt, als sie das Land für unsere Wirtschaftsdokumentation bereiste.
Ein Grund, weshalb Pakistan noch nicht ökonomisch kollabiert ist, sind paradoxerweise die Pakistani, die das Land verlassen haben. 10 Millionen sollen es sein, die im Ausland Arbeit gefunden haben, viele von ihnen in den Golfstaaten, – und mit ihren Überweisungen ihre Familien in der Heimat über Wasser halten. In den letzten vier Jahren, so die Statistik, sollen 13 Mrd. Dollar nach Pakistan zurücküberwiesen worden sein. Etwa doppelt so viel sei es, schätzt der ehemalige Minister Farooq Sattar, wenn man die nicht deklarierten Geldflüsse hinzurechnet.
Das ist viel Geld für ein armes Land. Und all dieses Geld fließt praktisch direkt in den Konsum. Allerdings an der Steuer vorbei. So beleben die Auslandsüberweisungen zwar die Wirtschaft, aber der Staat geht leer aus. Und wer glaubt, Griechenland könne keine Steuern eintreiben, der war noch nicht in Pakistan. Von den 183 Millionen Einwohnern haben zuletzt 856.000 Steuern gezahlt.
Eine halbwegs funktionierende Regierung könnte in Pakistan wirklich etwas bewegen. Es wäre dem Land zu wünschen. Am 11. Mai sind Wahlen. Am 3. Mai läuft die makro-Dokumentation “Blackbox Pakistan”. Wie immer um 21.00 Uhr.
Kommentieren | makro | 30. April 2013 | 18:26 Uhr |
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Fracking: Boom oder Blase? – Reden Sie mit!

Per Fracking kann aus Lagerstätten mehr Gas gefördert werden als mit herkömmlichen Methoden. Bild: ap
Auf dem internationalen Energiemarkt dreht sich momentan alles ums Fracking. Mit dieser umstrittenen Methode fördern die USA so viel Erdgas wie nie zuvor. Umstritten ist diese Methode, weil mit Hilfe eines Chemikaliencocktails Gas aus Schiefergestein gepresst wird. Doch der Erfolg lässt in den USA Politik, Industrie und auch die Wall Street in Jubel ausbrechen. Stimmen die Prognosen, wären die USA bald der größte Gaslieferant der Welt. Und würden damit die Machtverhältnisse im internationalen Rohstoffmonopoly kräftig verschieben.
Die Erfolge des Frackings setzen auch andere Teile der Welt unter Druck. Was ist mit Europa, was ist mit Deutschland? Verpassen wir den Anschluss, wenn wir nicht schnell handeln? Fracking und die Folgen: Stehen wir vor einem neuen Energiezeitalter oder ist nicht viel zu viel Optimismus im Markt? Diskutieren Sie mit Werner Zittel, Vorsitzender der Ludwig Bölkow Stiftung und Mitglied der Energy Watch Group. Er hat erst kürzlich eine Studie vorgelegt. Seine These: Der Fracking-Boom in den USA werde bald ein Ende haben, deutsche Vorkommen würden überschätzt.
76 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 25. April 2013 | 14:18 Uhr |
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Arm trotz Arbeit
Deutschland ist gerechter geworden, meint Bundeskanzlerin Angela Merkel. Weil heute so viele Menschen in Lohn und Brot stünden wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ein Arbeitsplatz schütze am ehesten vor Armut, sagt die Kanzlerin weiter. Traut man aber eine aktuellen Studie im Auftrag der Gewerkschaft ver.di, hieße der Satz korrekterweise: Mehrere Arbeitsplätze schützen am ehesten vor Armut. Denn aus der Studie geht hervor, dass immer weniger Menschen von ihrem Einkommen leben können. Sie werden zu sogenannten “Multijobbern”, die nach Feierabend zum nächsten Job eilen.Warum können so viele Menschen nicht am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben? Deutschland steht ja gut da, der Arbeitsmarkt ist robust, die Konjunktur brummt. Das ist sicherlich auch ein Erfolg der Agenda 2010, die im Ausland große Anerkennung erfährt. Doch diese Agenda hat gleichzeitig auch die Lohnungleichheit in Deutschland verstärkt. Eigentlich sollte der Niedriglohnsektor für Millionen Langzeitarbeitslose das Tor zum regulären Arbeitsmarkt werden. Das aber ist nicht geschehen. Zu viele Menschen kommen aus der Falle “Dumpinglöhne” nicht heraus.
Ist die Agenda 2010 nicht zu Ende gedacht? Welche Strategien gibt es, die Arbeitswelt gerechter zu gestalten, ohne die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aufs Spiel zu setzen? Diskutieren Sie mit Professor Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg Essen.
161 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 18. April 2013 | 11:48 Uhr |
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Schulden: Immer schlimmer? – Reden Sie mit!

Die Verschuldungskrise hat Europa fest im Griff. Der einzige Trost: In anderen Industrieländern ist es auch nicht besser.
Nicht nur Zypern, Griechenland, Spanien – kein Staat ist schuldenfrei. Ganz im Gegenteil: Wir machen Schulden ohne Ende. Höher als jetzt war die Staatsverschuldung großer Industrienationen nur während des Zweiten Weltkriegs. Aber geht es denn überhaupt noch ohne? Will ein Staat große Investitionen tätigen, sind Schulden nahezu unvermeidlich. Übertreiben sollte er es trotzdem nicht. Für die Mitglieder der Eurozone gilt laut dem Maastrichter Vertrag: Eine Staatsverschuldung von maximal 60% des BIP ist erlaubt. Doch da liegt inzwischen fast jeder drüber, auch Deutschland.
Nur, was tun gegen die maßlose Verschuldung? Kann ein Schuldenerlass die richtige Lösung sein? Die Idee, alle Schulden zu streichen und noch einmal von vorn zu beginnen, klingt natürlich verlockend. Ebenso der Vorschlag der Wirtschaftsweisen: Ein sogenannter Schuldentilgungspakt soll die Euro-Länder dazu verpflichten, ihre Schulden auf 60% der Wirtschaftsleistung abzubauen, indem sie alles, was darüber hinausgeht, in einen gemeinsamen Topf werfen. Und abzahlen.
Aber können diese Ideen das Problem der Verschuldung wirklich lösen oder würden sie vielmehr die nächste Katastrophe einläuten? Diskutieren Sie nach der Sendung hier in unserem Blog mit unserem Studiogast Helge Peukert, Professor am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft in Erfurt.
251 Kommentare | makro | 11. April 2013 | 17:50 Uhr |
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Japan: Operation Kamikaze

Der 4. April 2013 hat das Zeug, für Japan ein historischer Tag zu werden. Notenbankchef Haruhiko Kuroda öffnet die Geldschleusen, als gäbe es kein Morgen und versucht so, zwei Jahrzehnte Stagnation zu beenden. Bild: ap
Japans Staatsverschuldung liegt weit jenseits von 200% der Wirtschaftsleistung. Das ist weltweit einsame Spitze. Nicht einmal Griechenland kann da mithalten. Warum regt sich dann niemand über Japan auf? Weil alle Welt davon ausgeht, dass Japan seine Schulden brav zurückzahlen wird. Ein Blick in die Geschichte lässt an dieser Einschätzung zweifeln, denn es wäre das erste Mal. Für makro ist das allemal ein Grund, in der Sendung “Schulden ohne Ende” am Freitag dieser Woche Japan genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nun gibt es eine Reihe von Gründen, warum Japan eine höhere Verschuldung zugestanden wird als anderen Ländern:
- Fast die gesamte Verschuldung, über 90%, wird von Investoren im eigenen Land gehalten. Japan ist also, mehr noch als Italien, kaum auf Finanzierung aus dem Ausland angewiesen – ein wichtiger Unterschied zu Ländern wie Portugal, Griechenland oder Spanien.
- Noch ist das Netto-Finanzvermögen von Privathaushalten und Unternehmen (ohne Finanzsektor) mit rund 276 Prozent der Wirtschaftsleistung höher als die Staatsverschuldung.
- Japaner gelten als fleißig, pflichtbewusst und leidensfähig. Die werden nicht einfach so den Schuldendienst einstellen, ist die Erwartung.
- Zudem hat Japan eine im Grundsatz wettbewerbsfähige Industrie, die jedoch in den letzten Jahren vom sehr starken Yen ausgebremst wurde. Überhaupt: der stake Yen. Auf japanische Anleihen gibt es zwar kaum Zinsen, aber das 15-jährige Deflationselend hat aus Sparersicht den Charme, dass die Währung nicht an Wert verliert. Im Gegenteil – die Kaufkraft des Yen ist gestiegen, der Außenwert z.B. gegenüber dem US-Dollar hat sich zwischen 1990 und 2012 verdoppelt. Real gab es also in Yen-Anlagen wie Staatsanleihen eine ansehnliche Rendite trotz Minizinsen.
Wie gesagt: Es gibt eine Reihe guter Gründe, warum sich der japanische Staat viel Geld zu niedrigen Zinsen leihen kann. Wie gut diese Gründe tatsächlich sind, wird erst die Rückschau zeigen. Eines ist jedenfalls klar: Nachhaltig ist die unaufhaltsam steigende Verschuldung nicht. Das geht nur so lange gut, bis es nicht mehr gut geht.
Inflationärer Kickstart
Nun gibt es zwei Entwicklungen, welche die bisherige Pro-Verschuldungs-Argumentation unterminieren. Die eine wirkt langfristig, die andere ist ganz neu.Langfristig wird die demographische Entwicklung Japans die bisherige Verschuldungspolitik torpedieren. Die Zahl der Erwerbstätigen, also jener, die z.B. durch den Erwerb von Staatsanleihen für das Alter sparen, nimmt ab. Die Zahl der Pensionäre, die von ihrem Ersparten leben, also Staatsanleihen verkaufen, nimmt zu. Dies wird nicht von einem Jahr auf nächste kippen, aber die Entwicklung ist nicht aufzuhalten. Wir befinden uns bereits in einer Phase, wo einzelne japanische Pensionsfonds netto Anleihen verkaufen.
Ganz neu hingegen ist die kompromisslose Währungspolitik. Der frisch gebackene Notenbankchef Haruhiko Kuroda hat am 4. April 2013 die Geldschleusen geöffnet wie nie zuvor. Bereits in der ersten Sitzung unter seiner Ägide hat er die Parole ausgegeben, so lange Geld zu drucken, bis der Deflations-Drache endgültig besiegt ist. Innerhalb von zwei Jahren möchte er die Inflationsrate auf 2% puschen. Dazu wird die Notenbank jeden Monat für 7,5 Billionen Yen (knapp 60 Mrd. Euro) eigene Anleihen kaufen. Zwar behauptet die Notenbank, keine Staatsfinanzierung betreiben zu wollen, doch wer’s glaubt wird selig. Dazu muss man wissen: Die japanische Notenbank ist nicht unabhängig, sondern der verlängerte Arm der Politik.

Wechselkurs Yen pro USD (1 Jahr, je niedriger der Kurs, desto stärker der Yen). Man sieht sehr schön den Anstieg des USD gegenüber dem Yen seit Oktober 2012 im Vorfeld der Parlamentswahl. Die Märkte haben mit einer sehr lockeren Geldpolitik der neuen Regierung von Shinzo Abe gerechnet. Am 04.04.2013 hat Notenbankpräsident Haruhiko Kuroda dann die Katze aus dem Sack gelassen. Bild: www.xe.com
Yen im Sturzflug
Die Finanzmärkte nehmen Kurodas Ankündigung ernst, weshalb der Yen sich im Sturzflug befindet. Wie meistens haben die Märkte die Entscheidung in Japan bereits gewittert. Seit einem halben Jahr fällt der Yen. Während man letzten Oktober noch 78 Yen für einen USD brauchte, waren es kurz vor Japans Bazooka-Ankündigung bereits 93 Yen, ein Kursverlust von 20%. Die Vehemenz des japanischen Vorgehens hat aber doch überrascht, was sich in einem weiteren Absturz des Yen manifestiert. Jetzt braucht es bereits 99 Yen für einen USD.Die Konsequenz für ausländisches Kapital ist klar: Japanische Anleihen werden Geldvernichtungsinstrumente. Falls der Yen weiter fällt, kommt auch irgendwann der Punkt, wo Japaner selbst den Geschmack an eigenen Anleihen verlieren und Ersparnisse ins Ausland verlagern. Dann ist guter Rat teuer.
Kommentieren | makro | 09. April 2013 | 20:16 Uhr |
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Der neue Papst – Kirche der Armen?
Mit Franziskus hat die katholische Kirche nicht nur einen neuen, sondern einen anderen Papst gewonnen. Franziskus verzichtet auf Blendwerk und fordert die Kirche zur Erneuerung auf. Sein Bruch mit Konventionen und sein Ruf nach Bescheidenheit und Demut beeindrucken viele Menschen. Zumal wir in einer Zeit leben, in der sich immer mehr Widerstand regt gegen Maßlosigkeit und Profitgier. Franziskus will eine Kirche der Armen – doch wie ist es um das Verhältnis der Kirche zu ihren eigenen Gütern bestellt?
Im Besitz des Heiligen Stuhls befindet sich die Vatikanbank, die als Inbegriff für intransparente und illegale Machenschaften gilt. Doch der Vatikan ist nicht gleich katholischer Kirche – zumindest was die Gelder anbelangt. Theologisch herrscht in der katholischen Kirche Zentralismus, finanziell aber Föderalismus. Weltweit finanziert sich die Kirche in jedem Land anders.
In Deutschland zum Beispiel zahlt der Katholik eine Kirchensteuer, die sich nach dem Einkommen richtet und der Staat für die Kirche eintreibt. Gegen dieses deutsche Modell mit einer engen finanziellen Verzahnung von Kirche und Staat richtet sich immer wieder Kritik. Doch wie machen es die Katholiken in anderen Ländern der Welt? makro mit einem Ausblick auf die Finanzen der katholischen Kirche!
3 Kommentare | [3sat] Eva Schmidt | 03. April 2013 | 12:16 Uhr |
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Ehrgeizige Nation
Südkorea, genauer gesagt der Großraum Seoul, im Schnelldurchlauf. Resümee nach zwei Wochen Dreharbeiten: Am stärksten in Erinnerung bleiben sicher die Menschen, die wir kurz kennenlernen durften. Als Stellvertreter für die 50 Millionen Koreaner auf der südlichen Halbinsel sollen Hyo Jin, Kark-Bum, Seung Un und Sung-Hoon im Film zeigen, was Korea heute ausmacht. Alle Koreaner, denen wir begegnet sind, zeichnen aus, dass sie enorm ehrgeizig und zugleich enorm liebenswürdig sind.
Erstaunlich ist, dass die Exportmacht Korea trotz globaler Wirtschaft und westlichem Konsum traditionell koreanisch geblieben ist. 1600 Jahre Konfuzius mit seinen Lehren haben sich tief eingraviert in das gesellschaftliche Beziehungsgeflecht. Hierauf beruht ohne Zweifel auch das Erfolgsgeheimnis des koreanischen Wirtschaftswunders.
Oberstes Ziel des Konfuzianismus ist die harmonische Integration des Einzelnen in die Gesellschaft. Zwischen Eltern und Kindern hat Ehrerbietung und Gehorsam zu herrschen, ebenso gegenüber dem Vorgesetzten am Arbeitsplatz und dem Lehrer in der Schule. Jüngere haben den Älteren Respekt zu erweisen. Nur der Gebildete besitzt das Recht zum Herrschen, was die überragende Rolle des Bildungssystems in Korea erklärt.
Wir haben bei den Filmaufnahmen Koreaner kennengelernt, in deren Kindheit Korea zu den ärmsten Ländern der Welt zählte. Ein reines Agrarland, wo Menschen noch hungerten. Diese Generation und die ihrer Eltern haben das zerstörte Land nach dem Korea-Krieg wieder aufgebaut. Wir durften sie in buddhistische Tempel begleiten und haben die Energie gespürt, die sie aus ihrer Religion ziehen.
Und wir sind mit jüngeren Koreanern durch die neuen Tempel in Seoul gezogen, wo der Konsum vergöttert wird. Riesige Shopping-Malls, wo keine westliche Modemarke fehlen darf. Die junge Generation ist im Wohlstand aufgewachsen, Armut ist für sie ein Fremdwort. Auto, Wohnung, Kleidung - viel läuft zwar auf Pump, erhöht aber den Lebensstandard und sorgt für kräftiges Wirtschaftswachstum. Das westliche Wachstumsmodell à la USA.
Der “Tiger” Korea bleibt weiter hungrig, während das “Schaf” Deutschland schon länger satt ist. Auch wenn Analogien zur Tierwelt fast immer hinken, sollte sich Europa in Zukunft nicht von Asien die Butter vom Brot nehmen lassen.
Mit der Globalisierung hat der internationale Wettbewerbsdruck zugenommen. Egal ob in der Autoindustrie, der Hightech-Branche oder im Konsumgüter-Bereich – der Kampf um Marktanteile kennt keine Gnade. Hier hat Südkorea eine beispiellose Aufholjagd hingelegt. Samsung, LG, Hyundai, Kia – erfolgreiche Marken rund um den Globus. Und die Aufholjagd ist noch lange nicht zu Ende. Das verbietet schon allein der Siegerwillen und der nationale Ehrgeiz der Koreaner.
Kommentieren | [3sat] Jürgen Natusch | 01. April 2013 | 18:34 Uhr |
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