Bärenrätsel
Heute wurde der letzte Film im Wettbewerb vorgestellt, “Rebelle” von Kim Nguyen, und das Berlinale-Publikum ist halbwegs ratlos. Wer bekommt dieses Jahr die Bären? Es dürfte der Jury um Präsident Mike Leigh nicht leichtfallen, eine Entscheidung zu treffen. Wirklich auf der Hand liegen die Auszeichnungen nicht – im Gegensatz zum Vorjahr, in dem schon früh Asghar Farhadis Film “Nader und Simin, eine Trennung” die Favoritenrolle innehatte und am Ende sogar mit drei Bären geehrt wurde. Doch Spitzenreiter in diesem Jahr? Fehlanzeige. Christian Petzolds “Barbara” mit einer starken Nina Hoss und Ursula Meiers “Sister” (“L’enfant D’en Haut) mit dem sensationellen dreizehnjährigen Darsteller Kacey Mottet Klein haben das Publikum beeindruckt, sind aber möglicherweise für den Goldenen Bären zu unpolitisch. Da hätte möglicherweise der ungarische Film “Just The Wind” über das Schicksal einer Roma-Familie bessere Chancen? Oder das Geiseldrama “Captive”, das die Thematik einer islamistischen Extremistengruppe berührt? Beide Filme behandeln reale Ereignisse und haben jeweils einen aktuellen Bezug: Rassismus der eine, Terrorismus der andere. Vielleicht entscheidet sich die Jury aber auch ganz anders und zeichnet den griechischen Klosterliebesfilm “Metéora” aus, der auch laut Flurfunk hoch gehandelt wird? Wir wissen es nicht. So bleibt es spannend bis zum letzten Tag.
Kommentieren | 17. Februar 2012 | 14:26 Uhr |
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