Safer Internet Day

Schneller, besser, mehr – viele wollen immer und überall erreichbar sein: E-Mails checken, facebooken, Fotos verschicken, Filme gucken, Musik downloaden. Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage pünktlich zum Safer Internet Day herausfand, nutzt jeder vierte Verbraucher in Deutschland ein Smartphone. Aber auch jeder Vierte hat Angst, sein Smartphone sei nicht sicher genug, besonders wenn es um die Nutzung von Apps geht. Die Hersteller sind bislang nicht dazu verpflichtet, für ein ähnlich ausreichendes Schutzniveau wie bei stationären Rechnern zu sorgen. Investitionen in diese Richtung werden von Politikern gerne empfohlen, gerade zum Safer Internet Day, sind aber nicht zwingend.

Unabsehbare Folgen

Was hat für uns Priorität: Sicherheit oder unbegrenzter Zugang zum Netz? Werte und Normen, die festlegen, wie wir eigentlich in dieser digitalen Gesellschaft leben wollen, entwickeln sich längst nicht so schnell wie das Netz. Die Folgen sind nicht absehbar, einiges ist zumindest erahnbar. So will das von Google gesponsorte “Institut für Internet und Gesellschaft” das Verhältnis von Internet und Gesellschaft erforschen. Doch wie unabhängig kann ein Konzern wie Google überhaupt sein?

Auf die Auswirkungen der Diskussion um das Urheberrecht im Netz bekamen wir gerade erst einen Vorgeschmack, als Wikipedia und viele andere Internetseiten einen 24-stündigen Streik einlegten und ihre Seiten schwärzten: Sie wollten ein Zeichen gegen SOPA und PIPA setzen, die US-amerikanischen Gesetzesentwürfe zur Bekämpfung der Internetpiraterie. Kritiker befürchten aber, dass SOPA und PIPA zu einer willkürlichen Sperrung von Webangeboten führen könnten. Die Welt ist geprägt vom schnellen Zugang zum Netz – das wird in Zukunft eher weiter zu- als abnehmen. Solange Verfügbarkeit immer vor dem Schutz kommt, werden wir jedes Jahr am Safer Internet Day die gleichen wohlfeilen Forderungen hören.

2 Kommentare | 07. Februar 2012 | 15:09 Uhr | Twittern | Facebook

2 Kommentare

  1. “unbegrenzter zugang zum netz” und “sicherheit” stehen sich nicht diametral gegenüber. ja, beides gleichzeitig zu ermöglichen kann mit mehr aufwand verbunden sein. aber wer sich diesen vermeintlichen gegensatz als wahrheit aufschwatzen lässt, hat den zensoren dieser welt schon mehr boden preisgegeben, als sich eine freiheitliche gesellschaft erlauben sollte.

    kleines beispiel: der umstand, dass gerade auf mobilen endgeräten kein “echtes netz” (in der formulierung von Digitale Gesellschaft e.V.) verfügbar gemacht wird, verbessert den schutz gegenüber bösartigen oder einfach schlecht programmierten smartphone-apps überhaupt nicht.

    krugar | 7. Februar 2012 | 15:50 | Antworten
  2. Unabsehbare Folgen???

    “Was hat für uns Priorität: …”

    Die konsum- und profitautistische Welt- und “Werteordnung” wird in GLEICHERMAßEN unverarbeiteter / MANIPULIERBARER Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewußtsein” betrieben – FOLGLICH ist paranoide wie teils brutal-egoisierende Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll die oberste PRIORITÄT, und die gutbürgerlich-gebildete Suppenkaspermentalität auf stets zeitgeistlich-reformistischer Sündenbocksuche ruft NEIN NEIN NEIN, egal wie widersprüchlich, zweifelhaft, schizophren, usw. das System FUNKTIONIERT!!!

    Horst Torsten | 8. Februar 2012 | 12:47 | Antworten

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