Unwürdig

In dieser Affäre tragen einige die Nase hoch, die besser den Kopf senken sollten. Zunächst: Das Verhalten des Bundespräsidenten ist peinlich. Es ist unwürdig. Aber nicht nur seines. Kai Diekmann, der Chefredakteur der “Bild”, ist ein charakterschwacher Mensch, wenn er auf der einen Seite verkündet, für ihn habe sich nach dem zweiten, dem Entschuldigungsanruf von Christian Wulff, “die Sache erledigt” – er aber trotzdem diese Geschichte unter Berliner Kollegen herumerzählt. Hat er sich für diese Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 GG) eigentlich einen Gerichtsbeschluss besorgt? Paragraf 201 StGB stellt – Kai Diekmann weiß das sicher ganz genau – die unbefugte Weitergabe von Inhalten aus Telefongesprächen unter Strafe.

Aber das alles gilt nicht, weil es ja der Bundespräsident war, der einen Chefredakteur angerufen hatte. Tölpelhaft war das, das ist unstrittig. Aber nehmen wir uns doch einmal die von Herrn Diekmann kolportierten Wortfetzen aus der Mailbox-Ansage im Einzelnen vor. “Der Rubikon ist überschritten” – das drückt doch aus, dass es wohl mal ein Lager am gleichen Ufer gegeben haben muss. Anders ausgedrückt, einen Deal, einen Nichtangriffspakt, zu dem doch wohl offenbar zwei gehören, Herr Wulff und (!) die “Bild”. Niemanden überrascht das, weil die Wege der Informationsbeschaffung immer von Bezeugungen gegenseitigen Wohlverhaltens gepflastert waren und immer sein werden. Nur sollte man hier beim Wort Pressefreiheit den Lautstärkeregler etwas zurücknehmen.

“Endgültiger Bruch” – es ist der gleiche Wein in anderen Schläuchen. Was – bitte schön – gibt es in der Beziehung zwischen Politikern und Journalisten zu “brechen”, wenn denn nicht Vereinbarungen darüber, dass man sich gegenseitig hilft? Und da, wo Bünde gebrochen werden, sind wir auch schon gleich beim “Krieg führen”, jenem Wort auf dem Mailbox-Tape, welches der ehrenwerte Kai Diekmann in die schenkelklopfenden Berliner Silvester-Runden hineinplauderte.

“Krieg führen”: Das drückt eine Gewissheit aus, nämlich, dass einige Medien sich selbst keineswegs mehr als Beobachter des politischen Geschehens verstehen, sondern als dessen Akteure. Nur für das erste allerdings gibt es ein Recht auf Pressefreiheit. Nutzt ein Medium seine Wirkmächtigkeit aus, um bestimmte Inhalte in die Politik hineinzudrücken und – schlimmer noch – personelle Besetzungen nach eigenem Gusto zu organisieren, ist das mehr als das Ausüben eines publizistischen Einflusses und schon gar nicht durch Pressefreiheit geschützt. Aber wir wissen: All das lässt sich glänzend hinter publizistischem Handeln verstecken. Im Aufblasen wie im Vermeiden von Informationen. Und weil das alle wissen, gibt es die Deals zwischen Journalismus und Politik. Und dann – bei zuviel Kränkung der Eitelkeiten auf beiden Seiten – kommt der “Rubikon”, den man “überschreitet” ins Spiel, der “endgültige Bruch” und das “Krieg führen” – alles Vokabeln, die einer so professionell arbeitenden Redaktion  wie die der “Bild” wohl vertraut sind. Ebenso, wie die Erkenntnis, dass sich Deutschland gegen die “Bild” nicht regieren lässt, nicht neu ist.

Die Verkündigungen Diekmanns aus – meiner Ansicht nach – grundgesetzlich geschützten Telefonaten machen den Blick frei auf einen Journalismus, der das Ausleben seiner Machtinstinkte mit Pressefreiheit und diese wiederum mit Gewerbefreiheit verwechselt. Das alles – mit Verlaub – ist eines Chefredakteurs unwürdig so wie das Verhalten Wulffs eines Bundespräsidenten unwürdig ist.

(Bild: Kai Dieckmann, Bildquelle: dapd)

31 Kommentare | 03. Januar 2012 | 15:13 Uhr | Twittern | Facebook

31 Kommentare

  1. Natürlich finde ich es im nach hin gelinge gesagt; eine Sauerei, dass Herr D. sich nach der Entschuldigung wieder brüsken will bei seinen ” sogenannten Freunden und Journaliste”.
    Nur von Herrn W. ist es auch ungeheuerlich, nicht nur bei der Bild sonder auch bei der Welt am Sonntag anzurufen, um den Artikel nicht zu veröffentlichen.
    Nehmen sie jetzt ihren HUT, Herr Wulff um noch mehr Schaden
    zu nehmen sie sind eines Präsidenten nicht würdig!!!!
    Der König ist tot, es lebe der König!!!!!

    spielmann | 3. Januar 2012 | 15:29 | Antworten
  2. Lieber Herr Conrad, nicht nur Sie haben ein wiedergegebenen Wortfetzen auf Diekmanns mailbox etwas überlesen. Rubikon – Wulff formulierte: “Damit ist der Rubikon für mich und meine Frau überschritten”. Für meine Frau, das ist der gewichtige Teil des Satzes. Denn Frau Wulff düfte kaum etwas mit dem Hauskredit zu tun gehabt haben. Also ging es in dem dummerhaften Monolog Wulffs nicht um den Kredit!
    Und als der Buprä am nächsten Tag in Bild las, dass es nur um den Kredit ging, rief er nocheinmal an und bat um Verzeihung. Bottoine: was hatte das Ehepaar Wulff so aufgebracht? Die Sorge, Bild habe etwas über Bettina Körners Vorleben drucken wollen? Recherchieren Sie doch mal.
    Julius C.

    Julius | 3. Januar 2012 | 15:48 | Antworten
    • Frau Wulff hat aber etwas damit zu tun, wie derzeit unberechtigter Weise in der Privatsphäre ihrer Familie geschnüffelt wird. Und sie hat auch etwas mit dem Haus und seinem Kredit zu tun, Sie ist ja nicht irgendeine Nachbarin.

      Stachelhase | 3. Januar 2012 | 16:14 | Antworten
  3. 1.) Woher wollen Sie wissen, dass die Information über den Anruf von Diekmann stammt? Oder überhaupt von Springer? Wenn Sie dies wissen, belegen Sie es – oder halten Sie sich zurück, denn dies macht Sie dann nicht würdiger! 2.) Die Spekulationen und Andeutungen rund um Frau Wulff, wie von diesem Julius angedeutet, zu lesen macht mich richtig wütend. Selbst wenn sie ein Vorleben hat: ES GEHT NIEMANDEN ETWAS AN!!!!!

    Wolfgang van Deuverden | 3. Januar 2012 | 16:00 | Antworten
    • Von wem sonst. Oder hat noch jemand anderes Zugang zu Dieckmanns Voicebox? Vielleicht die CIA?

      Stachelhase | 3. Januar 2012 | 16:14 | Antworten
  4. “Hat er sich für diese Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 GG) eigentlich einen Gerichtsbeschluss besorgt? Paragraf 201 StGB stellt – Kai Diekmann weiß das sicher ganz genau – die unbefugte Weitergabe von Inhalten aus Telefongesprächen unter Strafe.”

    Nö.

    Das Fernmeldegeheimnis betrifft nur die Übermittlung von Informationen, der Empfänger ist grundsätzlich zu keiner Diskretion verpflichtet, jedenfalls nicht aus Art. 10 GG.

    Auch § 201 StGB ist nicht verletzt. Eine heimliche Aufnahme gesprochenen Wortes liegt schon nicht vor, denn die hat Wulff produziert. Eine solche freiwillige Entäußerung wird wie eine schriftliche behandelt. Das Risiko, dass eine solche in Umlauf kommt, trägt der Absender. Man muss sich halt überlegen, wem man was anvertraut.

    RA Kompa | 3. Januar 2012 | 16:05 | Antworten
    • Danke für die Richtigstellung !……schon klasse, wenn sich hier ein Unwissender hinstellt und irgendwelche gesetzliche Regelungen zitiert, die fraglos hier nicht einschlägig sind, zudem wenn dies auch noch aus einer dargestellten Position der interlektuellen Überlegenheit geschieht….

      peer jalowietzki | 3. Januar 2012 | 19:43 | Antworten
  5. Hallo Herr v. Deuverden,
    es ist UNZUTREFFEND, dass § 201 StGB verletzt wäre.
    § 201 StGB ist auf Personen des öffentlichen Lebens nicht anwendbar. Dass BuPrä Wulff eine Person des öffentlichen Lebens ist, ist wohl eher unbestreitbar. Der Vorgang unterliegt auch nicht dem Schutzbereich des Art. 10 GG. Der findet vorliegend seine Schranke in der Pressefreiheit.

    DSLawFox | 3. Januar 2012 | 16:05 | Antworten
    • Die Pressefreiheit scheint neuerdings alle Schranken schrankenfrei ausser Kraft zu hebeln.

      Stachelhase | 3. Januar 2012 | 16:15 | Antworten
  6. @ WvD: Wer googlen kann, ist klar im Vorteil:
    http://kopp-online.com/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/die-akte-bettina-koerner-betty-die-frau-an-der-seite-des-bundespraesidenten.html

    Ansonsten wundert mich, dass man hier Herr Diekmann unlauteres Verhalten vorwirft. Wenn Hinz oder Kunz (sprich: der Pöbel) von der Bild durch den Dreck gezogen werden, da kräht kein Hahn danach. Aber wehe man wildert im eigenen Revier und pinkelt mal einem Mächtigen ans Bein, da werden die selbsternannten Moralhüter munter. Guten Morgen, die Herren: BILD war immer ein Schmierenblatt, ist ein Schmierenblatt und wird ein Schmierenblatt bleiben. Chefredakteur wird man da nur, wenn man dazu passt…

    Peer Spektive | 3. Januar 2012 | 16:10 | Antworten
  7. Ich kann aus den Texten des Art. 10 GG und des § 201 StGB nicht herauslesen, dass ich Informationen die ich persönlich von einem anderen telefonisch oder auch mündlich erhalte, nicht weitererzählen darf.

    Das Grundgesetz und seine Grundrechtscharta schützt vor allem den Bürger vor dem Staat und nicht die Bürger untereinander.

    Und bei § 201 StGB geht es um das heimliche Mitschneiden oder Abhören. Wer auf einen Anrufbeantworter spricht geht davon aus, dass dieser auch abgehört wird.

    Wenn er Dieckmann oder wer auch immer, den Anruf von Herrn Wulff weiterverbreitet, dann ist das zwar vielleicht moralisch anstößig aber noch lange nicht straftrechtlich relevant.

    T. Köhler | 3. Januar 2012 | 16:18 | Antworten
    • Richtig. §201 I StGB ist völlig unanwendbar, da kein heimlicher Mitschnitt erfolgte. Auch nach Abs II wäre die Kundgabe nur dann verboten, wenn sie fälschlicherweise auf Diekmanns AB geraten wäre, §201 II Nr.2 StGB – was NICHT der Fall ist.

      JSG | 3. Januar 2012 | 16:52 | Antworten
      • Und “grundgesetzlich geschützt” ist das Telefonat schon deshalb nicht, weil grundrechtsverpflichtet (fast, hier jedenfalls nicht) ausschließlich der Staat ist. Der muss für einen Schutz sorgen.

        Axel Springer ist aber nicht der Staat.

        JSG | 3. Januar 2012 | 16:54 | Antworten
  8. Danke, Herr Conrad, für Ihren Beitrag !
    Am schlimmsten finde ich an dieser neuzeitlichen ‘Pressefreiheit’,dass sich aber auch jeder öffentlich zu den sensibelsten und kompliziertesten (gesellschafts-)politischen Themen äußern und damit auch urteilen darf,ohne umfassend informiert zu sein,und sich dank dieser missverstandenen demokratisch begründeten Ermächtigung auf gleicher Stufe sieht wie kompetente, bestens informierte Redakteure oder sogar zuständige Richter.

    Irmgard Grasse | 3. Januar 2012 | 16:24 | Antworten
    • Das allerdings finde ich wiederum sehr gut.Die Menschen können nun alle inzwischen lesen und schreiben, haben somit auch ein Recht, wenn die Möglichkeit besteht, sich auch öffentlich zu äußern.
      Anders als im Mittelalter, die meisten nicht schreiben und lesen konnten und auf Erzählungen und Bilder angewiesen waren,warauf ja auch die Macht der kirchlich-staatlichen Führer fusste.

      Die Medien haben das Recht zu schreiben, und die Öffentlichkeit ebenfalls.
      Der Unterschied besteht heute darin, dass die meisten Medien nicht mehr unabhängig sind, von sog. Medienmogulen abhängig sind und sich freiwillig staatskonform verhalten, bzw. schreiben.
      Da ist eine kritische, durchs Internet informierte Öffentlichkeit besonders wichtig. Denn wer soll noch für Transparenz und Ehrlichkeit sorgen? Die Politiker tun es nicht, die Leitmedien auch nicht – also haben sich entsprechend der technischen Entwicklung andere Aufklärer entwickelt, die noch für unsere Demokratie stehen.

      Karola | 4. Januar 2012 | 12:44 | Antworten
  9. Natürlich ist es bitter, dass sich ausgerechnet die “Bild”-Zeitung als Speerspitze der Pressefreiheit gerieren kann. Aber man darf Ursache und Wirkung nicht vergessen. Die Tatsache, dass Herr D. vielleicht ein “charakterschwacher” Mensch ist (woraus schließt Herr Conrad das?) macht die Vorwürfe gegenüber Wulff nicht ungeschehen.

    Gregor Keuschnig | 3. Januar 2012 | 16:31 | Antworten
  10. Hallo Herr Conrad,

    Ihr Text ist grade zum “Klick it”-Lesetipp #12 geworden.

    Danke und beste Grüße,

    tobiasgillen

    tobiasgillen | 3. Januar 2012 | 17:55 | Antworten
  11. Pharisäer..modernes Mobbing, wie sagt schon die Biebel”Wer unter Euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein!” Beschämend ist vielleicht in manchen Augen das was Herr Wulff gemacht hat, aber noch beschämender ist, was die Wort-und-Text-Paparazzis daraus machen und wie sie sich als Herrgott und virtuelle Richter darstellen!Die präsentieren scheibchenweise Ihre Erkenntnisse…und noch im Kollegenkreise damit angeben…warum wohl…..Auflagenstärke um jeden Preis..und ich bin der größte.

    Kistenpfennig | 3. Januar 2012 | 18:07 | Antworten
  12. Der Journalismus dieser “freiheitlichen” Welt- und “Werteordnung” funktioniert schon immer in Verpflichtung zu journalistischer “Neutralität” – UNWÜRDIG / frag- zweifelswürdig ist jede nun “moralische Erhebung” gegen diese gewohnt-leichtfertige Praxis in der KONFUSION durch Überproduktion von KOMMUNIKATIONSMÜLL.

    “KRIEG” / “freiheitlicher” Wettbewerb … – Es muß das populistisch-opportunistische Surfen auf dem Zeitgeist aufhören, damit der Tanz um den heißen Brei abgelöst wird, von Verstand für wirklich-wahrhaftige Vernunft, damit wirklich nachahmenswertes Vorbild zu einer wahrhaftig globalisierten Welt OHNE … gestaltet wird – wer ist in dieser heuchlerisch-blödsinnigen Hierarchie von gebildeter Suppenkaspermentalität auf systemrationaler Sündenbocksuche denn NICHT CHARAKTERSCHWACH, bewußtseinsbetäubt, usw.!?

    Als Zustandsbeschreibung unserer “demokratischen” Gesellschaft, ein immer wieder passendes Zitat:

    “Nicht Mangel an Geist, sondern ein Geist*, der sich ununterbrochen selbst gegenwärtig ist, eine Ausgeglichenheit, gegen die nichts und niemand ankommt. Die Menschen reden, die Karawane zieht vorüber:
    Die Dummheit erkennt man an jenem ruhigen Fortschreiten eines Wesens, das Worte von außen weder ablenken noch berühren können. Sie ist nicht das Gegenteil der Intelligenz, sondern jene Form der Intellektualität, die alles auf ihr eigenes Maß zurechtstutzt und jeden Anfang in einem vertrauten Vorgang auflöst. Der Dummheit ist nichts Menschliches jemals fremd; die macht – über die Lächerlichkeit hinaus – ihre unerschütterliche Kraft und ihre mögliche Grausamkeit aus.” (Alain Finkielkraut)

    *Bewusstsein, wenn der Autor nicht den Zeitgeist meint!?

    Horst Torsten | 3. Januar 2012 | 18:09 | Antworten
  13. “Man sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. Das Gesetz hat die Menschen nicht um ein Jota gerechter gemacht; gerade durch ihren Respekt vor ihm werden auch die Wohlgesinnten jeden Tag zu Handlangern des Unrechts.” (Henry David Thoreau)

    Es ist an der Zeit, daß nicht immer nur der “Einzelne” zweifelhaft geprüft und zum Sündenbock gemacht wird, was dann doch immer nur ein schäbiges Ablenkungsmanöver der Trittbrettfahrer ist, sondern das diese Welt- und “Werteordnung” eine EINDEUTIGE und wirklich-wahrhaftige Kommunikation bekommt, dann klappts auch mit dem “arabischen Frühling” und anderen MENSCHENWÜRDIGEN Idealen!!!

    Horst Torsten | 3. Januar 2012 | 18:25 | Antworten
  14. Ein deutscher Bundespräsident, der im Ausland – womöglich in Afghanistan, wo Deutschland sich auf dem Petersberg so exponiert hat – als Mahner gegen Korruption und für Pressefreiheit auftritt, aber in seinem eigenen Land den Geruch des ersteren nicht los wird sowie gegen das zweite Kraft seines Amtes in Aktion tritt, ist nicht nur unglaubwürdig, sondern geradezu kontraproduktiv. Ich bin nicht ungern geborener Deutscher, doch hier muss ich mich einmal mehr als solcher schämen. Was aber bestimmte Presseorgane angeht, ist das natürlich wiedermal nur zum Speien …

    Norbert F. Schaaf | 4. Januar 2012 | 07:46 | Antworten
    • @Norbert F. Schaaf

      “… sondern geradezu kontraproduktiv.”

      - glaubst du ernsthaft wir waren bisher jemals produktiv im Sinne menschenwürdiger Wahrheit?

      Produktiv im Sinne des “freiheitlichen” Wettbewerbs um … zu sein, bedeutet immer: INTRIGEN die dem Kreislauf von Angst, Gewalt und teils brutal-egoisierendem “Individualbewußtsein” dienen – auch wenn wir den Nationalsozialismus NOCH im Konsum- und Profitautismus verdrängen, der Faschismus unseres “Zusammenlebens” ist bisher nur von einer “demokratischen” Fassade verdeckt / konfusioniert!!!

      Die Bild und andere heuchlerische Organe unserer “kritischen” Kommunikation machen sich im Sinne unseres gesellschaftlichen “Verantwortungsbewußtseins” die gleichermaßen Dummheit zu Nutze – geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein, nur durch den Mut zur EINDEUTIGEN Wahrheit auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus einzig menschenwürdig resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten!?

      Horst Torsten | 4. Januar 2012 | 12:43 | Antworten
  15. ich finde es nach wie vor kein Drama, wenn reiche Freunde einem anderen, nicht so reichen Freund, Geld leihen.

    Bei Banken bekommen bekannte Persönlichkeiten schon immer günstigere Kredite als Otto oder Otti NormalverbraucherIn. Das, was diesen durch niedrigere Zinsen geschenkt wird, wird den anderen, die nicht soviel haben und nicht bekannt sind, durch erhöhte Zinsen als Last auf die Schultern gedrückt. Eine ungerechte Handlungsweise, aber wann waren Banken mal gerecht?

    Das theaterreife Drama, was hier vorgeführt wird ist die Tatsache, wie jemand, Herr Wulff, unser BP, mit diesem Thema umgeht. Und das ist pubertär, kleinkindhaft – kurz unreif. Statt zu sich selbst und seinem Verhalten zu stehen, Einsicht zu haben in Dinge die NICHT gehen als BP, versucht er die Quadratur des Kreises. Mal so, dann so, dann wieder anders. Von Ehrlichkeit keine Spur. Er hat dieses Drama selbst geschrieben, hat dafür die Veranwortung und muss sehen, wie er es selbst zum Abschluss bringt.
    Da er bisher wenig anständig agiert hat, wird diese Sache wahrscheinlich auch wenig anständig enden.

    Karola | 4. Januar 2012 | 13:01 | Antworten
  16. Braucht man denn heutzutage eine richterliche Genehmigung, wenn man sich einen Anrufbeantworter zulegt? Es könnte ja ein Anrufer darauf eine Mitteilung hinterlassen …
    Und wenn mich jemand am Telefon bedroht, darf ich mit Verweis auf Art. 10 GG niemand davon erzählen? Ein “Stell’ dir mal vor, was der zu mir am Telefon gesagt hat …” soll mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe belegt sein?
    Der Verfasser des Artikels sollte sich §201 StGB erst einmal – verstehend! – durchlesen, bevor er sich auf ihn beruft!
    Was der Artikel auch vergisst zu erwähnen, ist dass zwischen Wulffs telefonischen Ausfällen und seiner Entschuldigung für Ton und Inhalt zwei volle Tage lagen, in denen der Anruf in der Redaktion breit und ausführlich diskutiert wurde. Solche Geschichten diffundieren einfach. Raus kommen tun sie so oder so.
    Uns so bleibt von diesem Artikel inhaltlich nur: Bild ist selbst schuld, dass der BP ihr gegenüber ausfällig wurde.

    Nachtigall | 4. Januar 2012 | 18:06 | Antworten
  17. Wenn das Protokoll bekannt geworden ist, können sie noch einen Artikel schreiben … . Und natürlich hat sich Wulff entschuldigt. Das macht er fortlaufend … .

    f.luebberding | 5. Januar 2012 | 12:26 | Antworten
  18. Ja da gibt es sogar Menschen die über dem Gesetz stehen, oder glauben zu stehen, wie Kai Diekmann.
    Die derzeit gültigen Gesetze und Pflichten gelten aber für alle Personen in der B.R.D. und das in gleicher Weise.
    Ich kann ganz einfach nicht mit Steinen werfen, wenn ich in einem Glashaus sitze, wie es Kai Diekmann tat.
    Ich kann nicht Gesetze auf andere Personen anwenden, die für mich selbst nicht zur Anwendung kommen sollen.
    Herr Kai Diekmann, so etwas sind wir ja von der BILD- Zeitung gewohnt, ab er ist es einem Chefredakteur würdig? Wenn alles über Ihre Person veröffentlicht würde, Sie wären die erste Person die Strafantrag gegen die Veröffentlichung stellte, koste es was es wolle.

    Mike Zengerle | 5. Januar 2012 | 14:57 | Antworten
    • ich habe vor zwei Tagen den Blog zu Dieckmann verfasst.
      Da sind mir die juristischen Bewertungen über die Ohren gezogen worden. Und es ist zweifellos richtig, daß
      sich Herr Dieckmann nicht strafbar gemacht hat,als er
      -vorsichtig formuliert– zuließ ,daß über den mailbox-Text von Wulff öffentlich debattiert wurde. Charakterschwach
      bleibt es.
      Die rechtliche Brisanz trat heute(5.Januar) zutage. Jetzt wollen alle wissen:Was hat Wulff denn nun gesagt?
      Sehr schön, daß Bild ihn gefragt hat ,ob er zustimmt.
      Noch besser ,daß er nein gesagt hat und dies wohlbegründet.
      Er weiß ,daß er Unsinn auf die Box von Dieckmann gesprochen hat, er hat sich dafür entschuldigt,weil er es aus der Welt haben wollte. Und Dieckmann hat die Entschuldigung angenommen,wie er selbst sagte.
      Warum also soll etwas wieder in die Welt ,was zwei Menschen gemeinsam herausgenommen haben?
      Schön ,daß die Bild-Zeitung sich daran–wenn auch zähneknirschend –hält.Und sich damit eine rechtliche Prüfung erspart.Danke. Hoffentlich bleibt es so.

      Armin Conrad | 5. Januar 2012 | 18:45 | Antworten
      • Dummes Zeug, wie garnicht so selten HIER.

        Der Täter ist Wulff, Opfer sind die Pressefreiheit und in diesem Fall – stellvertretend – Dieckmann.
        Und er ist in Re cht, daher würde jede von Wulff veranlasste “rechtliche Prüfung” schnell und komplett baden gehen.

        STGB 201.2.2.f = “nicht rechtswidrig, wenn die öff. Mitteilung der Wahrnehmung überragender öff. Interessen dient”

        Die Wahrung der Pressefreiheit trotz Wulff’schem Rechtsverständnis liegt in überagendem öffentlichen Interesse.

        Anders als die zähneknirschenden Vorurteile der Kulturzeit-Redaktionisten.

        Mihai-Robert Soran | 5. Januar 2012 | 20:00 | Antworten
  19. Was jetzt bei Wulff läuft, würde man anderswo einfach als Mobbing betrachten. Ich habe keine besonderen Sympathien mit Wulff. Aber gönne den Mobbern den Erfolg nicht. Ausgerechnet die BILD-Zeitung spielt sich jetzt als Moralapostel auf, als Kämpferin für die Pressefreiheit! In diese Falle sollten wir nicht gehen.

    Hoffentlich bleibt Wulff im Amt. Nicht, weil ich gerade Wulff als Bundespräsidenten haben will. Ich sähe es mit Grausen, wenn eine solche Hexenjagd Erfolg hat. Und ausgerechnet die BILD-Zeitung als großer Sieger, als erfolgreicher “Großwildjäger”!

    Wer sich an dieser Jagd beteiligt, der sollte mal überlegen, wessen Geschäft er da macht, wem er damit hilft! Ich klicke nicht mal bei Google-News die BILD-Treffer an, um den Klickzähler nicht zu belohnen. Ausnahme: spezielle Themen, die ich für unterrepräsentiert halte.

    Nebenbei bemerkt: Es gibt auch noch wichtige Themen: Vorwahlen in den USA, Schuldenkrise in Europa, Lage in Nordafrika, verlorene Kriege in Afghanistan und Irak, Aufrüstung, miese Waffengeschäfte, Weltraummissionen wie Curiosity und (leider gescheitert) Fobos Grunt usw. usw.

    Bertram in Mainz | 5. Januar 2012 | 23:29 | Antworten
  20. “Charakterschwach bleibt es.”

    - haha, hoho, hihi, wo allgemein die Bewußtseinschwäche das intrigante Leben bestimmt.
    Ich glaub den Suppenkasper kann man auch frühstücken :-) )

    Horst Torsten | 6. Januar 2012 | 18:13 | Antworten

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