Buback bloggt – Tag 54/2

54. Verhandlungstag (15.09.2011): Weitere Vernehmungen

Als nächster Zeuge wird der Erste Kriminalhauptkommissar beim BKA, Helmut H., gehört. Er schildert die Vernehmung von Andreas K., der im September 2009 aussagte, er habe in der JVA Bruchsal von Christian Klar erfahren, dass Verena Becker in Karlsruhe geschossen habe. Der Zeuge meint, er habe bei Andreas K. keine Widersprüche bemerkt. Der Berichterstatter fragt den Zeugen, warum er sich nicht die von Andreas K. erwähnten Notizen zum Treffen mit Klar habe vorlegen lassen. Das wäre der nächste Schritt gewesen, sagt der Zeuge. Die Bundesanwaltschaft habe aber erst mit der JVA Bruchsal Rücksprache nehmen wollen.

Deckname “Volker Koch”

Zu Peter B., dem Klar durch Kopfnicken bestätigt haben soll, dass Verena Becker in Karlsruhe geschossen habe, möchte ich vom Zeugen wissen, ob er dessen Mitteilung vom 20. August 2009 an Bundesanwalt Rainer Griesbaum überprüft habe, wonach er unter dem Decknamen “Volker Koch” für den Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz tätig gewesen sei. Im Brief teilte Peter B. dem Bundesanwalt außerdem mit, dass er seinen zwei Kontaktpersonen beim Verfassungsschutz, deren Namen er nennt, über Verena Becker und das Buback-Attentat berichtet habe. Im Vermerk, den der Zeuge Helmut H. zu diesem Vorgang angefertigt hat, steht, es lägen “hier” keine Erkenntnisse über die angebliche Tätigkeit für den Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz vor. Ich frage den Zeugen, was “hier” bedeute. Der Zeuge antwortet, er meine seine Dienststelle, worauf ich von ihm wissen möchte, ob es denn beim BKA eine vollständige Liste der geheimen Mitarbeiter der Landesämter für Verfassungsschutz gebe. Der Zeuge verneint dies. Ich frage ihn, ob er zur Prüfung der Glaubwürdigkeit von Peter B. beim Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz nachgefragt habe. Das habe er getan, sagt der Zeuge. Er wisse aber nicht mehr, wann, könne diese Information jedoch nachreichen. Der Zeuge hat, wie die inzwischen vorliegenden Dokumente belegen, mit Schreiben vom 15. September 2009 beim Innenministerium Rheinland-Pfalz angefragt. Bereits drei Tage später wurde ihm telefonisch mitgeteilt, dass Peter B. tatsächlich für den Verfassungsschutz gearbeitet hat. Der Zeuge erfuhr auch, dass der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz mit Bundesanwalt Griesbaum in dieser Sache Rücksprache gehalten und jedwede Unterstützung zugesagt habe.

Weder die hierzu vom Zeugen angefertigte Gesprächsnotiz noch die bei der Bundesanwaltschaft eingegangene Information ist bei den Akten. Dies hatte zur Folge, dass sich der Vorsitzende Richter Mitte Juli 2011 beim Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz erkundigen musste, ob Peter B. dort als “Volker Koch” geheimer Mitarbeiter war. Es dauerte Wochen, bis das Gericht die Antwort erhielt, die im Jahre 2009 innerhalb weniger Tage bereits gegeben worden war. Offensichtlich liegen beim Verfassungsschutz Rheinland-Pfalz keine Akten mehr über Peter B. vor. Dies erstaunt, da ein Vermerk des Zeugen Helmut H. vom 26. Oktober 2009 besagt, mehrere Mitglieder einer terroristischen Vereinigung seien im Jahre 1982 – gestützt auf die Aussage von Peter B. – verurteilt worden. Peter B. war damals die Aufnahme in die der RAF nahe stehende Gruppierung gelungen. Zur Glaubwürdigkeit von Peter B. und zum Wahrheitsgehalt seiner Angaben wird im Urteil des OLG Koblenz ausgeführt, dass keine Umstände erkennbar waren, die an der Richtigkeit seiner Aussagen zweifeln ließen. Kann dies nicht auch für seine Angaben in Verbindung mit Verena Becker gelten?

Der Vorsitzende Richter fragt den Zeugen Helmut H. nach den beiden von Peter B. genannten Kontaktpersonen beim Verfassungsschutz. Der Zeuge weiß nicht, ob er hierzu Erkundigungen angestellt hat. Es wäre sicher sinnvoll, diese Personen zu befragen.

Der dritte Zeuge heute ist Christoph B., der sich zurzeit im offenen Vollzug befindet. Er hat im Dezember 2007 in einem TV-Interview berichtet, Stefan Wisniewski habe ihm Anfang der 1990er Jahre in der JVA Bochum eingestanden, Generalbundesanwalt Buback erschossen zu haben. In der Vernehmung beim BKA im März 2008  bestätigte der Zeuge diese Interview-Aussage. Darüber hinaus berichtete er dem BKA, Stefan Wisniewski habe ihm auch noch geschildert, wie er Hanns Martin Schleyer aus kürzester Entfernung erschossen habe.

Heute in der Verhandlung sagt er, er habe – unterstützt durch psychologische Betreuung – mit dem alten Geschehen abgeschlossen. Um dies zu verdeutlichen, erwähnt er, dass er kürzlich seinen Vater nicht wiedererkannt habe, den er zuvor sieben Jahre nicht gesehen hatte. Was es mit dem damaligen Interview auf sich habe, wisse er nicht mehr. Sein Anwalt habe den Kontakt hergestellt und man habe sich in dessen Kanzlei mit den TV-Journalisten getroffen. Diese hätten gesagt, dass er in Haft gewesen sei, sei gut, und dass er dort mit Wisniewski zusammengetroffen sei, sei noch besser. Er könne sich Geld verdienen, wenn er etwas erzählen würde. Der Zeuge erinnert sich an einen vierstelligen Betrag, kann aber nicht sagen, ob es 2000 oder 8000 Euro waren.

Der Vorsitzende spricht die Ermordung von Hanns Martin Schleyer an. Auf die Vorhalte des Vorsitzenden antwortet der Zeuge: “Wenn ich das so ausgesagt habe, dann ist das auch so gewesen.” Der Vorsitzende ist erkennbar verärgert über die Lässigkeit, mit der der Zeuge auf Fragen von historischer Bedeutung antwortet. Für ihn, so der Zeuge, sei dieses Geschehen kein bedeutender Teil seiner Geschichte. Der Vorsitzende fragt zum Karlsruher Attentat: “Wer saß beim Anschlag auf dem Motorrad?”. Der Zeuge bescheinigt dem Vorsitzenden: “Das ist eine gute Frage.” Er könne sie aber nicht mit gutem Gewissen beantworten, sondern müsste raten. Das würde niemandem etwas bringen, nur ihm Schwierigkeiten. Der Vorsitzende versucht es weiter, erhält aber keine verwertbaren Antworten. Es ist für mich auch schwer vorstellbar, dass der etwa doppelt so alte Stefan Wisniewski ohne Vorliegen besonderer Umstände mal so eben im Gespräch mit einem ihm kaum bekannten, knapp 20-Jährigen vier Morde zugegeben hätte.

Rechtsanwalt Walter Venedey macht darauf aufmerksam, dass der Zeuge eventuell im Fernseh-Interview eine Falschverdächtigung ausgesprochen habe, sodass er sich einer Straftat beschuldigen würde, wenn er jetzt eine Aussage mache. Der Senat lässt aber weitere Fragen zu. Ich möchte vom Zeugen wissen, ob ihm das Honorar für das Interview ausgehändigt worden sei. Er antwortet, er sei nicht alleiniger Nutznießer gewesen. Auf die Frage von Rechtsanwalt Venedey erklärt sich der Zeuge bereit, seinen Anwalt von der Verschwiegenheit zu entpflichten.

Der Zeuge Christoph B. kann nicht helfen

Das TV-Interview wird im Verhandlungssaal gezeigt. Der Zeuge sagt nochmals, er könne sich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Er bestätigt keine seiner brisanten Äußerungen von Ende 2007. Dabei hätte er ein Zeuge sein können, der einen verwertbaren Hinweis auf einen Mann auf dem Soziussitz des Tatmotorrads liefert. Für mich sind Angaben von Bedeutung, die belastbar und nachprüfbar dafür sprechen, dass Verena Becker nicht an der Durchführung des Karlsruher Anschlags beteiligt war. Für das Gegenteil, dass sie beteiligt gewesen sei, gibt es inzwischen zahlreiche Hinweise, etwa die von Professor Armin Leschinsky, von Christian Lochte, von Andreas K. und von Peter B., die auf Verena Becker als Karlsruher Schützin hindeuten. Hinzu kommen die bei der Festnahme von Verena Becker und Günter Sonnenberg sichergestellte Karlsruher Tatwaffe und der Suzuki-Schraubendreher. Auch sind die zahlreichen, auf eine zierliche Frau hinten auf dem Tatmotorrad hinweisenden Augenzeugen-Beobachtungen zu berücksichtigen. Ich interessiere mich für verlässliche Belege, die Verena Beckers unmittelbare Tatbeteiligung ausschließen würden. Der Zeuge Christoph B. kann bei dieser Suche nicht helfen.

Nachdem das TV-Interview gezeigt worden ist, rege ich an, dass auch der 3sat Kulturzeit-Beitrag “Stammheim Tagebuch Teil 9″ in die Hauptverhandlung eingeführt wird. Darin berichtet der frühere BKA-Abteilungspräsident Wolfgang Steinke, dass Generalbundesanwalt Kurt Rebmann zu BKA-Präsident Horst Herold gesagt habe, er meine, dass Verena Becker seinen Vorgänger, also meinen Vater, ermordet habe. Der Senat sieht von sich aus keine Notwendigkeit, diesen Beitrag vorzuführen. Die Nebenklage könne einen Antrag stellen. Mich wundert das. Wir haben in der Verhandlung so vieles zur Kenntnis genommen. Ist es nicht von besonderer Bedeutung zu erfahren, wie der für die Aufklärung des Karlsruher Attentats über viele Jahre zuständige oberste Ermittler die Täterschaft gesehen hat? Weder Anklage noch Verteidigung unterstützen meinen Vorschlag. Rechtsanwalt Venedey gibt sogar zu bedenken, der Film sei nicht vorteilhaft für mich. Ich entgegne, er meine wohl die Aussage Steinkes, dass ich krank sei, weil ich wissen wolle, wer meinen Vater erschossen habe. Das würde mich nicht schrecken, zumal ich hoffe, dass hier im Raum einige von dieser Krankheit in starkem Maße befallen sind.

12 Kommentare

  • Klaus Schlagmann
    29.09.2011, 21:19 Uhr.

    Ja, Herr Buback! Weiter so!

    Schön, dass Sie die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir tatsächlich in einem Rechtsstaat leben (könnten)!

    Schön, dass Sie sich weiterhin um die Aufklärung dieses Verbrechens bemühen!

    Es wird spannend, welche Blöße sich dieser Rechtsstaat dabei noch geben wird. Natürlich wird man wohl sagen können, Steinkes Aussage sei nur “Hörensagen”. Vielleicht ist dies der Grund, dass die Volljuristen dieser Aussage keinen überragenden Wert beimessen. Aber Ihnen als juristischem “Laien” wird man das vielleicht nachsehen, dass Sie – für die Aufklärung des Todes Ihres verdienstvollen Vaters und seiner zwei Begleiter – ALLES versuchen, um die über Jahre hinweg verwischten Spuren nun ENDLICH etwas deutlicher werden zu lassen! Durch Herrn Steinkes Aussage ließe sich doch immerhin ein weiteres Mosaiksteinchen einfügen, das das Bild einer schmierigen Ermittlungs-Behinderung bis in die obersten Kreise der Strafverfolgungsbehörden hinein weiter vervollständigt.

    Es wäre schön, das Gesicht von Steinke noch einmal sehen zu können, wenn er merkt, dass er sich mit seinem senilen Hirn da womöglich ein wenig verplappert hat: Einerseits festigt er zu 100% Ihr Ansinnen einer Aufklärung dieses Dreifachmordes und einer Bestrafung der eigentlichen TäterInnen, indem er seinen Chef zitiert (der dabei seinem Job in merkwürdiger Weise nicht gerecht geworden wäre, weil er konsequent einen dringenden Verdacht nur für sich behalten hätte, anstatt ihn in Strafverfolgung münden zu lassen). Andererseits attestiert er Ihnen, krank zu sein, weil Sie – auf der Grundlage unzähliger Zeugenaussagen und Dokumenten – nach vielen Jahren zu demselben Ergebnis gelangen. Hält denn Herr Steinke seinen Ex-Chef auch für krank?

    Sie haben vorzüglich auf Herrn Venedey geantwortet! Und ich hoffe mit Ihnen und Ihrer Frau, dass Ihre Krankheit ANSTECKEND ist! Meinerseits glaube ich jedenfalls, dass ich mich an Ihnen, den 3Sat-Beiträgen und Ihrem vorzüglichen Buch angesteckt habe. Als Symptome beobachte ich an mir – neben dem starken Aufklärungsbedürfnis – einen starken Hang zu Übelkeit und Kotzanfällen. Hinzu kommen massive Panikgefühle mit starken Zukunftsängsten. Darüber hinaus kommt es bisweilen zu schwer kontrollierbaren Wutausbrüchen.

    In meiner psychotherapeutischen Praxis sage ich übrigens immer wieder zu meinen KlientInnen, ich hielte sie für die eigentlich Gesunden, die sich ihre Sensibilität bewahrt hätten, und deshalb an den eigentlichen Verrückten in ihrem Umfeld leiden würden. (Und ich meine das in der Tat 100% ernst!) In diesem Sinne, Herr Bucback, verstehe ich auch Ihre “Krankheit”: Eine GESUNDE Reaktion auf eine KRANKE Situation.

    Wenn Sie etwas Verdorbenes geschluckt haben, dann ist das Kotzen eine gesunde Reaktion!

    Wenn Sie einer realen Bedrohung (z.B. des Rechtsstaates) gegenüberstehen, dann sind Angst und Panik letztlich gesunde Reaktionen, weil sie zu Schutzmaßnahmen anregen!

    Wenn Ihre perönlichen Grenzen durch andere in übelster Weise verletzt werden, dann ist Wut eine gesunde Reaktion, die Ihnen bei der Abgrenzung hilft!

    Ich wünsche uns allen, dass nicht die Symptome dieser vermeintlichen “Krankheit” erstickt werden, sondern dass Wege gefunden werden, die eigentlichen Ursachen, die kranken Vorgänge um die Nicht-Aufklärung eines Dreifachmordes in allerhöchsten Juristenkreisen, zu beleuchten und aufzuklären!

    • NN
      30.09.2011, 07:55 Uhr.

      Wenn’s doch mehr Männer Ihres “Schlages” gäbe! Empfehle den Essay von Wolfgang Herles in der “Welt” zu lesen: Mauer des Schweigens. Und auch den dazu gehörigen Leserkommentar!

      • Klaus Schlagmann
        02.10.2011, 18:37 Uhr.

        @ NN

        Danke für die Empfehlung des Artikels. Mit dem Erstaunen des Autors stimme ich unbedingt überein. Allerdings macht mich der Schluss unzufrieden. Zum einen scheint es mir noch sehr früh, über die “eigentlichen” Hintergründe zu spekulieren, wo doch noch so vieles hinter dem Vorhang geblieben ist. Die böse Stasi – sicherlich nicht als mächtige Unterstützung per se auszuschließen – scheint mir da fast eine zu wohlfeile Projektionsfläche. Im Gesamtzusammenhang betrachtet, den Miachael Buback (m.E. durchaus plausibel) umreißt: Was, bitte schön, hätte die Stasi für ein Motiv haben sollen, böse zu sein, dass Siegfried Buback (mutmaßlich) an der verzögerten Enttarnung von Herrn Guillaume Anstoß genommen hatte? Wäre es nicht weitaus mehr im Sinne der Stasi gewesen, ihn mit seinen konsequenten Nachforschungen zu unterstützen? Deshalb: Für Spekulationen ist es wohl noch zu früh.

        Darüber hinaus: Mir scheint die Alternative – Amnestie oder aussichtslose Prozesse – völlig falsch formuliert. Sie enthält die Suggestion, dass der Prozess in Stammheim “aussichtslos” wäre. Am Ende wird es ja wohl noch eine zusammenfassende Wertung geben. Und es bleibt doch abzuwarten, welche Schlüsse das Gericht aus den dargelegten Indizien und Zeugenaussagen zieht, wieweit die noch nicht verschwundenen Beweisstücke verwertet werden. Und darüber hinaus wird es doch in dem Prozess – je mehr er sich in die Länge zieht – immer peinlicher für jeden, der sich weiter blöd und unwissend stellt.

        Es scheint mir also nicht wirklich hilfreich, diesen Prozess als “aussichtslos” zu etikettieren. Er ist und bleibt ein wertvoller, beeindruckender Versuch, der bislang weitgehend unbemerkt gebliebenen Auflösung des Rechtsstaates etwas entgegen zu setzen – auch wenn sich dabei die ganze Macht und Verzweigung seiner Gegner offenbart.

        Das, wofür die Ägypter vor wenigen Monaten ihr Leben riskiert haben, das lassen wir im Moment fast kampflos durch unsere Finger rinnen. Die Verhandlung in Stammheim ist ein Versuch, das Leck zu stopfen. Was wird uns allen (bis auf diejenigen, in deren Interesse das alles hier geschieht) blühen, wenn dieser Versuch misslingt!?

        Ob da eine Amnestie allein sehr viel mehr Bewegung hineinbringt, wage ich zu bezweifeln. „Amnestie“ ist ja in dem bisherigen Geschehen im Wesentlichen auch ein Kampfinstrument der Verschleierer.

        Aber noch eine Frage: Worauf genau zielen die Mutmaßungen über Angela Merkels Rolle – die der Kommentar zu dem Artikel aufgreift, und dessen Inhalt mir auch schon an anderer Stelle (auch in diesem Blog) begegnet ist? Vielleicht bin ich ja blind. Mir ist aber noch nicht deutlich, welche Dynamik diese Zusammenhänge genau plausibel machen sollen. Kann mir das jemand kompakt und verständlich darlegen?

  • Markus
    30.09.2011, 10:45 Uhr.

    100% Ihrer Meinung, Herr Schlagmann! Zu NN: Der Artikel wurde mit “Mauer aus Schweigen” betitelt.
    Ansonsten muss ich beim Prozess gegen V. Becker immer mal wieder an den seligen Papst Hadrian IV. denken, der zur Beachtung des Rechts sagte:
    “Fiat justitia, et pereat mundus”!
    Doch dies zu beachten, erfordert Charakter und Gewissen. Und diese sucht man wohl bei den Hembergers, Ritzelts und Schmidts vergebens.
    Leider hinterlässt auch Bubacks Anwalt Endres keinen positiven Eindruck. Einen Schwenn hätten die oben genannten gewiss nicht so einschüchtern können.
    Halten Sie druch, Herr Professor Buback!

    • Jupp
      02.10.2011, 11:14 Uhr.

      Fiat justitia – das Zitat in allen Ehren. Aber ich schließe mich Schopenhauer an, der es umwandelte in:
      “Vigeat veritas, pereat mundus”.
      Die Wahrheit blühe, auch wenn die Welt daran zerbicht.

  • Aron Sperber
    30.09.2011, 12:43 Uhr.

    Warum ist Herr Buback so versessen darauf, ausgerechnet Verena Becker bzw. den Verfassungsschutz als Schuldige zu sehen?

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2011/09/18/klar-verweigert-aussage/

    Wenn ein geliebter Mensch an einer schrecklichen Krankheit stirbt, ist es fuer manche Angehoerige leichter, den Aerzten die Schuld zu geben und nicht der Krankheit.

    Dabei war Bubacks Vater selbst ein Arzt, der gegen die Krankheit Terrorismus gekaempft hatte.

    Er wurde dabei nicht Opfer eines Einzeltaeters, sondern einer wahnwitzigen Organisation, deren Mitglieder bis zum heutigen Tag keine Reue (zu der es gehoeren wuerde, die naeheren Umstaende ihrer Verbrechen aufzuklaeren) gezeigt haben.

    Bubacks Wut richtet sich leider nicht gegen diese Organisation, sondern gegen jene, die sie wie sein Vater bekaempft hatten.

    • Klaus Schlagmann
      30.09.2011, 21:52 Uhr.

      Was reg’ ich mich auf?

      Weiß nicht, wie es den anderen geht. Aber wenn hier jemand zwei Intellektuelle als seine Väter reklamiert (Raymond Aron und Manès Sperber), mit denen ich nicht vertraut bin, und dann im Fall Buback solchen Irrwitz in die Welt setzt, dann waren wohl bereits seine Väter geistige Schwachmaten. Oder – im Fall, dass es sich bei den zwei Vätern wirklich um Geistesgrößen gehandelt hätte, die ihr Ideal in einem demokratischen Rechtsstaat gesehen haben sollten – es ist aus der doppelten Vaterschaft ein völlig degenerierter Sprössling hervorgegangen. (Vielleicht ein Argument mehr, um das Klonen von Menschen eher zu verbieten.)

      Sei es wie es sei. Was reg’ ich mich auf?

      Aron Sperber bietet ein weiteres Beispiel dafür, dass es problemlos gelingen kann, sich einfach vollkommen blöd zu stellen, in der Hoffnung, dass man es ihm abnimmt. (Die Anonymität seiner Bloggerei mag dabei hilfreich sein. Wer weiß denn schon, wer sich hinter dem Pseudonym mit der ausländischen Tastatur versteckt?)

      „Ich habe die Argumentation von Herrn Buback nicht verstanden!“

      „Ich weiß nicht, wie jemand bei der erdrückenden Indizienlage, die für Verena Becker als Vollstreckerin der drei Karlsruher Morde sprechen, Verena Becker für die Täterin halten kann!“

      „Ich weiß nicht, wie jemand ein Problem darin sehen kann, dass es deutliche Hinweise auf die Mitwisserschaft staatlicher Stellen an dem Mordkomplott von Karlsruhe gibt!“

      „Ich weiß nicht, wie jemand am Aushebeln des Rechtsstaates durch Organe des Rechtsstaates etwas Anstößiges finden kann!“

      „Ich weiß nicht, warum jemand wütend wird, wenn die Institution, die den Terrorismus bekämpfen sollte, die Topp-Mörder mit Verschleiern der Sputen unterstützt!“

      Würde mich nicht wundern, wenn sich hinter dem anonymen Ahnungslosen jemand versteckt hält, dem an der Aushebelung des Rechtsstaates durchaus gelegen wäre. Er wird sich seine Lobby-Dienste für diktatorische Zustände oder „Eine-Welt-Ordnungs-Ideologien“ – wie andere auch – schon gut honorieren lassen. (Ein Weingut in der Toscana vielleicht? Wäre das angemessen?) Wär’ schon interessant zu wissen, wer genau ihn bezahlt, den kleinen Lohnschreiber mit den zwei Vätern!

      Und: Was reg’ ich mich auf!

    • Hachtung
      20.10.2011, 10:33 Uhr.

      @ Aron Sperber

      Verständlicherweise richtet sich der Aufklärungswille gegen die Einzelperson, die es ausgeführt hat. Diese Person ist der Mörder, den es zu bestrafen gilt. Mord bleibt Mord, egal aus welcher Ideologie heraus. Inwieweit andere Mitschuld haben, ist eine zusätzliche Frage, die dem Mörder nicht von seiner Last befreit.

  • Aron Sperber
    01.10.2011, 23:13 Uhr.

    wenn jemand eine andere Ansicht vertritt und nicht glaubt, dass der Verfassungsschutz “Mitwisser eines Mordkomplotts” gewesen ist, dann muss er natürlich ein “kleiner Lohnschreiber” sein.

    bei einem Punkt muss ich dir trotzdem recht geben:

    Reg dich nicht so auf!

  • Michael W.
    07.10.2011, 19:41 Uhr.

    @anonymus “Aron Sperber”,
    wer sich diesen Prozessverlauf angesehen, oder gar diesen Blog hier wenigstens teilweise durchgelesen hat, kann ja eigentlich einen solchen Blödsinn, wie Sie ihn oben anführen gar nicht posten!
    Da bin ich ganz bei Herrn Schlagmann.

  • Chris
    16.10.2011, 10:39 Uhr.

    Warum wird mein Kommentar vom 4. Oktober nicht freigeschaltet?

    • pazi
      20.10.2011, 18:34 Uhr.

      Manche Betrachtungen sind möglicherweise auch in meinem Fall allzu spekulativ.

      Wenn es eine Botschaft für Herrn Buback war; vielleicht ist sie ja durchgekommen.

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