Schreiben bis der Arzt kommt...
Der
Arztroman muß neu geschrieben werden.
Welch
großartige Literatur hat dieser Berufstand in der Literaturgeschichte bereits generiert.
Der Arzt an der Front des Guten,
der selbstlose Kämpfer für unser Wohlergehen. Uns klingt es noch im Ohr,
Ein Arzt, das war der Plot im Leben, im richtigen wie im falschen. Und
wir erinnern uns, wie das im richtigen Leben wirkte, wenn bei einem kleinen
Unfall oder
Wenn das
Heinz G. Konsalik wüßte. Oder Professor Brinkmann. Und während George Clooney
in den Emergency Room flüchten muss, fragen sich Millionen Frauen:
Das Leben
eines Arztes ist ja schon seit Jahren mit Fallpauschalobst angefüllt. Und diese noble, diese besondere, dem
Herrscher
Wundert uns
das, was dabei herausgekommen ist: Der Arzt als mieser, kleiner Menschenhändler, als das fleischgewordene
Gegenteil von Vertrauensverhältnis. Ich möchte einfach keine Arztromane mehr
lesen. Das passt nicht! Ich steig auf Bergsteiger-Romane um. Nur: Wenn's einen
Unfall gibt, kommt wieder der Arzt.
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Es war ein sonniger Freitag Vormittag als Landarzt Dr. med. Frank Hahn den Pharmareferenten verabschiedete. Das Wochenende zum Golfen auf den Bahamas war ihm sicher. Im Wartezimmer wartete nur noch Omma Angenendt, eine senile Rentnerin mit Blutgruppe I. Wie überhaupt alle hier in Stickum Blutgruppe I hatten. Wenn Dr. med Frank Hahn auf dem Schützenfest ein Unbekannter vorgestellt wurde, passierte das in der Regel mit den Worten: "Das ist mein Cousin... Und mein Schwager." Das gefiel ihm an dieser Gegend, sie war so urwüchsig und die Scham seinen Sprechstundenhilfe Tamara Peters war so dicht wie der Dschungel über Borneo. Der Arzt blickte aus dem Fenster auf den Ambach, der dicht an seiner Landarztpraxis vorüberfloss und freute sich auf den Nachmittag, wenn er seinen alten Freund aus Bundeswehrzeiten, Manfred Wardthuysen, wiedertreffen würde. Manfred war der Bundeswehr und dem Ehrenkleid der Nation treu geblieben. Er kämpfte jetzt bei Kundus gegen den Terror.
"Tamara, schicken sie doch bitte Omma Angenendt rein." Landarzt Dr. med Frank Hahn lehnte sich entspannt in seinem Stuhl zurück. Omma Angenedt war der letzte Patient im Wartezimmer, sein Freund würde zu Besuch kommen und heute war Schützenfest. "Na, Omma Angenendt, wat ham wa denn?" "Ach Herr Doktor, ich hab so Probleme mit die Scheidung." Der Arzt blickte sie kurz an, zückte dann seinen Rezeptblock und verordnete Omma Angenendt eine Doppelpackung trifolium repens. "Und wenn es davon nicht besser wird, machen Sie sich noch ein paar feuchte Umschläge und kommen Montag wieder!"
Er hatte erneut die Welt gerettet. Zum wievielten Mal eigentlich? Er hatte irgendwann einfach aufgehört zu zählen. Omma Angenedt blinzelte ihn dankbar an. "Danke, Herr Doktor. Aber sagen sie mal, die Tamara macht so ein trauriges Gesicht. Was fehlt denn dem Kind?" Der Arzt senkte den Blick und nuschelte: "Sie kennen doch die Geschichte. Genau wie jeder andere hier im Dorf." "Aber mittlerweile ist sie doch wohl f...fertig. Was wollte sie sonst heute abend auf dem Schützenfest?" Landarzt Dr. med Frank Hahn wußte, dass sie Recht hatte und entließ Omma Angenendt bis seinen besten Wünschen in das Wochenende.
tbc
Hallo Leute,
unsere Ärzte haben immer zu tun !
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