
Ironie ist wenn man trotzdem lacht. Aber wer versteht sie wirklich? Selbst Alanis Morissette hatte in den 90ern einen Welthit mit "Ironic", in dessen Text kein Gramm Ironie steckte. Die kanadische Sängerin hatte offensichtlich keine Ahnung, was Ironie bedeutet. Dem Erfolg hat es aber nicht geschadet. "Isn't it ironic", dachten sich jedenfalls auch die Produzenten von "www.gehnichthin.de" und produzierten mit Prominenten einen Anti-Anti-Wahlwerbespot, den dann aber viele als Pro-Anti-Wahlwerbespot verstanden haben. Oder zumindest nicht als lustig. Und das ist in der heutigen Mediengesellschaft ja schon das Todesurteil. Die Frage ist jetzt: haben wir uns inzwischen alle Ironie aus dem Hirn geblödelt oder ist der intelligent gedachte Spot einfach nur misslungen? Jetzt gibt es eine zweite Version mit "Auflösung", nämlich dem Aufruf, doch wählen zu gehen. Aber nicht nur das: nein, bei Youtube findet man unter dem Eintrag "geh nicht hin" inzwischen auch Spots von der NPD, die zum Wählen aufruft. Zum "Rechtswählen" wohlgemerkt. Isn't it ironic?
Das Kulturzeit-Gespräch mit Jochen Hörisch zum Thema finden Sie
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